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Kindliche Trauerprozesse. Professionelle Unterstützung unter Berücksichtigung religionspädagogischer und resilienztheoretischer Überlegungen

Titel: Kindliche Trauerprozesse. Professionelle Unterstützung unter Berücksichtigung religionspädagogischer und resilienztheoretischer Überlegungen

Bachelorarbeit , 2019 , 55 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Leoni Hauff (Autor:in)

Pädagogik - Pädagogische Psychologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Bachelorarbeit gibt zunächst eine Einführung in die heutige Sterbekultur, definiert den Begriff der Trauer und stellt 3 Modelle von Trauerphasen dar. Anknüpfend daran werden Auswirkungen des Bindungspersonverlustes für kleine Kinder durch John Bowlbys Bindungstheorie veranschaulicht. Die vier Stadien der Denkentwicklung nach Jean Piaget, geben außerdem einen Einblick in kindliche Todeskonzepte. Es werden folgende Fragen behandelt: "Was bedeutet Trauerarbeit und wie sieht sie bei Kindern aus?" und "Sind Kinder überhaupt zu Trauer fähig?"

Zusätzlich wird auf Ausdrucksformen kindlicher Trauer und mögliche Einflussfaktoren eingegangen. Es werden außerdem Reaktionen von Kindern verschiedener Alters- und Entwicklungsstufen auf den Tod ihrer Bindungsperson dargestellt. Die Bachelorarbeit beschreibt anschließend, was Kinder in Bezug auf Tod, Verlust und Trauer stärkt (Resilienz). In diesem Zuge wird auf Rituale, Religion und kindliche Fragen zum Tod eingegangen. Abschließend geht es darum, wie Trauer in Kindertageseinrichtungen pädagogisch begleitet oder durch Trauer- und Sterbebegleitung professionell unterstützt werden kann.

Der Tod stellt eine starke, emotionale Erfahrung und Belastung dar. Parkes beschreibt die Erfahrung von Tod sogar als stärksten Stress überhaupt, welchen ein Mensch erleiden kann. Von Beginn an, werden Kinder mit Trennung, Abschied, Sterben, Tod und Trauer konfrontiert. Bereits bei der Geburt muss sich das Kind vom schützenden Bauch der Mutter trennen. Daran kommt letztendlich kein Mensch vorbei, sie gehören zum Leben dazu.

Das Thema kindliche Trauer hat mich bereits zu Beginn meines Studiums interessiert. Aus meiner Sicht wurde das Thema in Seminaren und Vorlesungen jedoch zu kurz behandelt. Die Themenwahl hat für mich des Weiteren einen persönlichen Grund. Mein zukünftiger Schwiegervater starb im November 2017 ganz plötzlich. Das war ein großer Schock und der erste Todesfall, den ich bewusst und hautnah erlebt habe. Dadurch habe ich mich schlussendlich für das Thema der kindlichen Trauerprozesse entschieden.

Für Kinder ist die Bewältigung des Todes einer geliebten Person besonders schwierig. Sie befinden sich mitten in der Entwicklung. Ihre Persönlichkeit ist noch nicht gefestigt. Aus diesem Grund benötigen sie die Unterstützung Erwachsener, die ihren Trauerprozess behutsam begleiten. Kinder widmen sich Tod und Trauer auf selbstverständliche Weise. Sie sind neugierig, stellen Fragen und sind sogar fasziniert davon.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Sterbekultur heute

3. Definition Trauer

4. Verschiedene Konzepte der Trauerphasen

4.1 Trauerphasen- Modell nach John Bowlby

4.2 Trauerphasen nach Verena Kast

4.3 Traueraufgaben nach James William Worden

5. Bindungstheorie nach John Bowlby

6. Kognitive Entwicklung nach Jean Piaget

7. Todeskonzepte von Kindern

8. Trauerarbeit

9. Die kindliche Fähigkeit zur Trauer

9.1 Ausdrucksformen kindlicher Trauer

9.2 Einflussfaktoren auf die kindliche Trauer

9.3 Kindertrauer und Erwachsenentrauer

10. Tod einer Bindungsperson

10.1 Reaktionen von Kindern unterschiedlichen Alters auf den Tod einer Bindungsperson

10.2 Tod des Geschwisterkindes

10.3 Komplizierte Trauer

11. Resilienz

11.1 Merkmale kindlicher Resilienz

11.2 Was stärkt Kinder in Bezug auf Verlust, Tod und Trauer

11.2.1 Rituale

11.2.2 Religion

11.2.3 Rechte für trauernde Kinder und Jugendliche

11.3 Kinder fragen nach Sterben, Tod und Trauer

11.4 Resilienz in Bezug auf Trauer in Kindertageseinrichtungen

12. Kindliche Trauer pädagogisch unterstützen

13. Professionelle Unterstützung trauernder Kinder durch Trauer- und Sterbebegleitung

14. Fazit

Zielsetzung & Forschungsthemen

Die vorliegende Arbeit untersucht, wie sich Trauerprozesse bei Kindern äußern, welche Faktoren Kinder in solchen Phasen stärken und wie Pädagogen durch resilienztheoretische sowie religionspädagogische Ansätze eine professionelle Unterstützung leisten können.

  • Methoden der Trauerphasen-Modelle und deren Anwendung bei Kindern
  • Die Bedeutung von Bindungstheorie und kognitiver Entwicklung im Trauerprozess
  • Einflussfaktoren auf die kindliche Trauerfähigkeit und Ausdrucksformen
  • Die Rolle von Resilienzschutzfaktoren wie Ritualen und Religion
  • Pädagogische Handlungsmöglichkeiten in Kindertageseinrichtungen

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

Der Tod stellt eine starke, emotionale Erfahrung und Belastung dar. Parkes (1978) beschreibt die Erfahrung von Tod sogar als stärksten Stress überhaupt, welchen ein Mensch erleiden kann (vgl. Kast 1982, S. 74). Von Beginn an, werden Kinder mit Trennung, Abschied, Sterben, Tod und Trauer konfrontiert. Bereits bei der Geburt muss sich das Kind vom schützenden Bauch der Mutter trennen. Daran kommt letztendlich kein Mensch vorbei, sie gehören zum Leben dazu (vgl. Butt 2013, S. 55).

Das Thema kindliche Trauer hat mich bereits zu Beginn meines Studiums interessiert. Aus meiner Sicht wurde das Thema in Seminaren und Vorlesungen jedoch zu kurz behandelt. Die Themenwahl hat für mich des Weiteren einen persönlichen Grund. Mein zukünftiger Schwiegervater starb im November 2017 ganz plötzlich. Das war ein großer Schock und der erste Todesfall, den ich bewusst und hautnah erlebt habe. Dadurch habe ich mich schlussendlich für das Thema der kindlichen Trauerprozesse entschieden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die emotionale Schwere des Themas Tod dar und begründet die persönliche sowie fachliche Motivation der Autorin für die Untersuchung kindlicher Trauerprozesse.

2. Sterbekultur heute: Das Kapitel beleuchtet die Institutionalisierung des Sterbens und wie die gesellschaftliche Tabuisierung des Todes den Zugang von Kindern zu realen Erfahrungen erschwert.

3. Definition Trauer: Hier wird Trauer als natürliche und gesunde Reaktion auf Trennungserfahrungen definiert, die nicht zwangsläufig auf den Tod beschränkt bleibt.

4. Verschiedene Konzepte der Trauerphasen: Es werden unterschiedliche Modelle der Trauerphasen (Bowlby, Kast, Worden) analysiert, um Anhaltspunkte für das Verständnis kindlicher Trauerprozesse zu gewinnen.

5. Bindungstheorie nach John Bowlby: Dieses Kapitel erläutert die Bedeutung emotionaler Bindungsbänder für das kindliche Sicherheitsgefühl und deren Einfluss auf die Reaktion bei Verlusten.

6. Kognitive Entwicklung nach Jean Piaget: Basierend auf Piagets Stufenmodell wird dargelegt, wie die kognitive Reife die Todeskonzepte von Kindern maßgeblich beeinflusst.

7. Todeskonzepte von Kindern: Fokus liegt hier auf den altersabhängigen Vorstellungen von Kindern zum Tod und dessen Kennzeichen wie Irreversibilität und Universalität.

8. Trauerarbeit: Das Kapitel beschreibt Trauerarbeit als aktiven, langfristigen Prozess der Schmerzbewältigung und betont die Wichtigkeit ehrlicher Kommunikation.

9. Die kindliche Fähigkeit zur Trauer: Hier wird diskutiert, ob und ab wann Kinder grundsätzlich zur Trauer fähig sind, wobei unterschiedliche Fachmeinungen gegenübergestellt werden.

10. Tod einer Bindungsperson: Fokus liegt auf den spezifischen Reaktionen von Kindern auf den Tod naher Bezugspersonen, inklusive der Problematik von Geschwisterverlusten.

11. Resilienz: Dieses zentrale Kapitel definiert Resilienz und untersucht Schutzfaktoren wie Rituale, Religion und Kinderrechte zur Stärkung in Krisenzeiten.

12. Kindliche Trauer pädagogisch unterstützen: Pädagogen erhalten praktische Empfehlungen für den Umgang mit trauernden Kindern und deren Integration in die Kindergruppe.

13. Professionelle Unterstützung trauernder Kinder durch Trauer- und Sterbebegleitung: Abschließend werden die Grenzen pädagogischer Arbeit aufgezeigt und die Bedeutung spezialisierter Hilfsangebote diskutiert.

14. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit eines angstfreien Umgangs mit Tod und Trauer bereits in frühen Bildungsphasen.

Schlüsselwörter

Kindliche Trauer, Trauerprozess, Resilienz, Bindungstheorie, Todeskonzepte, Rituale, Pädagogik, Kindertageseinrichtung, Verlustbewältigung, Kindheit, Angehörige, Todesverständnis, Schutzfaktoren, Sterbebegleitung, Professionelle Betreuung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Bachelorarbeit behandelt die professionelle Unterstützung von Kindern in Trauerprozessen, insbesondere unter Einbeziehung von Resilienzkonzepten und religionspädagogischen Überlegungen.

Welche Themenfelder sind zentral?

Zentral sind die kindliche Trauerfähigkeit, die altersabhängige kognitive Entwicklung in Bezug auf das Todeskonzept sowie die Rolle von Schutzfaktoren und pädagogischen Begleitungsstrategien.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es darzustellen, wie Trauer bei Kindern wahrgenommen werden kann und welche professionelle oder resilienzfördernde Unterstützung durch Pädagogen hilfreich ist, um einen gesunden Trauerverlauf zu fördern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender psychologischer und pädagogischer Theorien zur kindlichen Trauer.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert theoretische Trauermodelle, die Entwicklung des kindlichen Todesverständnisses, die Bedeutung von Bindung sowie praktische Ansätze zur Stärkung der kindlichen Resilienz in der Kita.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kernsätze sind unter anderem kindliche Trauer, Resilienz, Trauerarbeit, Todeskonzepte und die pädagogische Begleitung im Alltag von Kindertageseinrichtungen.

Warum sind Rituale für trauernde Kinder so wichtig?

Rituale bieten in einer emotional verwirrenden Zeit Struktur, Beständigkeit und geben Kindern die Möglichkeit, ihre Gefühle auszudrücken und den Abschied aktiv zu gestalten.

Welche Rolle spielt die Religion bei der Trauerbewältigung von Kindern?

Religion dient als Schutzfaktor, indem sie Sinnzusammenhänge bietet, Trost spendet und durch Symbole oder Gebete den Kindern hilft, sich in belastenden Situationen orientieren zu können.

Gibt es einen Unterschied zwischen der Trauer von Kindern und Erwachsenen?

Ja, Kinder sind stärker von ihrem sozialen Umfeld abhängig, verfügen über andere kognitive Möglichkeiten der Informationsverarbeitung und zeigen ihre Trauer häufig weniger verbal als vielmehr durch Verhalten oder Spiel.

Was bedeutet "komplizierte Trauer" bei Kindern?

Von komplizierter Trauer spricht man, wenn Kinder einzelne Phasen des Trauerprozesses nicht bewältigen können, was oft auf fehlende Unterstützung oder traumatische Umstände des Verlustes zurückzuführen ist.

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Details

Titel
Kindliche Trauerprozesse. Professionelle Unterstützung unter Berücksichtigung religionspädagogischer und resilienztheoretischer Überlegungen
Hochschule
Pädagogische Hochschule Ludwigsburg  (Pädagogische Hochschule Ludwigsburg/ Evangelische Hochschule Ludwigsburg)
Veranstaltung
Frühkindliche Bildung und Erziehung Bachelor of Arts
Note
1,7
Autor
Leoni Hauff (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
55
Katalognummer
V1417569
ISBN (eBook)
9783346968951
ISBN (Buch)
9783346968968
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kinder Trauerprozesse kindliche Entwicklung Pädagogik Tod Trauer Resilienz Religion professionelle Unterstützung Trauerphasen Trauer in Kindertageseinrichtungen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Leoni Hauff (Autor:in), 2019, Kindliche Trauerprozesse. Professionelle Unterstützung unter Berücksichtigung religionspädagogischer und resilienztheoretischer Überlegungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1417569
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Leseprobe aus  55  Seiten
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