Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Theology - Miscellaneous

Religion und Corona. Die theologische und ethische Grundlage für die Akzeptanz von staatlichen Einschränkungen aus kirchlicher Perspektive

Title: Religion und Corona. Die theologische und ethische Grundlage für die Akzeptanz von staatlichen Einschränkungen aus kirchlicher Perspektive

Term Paper , 2023 , 19 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Anja Mittelstedt (Author)

Theology - Miscellaneous
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Obwohl die vielfältigen Aufgaben der Kirche, besonders im Bereich der Seelsorge, elementarer Bestandteil des christlichen Glaubens sind, wurde die Gesundheit des Körpers während der Coronapandemie über die der Seele gestellt. Selbst die katholische Pflicht an der sonntäglichen Eucharistiefeier teilzunehmen, ruhte für mehrere Wochen. Die Frage die dadurch aufgeworfen wird, ist, auf welchen theologischen und ethischen Grundlagen die Kirche die Einschränkungen akzeptieren konnte, beziehungsweise an welchen Punkten sie sich dagegen zur Wehr setzen musste.

In meiner Arbeit möchte ich die Wandelbarkeit zweier katholischer Rituale im Hinblick auf die Ritual Transfer Theory von Robert Langer, Dorothea Lüddeckens, Kerstin Radde und Jan Snoek untersuchen. Ich betrachte wie führende Sprecher der katholischen Kirche argumentieren um die Aussetzung der Sonntagspflicht zu begründen und wie die Einschnitte in die verschiedenen Aufgaben der Seelsorge ethisch argumentiert wurden und werden.

Die Aussetzung der Sonntagspflicht und die Verlegung des Gottesdienstes in den digitalen Raum stehen im Mittelpunkt der Arbeit, sowie die Krankensalbung als individuelles und intensives seelsorgerisches Ritual mit besonderem Infektionsrisiko.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Einschränkungen des kirchlichen Lebens zu Beginn der Pandemie

3. Reaktion und Lösungsansätze innerhalb der katholischen Kirche

3.1.Aussetzung und Digitalisierung des Sonntagsgottesdienstes

3.2.Anpassung der Krankensalbung an Pandemiebedingungen

4. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die theologische und ethische Begründung der katholischen Kirche für die Akzeptanz staatlicher Einschränkungen während der Coronapandemie. Dabei wird analysiert, wie religiöse Rituale, speziell der Sonntagsgottesdienst und die Krankensalbung, auf die veränderten Rahmenbedingungen reagiert haben und inwieweit diese Prozesse durch die Ritual Transfer Theory erklärbar sind.

  • Wandelbarkeit katholischer Rituale in Krisenzeiten
  • Ethische Begründung für die Aussetzung der Sonntagspflicht
  • Herausforderungen der digitalen Transformation von Gottesdiensten
  • Die Krankensalbung als körpergebundenes Ritual unter Pandemiebedingungen
  • Theologische Spannungsfelder zwischen physischer Anwesenheit und digitaler Ersatzmöglichkeit

Auszug aus dem Buch

3.1. Aussetzung und Digitalisierung des Sonntagsgottesdienstes

Vom 16. März 2020 bis zur „Vorläufige[n] Eröffnung der Möglichkeit, auf Antrag im Einzelfall Ausnahmen vom generellen Verbot von Gottesdiensten in Kirchen, Moscheen und Synagogen zuzulassen” des Bundesverfassungsgerichts am 29. April 2020, konnten Gottesdienste in Kirchen nicht und danach nur eingeschränkt, stattfinden. Als Reaktion wurden viele dieser Feiern in den digitalen Raum verlegt.

In einem Aufsatz von 2006 stellten Robert Langer, Dorothea Lüddeckens, Kerstin Radde und Jan Snoek die von ihnen entwickelte Ritual Transfer Theory vor. Rituale können demnach durch interne oder externe Faktoren verändert werden und bewegen sich dabei in einem Spektrum von „Invention” (Entstehung neuer Rituale) bis „Abolition” (Abschaffung des Rituals). Zwischen diesen Extremen liegen die „Modifikation” und die „Transformation”. Wobei die Entscheidung, welche der beiden Formen vorliegt, an der Erhaltung oder der Wandlung der Identität des Rituals festgemacht wird.

Die Digitalisierung des Sonntagsgottesdienstes ist der Transfer eines Rituals in ein digitales Medium als Reaktion auf eine externe Krisensituation - die Coronapandemie. Aber hat sich die Identität des Rituals dabei gewandelt? Immer wieder wurde betont, dass es sich bei der sonntäglichen Eucharistiefeier um eine zentrale Handlung der katholischen Messliturgie handelt. Diese besteht aus verschiedenen Teilen, wie zum Beispiel der Eröffnung, der Lesung der Bibeltexte, der Predigt, dem Glaubensbekenntnis und der Eucharistie selbst. Dabei wird Brot und Wein von einem Priester konsekriert und dadurch nach katholischem Verständnis in den Leib und das Blut Christi verwandelt. Die Gläubigen empfangen diese gewandelte Hostie als heilige Kommunion.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Erschütterung des gesellschaftlichen Lebens durch die Pandemie und wirft die Frage nach den theologischen und ethischen Grundlagen für kirchliche Einschränkungen auf.

2. Einschränkungen des kirchlichen Lebens zu Beginn der Pandemie: Dieses Kapitel stellt die chronologische Entwicklung der staatlichen und kirchlichen Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung dar, die schließlich zur Schließung von Kirchen und Absage von Gottesdiensten führten.

3. Reaktion und Lösungsansätze innerhalb der katholischen Kirche: Es wird die kirchliche Reaktion auf die Kontaktbeschränkungen analysiert, wobei Kritik an den Maßnahmen sowie die Suche nach Wegen zur Aufrechterhaltung des religiösen Lebens im Fokus stehen.

3.1.Aussetzung und Digitalisierung des Sonntagsgottesdienstes: Dieser Abschnitt untersucht den Transfer des Sonntagsgottesdienstes in den digitalen Raum mittels der Ritual Transfer Theory und reflektiert über die Identitätswahrung des rituellen Geschehens.

3.2.Anpassung der Krankensalbung an Pandemiebedingungen: Hier wird analysiert, wie die Krankensalbung als körpergebundenes Ritual an die Infektionsschutzmaßnahmen angepasst wurde und wo die Grenzen bei einer digitalen Übertragbarkeit liegen.

4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, wie die Kirche die Krise als Lernprozess für digitale Strukturen nutzte, während sie gleichzeitig die untrennbare Verbindung zwischen Körperlichkeit und religiöser Praxis verteidigte.

Schlüsselwörter

Coronapandemie, katholische Kirche, Sonntagspflicht, Krankensalbung, Ritual Transfer Theory, digitale Gottesdienste, Seelsorge, Liturgie, Solidarität, Infektionsschutz, Transsubstantiation, Religion, Krisenmanagement, Modifikation, Transformation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie die katholische Kirche theologisch und ethisch begründete, staatliche Beschränkungen während der Coronapandemie zu akzeptieren, und wie sie versuchte, kirchliche Rituale unter diesen neuen Bedingungen aufrechtzuerhalten.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Arbeit umfasst insbesondere die Aussetzung der Sonntagspflicht, die Digitalisierung von Gottesdiensten sowie die spezifischen praktischen und ethischen Herausforderungen bei der Durchführung der Krankensalbung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu ergründen, welche Anpassungen an den Ritualen vorgenommen wurden, ob diese mit der Ritual Transfer Theory zu erklären sind und wie das Infektionsrisiko und die Notwendigkeit der Rituale ethisch gegeneinander abgewogen wurden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Analyse von offiziellen kirchlichen Dokumenten, Online-Veröffentlichungen der Bischofskonferenz und Bistümer sowie der Anwendung der Ritual Transfer Theory nach Langer, Lüddeckens, Radde und Snoek.

Was wird im Hauptteil detailliert beleuchtet?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der anfänglichen Einschränkungen, die Diskussion um digitale versus physische Gottesdienstformen sowie die Analyse der Krankensalbung als ein an die physische Präsenz gebundenes Sakrament.

Welche Keywords charakterisieren die Arbeit?

Die wesentlichen Begriffe umfassen Coronapandemie, Ritual Transfer Theory, katholische Liturgie, digitale Seelsorge sowie ethische Begründung religiöser Handlungen.

Wie wurde die Krankensalbung während der Pandemie angepasst?

Für die Krankensalbung wurden hygienische Maßnahmen wie Einweghandschuhe, Händedesinfektion und das Verzichten auf direkte Berührung des Kopfes eingeführt, um das Sakrament trotz Infektionsrisiken physisch durchzuführen.

Warum konnte die Krankensalbung nicht einfach digitalisiert werden?

Im Gegensatz zum Gottesdienst erfordert die Krankensalbung nach katholischem Verständnis eine unmittelbare körperliche Präsenz des Priesters und des Empfängers, da die Gnade in der Handlung selbst, dem Vollzug des Rituals, geschieht.

Excerpt out of 19 pages  - scroll top

Details

Title
Religion und Corona. Die theologische und ethische Grundlage für die Akzeptanz von staatlichen Einschränkungen aus kirchlicher Perspektive
College
University of Potsdam  (Institut für Lebensgestaltung-Ethik-Religionskunde)
Course
Religionen in Zeiten der Corona-Krise
Grade
1,0
Author
Anja Mittelstedt (Author)
Publication Year
2023
Pages
19
Catalog Number
V1417063
ISBN (PDF)
9783346968692
ISBN (Book)
9783346968708
Language
German
Tags
Corona katholisch evangelisch Christentum Sonntagspflicht Seelsorge Krankensalbung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anja Mittelstedt (Author), 2023, Religion und Corona. Die theologische und ethische Grundlage für die Akzeptanz von staatlichen Einschränkungen aus kirchlicher Perspektive, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1417063
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  19  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint