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Personalität und Wert des Lebens bei Peter Singer

Title: Personalität und Wert des Lebens bei Peter Singer

Term Paper , 2008 , 19 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Nadine Heinkel (Author)

Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)
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„[…] the whole way we look at moral issues… needs to be altered, and with it, the way of life that has come to be taken for granted in our society… Discussion… is not enough.“

Die Vorstellung, dass manches Leben „unwert“ und nicht würdig sei, gelebt zu werden, wurde mit dem Nationalsozialismus während des Zweiten Weltkrieges konkret. Sie führte zur Tötung mehrerer hunderttausend Menschen mit einer Beeinträchtigung, deren Leben als „lebensunwert“ definiert wurde. Auch in den vergangenen Jahren bis heute im Jahr 2009 wird angesichts zahlreicher neuer Erkenntnisse in Biologie und Medizin gefordert, zu überdenken, ob menschliches Leben per se unantastbar sei, oder ob manche Schutzbestimmungen überdacht werden müssten, um den Entwicklungen Folge zu tragen.
Diese und ähnliche Überlegungen sind nicht neu, doch nach 1945 wurden sie – vor allem in Deutschland - nicht öffentlich diskutiert. Aber der australische Ethiker Peter Singer fordert, „[…] sich nicht länger von (religiösen) Autoritäten den Alltag und das Denken vorschreiben zu lassen, sondern aufgrund rationaler Überlegungen Entscheidungen zu treffen.“ Diese seien umso mehr nötig, weil Fortschritte in Biologie, Biotechnologie sowie Medizin diese unerlässlich sein lassen. Indem Singer (immer noch) aktuelle Probleme und Fragestellungen polarisiert, macht er deutlich, dass über den Wert menschlichen Lebens neu nachgedacht werden muss.

Diese Arbeit, welche sich mit dem Thema der Personalität und des Wertes des Lebens bei Peter Singer befasst, basiert auf dem Werk Praktische Ethik von Peter Singer.
Nachdem die ethischen Grundpositionen eingehend betrachtet wurden, soll das Ziel dieser Arbeit sein, darzustellen, nach welchen Kriterien bzw. Merkmalen Peter Singer Personalität definiert und wie er den Personenbegriff verwendet. Darüber hinaus wird erarbeitet, welchen Wert menschliches Leben bei Singer hat. Abschließend soll dann eine kritische Stellungsnahme mit der zuvor dargestellter Position erfolgen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Singers ethische Grundpositionen

2.1 Der universale Standpunkt der Ethik

2.2 Der Präferenzutilitarismus

2.3 Das Prinzip der gleichen Interessenabwägung

3 Gleiches Recht für Tiere – Singers tierethische Position oder: Gegen die Heiligkeit des menschlichen Lebens

4 Ab wann ist ein Mitglied der Spezies Homo Sapiens eine Person? - Singers Personenbegriff und die Bedeutung für den Wert des Lebens

5 Abschließende Zusammenfassung

6 Literaturverzeichnis

6.1 Primärliteratur

6.2 Sekundärliteratur

6.3 Internetquellen

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit analysiert das Werk "Praktische Ethik" von Peter Singer mit dem Ziel, seine Kriterien für den Personenbegriff sowie die moralische Bewertung menschlichen Lebens kritisch zu untersuchen. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie Singer den Wert des Lebens unabhängig von traditionellen oder religiösen Normen rational begründet.

  • Die ethischen Grundpositionen des Präferenzutilitarismus
  • Die Anwendung des Prinzips der gleichen Interessenabwägung auf Mensch und Tier
  • Die Abgrenzung von "Mitglied der Spezies Homo Sapiens" und "Person"
  • Die moralische Bedeutung der Empfindungsfähigkeit für das Lebensrecht

Auszug aus dem Buch

2.3 Das Prinzip der gleichen Interessenabwägung

Das Prinzip der Gleichheit aller Menschen ist heute Bestandteil der herrschenden politischen und moralischen Orthodoxie, doch Peter Singer nimmt dies nicht widerspruchslos an, sondern fragt nach der genauen Bedeutung und weshalb wir dieses Prinzip der Gleichheit aller Menschen akzeptieren. Es ist einfach eine Tatsache, dass die Menschen nicht alle gleich sind. Einige sind groß, andere klein, es gibt europäisch und asiatisch Aussehende und auch wenn man den Bereich der Äußerlichkeiten verlässt, findet man Unterschiede. So gibt es beispielsweise sportliche Menschen, andere sind beispielsweise sprachbegabt usw. Daher widmet Singer der „Untersuchung der moralischen Grundlagen des Gleichheitsprinzips“ ein komplettes Kapitel, als dessen Ergebnis er das Prinzip der gleichen Interessenabwägung als „ein grundlegendes Prinzip der Gleichheit“ präsentiert:

„Das Wesentliche am Prinzip der gleichen Interessenabwägung besteht darin, daß wir in unseren moralischen Überlegungen den ähnlichen Interessen all derer, die von unseren Handlungen betroffen sind, gleiches Gewicht geben.“

Auch hierbei spielt der universale Aspect moralischer Urteile eine wichtige Rolle: Wie bereits erläutert, kann man nach Singer einzig und allein moralische Urteile fällen, indem man die Interessen aller Betroffenen berücksichtigt und über einen persönlichen oder partikularistischen Standpunkt hinausgeht. Dies bedeutet, dass man Interessen einfach als Interessen gegeneinander abwägt, ohne, dass man sie als eigene Interessen oder Interessen einer bestimmten Gruppe sieht, und dies führt genau zu dem eben genannten Prinzip der gleichen Interessenabwägung. Essentiell wichtig ist hierbei, dass Interesse Interesse ist, egal, „[…] wessen Interesse es auch immer sein mag.“ Rasse, Geschlecht usw. sind unerheblich für die Interessenabwägung, einzig und allein die Interessen selbst zählen. Singer formuliert dies folgendermaßen:

„Das Prinzip der gleichen Interessenabwägung verbietet es, unsere Bereitschaft, die Interessen anderer Personen abzuwägen, von ihren Fähigkeiten oder anderen Merkmalen abhängig zu machen, außer dem einen: daß sie Interessen haben.“

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik ein, menschliches Leben nach rationalen Kriterien statt nach traditionellen "Heiligkeit des Lebens"-Dogmen zu bewerten.

2 Singers ethische Grundpositionen: Dieses Kapitel erläutert die methodischen Grundlagen von Singers Ethik, insbesondere den universale Standpunkt, den Präferenzutilitarismus und die Interessenabwägung.

3 Gleiches Recht für Tiere – Singers tierethische Position oder: Gegen die Heiligkeit des menschlichen Lebens: Hier wird Singers Argumentation dargelegt, warum das Prinzip der gleichen Interessenabwägung nicht auf die Spezies Mensch beschränkt bleiben darf und warum Speziesismus moralisch unhaltbar ist.

4 Ab wann ist ein Mitglied der Spezies Homo Sapiens eine Person? - Singers Personenbegriff und die Bedeutung für den Wert des Lebens: Das Kapitel differenziert zwischen der biologischen Zugehörigkeit zur Gattung Homo Sapiens und dem moralischen Status einer Person, basierend auf Fähigkeiten wie Selbstbewusstsein und Zukunftsplanung.

5 Abschließende Zusammenfassung: Die Autorin zieht eine kritische Bilanz über Singers radikale ethische Forderungen und deren Konsequenzen für unser Moralverständnis.

6 Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur sowie Internetquellen.

Schlüsselwörter

Peter Singer, Praktische Ethik, Präferenzutilitarismus, Personenbegriff, Speziesismus, Interessenabwägung, Lebensrecht, Empfindungsfähigkeit, Ethik, Menschliches Leben, Autonomie, Tierrechte, Utilitarismus, Moralische Urteile, Heiligkeit des Lebens

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem praktisch-ethischen Entwurf von Peter Singer, insbesondere seiner Analyse des Wertes menschlichen Lebens und dem Konzept der Personalität.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind der Präferenzutilitarismus, das Prinzip der gleichen Interessenabwägung, der Speziesismus-Vorwurf und die moralische Unterscheidung zwischen Mensch und Person.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, Singers Definition von Personalität darzustellen, zu erarbeiten, welchen Wert er menschlichem Leben zuschreibt, und diese Positionen kritisch zu bewerten.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Autorin nutzt eine textanalytische Herangehensweise, indem sie Singers Werk "Praktische Ethik" systematisch untersucht und die Argumentationslinien anhand von Primär- und Sekundärliteratur nachvollzieht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen Singers, überträgt das Prinzip der gleichen Interessenabwägung auf Tiere und untersucht die Kriterien für den Personenbegriff im Kontext von Lebensrecht und Tötungsfragen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Zentrale Begriffe sind Peter Singer, Präferenzutilitarismus, Personalität, Speziesismus und die Abwägung von Interessen unter universalen Gesichtspunkten.

Warum unterscheidet Singer zwischen biologischen Menschen und Personen?

Singer unterscheidet diese Begriffe, da für ihn bestimmte Fähigkeiten wie Selbstbewusstsein und Vernunft notwendig sind, um moralische Ansprüche wie das Recht auf Leben zu begründen, was er von der reinen biologischen Gattungszugehörigkeit abgrenzt.

Wie bewertet die Autorin Singers These zum Speziesismus?

Die Autorin erkennt zwar die konsequente logische Struktur von Singers Argumentation an, warnt jedoch davor, dass Singer durch seine radikale Ablehnung der "Heiligkeit des Lebens" die Grundfesten gesellschaftlicher Moralvorstellungen gefährdet.

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Details

Title
Personalität und Wert des Lebens bei Peter Singer
College
University of Heidelberg  (Philosophisches Seminar)
Course
Hauptseminar: Peter Singer, Praktische Ethik
Grade
2,3
Author
Nadine Heinkel (Author)
Publication Year
2008
Pages
19
Catalog Number
V141562
ISBN (eBook)
9783640513703
ISBN (Book)
9783640512133
Language
German
Tags
Peter Singer Personenbegriff Personalität Menschenwürde Wert des Lebens Praktische Ethik Philosophie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nadine Heinkel (Author), 2008, Personalität und Wert des Lebens bei Peter Singer, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/141562
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