Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Drehbuch des Kinofilms "The Big Lebowski".
Es wurde 1998 von Joel und Ethan Coen geschrieben. Joel
Coen hat Regie geführt, während Ethan Coen für die Produktion zuständig war.
Der Film und auch das Drehbuch verfügen über unkonventionelle Charaktere, aber
auch die Herangehensweise ist nicht filmtypisch. Mit welchen traditionellen
Stilmitteln bricht der Film bzw. das Drehbuch?
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Inhaltsangabe
2 Genre
3 Formaler Aufbau eines Drehbuches
4 Erster Akt
4.1 Ort und Zeit
4.2 Die Einführung der Hauptfigur
4.3 Das auslösende Moment
4.4 Innere und äußere Ziele
4.5 Vorstellung anderen Figuren und ihr Einfluss auf die Handlung
5 Zweiter Akt
5.1 Widerstände und Schwierigkeiten
5.2 Innere und äußere Ziele
5.3 Entwicklung des Charakters
6 Dritter Akt
6.1 Der Höhepunkt und die Auflösung der Story
7 Unkonventionelle Elemente des Drehbuches
7.1 Charakterentwicklung
7.2 Drehbuchaufbau
8 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Drehbuch des Films "The Big Lebowski" hinsichtlich seiner Abweichungen von klassischen Erzählstrukturen und analysiert, wie unkonventionelle Charaktere die Dynamik der Handlung prägen.
- Analyse der klassischen Drei-Akte-Struktur im Vergleich zum vorliegenden Drehbuch
- Untersuchung der Charakterentwicklung (bzw. deren Fehlen) beim Protagonisten "The Dude"
- Charakterisierung der Nebenfiguren und deren Einfluss als Katalysatoren
- Bewertung der Mischform aus klassischen Motiven und unkonventionellem Storydesign
Auszug aus dem Buch
4.2 Die Einführung der Hauptfigur
„We are tracking in on a fortyish man in Bermuda shorts and sunglasses at the dairy case. He is the Dude. His rumpled look and relaxed manner suggest a man in whom casualness runs deep.“
Wir sehen den Dude Milch kaufen und diese mit einem Cheque bezahlen. „The Dude has his Ralph’s Shopper’s Club Card to one side and is making outa check to Ralph’s for sixty-nine cents.“
Die Stimme aus dem Off ergänzt unseren Eindruck und bezeichnet ihn als „possibly the laziest [man] in Los Angeles County“.
Als der Dude zu Beginn der Geschichte sein Haus betritt, erwartet ihn eine böse Überraschung, als Einbrecher ihn in seinem Haus attackieren und Geld von ihm verlangen. In Krisensituationen zeigt sich der Charakter einer Figur: Wie wird der Dude reagieren? Der Dude erklärt den Einbrechern allerdings sehr ruhig, dass eine Verwechslung vorliege. „Look, nobody calls me Lebowski. You got the wrong guy. I’m the Dude, man.“ Der Dude erscheint schnell als ein Mann der Worte, der auch in heiklen Situationen seine Prinzipien beibehält. „You see a wedding ring? Does this place look like I’m fucking married?“ In dieser Szene wird auch eine weitere Tatsache über den Dude bekannt: „The Dude pats his pockets, takes out a joint and lights it.“ Mit dieser Reaktion hat der Leser nicht gerechnet.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Vorstellung des Themas und der zentralen Fragestellung bezüglich der unkonventionellen Erzählweise des Drehbuchs.
2 Genre: Einordnung des Films als „Schwarze Komödie“ sowie als Hommage und Parodie auf den „Film noir“.
3 Formaler Aufbau eines Drehbuches: Erläuterung der klassischen Drei-Akte-Struktur (Exposition, Konfrontation, Auflösung) als theoretischer Rahmen.
4 Erster Akt: Analyse der Einführung der Charaktere, der Etablierung des Settings und des auslösenden Moments für die Geschichte.
5 Zweiter Akt: Untersuchung der steigenden Hindernisse, des dramatischen Konflikts und der Funktion der Nebenfiguren als Katalysatoren.
6 Dritter Akt: Darstellung der Auflösung der Handlungsstränge, der Aufklärung des Rätsels um den veruntreuten Betrag und des finalen Showdowns.
7 Unkonventionelle Elemente des Drehbuches: Kritische Reflexion über die Mischform des Drehbuchs, die sich nicht eindeutig in klassische Kategorien einordnen lässt.
8 Fazit: Zusammenfassende Einschätzung, warum das Drehbuch trotz seiner Abweichungen vom Archeplot durch originelle Figuren und Dialoge überzeugt.
Schlüsselwörter
The Big Lebowski, Drehbuch, Drei-Akte-Struktur, Film noir, Schwarze Komödie, Charakteranalyse, Joel und Ethan Coen, Protagonist, Storydesign, Archeplot, dramatische Konflikte, Nebenfiguren, Drehbuchaufbau, Filmanalyse, Erzähltechnik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert das Drehbuch von "The Big Lebowski" hinsichtlich seiner Erzählstruktur und der Darstellung seiner unkonventionellen Haupt- und Nebencharaktere.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf der Drei-Akte-Struktur, der Einordnung in das Genre, der Charakterentwicklung sowie dem Vergleich mit klassischen Storytelling-Prinzipien.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Es soll untersucht werden, mit welchen traditionellen Stilmitteln das Drehbuch bricht und warum es trotz dieser Abweichungen als erfolgreich und komplex eingestuft werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer filmtheoretischen Analyse unter Einbeziehung von Fachliteratur zum Drehbuchschreiben (insbesondere von Robert McKee und Christopher Keane).
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich entlang der drei Akte des Drehbuchs und untersucht detailliert Szenen, Motivationen der Charaktere und die Entwicklung der Handlung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Drehbuch, Drei-Akte-Struktur, Charakteranalyse, Schwarze Komödie, Archeplot und filmisches Storydesign.
Warum wird der Protagonist "The Dude" als passiv beschrieben?
Im Gegensatz zum klassischen Helden, der aktiv seine Ziele verfolgt, lässt sich der Dude treiben; die Ereignisse geschehen um ihn herum, anstatt durch sein eigenes Handeln initiiert zu werden.
Welche Rolle spielt Walter in der Handlung?
Walter fungiert als Katalysator und aktiver Gegenpart zum passiven Dude, indem er die Geschichte durch seine impulsiven Handlungen und Interventionen vorantreibt.
Warum wird das Drehbuch als "Mischform" bezeichnet?
Die Autorin argumentiert, dass das Drehbuch zwar klassische antagonistische Konflikte enthält, aber durch die Passivität des Helden und das Fehlen einer inneren Entwicklung nicht vollständig in das Schema des "Archeplot" passt.
Wie wird das Ende der Geschichte im Fazit bewertet?
Das Ende wird als im Grunde abgeschlossen betrachtet, wobei der Erfolg des Drehbuchs vor allem der originellen Figurenzeichnung und dem witzigen Umgang mit Klischees zugeschrieben wird.
- Quote paper
- Anke Mirja Schmitt (Author), 2009, "The Big Lebowski" - Unkonventionelle Charaktere in einem unkonventionellen Drehbuch, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/141644