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Goethes Werther und sein Verhältnis zur Natur

Titel: Goethes Werther und sein Verhältnis zur Natur

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2008 , 19 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Nadine Heinkel (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

„[…] hab’ ich mich nicht an den ganz wahren Ausdrücken der Natur […] selbst ergetzt?“

Die Leiden des jungen Werther von Johann Wolfgang von Goethe ist auch Jahrhunderte nach seiner Veröffentlichung im Jahre 1774 ein Roman, der aus dem Literaturunterricht der Schulen beziehungsweise der Universitäten nicht mehr wegzudenken ist.
Doch dass sein Roman über einen jungen Mann, „[…] der mit einer tiefen reinen Empfindung […] sich in schwärmende Träume verliert, […] biss er zuletzt durch dazutretende unglückliche Leidenschafften, besonders eine endlose Liebe […], sich eine Kugel vor den Kopf schiesst“ , einer der erfolgreichsten Romane der Literaturgeschichte werden sollte, konnte der junge Goethe zu diesem Zeitpunkt nicht ahnen, zumal das Buch unmittelbar nach seiner Veröffentlichung nicht nur sehr zahlreich euphorische Zustimmung, sondern ebenso viel Ablehnung erfahren hat.
Hauptsächlich aufgrund des Selbstmordes des Protagonisten bewegt der Briefmonolog bis heute Generationen. Dies wiederum führte zu einer nahezu unüberblickbaren Anzahl an Sekundärtexten, welche sich mit den verschiedenen Aspekten des Romans befassen und so teilweise verschiedene Interpretationsansätze liefern.

Thema der nachfolgenden Arbeit soll nun - wie das einleitende Zitat bereits andeutet - die Bedeutung der Natur und Werthers Verhältnis mit derselben sein.
Einführend werden die Naturbeschreibungen des Romans in zwei Gruppen eingeteilt und näher betrachtet.
Anschließend soll die Bedeutung der Natur innerhalb des Romangeschehens herausgearbeitet werden, was anhand verschiedener Interpretationsansätze geschehen soll.
Als Abschluss werden die Ergebnisse der vorangegangen Kapitel noch einmal zusammenfassend dargestellt und es soll schließlich die Frage des Eingangszitats aus Werthers erstem Brief an seinen Freund Wilhelm geklärt werden, ob Werther sich tatsächlich an den „ganz wahren Ausdrücken der Natur […] selbst“ ergötzt hat, oder ob es sich bei seinem Bild von der Natur nicht vielmehr um ein Trugbild handelt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Formen der Naturbeschreibung

2.1 Schwärmerisch-pantheistische Naturbeschreibungen

2.2 Negative Naturbeschreibungen

3. Ansätze der Interpretation

3.1 Illustrationstheorie

3.2 Natur als Oppositionskategorie

3.3 Natur im Beziehungsgefüge des Romans

3.4 Interpretation im Detail: Der Pflug und die Nussbäume

4. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die zentrale Bedeutung der Natur und Werthers Verhältnis zu dieser in Johann Wolfgang von Goethes Roman "Die Leiden des jungen Werther", um zu klären, ob Werthers Naturerleben eine objektive Wahrheit widerspiegelt oder ein subjektives Trugbild darstellt.

  • Differenzierung der Naturschilderungen in pantheistische und negative Beschreibungen
  • Analyse der Natur als Medium der Selbstdarstellung (Illustrationstheorie)
  • Untersuchung der Natur als Oppositionskategorie zur gesellschaftlichen Ordnung
  • Interpretation spezifischer Symbole wie dem Pflug und den Nussbäumen
  • Kritische Reflexion des Scheiterns des Protagonisten durch seine idealistische Naturprojektion

Auszug aus dem Buch

3.4 Interpretation im Detail: Der Pflug und die Nussbäume

Als Abschluss der Interpretationsansätze möchte ich noch auf einen Ansatz Grathoffs eingehen, der im Detail liegt.

Grathoff macht in seinem Aufsatz auf eine - erst auf den zweiten Blick – „störende“ Auffälligkeit aufmerksam. Im Brief vom sechsundzwanzigsten Mai 1771 sitzt Werther auf einem Pflug, während er die Kinder zeichnet. Dieser Pflug wird im Brief vom siebenundzwanzigsten Mai 1771 erneut erwähnt („Ich saß […] auf meinem Pfluge“) und auch in dem des dreißigsten Maies 1771 („Ein Bauernbursch […] beschäftigte sich an dem Pfluge, den ich neulich gezeichnet hatte“).

Diese Verquickung der Motive des Pfluges und des Bauernburschen lässt aufhorchen, ebenso wie der „Fehler“, welcher Goethe bei der Umarbeitung zur Zweitfassung unterlaufen ist. Werther hatte ja nicht den Pflug gezeichnet, sondern saß nur darauf, während er die ländliche Gegend mit den spielenden Kindern zeichnete. Nun lässt Goethe den Pflug in der Zweitfassung - ob es sich hierbei tatsächlich nur um einen Irrtum handelt, sei dahingestellt - sogar noch zum Gegenstand von Werthers Zeichnung werden. Grathoff schreibt hierzu ironisch:

„Damit wird also das Gerät, welches schlechthin Inbegriff der Bearbeitung von Natur ist, zum ästhetischen Objekt und pflügt […] Werthers emphatische Kunsttheorien von der regellosen, nicht bearbeiteten Natur, die ebenso regellos in der Kunst wiederkehren solle, in Grund und Boden.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt den Roman in seinen historischen Kontext und führt in die Fragestellung ein, inwiefern Werthers Verhältnis zur Natur ein Trugbild seiner eigenen Wahrnehmung ist.

2. Formen der Naturbeschreibung: Dieses Kapitel klassifiziert Werthers Naturschilderungen in schwärmerisch-pantheistische sowie negative Beschreibungen und zeigt die zeitliche Entwicklung innerhalb des Briefromans auf.

3. Ansätze der Interpretation: Hier werden verschiedene literaturwissenschaftliche Deutungsansätze diskutiert, welche die Natur als Medium der Selbstdarstellung, als Opposition zur Gesellschaft oder in symbolischen Details analysieren.

4. Schluss: Der Schluss fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass Werthers Naturbild eine genialistische Imagination ist, die ihm die erhoffte Kompensation der gesellschaftlichen Defizite verwehrt.

Schlüsselwörter

Goethe, Die Leiden des jungen Werther, Natur, Naturbeschreibung, Pantheismus, Subjektivismus, Illustrationstheorie, Opposition, Gesellschaft, Symbolik, Pflug, Nussbäume, Trugbild, Sturm und Drang, Literaturanalyse

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die spezifische Rolle der Natur in Goethes Roman "Die Leiden des jungen Werther" und untersucht, wie der Protagonist die Natur zur Kompensation seiner persönlichen Konflikte einsetzt.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Felder umfassen die Typologie der Naturbeschreibung, das Verhältnis zwischen Individuum und Gesellschaft sowie die ästhetische Wahrnehmung der Natur durch den Protagonisten.

Was ist die primäre Forschungsfrage des Autors?

Die Arbeit geht der Frage nach, ob Werther sich tatsächlich an der "wahren Natur" erfreut oder ob seine Naturbilder lediglich subjektive Projektionen und somit ein Trugbild darstellen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Textanalyse durchgeführt, die insbesondere die Interpretationsansätze von Dirk Grathoff in Bezug auf das thematische Gefüge des Romans einbezieht.

Was bildet den Schwerpunkt im Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil konzentriert sich auf die formale Einteilung der Naturschilderungen und die Anwendung verschiedener Interpretationsmodelle auf konkrete Motive wie den Pflug oder die Nussbäume.

Welche Begriffe charakterisieren diese Arbeit besonders?

Schlüsselbegriffe sind hierbei das pantheistische Naturverständnis, die Illustrationstheorie, der Begriff der Oppositionskategorie sowie die "genialistische Imagination" des Protagonisten.

Wie unterscheidet die Autorin zwischen den Naturbeschreibungen in den Briefen?

Die Autorin unterscheidet zwischen schwärmerisch-pantheistischen Beschreibungen zu Beginn des Romans und negativen Naturbeschreibungen, die als Bedrohung wahrgenommen werden, sobald sich Werthers Verzweiflung intensiviert.

Warum wird der Pflug im Roman als besonders wichtiges Motiv erachtet?

Der Pflug dient als Inbegriff der bearbeiteten Natur und entlarvt in seiner Funktion als ästhetisches Objekt die Unzulänglichkeit von Werthers Theorien über die "regellose Natur".

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Goethes Werther und sein Verhältnis zur Natur
Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg  (Germanistisches Seminar)
Veranstaltung
Hauptseminar: Suizid in der Dichtung
Note
2,3
Autor
Nadine Heinkel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
19
Katalognummer
V141554
ISBN (eBook)
9783640510498
ISBN (Buch)
9783640510672
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Goethe Die Leiden des jungen Werther Werther Natur Naturbegriff Naturdarstellung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Nadine Heinkel (Autor:in), 2008, Goethes Werther und sein Verhältnis zur Natur, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/141554
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  19  Seiten
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