Als langjährige Führungskraft möchte sich die Verfasserin dieser Hausarbeit mit der folgenden Forschungsfrage beschäftigen: Welche Rolle hat die Führungskraft bei Konflikten, um die Situation zu deeskalieren und eine effektive Zusammenarbeit im Team zu gewährleisten? Es stellt sich die Frage, ob es immer vorteilhaft ist, wenn die Führungskraft die Konfliktlösung übernimmt oder ob ab einem bestimmten Punkt auf adäquatere Methoden zurückgegriffen werden sollte.
Sicher ist, dass in einem Team unterschiedliche Charaktere, Wertvorstellungen und Arbeitsstile aufeinandertreffen. Daher ist es natürlich, dass es zu Konflikten kommen kann, welche das Eingreifen der Führungskraft erfordert. Zur Beantwortung der Forschungsfrage dieser Hausarbeit wird als Erstes auf die theoretischen Grundlagen zur Klärung des Begriffes Konflikt, die denkbaren Konstellationen und auf die Aufgaben einer Führungskraft in diesem Kontext eingegangen. Anschließend erfolgt die Ursachenerforschung zur Konfliktentstehung im betrieblichen Kontext, woraus der Umgang mit Konflikten abgeleitet wird. Hierbei wird im weiteren Verlauf auf die Rolle der Führungskraft Bezug genommen, um auf die empfohlenen Interventionsstrategien nach Glasl (2013) einzugehen.
Gemeinsam lässt sich erfahrungsgemäß mehr erreichen, das zeigt sich praktisch in vielen Unternehmen. Viele Aufgaben verlangen verschiedene Expertisen, Kompetenzen und Perspektiven, was eine enge Zusammenarbeit von mehreren Köpfen erfordert. Dafür werden Teams gebildet, um Aufgaben und Herausforderungen gemeinsam zu lösen, dass ein gesetztes Ziel erreicht werden kann. Im Rahmen der Teamarbeit können Mitarbeitende und Führungskräfte mit Konflikten konfrontiert werden, welche die Erreichbarkeit des gesetzten Ziels oder der Aufgabe gefährden. Daher zählt in der heutigen Zeit unter anderem Konfliktmanagement mit zu den Führungsaufgaben einer Führungskraft, denn die Führungskraft ist für die Koordination und die Leistungsfähigkeit Ihres Teams verantwortlich.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Der Konfliktbegriff
2.2 Konfliktkonstellationen bei der Teamarbeit
2.3 Konfliktursachen im betrieblichen Kontext
3. Umgang mit Konflikten
3.1 Rolle der Führungskraft bei Konflikten
3.2 Interventionsstrategie nach Glasl
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die zentrale Rolle von Führungskräften bei der Bewältigung von Teamkonflikten. Ziel ist es, auf Basis des Eskalationsmodells nach Glasl konkrete Interventionsmöglichkeiten aufzuzeigen, um die Leistungsfähigkeit und das Arbeitsklima im Team nachhaltig zu sichern.
- Rollenverständnis der Führungskraft im Konfliktmanagement
- Ursachenforschung bei betrieblichen Konflikten
- Stufenmodell der Konflikteskalation nach Friedrich Glasl
- Interventionsstrategien zur Deeskalation
- Präventive Maßnahmen zur Konfliktvermeidung
Auszug aus dem Buch
3.1 Rolle der Führungskraft bei Konflikten
Wie in der Einleitung dieser Hausarbeit schon beschrieben, ist die Führungskraft für die Leistungsfähigkeit und die Koordination Ihres Teams verantwortlich. Anhand der Leistungen des Teams, wird die Führungskraft in ihrer Rolle gemessen und bewertet. Entstehen Konflikte innerhalb des Teams, ist die Führungskraft gefordert, die richtige Vorgehensweise mit allen und für alle Beteiligten zu suchen. Nicht gelöste Konflikte wirken weiter und sind relevante Quellen für ein negatives Stresserleben. Sie tragen zu geringerer Arbeitszufriedenheit, zu geringerem Wohlbefinden, bis hin zu typischen Beschwerden und krankheitsbedingten Fehlzeiten bei (Appelberg et al., 1996, o.S.; Cooper und Marshall, 1976, o.S.; Oxenstierna et al., 2005, o.S.). Zur Lösung der Konflikte stehen der Führungskraft mehrere Rollen zur Verfügung, welche sie einnehmen und anbieten kann. Sie kann als Moderator*in, Berater*in, Vermittler*in oder auch als Entscheider*in agieren.
Für die Führungskraft gilt es, Konflikte zu erkennen, sie in ihrer Komplexität zu verstehen und sich in einer konstruktiven Art und Weise mit ihnen auseinander zu setzen (Lippmann, 2000, S. 783). Idealerweise erkennt diese bereits die Vorboten und kann bereits gezielt entgegensteuern, solange alle Beteiligten noch ruhig und sachlich über das entstandene Thema sprechen können. Ist bereits eine Kontaktvermeidung, ein Kontaktabbruch oder sogar die Austragung von öffentlichen Streitigkeiten eingetreten, sind dieses Anzeichen einer vorangeschrittenen Eskalation. Nun besteht die Rolle der Führungskraft darin diese Eskalation zu bewerten und zu intervenieren. Als Werkzeug kann sie dabei auf verschiedene Eskalationsmodelle zurückgreifen. In dieser Hausarbeit soll näher auf das Neun-Stufen-Modell nach Glasl eingegangen werden. Glasl beschreibt dabei 3 Hauptphasen Win-Win, Win-Lose und Lose-Lose, diese lassen unterschiedliche Lösungen und Möglichkeiten zur Schadensbegrenzung zu. Jede Hauptphase beinhaltet 3 Eskalationsstufen. In der ersten Stufe können die Konflikte durch alle Parteien noch auf einer sachlichen Ebene gelöst werden. Da sich alle Parteien in dieser Stufe nur gewinnen können, spricht man hier von einer Win-Win Situation.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Bedeutung von Teamarbeit heraus und definiert das Ziel der Arbeit, die Rolle der Führungskraft in Konfliktsituationen zu bestimmen.
2. Theoretische Grundlagen: Das Kapitel erläutert den Konfliktbegriff, verschiedene Teamkonstellationen und typische Ursachen für Konflikte im betrieblichen Umfeld.
3. Umgang mit Konflikten: Hier werden die Aufgaben der Führungskraft analysiert und das Eskalationsmodell sowie die Interventionsstrategien nach Glasl detailliert vorgestellt.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Relevanz der präventiven Konfliktlösung zusammen und hebt die Bedeutung einer wertschätzenden Führungskultur hervor.
Schlüsselwörter
Konfliktmanagement, Führungskraft, Teamarbeit, Glasl, Eskalationsmodell, Interventionsstrategie, Mediation, Konfliktprävention, Arbeitszufriedenheit, Betriebsklima, Konfliktdiagnose, Kommunikation, Sozialpsychologie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt Konflikte als unvermeidbaren Bestandteil moderner Teamarbeit und wie Führungskräfte diese konstruktiv bearbeiten können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit umfasst Konflikttheorien, die Rolle der Führungsperson, die Ursachenforschung im Betrieb sowie spezifische Interventionsmodelle.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Führungskräfte durch adäquate Interventionen eine Eskalation von Teamkonflikten verhindern können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung anhand von Fachliteratur und etablierten Modellen der Konfliktforschung wie dem von Friedrich Glasl.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begriffsbestimmung, die Analyse von Konfliktursachen und die praktische Anwendung von Interventionsstrategien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Hauptbegriffe sind Konfliktmanagement, Führungskompetenz, Teamentwicklung, Deeskalation und das Neun-Stufen-Modell nach Glasl.
Welche unterschiedlichen Rollen kann eine Führungskraft bei Konflikten einnehmen?
Laut der Autorin kann die Führungskraft je nach Situation als Moderatorin, Beraterin, Vermittlerin oder Entscheiderin fungieren.
Warum betont die Autorin, dass Konflikte nicht immer negativ sein müssen?
Konflikte können als Impulsgeber gesehen werden, die Diskussionen fördern, neue Blickwinkel eröffnen und notwendige Veränderungen im Team anstoßen.
- Arbeit zitieren
- Nancy Ferber (Autor:in), 2023, Konfliktmanagement als Führungsaufgabe. Welche Rolle hat die Führungskraft bei Konflikten im Team, um die Situation zu deeskalieren?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1416299