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Aristoteles' Eudaimonia

Was ist Glück und wie kann man es erreichen

Titel: Aristoteles' Eudaimonia

Hausarbeit , 2007 , 19 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Nadine Heinkel (Autor:in)

Philosophie - Philosophie der Antike
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Befragt man Menschen auf der Straße darüber, was sie sich für ihr Leben wünschen, so wird man sicher des Öfteren „Glücklich sein“ als Antwort bekommen. Fragt man daraufhin weiter, was Glück denn sei, so wird man vermutlich die gängigen Antworten wie „Glücklich ist, wer gesund ist“, „Glück ist, sich alles leisten zu können und keine Geldsorgen zu haben“ oder Ähnliches hören.
Schlägt man im Historischen Wörterbuch der Philosophie nach, so liest man hier, dass die Vorstellung von Glück als „Reichtum, Ehre, Macht, Gesundheit, langes Leben usf. älter als die Philosophie“ ist und sich „getragen von dem Bedürfnis der Menschen, unabhängig von ihr durch die Zeiten“ hält.
Die Philosophie beschäftigt sich mit der Frage nach dem Glück und wie man ein glückliches Leben führt bereits seit der Antike. Sie versteht unter dem Begriff des Glücks allerdings weniger den Besitz äußerer Güter oder leiblicher Genüsse. Vielmehr ist Glück laut ihr „in der Seele und in der seelischen Haltung des Menschen begründet“.
Eine besonders wirkungsstarke Glückstheorie der Antike, die sich auch mit der Frage des Wesens des Glücks und wie man eben dieses bekommt, beschäftigt, ist die des Aristoteles, die er unter anderem in seiner Nikomachischen Ethik ausführt.
Aufgabe der vorliegenden Arbeit soll nun sein, diese näher zu betrachten.
Ausgangspunkt der Nikomachischen Ethik ist die Frage nach dem höchsten Gut, dem „summum bonum“, welches das letzte Ziel allen menschlichen Handelns darstellt. Was genau unter diesem letzten Ziel verstanden wird, soll nachfolgend näher untersucht werden.
Eine erste Antwort auf diese Frage lautet: Das Gut, wonach alle Menschen streben, ist das Glück, “wobei gutes Leben und gutes Handeln in eins gesetzt werden, mit Glücklichsein.”
In der Benennung zwar übereinstimmend, gehen die Meinungen über das Wesen des Glücks jedoch auseinander.
So stellen sich die einen darunter etwa Lust, Wohlstand oder Ehre vor und andere das Leben eines politisch engagierten Bürgers, während wieder andere ein glückliches Leben in der philosophischen Hingabe an die wissenschaftliche Theorie sehen.
Da von Aristoteles lediglich die beiden letzten Vorstellungen als solche akzeptiert werden, mit denen man ein glückliches Leben realisieren kann, sollen sie auch in dieser Arbeit eingehender betrachtet werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das höchste Gut: Glück

3. Die Tugendlehre des Aristoteles

3.1 Die aristotelische Seelenlehre

3.2 Die Charaktertugenden

3.3 Die Verstandestugenden

4. Lebensweisen für ein gelingendes Leben

4.1 Das politisch-praktische Leben

4.2 Das philosophisch-theoretische Leben

5. Schluss

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die aristotelische Glückstheorie (Eudaimonia), wie sie primär in der Nikomachischen Ethik dargelegt wird. Im Zentrum steht dabei die Forschungsfrage, was Aristoteles unter einem glücklichen Leben versteht und welche methodischen Wege – insbesondere durch die Ausübung von Tugenden – der Mensch beschreiten muss, um diesen Zustand zu erreichen.

  • Grundlagen des aristotelischen Begriffs des "höchsten Gutes"
  • Strukturanalyse der Seele als Basis für die Tugendlehre
  • Unterscheidung und Funktion von Charakter- und Verstandestugenden
  • Gegenüberstellung des politisch-praktischen und des theoretisch-philosophischen Lebens
  • Kritische Reflexion der Alltagstauglichkeit aristotelischer Glücksmaximen

Auszug aus dem Buch

3.2 Die Charaktertugenden

Zu Beginn des zweiten Buches behandelt Aristoteles den Erwerb der charakterlichen Vorzüge. Laut Aristoteles werden diese sittlichen Tüchtigkeiten durch Gewöhnung erworben. Somit sind diese nicht naturgegeben, was Aristoteles damit begründet, dass sich kein natürlicher Gegenstand in seiner Art umgewöhnen lassen würde.

Charaktertugenden sind also nicht angeboren, jedoch bringt jeder Mensch die Anlage dafür mit, diese zu entwickeln. Jene Anlage kann sich dann durch Gewöhnung dem vollkommenen Zustand annähern, indem sie aktiv in Erscheinung tritt. Dieses Argument stärkt Aristoteles mit Beispielen aus dem Alltag. Baumeister wird man, indem man baut, Musiker indem man ein Instrument spielt. So wird man auch gerecht durch gerechtes Handeln. Aristoteles sagt darüber:

Was man erst lernen muß, bevor man es ausführen kann, das lernt man, indem man es ausführt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einführung thematisiert das allgemeine menschliche Streben nach Glück und leitet zur aristotelischen Theorie über, die Glück als in der Seele begründet und als letztes Ziel menschlichen Handelns definiert.

2. Das höchste Gut: Glück: Das Kapitel erläutert die aristotelische Hierarchie der Ziele, identifiziert die Eudaimonia als das oberste, um seiner selbst willen angestrebte Endziel und führt den Begriff des Ergon (die dem Menschen eigentümliche Leistung) ein.

3. Die Tugendlehre des Aristoteles: Hier werden die Grundlagen der aristotelischen Tugendethik erarbeitet, die sich auf die Struktur der Seele stützt und in Charaktertugenden sowie Verstandestugenden unterteilt wird.

3.1 Die aristotelische Seelenlehre: Dieser Abschnitt beschreibt die Einteilung der Seele in einen vernunftbegabten und einen vernunftlosen Teil, wobei letzterer das Strebevermögen umfasst.

3.2 Die Charaktertugenden: Es wird dargelegt, wie Charaktertugenden durch Gewöhnung erworben werden und in einer "Mitte" (Mesotes) zwischen zwei Extremen bestehen.

3.3 Die Verstandestugenden: Dieses Kapitel widmet sich der Weisheit und der Klugheit als dianoetischen Tugenden, die den rationalen Seelenteil vervollkommnen.

4. Lebensweisen für ein gelingendes Leben: Aristoteles kontrastiert hier die zwei Formen der Glückseligkeit: das politisch-praktische Leben und das theoretische Leben der Weisheit.

4.1 Das politisch-praktische Leben: Diese Lebensweise wird durch die Ausübung von Charaktertugenden innerhalb einer sozialen Gemeinschaft definiert.

4.2 Das philosophisch-theoretische Leben: Hierbei wird die philosophische Betrachtung als die höchste und göttlichste Form der Tätigkeit identifiziert.

5. Schluss: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert kritisch über die heutige Anwendbarkeit der aristotelischen Glückstheorie.

Schlüsselwörter

Aristoteles, Nikomachische Ethik, Eudaimonia, Glückseligkeit, Tugend, Tüchtigkeit, Areté, Charaktertugenden, Verstandestugenden, Mesotes, Seele, Ergon, Vernunft, Theoria, Lebensweise.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die philosophische Glückstheorie von Aristoteles, insbesondere wie Glück im Sinne einer tugendhaften Lebensführung und vernünftigen Tätigkeit verstanden wird.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Im Fokus stehen das Konzept des höchsten Gutes, die Differenzierung zwischen verschiedenen Tugendarten, die Struktur der menschlichen Seele und die Bedeutung der Lebensform für das Gelingen des Lebens.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, den aristotelischen Begriff der Eudaimonia zu präzisieren und zu untersuchen, wie durch spezifisch menschliche Leistungen – das Handeln in Vernunft – ein glückliches Leben realisiert werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine philosophische Textanalyse, die auf der intensiven Auseinandersetzung mit der Nikomachischen Ethik des Aristoteles sowie ergänzender Sekundärliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der aristotelischen Tugendlehre, der Seelenstruktur und die Abwägung zwischen politisch-praktischen und theoretisch-philosophischen Lebensentwürfen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Eudaimonia, Areté (Tüchtigkeit), Vernunft, Charaktertugenden und das Streben nach dem höchsten Gut geprägt.

Warum spielt die Unterscheidung zwischen "vernunftbegabt" und "vernunftlos" eine so große Rolle bei Aristoteles?

Aristoteles leitet daraus die Einteilung der Tugenden ab; nur durch die Vernunft kann der Mensch sein Strebevermögen in eine tugendhafte Mitte führen.

Was bedeutet die "Charaktertugend als Mitte" konkret?

Es handelt sich nicht um eine rein mathematische Mitte, sondern um das richtige Maß in Bezug auf den Handelnden, das den Affekten (z. B. Furcht) entgegenwirkt, um ein Übermaß oder einen Mangel zu vermeiden.

Ist das "theoretische Leben" für jeden Menschen realisierbar?

Aristoteles sieht das theoretische Leben als die höchste Form an, räumt aber ein, dass sie aufgrund der notwendigen geistigen Voraussetzungen und der begrenzten menschlichen Natur nicht für jeden in vollem Maße erreichbar ist.

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Details

Titel
Aristoteles' Eudaimonia
Untertitel
Was ist Glück und wie kann man es erreichen
Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg  (Philosophisches Seminar)
Veranstaltung
Proseminar: Einführung in die philosophische Ethik
Note
1,3
Autor
Nadine Heinkel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
19
Katalognummer
V141560
ISBN (eBook)
9783640513697
ISBN (Buch)
9783640512126
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Aristoteles Glückseligkeit Eudaimonia Nikomachische Ethik Glück Philosophie der Antike Antike
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Nadine Heinkel (Autor:in), 2007, Aristoteles' Eudaimonia, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/141560
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  19  Seiten
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