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Brechts frühe Liebeslyrik

Am Beispiel der 'Erinnerung an die Marie A.' und der 'Terzinen über die Liebe'

Title: Brechts frühe Liebeslyrik

Term Paper , 2006 , 21 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Nadine Heinkel (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Hört man den Namen Bertolt Brecht, so denkt man in erster Linie an den kommunistischen Dramatiker, der sich kritisch mit der Politik und der Gesellschaft seiner Zeit auseinandersetzte und das Theater des 20. Jahrhunderts revolutionierte. Weit weniger als mit der Dramatik befasste sich die Brecht-Forschung lange Zeit mit der Lyrik Brechts, obwohl an ihrem hohen Rang nie gezweifelt wurde .
Brechts Lyrik wurde erst ab 1960 umfassender editiert, zunächst mit besonderem Augenmerk auf die frühere Lyrik. Eine umfassende und vollständig ausreichende Gesamtdarstellung fehlt bis heute.
Doch auch, wenn man an Brecht als Lyriker denkt, kommen einem nicht unmittelbar Liebesgedichte in den Sinn, sondern eher Kriegsgedichte, Städtelyrik oder Exilgedichte. Die Mehrheit der Gedichte Brechts widmet sich dem politischen Geschehen seiner Zeit und ist kritisch, sowohl gegen Politik, als auch Gesellschaft.
Dennoch hat Brecht immer wieder Liebesgedichte geschrieben, denen die Forschung lange Zeit keine Beachtung schenkte, da sie in weitaus größerem Maße am politischen Schriftsteller Brecht interessiert war. Erst in jüngerer Zeit fand Brechts Liebeslyrik, vor allem durch die ungewöhnlichen Liebesgedichte aus der Augsburger Zeit, größere Aufmerksamkeit.

Ich werde mich in meiner Arbeit mit den Gedichten „Erinnerung an die Marie A.“ und „Terzinen über die Liebe“ (oder: „Die Liebenden“) auseinandersetzen und daraufhin anhand der Ergebnisse der Interpretationen versuchen, die Charakteristik von Brechts früherer Liebeslyrik herauszuarbeiten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Erinnerung an die Marie A.

2.1 Formale Analyse

2.2 Inhalt und Interpretation

3. Terzinen über die Liebe

3.1 Formale Analyse

3.2 Inhalt und Interpretation

4. Schluss

5. Anhang

5.1 Gedichte

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Charakteristik der frühen Liebeslyrik von Bertolt Brecht anhand der exemplarischen Interpretation der Gedichte „Erinnerung an die Marie A.“ und „Terzinen über die Liebe“, um die Spannung zwischen Entemotionalisierung und der anhaltenden Faszination für die Idee der Liebe aufzuzeigen.

  • Analyse von Brechts früher Lyrik und deren Einordnung in das Gesamtwerk.
  • Formale Untersuchung und inhaltliche Interpretation der Gedichte „Erinnerung an die Marie A.“ und „Terzinen über die Liebe“.
  • Untersuchung des Motivs des Vergessens und der Rolle von Natursymbolen wie der Wolke und dem Kranich.
  • Reflexion über den Gegensatz zwischen einer bestimmten Geliebten und der abstrakten Idee der Liebe.
  • Diskussion über das Wechselspiel von Distanz und Empathie in Brechts Dichtung.

Auszug aus dem Buch

2. Erinnerung an die Marie A.

Das Gedicht „Erinnerung an die Marie A.“ entstand, wie Brecht in seinem Notizbuch unter dem Gedicht vermerkte, am „21.11.20, abends 7h im Zug nach Berlin“, zunächst unter dem Titel „Sentimentales Lied“. Später fügte Brecht diesem Titel noch die Zahl „No.1004“ hinzu, bevor das Gedicht schließlich seinen heutigen Titel bekam.

Das Gedicht ist in drei Strophen zu je acht Versen unterteilt. Lediglich die Verse 2 und 4 sowie 6 und 8 jeder Oktave reimen sich (Reimschema: abcbdefe). Bei dem Metrum handelt es sich um einen fünfhebigen Jambus, der bis auf Vers 22 („Und jene Frau hat jetzt vielleicht das siebte Kind“), welcher sechs Hebungen aufweist, durchgehend eingehalten wird.

Auffallend ist die Klangfülle des Gedichts, die sich bereits in der ersten Strophe durch die Wiederholung des au-Diphthongs („blauen“ (V.1) – „Pflaumenbaum“ (V.2) – „Traum“ (V.4) – „aufsah“ (V.8)) bzw. des ei-Diphthongs („bleiche“ (V.3) – „meinem“ (V.4) – „weiß“ (V.7)) sowie durch das häufige Vorkommen des o-Lauts („Mond“ (V.1) – „holden“ (V.4) – „Wolke“ (V.6)) zeigt. Assonanzen, wie z.B. bei „(Sommer)himmel“ (V.5), „nimmer“ (V.8,15), „immer“ (V.19,21) oder „holden“(V.4), „Wolke“(V.6), „oben“(V.7), „Monde“(V.9) sowie bei „vergessen“(V.17) und „(da)gewesen (V.18)“ bilden weitere Klangassoziationen außerhalb der Reime.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik ein, dass Brechts Lyrik lange Zeit hinter seinem dramatischen Werk zurückstand und untersucht die Relevanz der Liebeslyrik im Kontext seines politischen Schaffens.

2. Erinnerung an die Marie A.: Das Kapitel analysiert die formale Struktur und inhaltliche Tiefe des Gedichts und stellt heraus, wie Brecht durch das Motiv der Wolke die Vergänglichkeit der individuellen Liebe thematisiert.

2.1 Formale Analyse: Hier werden Metrik, Reimschema und klangliche Mittel des Gedichts detailliert untersucht und auf ihre Funktion zur Erzeugung einer speziellen Stimmung hin geprüft.

2.2 Inhalt und Interpretation: Dieser Abschnitt beleuchtet die Erinnerung des lyrischen Ichs, die Distanz zur konkreten Person der Marie A. und die symbolische Überhöhung der Wolke.

3. Terzinen über die Liebe: Das Kapitel widmet sich der Entstehungs- und Rezeptionsgeschichte dieses Gedichts, das Brecht auch in seiner Oper „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“ verwendete.

3.1 Formale Analyse: Die Analyse konzentriert sich auf die komplexe Terzinenstruktur, den Perspektivenwechsel innerhalb des Gedichts und die rhythmischen sowie lautlichen Besonderheiten.

3.2 Inhalt und Interpretation: Es wird die Dialektik von Trennung und Einheit analysiert, wobei das Kranich-Symbol im Kontext von Brechts Rezeption Dantes gedeutet wird.

4. Schluss: Zusammenfassend wird das Fazit gezogen, dass Brecht in seiner frühen Lyrik eine Technik der Distanzierung und Entemotionalisierung nutzt, um die gängige romantische Liebesidee als Trugbild zu entlarven.

5. Anhang: Dieser Teil enthält die Originaltexte der analysierten Gedichte.

Schlüsselwörter

Bertolt Brecht, Liebeslyrik, Lyrik-Interpretation, Erinnerung an die Marie A., Terzinen über die Liebe, Entemotionalisierung, Distanzierung, Wolkensymbolik, Kranich-Motiv, Vergänglichkeit, Romantik-Kritik, Formanalyse, Lyrische Sprache.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Entwicklung und Charakteristik von Brechts früher Liebeslyrik anhand zweier ausgewählter Gedichte.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen der Kontrast zwischen romantischer Tradition und ironischer Brechung sowie die Auseinandersetzung mit dem Verblassen persönlicher Erinnerung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die Charakteristik der frühen Liebeslyrik Brechts herauszuarbeiten und die widersprüchliche Haltung zwischen emotionalem Erlebnis und distanzierter Reflexion zu analysieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Methode der formalen Stilanalyse kombiniert mit einer inhaltlichen Werkinterpretation unter Einbeziehung relevanter Sekundärliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die formale Struktur sowie die inhaltliche Symbolik und Bedeutung der Gedichte „Erinnerung an die Marie A.“ und „Terzinen über die Liebe“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind unter anderem Entemotionalisierung, Distanzierung, Brechts Lyrik, Liebeserlebnis und Vergänglichkeit.

Welche Bedeutung hat das Symbol der Wolke?

Die Wolke fungiert als ein beständiges Symbol für eine „transzendente“ Idee der Liebe, die im Gegensatz zur flüchtigen und vergessenen menschlichen Liebesbeziehung steht.

Warum wird Brechts Lyrik oft als „Abgesang auf die Liebe“ bezeichnet?

Diese Deutung ergibt sich aus der Tendenz des lyrischen Ichs, konkrete romantische Erlebnisse durch Vergessen oder Ironisierung als sentimentale Illusion zu entlarven.

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Details

Title
Brechts frühe Liebeslyrik
Subtitle
Am Beispiel der 'Erinnerung an die Marie A.' und der 'Terzinen über die Liebe'
College
University of Heidelberg  (Germanistisches Seminar)
Course
Proseminar: Lyrik in Theorie und Interpretation
Grade
1,3
Author
Nadine Heinkel (Author)
Publication Year
2006
Pages
21
Catalog Number
V141559
ISBN (eBook)
9783640504787
ISBN (Book)
9783640504640
Language
German
Tags
Bertolt Brecht Lyrik Liebeslyrik Gedichte Erinnerung an die Marie A. Terzinen über die Liebe Literaturwissenschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nadine Heinkel (Author), 2006, Brechts frühe Liebeslyrik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/141559
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