Der Begriff der Freiheit bei Thomas Hobbes


Hausarbeit, 2009

14 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Erklärung des negativen und positiven Freiheitsbegriffes

3. Thomas Hobbes
3.1 Der Naturzustand nach Hobbes
3.2 Die natürlichen Rechte und Gesetze
3.3 Der Leviathan als Überwindung des Naturzustandes
3.4 Gibt es negative und positive Freiheit im Leviathan?

4. Konklusion

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Seit Jahrhunderten beschäftigt sich die Menschheit mit dem Begriff der Freiheit. Bereits im 6. Jahrhundert vor Christus entwickelte sich in Griechenland parallel zur Polis und zum Politikbegriff der Begriff der politischen Freiheit (vgl. Greven 2007: 159). Die Polis von Athen konstituierte sich damals zunehmend als Bürgerschaft von Freien – was zunächst den Adel und die Bauern betraf – welche sich selbst Gesetze gaben (vgl. Greven 2007: 159). Die politische Freiheit blieb jedoch auf das öffentliche Leben beschränkt und stellte lediglich ein Privileg der männlichen und besitzenden Vollbürger dar (vgl. Greven 2007: 160).

Demnach hat der Freiheitsbegriff eine lange Tradition in der abendländischen Philosophie, weshalb es sinnvoll erscheint, einen der bekanntesten Autoren der Neuzeit dahingehend näher zu betrachten. In dieser Abhandlung soll deshalb der englische Philosoph Thomas Hobbes hinsichtlich der von ihm verwendeten Freiheitskonzeption untersucht werden. Die zugrunde liegende Arbeitshypothese unterstellt Hobbes die Kennzeichnung eines überwiegend negativen Freiheitsbegriffes, wobei die Existenz eines Momentes der positiven Freiheit vermutet wird. Um das Thema „Der Begriff der Freiheit bei Thomas Hobbes“ möglichst genau zu bearbeiten, sollen im zweiten Kapitel die Begriffe negative und positive Freiheit eine Erklärung und Definition erhalten, wobei vor allem die Unterscheidung von Isaiah Berlin (1958) berücksichtigt wird. Als Grundlage für diese Unterscheidung wird eine Abhandlung von Ian Carter (2007) verwendet.

Im anschließenden dritten Kapitel wird dann der Naturzustand nach Hobbes, unter der Frage, ob Freiheit im selbigen vorhanden sei, untersucht. Dabei wird besonderer Fokus auf das Individuum und das Naturrecht sowie das Naturgesetz gelegt. Im Anschluss daran wird der Vertragsschluss und die Bildung des Leviathan zur Überwindung des Naturzustandes näher betrachtet. Abschließend wird in diesem Kapitel geklärt, ob und in welchem Umfang Freiheit im vom Menschen geschaffenen Leviathan herrscht. Im abschließenden Kapitel vier erfolgt eine Zusammenfassung der Ergebnisse dieser Abhandlung unter Bezugnahme auf die eingangs formulierte Hypothese.

2. Erklärung des negativen und positiven Freiheitsbegriffes

Die Idee zwischen negativer und positiver Freiheit zu unterscheiden geht bis auf den deutschen Philosophen Immanuel Kant zurück (vgl. Carter 2007). In den 50er und 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts untersuchte Isaiah Berlin (1958) diese Unterscheidung besonders tiefgründig und ausführlich (vgl. Carter 2007), weshalb dessen Ideen, welche unter anderem von Ian Carter (2007) interpretiert wurden, als Grundlage für die gesamte Abhandlung genutzt werden sollen.

Allgemein bedeutet negative Freiheit die Abwesenheit von Barrieren oder Einschränkungen, wonach jemand dann negativ frei ist, wenn Handlungen für ihn erreichbar sind (vgl. Carter 2007). Positive Freiheit hingegen meint die Möglichkeit in der Weise zu handeln, dass jemand die Kontrolle über sein eigenes Leben hat und eigene fundamentale Absichten realisieren kann (vgl. Carter 2007).

Zur besseren Unterscheidung der beiden Freiheitstypen ist es sinnvoll, zwischen verschiedenen Faktoren zu unterscheiden, welche das Handeln der Menschen beeinflussen (vgl. Carter 2007). Somit befassen sich Theoretiker der negativen Freiheit oft mit der Analyse von äußeren Faktoren, welche das Handeln von außen beeinflussen, wohingegen Anhänger der positiven Freiheitstheorie sich eher mit inneren Faktoren, welche Menschen autonom handeln lassen, beschäftigen (vgl. Carter 2007). Zur Verdeutlichung dieser Unterscheidungskriterien bietet sich ein einfaches Beispiel an:

Man stelle sich vor eine Person fährt quer durch eine Stadt, bis sie an eine Gabelung gelangt, an welcher sie zunächst links abbiegt (vgl. Carter 2007). Als nächstes gelangt diese Person an eine Kreuzung, an welcher sie rechts abbiegt (vgl. Carter 2007). Während dieser Fahrt gab es keinen Verkehr, keine Ampeln, keine Verkehrsschilder oder andere äußere Faktoren, welche das Handeln des Fahrers hätten beeinflussen können (vgl. Carter 2007). Demnach wäre der Fahrer in diesem Beispiel vollkommen frei (vgl. Carter 2007).

Allerdings würde sich das Bild komplett ändern, wenn man sich vorstelle, der Fahrer würde die oben beschriebene Fahrt aufgrund einer Abhängigkeit von Zigaretten durchführen (vgl. Carter 2007). In diesem Fall wäre der Fahrer von seiner Abhängigkeit vom Tabak getrieben, weshalb er in diesem Beispiel unfrei wäre, da es sich nicht um eine innere Selbstentschlossenheit oder „self-determination“ (Carter 2007) handelt. Der Fahrer wäre somit nicht länger Herr über seine Handlungen und verliert die Kontrolle über seine Autonomie, da er nur aufgrund seiner Abhängigkeit handelt (vgl. Carter 2007).

An diesem Beispiel wird also deutlich, dass negative Freiheit oft mit der Abwesenheit von etwas verbunden ist, wohingegen die positive Freiheit oft mit der Anwesenheit von etwas (zum Beispiel Selbstrealisierung oder Selbstentschlossenheit) in naher Verbindung steht (vgl. Carter 2007). Somit lässt sich auch erklären, warum der Liberalismus oft auf die Idee der negativen Freiheit zurückgreift (vgl. Carter 2007). Im Liberalismus leben die Menschen dann frei, wenn der Staat so wenig wie nötig in die Belange und das Leben seiner Bürger eingreift (vgl. Carter 2007). Demnach ist also die Theorie des negativen Freiheitsbegriffes oft ein Attribut individueller Akteure, wohingegen die Theorie der positiven Freiheit oft mit kollektiven Akteuren oder Individuen, welche sich über ihre Mitgliedschaft zu einem Kollektiv bewusst sind, in Verbindung gebracht wird (vgl. Carter 2007). Somit wären Menschen dann positiv frei, wenn sie sich einerseits ihrer Kollektivität bewusst sind und andererseits aufgrund ihrer inneren Selbstentschlossenheit autonom Handeln und deshalb am politischen Prozess teilhaben (vgl. Carter 2007).

Also wäre der Fahrer von oben dann positiv frei, wenn er die Fahrt nicht aufgrund seiner Abhängigkeit von Zigaretten durchführen würde, sondern wenn er aus innerer Selbstentschlossenheit und aus dem Bewusstsein heraus Mitglied einer Gesellschaft zu sein zu seinem Wahllokal fahren würde, um an den Wahlen zum 17. Deutschen Bundestag am 27. September 2009 teilzunehmen.

3. Thomas Hobbes

3.1 Der Naturzustand nach Hobbes

Für Hobbes sind die Menschen im Naturzustand nahezu alle gleich (vgl. Hobbes 2007: 113). Allerdings kann es vorkommen, dass Einige in physischer Hinsicht begabter oder stärker sind als andere (vgl. Hobbes 2007: 113). Dieser Unterschied kann jedoch durch List und Zusammenschluss ausgeglichen werden, weshalb Hobbes von einer physischen Gleichheit der Menschen spricht (vgl. Hobbes 2007: 113). Laut Hobbes sind die Menschen, was die geistigen Fertigkeiten anbelangt noch gleicher, da alles Nachdenken auf Erfahrungen basiert, welche jeder zu gegebener Zeit sammeln kann (vgl. Hobbes 2007: 113). Ausgenommen davon sind nur der „künstliche Gebrauch der Sprache“ (Hobbes 2007: 113) und die „allgemeinen Wissenschaften“ (Hobbes 2007: 113), da diese beiden Fertigkeiten nicht angeboren sind und auch nicht über das Sammeln von Erfahrungen erlangt werden können (vgl. Hobbes 2007: 113). Demnach sind diese beiden Bereiche nur wenigen vorbehalten (vgl. Hobbes 2007: 113).

[...]

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Der Begriff der Freiheit bei Thomas Hobbes
Hochschule
Universität Potsdam  (Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät)
Veranstaltung
Proseminar Politische Theorie und Ideengeschichte
Note
1,3
Autor
Jahr
2009
Seiten
14
Katalognummer
V141736
ISBN (eBook)
9783640542284
ISBN (Buch)
9783640542574
Dateigröße
480 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kunz, Mathias Kunz, Thomas Hobbes, Freiheit, Begriff der Freiheit, Hobbes, Thomas, Philosophia, Leviathan, Rousseau
Arbeit zitieren
Mathias Kunz (Autor), 2009, Der Begriff der Freiheit bei Thomas Hobbes, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/141736

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