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Macht und Moral in "Gespenster" von Henrik Ibsen. Geschlechterrollen und Moralität im Fokus einer Dramenanalyse

Henrik Ibsens "Gengångare"

Title: Macht und Moral in "Gespenster" von Henrik Ibsen. Geschlechterrollen und Moralität im Fokus einer Dramenanalyse

Bachelor Thesis , 2021 , 43 Pages , Grade: 2,1

Autor:in: Anonym (Author)

Literature - Scandinavia and Iceland
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Summary Excerpt Details

Diese Arbeit widmet sich der Analyse von Henrik Ibsens Drama "Gespenster" aus dem Jahr 1881. Im Mittelpunkt steht die kritische Betrachtung der Konstruktion von Geschlechterrollen und Moralität, insbesondere im Kontext der Frauenfiguren des Dramas. Kernthemen der Handlung sind die Aushandlung gesellschaftsspezifischer Aspekte, moralische Normen und die damit verbundenen Geschlechterrollen, Erwartungen und Praktiken. Die vorliegende Arbeit schafft ein Verständnis für die im Drama präsentierten Machtverhältnisse, die Konstruktion von Geschlechterrollen und die diskursive Produktion von Moralität im Spannungsfeld zwischen den unterschiedlichen Perspektiven der Figuren.

Die Hypothese dieser Arbeit besagt, dass nicht nur eine diskursive Produktion des Moralkonzeptes im Drama stattfindet, sondern parallel auch eine Aushandlung der Geschlechterrollen. Diese Prozesse prägen die Machtverhältnisse innerhalb der Figurenkonstellation. Die Forschungsziele umfassen die Beleuchtung der Konstruktion von Geschlechterrollen und Moralität bezüglich der Frauenfiguren in "Gespenster". Die Dramenanalyse soll die prägenden Charakteristika der Frauenfiguren und deren Position innerhalb des drameninternen Charaktergefüges ermitteln.

Die Figuren im Drama sind Träger unterschiedlicher moralischer Perspektiven, wobei der Pastor Manders eine religiös geprägte Sichtweise vertritt, während Frau Alvings Ansicht auf individualistischem Bestreben basiert. Der Konflikt zwischen diesen Positionen wird exemplarisch anhand der Aushandlung des moralischen Zusammenlebens verdeutlicht. Manders beschuldigt Frau Alving des Verbrechens gegen Ehemann und Sohn, da ihr eigeninteressiertes Handeln nicht nur gegen soziale Konventionen verstößt, sondern auch als Verletzung der Pflichten einer Ehefrau und Mutter interpretiert wird.

Besonders signifikant ist die geschlechterspezifische Diskrepanz bezüglich des Moralitätskonzeptes im Drama. Manders stigmatisiert sexuelle Verhältnisse außerhalb der Ehe als widersprüchlich zur gesellschaftlichen Ordnung, sexualisiert jedoch Regine durch seine Bemerkungen. Die Stigmatisierung von Johannes als "gefallene Frau" resultiert aus ihrer sexuellen Beziehung zum Kammerherren Alving. Diese diskrepanten moralischen Maßstäbe sind konstitutiv für die Konstruktion der weiblichen Geschlechterrolle im Drama.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Informationen zum Autoren

3. Zusammenfassung des Dramas

4. Charakteranalyse

4.1 Johanne

4.2 Regine

4.3 Frau Alving

5. Macht und Diskurs nach Michel Foucault

5.1 Macht

5.2 Diskurs

6. Produktion von Macht und Diskurs im Rahmen des Dramas

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Henrik Ibsens Familiendrama "Gespenster" unter Anwendung der macht- und diskurstheoretischen Ansätze von Michel Foucault, um die Konstruktion von Machtverhältnissen, Moralvorstellungen und Geschlechterrollen innerhalb der Figurenkonstellation zu analysieren.

  • Analyse der zentralen Frauenfiguren sowie deren soziale Positionierung im Drama.
  • Untersuchung der moralischen Konzepte und deren Aushandlung zwischen den Protagonisten.
  • Anwendung der Konzepte "Macht" und "Diskurs" nach Michel Foucault auf die literarische Vorlage.
  • Reflexion über die Produktion und Zirkulation von Wissen und dessen Auswirkung auf das Handeln und die Identität der Charaktere.
  • Kritische Beleuchtung gesellschaftskritischer Aspekte wie Inzest, Dysfunktionalität und Geschlechterdiskrepanzen.

Auszug aus dem Buch

Die Stigmatisierung der Frau im Diskurs

Des Weiteren wird erneut auf den Aspekt der Bevormundung Regines druch eingegangen: so versucht Manders Frau Alving von einer Rückkehr Regines zu Engstrand zu überzeugen.Anhand der Aussage „Jeg har taget Regine til mig, og hos mig blir hun.“ (Ibsen 1881:21) wird dieser Ansicht jedoch widersprochen.

Von besonderer Relevanz ist hier der finalistische Charakter der Aussage: Frau Alving befürwortet weder die Rückkehr Regines zu Engstrand wird aber impliziert, dass die Anstellung Regines im Asyl als einzig richtige Option erachtet.

Osvalds erstes Auftreten ist von Implikationen des Vergangenen gekennzeichnet: so stellt Manders eine überraschende Ähnlichkeit zum verstorbenen Kammerherren – Osvalds Vater – fest,während Frau Alving dieser Ansicht ausdrücklich widerspricht. Somit wird also ihr Bestreben, Osvald vom Vater zu entfremden, illustriert.

Osvalds Schilderungen bezüglich des Lebens in Paris fungieren erneut als Illustration des für das Drama zentralen Aspekt der Moralität. So verstößt das Konzept des Zusammenlebens außerhalb ehelicher Verhältnisse gegen das von Manders postulierte Konzept der Moralität. Der Ausruf „Det er altså om ulovlige forhold, De taler!“ (Ibsen 1881:25) – und im Besonderen die Verwendung des Adjektives ulovlig betont an dieser Stelle, dass außereheliche Beziehungen als Verstoß gegen bestehende soziale Konventionen, und somit als unmoralisch ausgelegt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Familiendrama "Gespenster" ein und erläutert die Relevanz von Moralität und Geschlechterrollen sowie die Forschungs- und Hypothesenbildung der Arbeit.

2. Informationen zum Autoren: Hier wird der Werdegang von Henrik Ibsen skizziert, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf seiner Abkehr von der Theatertradition und seinem Beitrag zur Strömung der Moderne liegt.

3. Zusammenfassung des Dramas: Dieses Kapitel liefert eine inhaltliche Übersicht des Dramas von 1881, inklusive der zentralen Themen, des zeitlichen Rahmens und der maßgeblichen Figurenkonstellation.

4. Charakteranalyse: Dieser Abschnitt widmet sich der detaillierten Untersuchung der Figuren Johanne, Regine und Frau Alving im Hinblick auf deren Rolle, Status und Interaktionen.

5. Macht und Diskurs nach Michel Foucault: Kapitel fünf erläutert die theoretischen Grundlagen der Machtanalytik und des Diskursbegriffs nach Foucault, welche die methodische Basis der Analyse bilden.

6. Produktion von Macht und Diskurs im Rahmen des Dramas: Hier erfolgt die konkrete Anwendung der foucaultschen Theorie auf die Handlung von "Gespenster", um die Konstruktion von Moral und Geschlechterrollen zu durchleuchten.

7. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Analyse zusammen und reflektiert die Übertragbarkeit der theoretischen Konzepte auf das Drama sowie zukünftigen Forschungsbedarf.

Schlüsselwörter

Henrik Ibsen, Gespenster, Michel Foucault, Macht, Diskurs, Moralität, Geschlechterrollen, Frauenfiguren, Dramenanalyse, Sozialkritik, Wissen, Widerstand, Subjektivierung, Identität, Macht-Wissen-Komplex.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Bachelorarbeit untersucht das 1881 erschienene Familiendrama "Gespenster" von Henrik Ibsen aus einer macht- und diskurstheoretischen Perspektive.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themenfelder umfassen Moralvorstellungen, die Rolle der Geschlechter, gesellschaftliche Normen, Machtstrukturen und deren Einfluss auf die Konstruktion individueller Identitäten.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit analysiert, wie im Rahmen des Dramas Machtverhältnisse und Geschlechterrollen durch die Produktion und Aushandlung von moralischen Diskursen konstituiert werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine Dramenanalyse, bei der die erhobenen Aspekte unter Anwendung der Macht- und Diskursbegriffe von Michel Foucault interpretiert werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die Charaktere analysiert, gefolgt von einer theoretischen Einführung in Foucaults Konzepte, um schließlich die Produktion von Macht und Diskurs innerhalb des Dramas kritisch zu untersuchen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Ibsen, Macht, Diskurs, Moralität, Geschlechterrollen, Subjektivierung und Foucault.

Wie trägt die Moralvorstellung von Pastor Manders zum Konflikt bei?

Manders fungiert als Repräsentant einer christlich-moralischen Pflichtethik, die im starken Kontrast zum individuellen Streben von Frau Alving steht und die soziale Ausgrenzung bestimmter Figuren fördert.

Welche Bedeutung kommt dem Diskursbegriff im Kontext von Frau Alving zu?

Frau Alving nutzt den Diskurs und das Erlangen von Wissen, etwa über die Untreue ihres Ehemannes, als Instrument, um ihre Position innerhalb der bourgeoiden Familienstruktur zu hinterfragen und sich von traditionellen Normen zu befreien.

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Details

Title
Macht und Moral in "Gespenster" von Henrik Ibsen. Geschlechterrollen und Moralität im Fokus einer Dramenanalyse
Subtitle
Henrik Ibsens "Gengångare"
College
Humboldt-University of Berlin  (Nordeuropa -Institut)
Grade
2,1
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2021
Pages
43
Catalog Number
V1417278
ISBN (PDF)
9783346968166
ISBN (Book)
9783346968173
Language
German
Tags
Gespenster Henrik Ibsen Geschlechterrollen Frauenfiguren Foucault Macht Feminismus Moralität
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2021, Macht und Moral in "Gespenster" von Henrik Ibsen. Geschlechterrollen und Moralität im Fokus einer Dramenanalyse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1417278
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