Ein Blockbuster ist heutzutage keine Filmkunst mehr, sondern ein selbstverständliches Produkt welches sich auf dem internationalen Markt verkaufen muss. Sie sind uns allgegenwärtig. Sie werden von den Kritikern geliebt und gehasst zugleich. Sie sind Mainstream und orientieren sich einzig und allein am Erfolg. Blockbuster sind ein Kinoerlebnis und zeigen Menschen das, was sie sehen wollen. Im Prinzip sind sie ein Produkt für den Weltmarkt geworden und lösen deshalb immer wieder Kontroversen über Kunst und Kommerz aus.
Aber es zählen nicht alle hergestellten Filme zu der “Königsklasse“ Blockbuster. Meine Hausarbeit befasst sich mit der Frage, wann ein Film ein Blockbuster ist bzw. als solcher bezeichnet wird und welche Umstände einen Blockbuster hervorbringen. Das führt zu der These: „Ein Blockbuster ist gezielt herstellbar.“
Diese Arbeit soll ein klares Bild abzeichnen auf dem die Methoden und Umstände zu erkennen sind, die zu einem Blockbuster geführt haben. Außerdem werde ich nach Definition und Eingrenzung des Begriffs “Blockbuster“ über die Geschichte das System hinter den teuersten Filmen unserer Zeit erläutern. Dazu gehört vor allem die Vermarktungsstrategie, aber auch die künstlerische Seite, die sich in dieser Arbeit nur auf den Inhalt beschränkt.
Weiter geht es mit einer kurzen Genreanalyse und den technischen Entwicklungen, die das Hollywoodkino stetig hervorbringt und zu einem immer größer werdenden Spektakel macht.
Abschließend werde ich die gewonnen Erkenntnisse und Zusammhänge noch einmal resümieren und kritisieren.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Hauptteil
2.1 Definition des Begriffs “Blockbuster“
2.2 Entstehung und Geschichte eines Erfolgskonzepts
2.3 Das neue System der Studios
2.4 Vermarktungsstrategien
2.4.1 Big Opening
2.4.2 Merchandising
2.4.3 Franchise, der Film als Marke
2.4.4 Virales Marketing
2.5 Der Inhalt eines Blockbusters
2.5.1 Ein Inhalt für die ganze Welt
2.5.2 Genres
2.5.3 Sequels und Cliffhanger
2.5.4 Technik und Innovationen
3 Resümee
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Phänomen des Blockbusters, definiert diesen Begriff in seinem filmhistorischen und ökonomischen Kontext und analysiert die Mechanismen, durch die ein Film gezielt zum kommerziellen Erfolg geführt wird.
- Methoden der Vermarktungsstrategie (Big Opening, Merchandising, virales Marketing)
- Die Rolle von Franchise-Strukturen und Markenbildung im Kino
- Die strategische Inhaltsplanung und Genre-Analyse
- Technische Innovationen und deren Bedeutung für das Blockbuster-Kino
- Wirtschaftliche Risiken und Kalkulationen der großen Filmstudios
Auszug aus dem Buch
2.4.1 Big Opening
Die Veröffentlichung eines potentiellen Blockbusters wird durch ein sehr aggres sives Marketing begleitet, so dass man schon von einer eigenen Blockbuster Strategie sprechen kann.16
Die Idee dahinter ist, dass der Kinostart der kritische Punkt des Films ist. Um es mit den Worten des Produzenten Robert Evans zu sagen, der den Start eines Films mit einem Fallschirmsprung vergleicht: „If it doesn’t open, you are dead“17
Durch ein so genanntes “Big Opening“18 wird versucht mit Starbesetzung als Be suchermagneten, berühmte Namen von Produzenten und Regisseuren als Qualitäts siegel und Major-Studionamen als Warenzeichen die Zuschauer sofort am Startwo chenende in Scharen in das Kino zu treiben (bei Erfolg wird umgangssprachlich von einem “Burner“ gesprochen). Vorzugsweise passiert dies, aufgrund der Ferien, im Sommer. Zusätzlich werden tausende Kopien in tausenden Kinos zugleich gestartet um diese Masse auch bedienen zu können.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik ein, dass Blockbuster heute primär marktorientierte Produkte sind, und stellt die These auf, dass ein Blockbuster gezielt herstellbar ist.
2 Hauptteil: Der Hauptteil beleuchtet die Definition, die Geschichte, die veränderten Studioprozesse, spezifische Vermarktungsmethoden sowie die inhaltliche und technische Konzeption erfolgreicher Filme.
2.1 Definition des Begriffs “Blockbuster“: Dieses Kapitel klärt die etymologische Herkunft des Begriffs und erläutert dessen Wandel vom militärischen Sprachgebrauch zum werbewirksamen Gütesiegel der Filmindustrie.
2.2 Entstehung und Geschichte eines Erfolgskonzepts: Es wird untersucht, wie Filme wie „Jaws“ eine neue Ära des Kinos als Event einläuteten, die sich durch spezifische Produktionsstrukturen vom klassischen Hollywood abhebt.
2.3 Das neue System der Studios: Hier wird der ökonomische Wandel beschrieben, in dem Studios dazu übergingen, Filme als hochbudgetierte, einzigartige Produkte mit weitreichenden Franchise-Potenzialen zu entwickeln.
2.4 Vermarktungsstrategien: Dieses Kapitel analysiert die strategischen Instrumente, um ein „must-see“ Event zu kreieren, von aggressivem „Big Opening“ über Merchandising bis hin zu modernen viralen Ansätzen.
2.4.1 Big Opening: Die Fokussierung liegt auf der Bedeutung eines starken Kinostarts durch massive Werbung, Starbesetzung und den gleichzeitigen Start in einer Vielzahl von Kinos.
2.4.2 Merchandising: Die Bedeutung von begleitenden Produkten wie Spielzeug oder Kleidung zur Ausweitung der wirtschaftlichen Kraft eines Filmtitels über das Kinoerlebnis hinaus wird dargelegt.
2.4.3 Franchise, der Film als Marke: Es wird erklärt, wie durch die Etablierung einer Marke über verschiedene Medien hinweg die enormen Produktionskosten refinanziert werden.
2.4.4 Virales Marketing: Dieses Kapitel zeigt auf, wie soziale Netzwerke und Mundpropaganda genutzt werden, um Hypes zu erzeugen, die schon vor dem Kinostart wirken.
2.5 Der Inhalt eines Blockbusters: Die inhaltliche Komponente wird analysiert: Welche Muster und Formeln werden genutzt, um ein weltweites Publikum anzusprechen?
2.5.1 Ein Inhalt für die ganze Welt: Diskutiert wird die Strategie, Inhalte universell und tolerant zu gestalten, um internationale Märkte optimal zu erreichen.
2.5.2 Genres: Beleuchtet wird die bewusste Mischung bewährter Genres und der Einsatz von Remakes oder Trends wie „Retro“ zur Risikominimierung.
2.5.3 Sequels und Cliffhanger: Der Fokus liegt auf der Strategie, Fortsetzungen und narrative Strukturen zur langfristigen Bindung des Publikums zu nutzen.
2.5.4 Technik und Innovationen: Es wird erläutert, wie technischer Fortschritt, insbesondere CGI, eingesetzt wird, um das Produkt für den Zuschauer spektakulärer zu gestalten.
3 Resümee: Die Arbeit schließt mit dem Fazit, dass ein Blockbuster zwar durch Budgets und Forschung berechenbarer geworden ist, der finale Erfolg aber ein unvorhersehbares Risiko bleibt.
Schlüsselwörter
Blockbuster, Filmindustrie, Hollywood, Vermarktung, Big Opening, Merchandising, Franchise, Markenbildung, Virales Marketing, Filmgeschichte, Studiossystem, Filmproduktion, Kinoerfolg, CGI, Box-Office.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit befasst sich mit der Analyse von Blockbustern als kommerzielle Produkte und untersucht, unter welchen Voraussetzungen Filme diesen Status erreichen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Arbeit behandelt die Definition des Begriffs, die Geschichte der Blockbuster-Ära, ökonomische Strategien der Filmstudios, Marketing-Methoden sowie inhaltliche und technische Erfolgsfaktoren.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, das System hinter den teuren Hollywood-Filmen zu durchleuchten und die These zu prüfen, dass ein Blockbuster gezielt und planbar herstellbar ist.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Autorin stützt sich auf eine Analyse der Filmgeschichte, theoretische Grundlagen der Hollywood-Ökonomie sowie die Auswertung von Marketingstrategien und Fallbeispielen.
Was steht im inhaltlichen Fokus des Hauptteils?
Der Hauptteil gliedert sich in die ökonomische Neuausrichtung der Studios, die spezifischen Vermarktungsinstrumente wie Merchandising und virales Marketing sowie die Analyse der inhaltlichen und technischen Gestaltung eines Blockbusters.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Blockbuster, Hollywood, Vermarktung, Franchise, Merchandising, Box-Office und Studiossystem.
Welche Rolle spielt die „Drei-Akt-Struktur“ für moderne Blockbuster?
Die Arbeit erwähnt, dass moderne Blockbuster im Gegensatz zu älteren, langen Epen konsequent der Drei-Akt-Struktur folgen, um die Aufmerksamkeit des Publikums effizient zu steuern.
Warum ist das „Big Opening“ für die Blockbuster-Strategie so kritisch?
Da der Kinostart als kritischer Punkt gilt, soll durch ein „Big Opening“ in tausenden Kinos sichergestellt werden, dass ein Film sofort hohe Einnahmen erzielt, noch bevor sich negative Kritik verbreiten kann.
Wie beeinflusst das Internet moderne Vermarktungsmethoden?
Durch virales Marketing, wie im Fall von „Cloverfield“, wird der Hype über soziale Netzwerke und gefälschte Web-Präsenzen bereits vor der Fertigstellung des Films erzeugt, um kostengünstig Aufmerksamkeit zu generieren.
Warum sind Sequels ein fester Bestandteil des Systems?
Sequels binden das Publikum langfristig an ein Produkt, erhöhen die Einnahmen und minimieren das Risiko, da ein bereits bekannter Erfolg fortgesetzt wird.
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- Matthias Starte (Author), 2009, Das Phänomen des Blockbusters, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/141585