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Der Utilitarismus, sein Problem mit der Gerechtigkeit und John Rawls als Alternative

Title: Der Utilitarismus, sein Problem mit der Gerechtigkeit und John Rawls als Alternative

Term Paper , 2007 , 16 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Nadine Heinkel (Author)

Philosophy - Theoretical (Realisation, Science, Logic, Language)
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Der Utilitarismus als philosophisch-ethische Richtung hat wenig mit unserem alltäglichen Begriff „utilitaristisch” zu tun, welcher meist geringschätzig als ein bloßes Starren auf den eigenen Nutzen verstanden wird. Der philosophische Utilitarismus hingegen ist eine sehr differenzierte Richtung in der Ethik, zu dessen wichtigsten klassischen Vertretern Bentham, Mill und Sidgwick zählen. Der Utilitarismus ist einer der seltenen Versuche, allgemein verbindliche Normen mithilfe wissenschaftlicher Mittel zu begründen.
In der deutschen Diskussion wurden die Problemstellung des Utilitarismus und sein Lösungsansatz allerdings lange vernachlässigt, weshalb man mit dem Utilitarismus im deutschen Sprachraum oft nur „Selbstinteresse und Opportunismus“ verbindet, ihn als „plane Nützlichkeitsmoral“ beschimpft und ihn sogar „in seinem Extrem für den reine(n) Wertnihilismus“ hält. Oft wird allerdings ein entscheidender Aspekt des Utilitarismus, dass er immer auf den größten Nutzen für das Allgemeinwohl und nicht nur auf egoistische Nutzenvermehrung zielt, übersehen.
Dennoch gehören utilitaristische Ansätze neben den deontologischen zu den wichtigsten ethischen Begründungszusammenhängen und der Utilitarismus gilt in der englischsprachigen Welt seit Bentham und Mill als eine „der wichtigsten moralphilosophischen Positionen“.
Nach der utilitaristischen Lehre gibt es ein einziges Prinzip um zu bewerten, ob eine einzelne oder eine regelmäßig stattfindende Handlung als moralisch akzeptabel gelten kann. Eine Handlung kann dann als sittlich verbindlich gelten, wenn die Folgen dieser Handlung für alle Betroffenen optimal, also nützlich, sind.
Diese These besteht aus vier Teilthesen, welche ich im Folgenden ausführen werde.
Die utilitaristische Ethik ist längst keine einzige, in sich homogene Theorie mehr. Da die Behandlung des Utilitarismus in all seinen verschiedenen Ausprägungen allerdings den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde, werde ich lediglich die Kerngedanken des Utilitarismus behandeln. Nachdem ich diese dargestellt habe, werde ich auf Probleme der utilitaristischen Theorie hinweisen und hierbei insbesondere auf das Problem der Gerechtigkeit eingehen. Daraufhin werde ich mich mit einem Lösungsversuch dieses Problems befassen, mit John Rawls’ Theorie der Gerechtigkeit und am Ende diese beiden Theorien miteinander vergleichen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was ist Utilitarismus?

3. Kritik am Utilitarismus

4. Gerechtigkeit und ihre Stellung im Utilitarismus

5. John Rawls – Die Lösung des Problems?

6. Beide Theorien im Vergleich

7. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen utilitaristischer Ethik und dem Konzept der Gerechtigkeit. Ziel ist es, die systematischen Probleme des Utilitarismus im Umgang mit individuellen Rechten aufzuzeigen und John Rawls' Theorie der Gerechtigkeit als alternativen Lösungsansatz kritisch zu beleuchten.

  • Grundlagen und Hauptvertreter des Utilitarismus
  • Die Problematik der Gerechtigkeit im utilitaristischen Kalkül
  • John Rawls' Modell der „Gerechtigkeit als Fairness“
  • Vergleich von teleologischen und deontologischen Ethikansätzen

Auszug aus dem Buch

4. Gerechtigkeit und ihre Stellung im Utilitarismus

Die Formel „The greatest happiness of the greatest number“ prägt den Utilitarismus. Doch wie lässt sich Glück universalisieren? Betrachtet man das Glück abstrakt, so bedeutet es doch für jeden einzelnen etwas anderes. Und wie kann das Leid eines einzelnen Menschen mit dem Glück vieler gerechtfertigt werden?

Seit ihren Anfängen hat die utilitaristische Ethik diese Probleme mit der Gerechtigkeit. Denn der Utilitarismus lässt nicht nur zu, „berechtigte Ansprüche, selbst Grund- und Menschenrechte, zu verletzen, sofern es dem Kollektivwohl dient“, er verlangt es sogar. So gibt es wirtschaftliche wie soziale Prinzipien, die als moralisch richtig gelten und gleichzeitig mit dem Prinzip der Nützlichkeit in Konflikt stehen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Bedeutung des Utilitarismus als moralphilosophische Position ein und stellt die Relevanz der Auseinandersetzung mit Gerechtigkeitsfragen dar.

2. Was ist Utilitarismus?: Es werden die zentralen Prinzipien, der hedonistische Ursprung und die Entwicklung des Utilitarismus von Bentham bis Mill erläutert.

3. Kritik am Utilitarismus: Dieses Kapitel thematisiert die Schwachstellen der klassischen Form des Utilitarismus und die Suche nach verbesserten Regelungen.

4. Gerechtigkeit und ihre Stellung im Utilitarismus: Die Untersuchung zeigt auf, warum der Utilitarismus grundlegende Gerechtigkeitsansprüche zugunsten des Kollektivwohls vernachlässigt.

5. John Rawls – Die Lösung des Problems?: Rawls' Konzept der Gerechtigkeit als Fairness und der „Schleier des Nichtwissens“ werden als Antwort auf die utilitaristischen Defizite vorgestellt.

6. Beide Theorien im Vergleich: Die Theorien werden gegenübergestellt, wobei der Fokus auf dem methodischen Unterschied zwischen teleologischer und deontologischer Ethik liegt.

7. Schluss: Das Fazit resümiert die Stärken und Bruchstellen beider Ansätze und betont die Komplexität einer gerechten gesellschaftlichen Ordnung.

Schlüsselwörter

Utilitarismus, Gerechtigkeit, John Rawls, Fairness, Glück, Moral, Ethik, Allgemeinwohl, Handlungsutilitarismus, Regelutilitarismus, Individuum, Gesellschaftsvertrag, Schleier des Nichtwissens, Deontologie, Teleologie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das philosophische Spannungsverhältnis zwischen dem Utilitarismus und dem Konzept der Gerechtigkeit.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die Schwerpunkte liegen auf der utilitaristischen Ethik, ihren Problemen bei der Wahrung von Individualrechten und der alternativen Gerechtigkeitstheorie von John Rawls.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Rawls' Theorie der Gerechtigkeit versucht, die Schwachstellen des utilitaristischen Prinzips in Bezug auf soziale Grundordnung und persönliche Rechte zu beheben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine systematische philosophische Analyse und einen theoretischen Vergleich der moralphilosophischen Positionen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Kerngedanken des Utilitarismus, die Kritik an diesem Konzept sowie eine detaillierte Darstellung der Gerechtigkeitstheorie von John Rawls.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Utilitarismus, Gerechtigkeit, Fairness, Individualrechte und Deontologie charakterisieren.

Wie unterscheidet sich der Ansatz von Rawls vom Utilitarismus?

Während der Utilitarismus das Kollektivwohl maximiert, stellt Rawls durch den „Schleier des Nichtwissens“ sicher, dass Gerechtigkeit nicht zulasten einzelner Individuen definiert wird.

Was versteht man im Kontext der Arbeit unter dem „Schleier des Nichtwissens“?

Es ist ein fiktives Gedankenexperiment von Rawls, bei dem Beteiligte ohne Wissen über ihren eigenen Status in der Gesellschaft unparteiische Regeln für eine gerechte Grundordnung wählen sollen.

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Details

Title
Der Utilitarismus, sein Problem mit der Gerechtigkeit und John Rawls als Alternative
College
University of Heidelberg  (Philosophisches Seminar)
Course
Proseminar: Theorien der Gerechtigkeit
Grade
1,7
Author
Nadine Heinkel (Author)
Publication Year
2007
Pages
16
Catalog Number
V141561
ISBN (eBook)
9783640504794
ISBN (Book)
9783640504657
Language
German
Tags
Utilitarismus Jeremy Bentham John Stuart Mill John Rawls Theorie der Gerechtigkeit Gerechtigkeit Philosophie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nadine Heinkel (Author), 2007, Der Utilitarismus, sein Problem mit der Gerechtigkeit und John Rawls als Alternative, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/141561
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