Die vorliegende Seminararbeit beschreibt ein Konzept zur Förderung und Verbesserung der Kommunikationskompetenz und des Gesprächsverhaltens am Ende der Sekundarstufe I.
Der erste Teil der Arbeit befasst sich mit der Planung und Durchführung des Kommunikationstrainings. Ein Schwerpunkt liegt hier auf den Zielsetzungen des Trainings. Der zweite Teil der Arbeit behandelt die Auswertung und Evaluation der Fördermaßnahme, die im Hinblick auf die Leistungsfähigkeit des Konzeptes eine bedeutende Rolle einnimmt. Es geht in erster Linie darum, ein Konzept zur Ausbildung und Verbesserung der kommunikativen Handlungskompetenz zu entwickeln, um das Gesprächs- und Kommunikationsverhalten der SuS zu verbessern und somit Schwierigkeiten im unterrichtlichen Alltag vorzubeugen und zu reduzieren.
Es soll weiterhin untersucht werden, ob es möglich ist, das Gesprächsverhalten von SuS am Ende der Jahrgangsstufe 10 noch verändern bzw. schulen zu können, wenn die SuS zuvor fünf Jahre in diesem Klassenverband miteinander gelernt, gearbeitet und somit kommuniziert haben.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Rahmenbedingungen und Problematisierung
1.2 Anbindung an die Lehrerfunktionen
1.3 Zielsetzungen
2 Theoretische Grundlagen
3 Die Fördermaßnahmen
3.1 Analyse der Lerngruppe
3.2 Die Planung der Fördermaßnahme
3.3 Die Durchführung
3.3.1 Kommunizieren mit anderen: Teambildung
3.3.2 Vermittlung von Kommunikationsmodellen
3.3.3 Die SuS als Kommunikationsdetektive: Beobachtung von Gesprächsverhalten
3.3.4 Das Bildbeschreibungsspiel und das Taxispiel
3.3.5 Umformulierungstraining: Von der Du-Botschaft zur Ich-Botschaft
3.3.6 Analyse von komplexen Kommunikationssituationen
3.3.7 Argumentieren und Überzeugen: Die Fünfsatzübung
3.3.8 Kommunizieren vor anderen: Präsentieren
3.3.9 Feedback: Kontrollinstrument erfolgreichen kommunikativen Handelns
4 Auswertung und Evaluation
4.1 Ergebnisse der Evaluation
4.2 Reflexion der Fördermaßnahme(n)
5 Ausblick
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, ein didaktisches Konzept zur Verbesserung der Kommunikationskompetenz und des Gesprächsverhaltens von Schülern der Jahrgangsstufe 10 zu entwickeln, um bestehende Defizite im schulischen Alltag zu reduzieren und soziale Lernprozesse zu fördern.
- Analyse und Diagnose des spezifischen Gesprächsverhaltens in einer lebhaften Lerngruppe.
- Vermittlung theoretischer Kommunikationsmodelle (z. B. das Vier-Ohren-Modell).
- Einsatz praxisorientierter Trainingsbausteine wie Feedback-Techniken und Argumentationsstrategien.
- Evaluation des Trainingserfolgs durch Schüler- und Lehrerbefragungen.
- Reflexion der fächerübergreifenden Wirksamkeit und Nachhaltigkeit des Förderkonzepts.
Auszug aus dem Buch
3.3.5 Umformulierungstraining: Von der Du-Botschaft zur Ich-Botschaft
In Anlehnung an Schulz von Thun hat eine Aussage mehrere Seiten. So kann der Satz einer Mutter zu ihrer Tochter „Und zieh dir eine Jacke über…“ folgendermaßen analysiert werden: Der Sachinhalt dieser Aussage besagt, dass es draußen kalt ist. Der Appell ist der Befehl, eine Jacke überzuziehen. Für die Beziehungsebene bedeutet die Aussage, dass die Tochter die richtige Entscheidung nicht treffen kann. Untersucht man die Aussage unter dem Aspekt der Selbstoffenbarung, wird deutlich, dass die Mutter um die Gesundheit ihrer Tochter besorgt ist. Es wird also schnell klar, dass eine Vielzahl von Faktoren bei der Analyse zwischenmenschlicher Kommunikation eine wichtige Rolle spielt. Ähnlich verhält es sich bei der Gegenüberstellung von sogenannten Du- und Ich-Botschaften.
Die Du-Botschaft impliziert häufig eine Anschuldigung und gibt dem Empfänger das Gefühl, sich rechtfertigen oder sogar wehren zu müssen. Oftmals enthalten diese Aussagen „k.o.-Worte“ wie beispielsweise „immer“, „nie“ oder „sowieso“, die eine erfolgreiche Kommunikation beeinträchtigen. Bei der Verwendung von Du-Botschaften entstehen häufig Missverständnisse, die durch eine gezielte Umformulierung in Ich-Botschaften vermieden werden können. Ich-Aussagen haben den Vorteil, dass persönliche Gefühle und Empfindungen vermittelt werden, um dem Gesprächspartner Bedürfnisse, Wünsche oder Interessen zu signalisieren. Der Gesprächspartner bekommt Einblick in die Empfindungswelt des anderen und wird nicht zu einer Handlung aufgefordert, sondern kann selbst entscheiden, ob er etwas tun möchte oder nicht.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Beschreibt die Ausgangslage und die Notwendigkeit eines Kommunikationstrainings in einer heterogenen 10. Klasse.
2 Theoretische Grundlagen: Bietet einen Überblick über kommunikationswissenschaftliche Modelle, wie das Vier-Ohren-Modell von Schulz von Thun.
3 Die Fördermaßnahmen: Stellt das konkrete Trainingskonzept vor, inklusive Analyse der Lerngruppe und praktischer Übungen wie Teambildung, Fünfsatzübung und Feedback-Methoden.
4 Auswertung und Evaluation: Analysiert den Erfolg der Maßnahme anhand quantitativer und qualitativer Daten aus Schüler- und Lehrerbefragungen.
5 Ausblick: Reflektiert die Ergebnisse und diskutiert Möglichkeiten für eine langfristige und fächerübergreifende Implementierung des Konzepts.
Schlüsselwörter
Kommunikationskompetenz, Gesprächsverhalten, Sozialtraining, Schule, Deutschunterricht, Didaktik, Kommunikationstraining, Evaluation, Feedback, Ich-Botschaften, Gruppenarbeit, Unterrichtsqualität, Schülernähe, Sekundarstufe I, soziale Kompetenz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und Durchführung eines Kommunikationstrainings zur Verbesserung der Gesprächskultur in einer 10. Klasse.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf aktiver Gesprächsbeobachtung, dem Erlernen von Kommunikationsmodellen, Argumentationsstrategien und einer konstruktiven Feedback-Kultur.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, durch gezielte Fördermaßnahmen das kommunikative Verhalten der Schüler zu verbessern, um eine konstruktivere Lernatmosphäre zu schaffen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt einen Mix aus teilnehmender Beobachtung, einer Trainingssequenz im Unterricht und einer abschließenden Evaluation mittels Fragebögen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der Lerngruppe, die detaillierte Vorstellung der Trainingsbausteine und die Auswertung der Ergebnisse.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Kommunikationskompetenz, Ich-Botschaften, Feedback-Methoden und die Evaluation von Unterrichtsprozessen.
Warum ist das Feedback nach dem „Sandwich-Prinzip“ so wichtig für Schüler?
Es hilft, Kritik so zu verpacken, dass der Empfänger nicht in eine Abwehrhaltung geht, sondern motiviert bleibt und sich wertgeschätzt fühlt.
Welche Rolle spielt die „Fünfsatzübung“ in diesem Konzept?
Sie dient als strategisches Werkzeug, um Schülern zu helfen, ihre Anliegen strukturiert zu formulieren und andere durch fundierte Argumentation zu überzeugen.
- Quote paper
- Stefanie Udema (Author), 2009, Kommunikationskompetenz und Gesprächsverhalten in der 10. Klasse. Entwicklung von Konzept und entsprechenden Fördermaßnahmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/141589