Die Hausarbeit trägt den Titel „Genderdiskurs im Fantasyroman 'Rubinrot‘ von Kerstin Gier“ und beschäftigt sich mit einer genderorientierten Untersuchung des Romans. Zusätzlich geht es um die Forschungsfrage, inwiefern sich genderdiskursive Aspekte in dem Fantasyroman aufzeigen lassen.
Zu Beginn der Hausarbeit soll es um eine kurze inhaltliche Hinführung zum Roman gehen, sodass ein grober Überblick über die zugrundeliegende Thematik gegeben werden kann.
Den Schwerpunkt dieser Arbeit bildet im Anschluss daran die Analyse der Figuren und des Plots unter der Berücksichtigung der Kriterien für eine genderorientierte Untersuchung in narrativen Texten. Im Hinblick auf die Figurenanalyse soll es zum einen um die Korrespondenz- und Kontrastrelationen nach Pfister gehen, zum anderen um die Konzeptualisierung von Figuren, welche anhand ausgewählter Charaktere veranschaulicht wird. Da das Figurenhandeln zwangsläufig mit der Handlung einhergeht, wird die Plotanalyse daraufhin die bis dahin gesammelten Erkenntnisse aus der Figurenanalyse vertiefen. Zudem geht es bei der Analyse des Plots um die Möglichkeiten und Grenzen weiblichen Heldentums sowie die Bestimmung des zugrundeliegenden Plotmusters. Die Figuren- und Plotanalyse sind insofern von Bedeutung und im Rahmen dieser Analysearbeit aufzugreifen, da sie für den Genderdiskurs zentral sind und anhand derer auf mögliche genderdiskursive Aspekte verwiesen werden kann.
In einem weiteren Schritt geht es darum, den Film mit dem Roman zu vergleichen und festzustellen, inwiefern es Übereinstimmungen oder auch gewisse Unterschiede bezüglich des Genderdiskurses in der Figurendarstellung gibt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Handlung des Romans
3. Analyse der Figuren und des Plots unter Berücksichtigung der Kriterien für eine genderorientierte Untersuchung in narrativen Texten
3.1 Figurenanalyse der Charaktere Gwendolyn, Charlotte, Gideon und des Grafen von Saint Germain
3.1.1 Korrespondenz- und Kontrastrelation nach Pfister
3.1.2 Konzeptualisierung von Figuren
3.2 Analyse des Plots und der Plotmuster
3.2.1 Referenzialisierbarkeit und Subjektabhängigkeit des Plots
3.2.2 Frauenzentriertes Plotmuster im Roman
4. Übereinstimmende Darstellung des Genderdiskurses in Film und Roman
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht genderdiskursive Aspekte im Fantasyroman „Rubinrot“ von Kerstin Gier und geht der Forschungsfrage nach, inwiefern sich solche Aspekte innerhalb des Textes aufzeigen lassen, insbesondere durch eine Analyse der Figurenkonstellationen und Plotmuster im Vergleich zum aktuellen Verständnis von Geschlechterrollen.
- Genderorientierte Untersuchung von Charakteren und narrativen Strukturen
- Analyse von Korrespondenz- und Kontrastrelationen nach Manfred Pfister
- Untersuchung weiblichen Heldentums und emanzipatorischer Ansätze
- Vergleichende Betrachtung des Genderdiskurses zwischen Buch und Film
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Korrespondenz- und Kontrastrelation nach Pfister
Im Hinblick auf die Korrespondenz- und Kontrastrelation lässt sich zunächst erklärend festhalten, dass es sich hierbei um eine Methode nach Pfister handelt, welche die Figur als Schnittpunkt von Gemeinsamkeiten und Unterschieden bestimmt. Dies bedeutet, dass sich die einzelne Figur erst im Rahmen des kompletten Ensembles aller Figuren definieren lässt.
Die Struktur des gesamten Figurenensembles wird somit als ein System von Korrespondenz- und Kontrastrelationen dargestellt, wobei der einzelnen Figur eine für sie bestimmte charakteristische Kombination von Differenzmerkmalen zukommt. Es wird folglich deutlich, dass sich die Charaktere vor allem in Relation und Kontrastierung zu anderen Figuren beschreiben lassen.
Diese Analysemöglichkeit war ursprünglich für die Untersuchung von Dramenfiguren gedacht, jedoch lässt sich diese Methode auch weitgehend auf narrative Texte übertragen. Aufgrund der Tatsache, dass im Roman „Rubinrot“ vor allem Gwendolyn und ihre Cousine Charlotte miteinander verglichen und in Relation zueinander gesehen werden, kann diese analytische Vorgehensweise an dieser Stelle für die weitere Auseinandersetzung fruchtbar gemacht werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Genderdiskurs-Thematik des Romans ein und definiert die methodischen Schwerpunkte sowie die Forschungsfrage der Arbeit.
2. Handlung des Romans: Dieses Kapitel bietet einen inhaltlichen Überblick über den Plot des Romans „Rubinrot“ und stellt die Hauptfiguren sowie die zentrale Mission der Zeitreisenden vor.
3. Analyse der Figuren und des Plots unter Berücksichtigung der Kriterien für eine genderorientierte Untersuchung in narrativen Texten: Dies ist das Kernkapitel der Arbeit, welches die Charaktere Gwendolyn, Charlotte, Gideon und den Grafen mittels Figurenkonzeptualisierung sowie Plot- und Rollenbildanalysen auf geschlechterspezifische Muster hin untersucht.
3.1 Figurenanalyse der Charaktere Gwendolyn, Charlotte, Gideon und des Grafen von Saint Germain: Hier wird die Figurenanalyse anhand von Pfisters Korrespondenz- und Kontrastschema sowie der rezeptionsorientierten Konzeptualisierung durchgeführt.
3.1.1 Korrespondenz- und Kontrastrelation nach Pfister: In diesem Unterpunkt liegt der Fokus auf dem direkten Vergleich von Gwendolyn und Charlotte, um Unterschiede und Gemeinsamkeiten durch die Methode nach Pfister zu analysieren.
3.1.2 Konzeptualisierung von Figuren: Dies behandelt die vier Kategorien der Figurenkonstruktion nach Schneider, angewendet auf die Hauptpersonen des Romans.
3.2 Analyse des Plots und der Plotmuster: Dieser Abschnitt vertieft die Figurenanalyse durch eine Untersuchung der Handlungsstruktur unter genderspezifischen Gesichtspunkten.
3.2.1 Referenzialisierbarkeit und Subjektabhängigkeit des Plots: Hier wird die Handlung auf Bedingungen für weibliches Heldentum und die Unterscheidung zwischen aktiven und passiven Rollenbildern geprüft.
3.2.2 Frauenzentriertes Plotmuster im Roman: Dieser Punkt ordnet den Roman in die Kategorie des Initiationsplots ein und prüft, ob er traditionelle Geschlechterrollen aufbricht.
4. Übereinstimmende Darstellung des Genderdiskurses in Film und Roman: Dieses Kapitel vergleicht die filmische Adaption mit der Buchvorlage, um Unterschiede und Gemeinsamkeiten in der Darstellung der Geschlechterrollen aufzuzeigen.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet, inwiefern der Roman als Spiegel zeitgenössischer Genderdiskurse dienen kann.
Schlüsselwörter
Genderdiskurs, Gwendolyn Shepherd, Rubinrot, Kerstin Gier, Rollenbild, Emanzipation, Figurenanalyse, Plotmuster, Manfred Pfister, Feminismus, Zeitreise, Patriachat, Identitätskonstruktion, Geschlechterdarstellung, Literaturanalyse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den Fantasyroman „Rubinrot“ unter einer genderorientierten Perspektive, um zu untersuchen, welche Geschlechterrollen und diskursiven Muster in der Erzählung präsent sind.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentral sind die Untersuchung von Figurenkonstellationen, die Analyse von Plotmustern (insbesondere weibliches Heldentum) sowie der Vergleich dieser Aspekte mit traditionellen Geschlechterbildern des 18. Jahrhunderts und modernen Vorstellungen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Arbeit geht der Frage nach, inwiefern sich genderdiskursive Aspekte in „Rubinrot“ manifestieren und ob der Roman als Vertreter emanzipatorischer Vorbilder gesehen werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Neben einer allgemeinen literaturwissenschaftlichen Analyse werden spezifische Modelle wie die Korrespondenz- und Kontrastrelation nach Manfred Pfister sowie Konzepte zur Figurencharakterisierung nach Schneider angewendet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Figurenanalyse von Gwendolyn, Charlotte, Gideon und dem Grafen von Saint Germain sowie eine Untersuchung der Handlungsmuster, um diese Kategorien auf ihre Gender-Relevanz hin zu untersuchen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Genderdiskurs, Emanzipation, Rollenbilder, Figurenkonzeptualisierung, weibliches Heldentum und der Vergleich zwischen Film und Roman.
Wie unterscheidet sich Gwendolyn von anderen Charakteren in Bezug auf den Genderdiskurs?
Gwendolyn fungiert als emanzipierte Protagonistin, die patriarchalische Strukturen und das von der Loge vorgegebene Rollenbild hinterfragt, während Charaktere wie Charlotte oder der Graf eher in traditionellen bzw. indoktrinierten Mustern verharren.
Was ist das Ergebnis des Vergleichs zwischen Roman und Film?
Der Film übernimmt im Wesentlichen die Grundkonstellation, verschärft jedoch manche Positionen durch geänderte Wortwahl und lässt den männlichen Protagonisten Gideon eine deutlich schnellere Entwicklung in Richtung eines emanzipierten Handelns durchlaufen als das Buch.
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- Franziska Jarszick (Autor:in), 2020, Genderdiskurs im Fantasyroman "Rubinrot“ von Kerstin Gier, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1416598