Die steigende Zahl von Kindern mit Verhaltensauffälligkeiten und das immer breiter werdende Feld von Beeinträchtigungen unterschiedlicher Art im Kindes- und Jugendalter löst eine starke Nachfrage nach pädagogischen und therapeutischen Angeboten aus. Immer wieder stellt man dabei fest, welche Rollen und Hilfestellungen Tiere in unserem Leben einnehmen können. Tiere liefern nicht nur Fleisch, tragen Lasten oder leisten uns Gesellschaft, sondern sie haben auch helfende und heilende Eigenschaften. Die Fürsorge für ein Lebewesen, das Gefühl gebraucht zu werden und die nicht an Bedingungen geknüpfte Liebe des Tieres stärken vielen Menschen und machen ihnen Mut, ihr Leben wieder aktiv in die Hand zu nehmen.
Hierbei hat sich das Pferd als ein geeignetes Medium der Therapie weltweit bewiesen.
In dieser Hausarbeit werde ich nur auf den Bereich des Heilpädagogischen Reitens/ Voltigierens eingehen, da diese Therapieform auch mit Hilfe zur Erziehung verbunden wird.
Inhaltsverzeichnis
1. Erzieherische Hilfen
1.1 Begriffsbestimmung
1.2 Was können Auslöser für erzieherische Hilfen sein?
2. Heilpädagogisches Reiten/Voltigieren
2.1 Die Zielgruppe
2.2 Das Dreiersetting
2.3 Das Medium Pferd - Warum ausgerechnet das Pferd?
2.4 Ziele des Heilpädagogischen Reitens/Voltigierens
2.5 Welche Auswirkungen hat das Heilpädagogische Reiten/Voltigieren?
2.6 Gefahren und Risiken des Heilpädagogischen Reitens/Voltigierens können auch positiv und nützlich sein!
3. Verschiedene Ansätze beim Heilpädagogischem Reiten/Voltigieren
3.1 Im Galopp in die Zukunft
3.2 Körperarbeit
3.3 Heilpädagogisches Reiten/Voltigieren als Ergänzung zu anderen Therapieformen
4. Heilpädagogisches Voltigieren für Kinder mit Autismus
4.1 Abbau von Angst – Aufbau von Vertrauen
4.2 Abbau von Berührungsangst
4.3 Anpassen, Einstellen, Einlassen auf einen Partner
4.4 Wahrnehmungsförderung
4.5 Abbau von Stereotypien
4.6 Sprachanbahnung – Sprachförderung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Potenzial des heilpädagogischen Reitens und Voltigierens als therapeutische Maßnahme im Rahmen der Jugendhilfe. Dabei steht die Frage im Vordergrund, wie das Pferd als Medium genutzt werden kann, um bei Kindern und Jugendlichen mit Verhaltensauffälligkeiten oder Autismus positive Entwicklungsprozesse und soziale Kompetenzen zu fördern.
- Grundlagen der erzieherischen Hilfen nach dem SGB VIII
- Die therapeutische Dynamik im Dreiersetting (Klient-Pferd-Therapeut)
- Die Rolle des Pferdes als emotionaler Partner und Spiegel
- Spezifische Förderansätze bei Autismus-Spektrum-Störungen
- Die Bedeutung von Grenzen und Risikoerfahrungen in der Reittherapie
Auszug aus dem Buch
2.3 Das Medium Pferd - Warum ausgerechnet das Pferd?
„In der Seele des Pferdes findest du Saiten, die lange in dir nachklingen.“
„Reiten und der Umgang mit Pferden kann in idealer Weise dazu beitragen, positive Sozialisationsprozesse in Gang zu setzen und Störungen zu beheben, weil es erstens das Bedürfnis nach positiver Zuwendung befriedigt und zweitens soziale Fertigkeiten trainiert, indem es dem Kind Möglichkeiten des Kontakts und der sozialen Beteiligung verschafft.“
Bei verhaltensauffälligen Kindern/Jugendlichen eignen sich Pferde besonders als Erziehungshilfe, denn sie sind von Geburt an durch ihr differenziertes Fürsorgeverhalten sehr einfühlsam und rücksichtsvoll. Pferde haben ein ganz feines Gespür für Stimmen und Stimmungen. Sie zeigen offen ihre Angst, Ungeduld, Unruhe und reagieren sofort auf schlechte Behandlung. Dies wiederum fordert den Klienten dazu auf sich angemessen zu verhalten und zu reagieren. Der Klient muss lernen Rücksicht zu nehmen und zurück zustecken, wenn es gefordert wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Erzieherische Hilfen: Dieses Kapitel erläutert die rechtlichen Grundlagen und Ziele der erzieherischen Hilfen gemäß SGB VIII in Deutschland.
2. Heilpädagogisches Reiten/Voltigieren: Hier werden Definitionen, Zielgruppen und die zentrale Bedeutung der Beziehungsgestaltung in der therapeutischen Arbeit mit Pferden dargestellt.
3. Verschiedene Ansätze beim Heilpädagogischem Reiten/Voltigieren: Das Kapitel beleuchtet methodische Schwerpunkte wie Körperarbeit und die Funktion der Reittherapie als ergänzende Maßnahme.
4. Heilpädagogisches Voltigieren für Kinder mit Autismus: Dieser Abschnitt fokussiert sich auf den spezifischen Einsatz des Voltigierens bei autistischen Kindern und dessen Wirkung auf Angstabbau und Wahrnehmungsförderung.
Schlüsselwörter
Heilpädagogisches Reiten, Heilpädagogisches Voltigieren, Reittherapie, Erzieherische Hilfen, SGB VIII, Autismus, Beziehungsdreieck, Medium Pferd, Soziale Kompetenz, Verhaltensauffälligkeiten, Körperarbeit, Wahrnehmungsförderung, Vertrauensaufbau.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Einsatz des heilpädagogischen Reitens und Voltigierens als eine Form der Hilfe zur Erziehung für Kinder und Jugendliche mit Verhaltensauffälligkeiten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die gesetzlichen Grundlagen der Erziehungshilfe, die Wirkmechanismen des Mediums Pferd und spezifische Anwendungsgebiete bei Entwicklungsstörungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie die Interaktion mit dem Pferd therapeutische Prozesse anstoßen kann, um soziale, emotionale und personale Kompetenzen zu stärken.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Analyse von Fachkonzepten aus der Heilpädagogik und Reittherapie.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der erzieherischen Hilfen, die Analyse der therapeutischen Setting-Bedingungen und die praktische Anwendung bei autistischen Kindern.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Heilpädagogik, Reittherapie, Autismus, Erziehungshilfe und Beziehungsaufbau.
Warum wird gerade das Pferd als Medium gewählt?
Das Pferd agiert als wertfreier Partner, der durch sein rücksichtsvolles Wesen und seine klare Kommunikation neue Beziehungserfahrungen und eine bessere Selbstwahrnehmung ermöglicht.
Wie trägt das Reiten zur Arbeit mit autistischen Kindern bei?
Es dient als Brücke zur Außenwelt, fördert den Kontakt durch nonverbale Kommunikation und hilft, Ängste sowie Stereotypien durch strukturierte, motivierende Bewegungsreize abzubauen.
- Quote paper
- Susanne Meidel (Author), 2008, Heilpädagogisches Reiten und Voltigieren als eine Maßnahme zur Hilfe zur Erziehung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/141655