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Zum Ausdruck von Emotionalität in der interaktiven Schriftlichkeit

Eine exemplarische Analyse eines Forenthreads

Title: Zum Ausdruck von Emotionalität in der interaktiven Schriftlichkeit

Thesis (M.A.) , 2008 , 461 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Petra Hahn (M.A.) (Author)

Didactics for the subject German - Pedagogy, Linguistics
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5000 Jahre Schriftsprache: Von den Hieroglyphen über Johannes Gutenberg zur schriftlichen Kommunikation im InterNetz

Durch die noch jungen Möglichkeiten der Netzkommunikation ergeben sich Änderungen der Standarddruckschriftsprachen, vor allem im Bereich der Unterhaltung und Freizeitgestaltung im Netz. Denn die schrift-basierte Sprache nimmt in vielen Kommunikationssystemen mündlich-basierte Formen an, wodurch eine Form der Nähe simuliert wird, auch wenn die schriftlich miteinander kommunizierenden Personen durch Kontinente und Zeitzonen voneinander getrennt sind.

Aus privatem Interesse habe ich mich vor einigen Jahren – noch vor Beginn meines Linguistikstudiums – als Mitglied der Internet-Community einer deutschen Frauenzeitschrift registrieren lassen. Beim Lesen mancher Diskussionsstränge stellte sich von Jahr zu Jahr zunehmend mehr die Frage, wie es möglich ist, sich in schriftlicher Form regelrecht zu „streiten“.

Welche schriftsprachlichen Mittel können einen Streit auslösen? Wie kommt es zu schriftlichen Eskalationen? Was kann zur Deeskalation beitragen? Wieso wird vor dem Bildschirm gelacht oder geweint? In welcher Form übt die schriftliche Ausdrucksweise mancher Community-Mitglieder Einfluss auf die Gefühle der Lesenden vor dem Bildschirm aus? Diesen Fragen soll in der vorliegenden Magisterarbeit auf den Grund gegangen werden. Zur Beantwortung bedarf es nicht nur umfangreicher Recherchen in der sprachwissenschaftlichen Literatur, sondern auch in Abhandlungen aus der Sozialpsychologie, der Soziologie sowie den Kommunikations- und Medienwissenschaften.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Schriftliche Kommunikation im Internet

2.1 „Räume“ schriftlicher Kommunikation im Internet

2.2 Internetforen

2.2.1 Forentechnik

2.2.2 ForennutzerInnen

2.2.3 Online-Gemeinschaften

2.3 Emotionen

2.3.1 Nonverbale Kommunikation

2.3.2 Darstellung von Emotionalität im Internet

2.3.3 Nähe und Distanz

2.3.4 Schriftlich streiten im Internet

2.4 Besondere Darstellungsformen + Stilmittel in der interaktiven Schriftlichkeit

2.4.1 Akronyme und Inflektive

2.4.2 Hervorhebungen und Iterationen

2.4.3 Disclaimer und Onomatopoetika

2.4.4 Anreden, Begrüßungen und Verabschiedungen

2.4.5 Elliptische Konstruktionen und Fortsetzungspunkte

2.4.6 Interjektionen und Gesprächspartikeln

2.4.7 Assimilationen, Reduktionen und Dialekt

2.4.8 Graphostilistische und graphische Emoticons

3 Die Brigitte-Community

3.1 Statistische Angaben

3.2 Vorstellung spezieller Eigenheiten

3.3 Technische Möglichkeiten

4 Exemplarische Analyse eines Forenthreads

4.1 Skizze des Inhaltes

4.2 Vorstellung der TeilnehmerInnen

4.3 Die Vielfalt der besonderen Darstellungsformen + Stilmittel

4.4 Menschen – Buchstaben – Emotionen

4.4.1 Beginn der Diskussion / Episoden 1.) und 2.)

4.4.2 Der Spendenmarathon / Episoden 3.) bis 5.)

4.4.3 Kritik- und Streitsequenzen / Episode 6.)

4.4.4 „Frieden schaffen ohne Waffen“ / Episoden 7.) bis 9.)

4.4.5 Streit mit Threadschließung als Folge / Episoden 10.) und 11.)

4.4.6 Fazit

5. Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Magisterarbeit untersucht, wie durch schriftsprachliche Mittel in Internetforen Emotionalität dargestellt wird und in welcher Form diese Ausdrucksweise die Gefühle der Lesenden beeinflussen kann, wobei der Fokus insbesondere auf der Analyse schriftlicher Eskalationen in einem exemplarischen Diskussionsstrang liegt.

  • Darstellung von Emotionalität in der computervermittelten Kommunikation
  • Analyse nähesprachlicher und technischer Stilmittel (z. B. Akronyme, Emoticons, Iterationen)
  • Untersuchung von Eskalations- und Deeskalationsprozessen in Forendiskussionen
  • Soziologische und psychologische Perspektiven auf virtuelle Online-Gemeinschaften
  • Empirische Fallstudie anhand eines umfangreichen Threads in der Brigitte-Community

Auszug aus dem Buch

2.3.4 Schriftlich streiten im Internet

Streit ist eine verbale, kontroverse und nicht kooperative Form der Austragung eines Konfliktes (vgl. Spiegel 1995: 17, Luginbühl 2003), bei dem mindestens zwei Interaktionspartner involviert sein müssen. Das Partnerimage wird von den Kontrahenten missachtet. Dies bedeutet, dass keine Rücksicht auf die Selbstbild-Bestätigung des Kommunikationspartners genommen wird, was laut Goffmann (1976) auf eine Verletzung der Strategien des Face-Managements hinweist.

Ein Streit beginnt mit einem Anlass, welcher einen Verstoß gegen den Gesprächskonsens bildet, indem etwa Vorwürfe verbalisiert werden (vgl. Gruber 1996: 83ff). Findet sich kein den Anlass aufnehmender Interaktionspartner, wird der Streit unter Umständen gleich im Keim erstickt. Greift jedoch ein Gesprächsteilnehmer den Anlass auf und stellt Gegenargumente auf, liegt der Beginn einer dissenten Sequenz vor. Es besteht die Möglichkeit, dass es zur Eskalation des Kommunikationsereignisses kommt; der Streit nimmt seinen Anfang. In dieser emotional bestimmten Phase kann es zu Unterbrechungen und Überlappungen der turns sowie zu einer lauteren Sprechweise – bis hin zum Geschrei – kommen. Außerdem werden Beleidigungen geäußert, die die Beziehungsebene in Gefahr bringen. Für die Beendigung stehen verschiedene Mittel zur Verfügung: Konfliktlösung, Themawechsel oder Kommunikationsabbruch.

Ein großer Unterschied zwischen dem Streiten von Angesicht zu Angesicht und dem schrift-basierten Streit besteht darin, dass einerseits Unterbrechungen und Überlappungen nicht möglich sind und andererseits para- und nonverbale Ausdrucksmittel fehlen. Hinzu kommt, dass in der Anonymität des Internet die Verpflichtung zur Übernahme kommunikativer Verantwortung geringer ist, da sich jeder Interaktionspartner jederzeit einfach aus einem Kommunikationsgeschehen zurückziehen kann (vgl. Luginbühl 2003). Diese Möglichkeit der Nicht-Kommunikation beinhaltet natürlich den Vorteil, auf unangenehme Äußerungen nicht öffentlich reagieren zu müssen (vgl. Soldau 2001: 51). Dennoch wird eindeutig schriftlich gestritten. Ein Grund dafür mag auch darin liegen, dass die Anonymität für beide Seiten gilt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema der computervermittelten Kommunikation ein und formuliert die Forschungsfrage bezüglich des schriftlichen Streitens.

2 Schriftliche Kommunikation im Internet: Dieses Kapitel bietet einen theoretischen Überblick über verschiedene Kommunikationsformen, Möglichkeiten der Emotionsdarstellung und spezifische Stilmittel in der Netzkommunikation.

3 Die Brigitte-Community: Hier werden Struktur, technische Möglichkeiten und die spezifische Forenkultur der Brigitte-Community beschrieben.

4 Exemplarische Analyse eines Forenthreads: Im Hauptteil erfolgt die methodische Auswertung des ausgewählten Forenthreads mit Fokus auf die Vielfalt der eingesetzten Stilmittel und deren emotionale Wirkung.

5. Schlusswort: Das Schlusswort fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und reflektiert die Rolle nähesprachlicher Mittel im Kontext der Forendiskussion.

Schlüsselwörter

Netzkommunikation, Internetforen, Emotionalität, Forenthread, Brigitte-Community, computervermittelte Kommunikation, nähesprachliche Mittel, Streitkultur, Online-Gemeinschaften, Emoticons, Quoting, Diskursanalyse, Textlinguistik, digitale Identität, Diskussionsstrang.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Ausdruck von Emotionalität in der interaktiven, schriftlichen Internetkommunikation, insbesondere in Internetforen, und wie dieser Ausdruck zu Konflikten oder deren Deeskalation führen kann.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Zu den Schwerpunkten zählen die theoretischen Grundlagen schriftlicher Kommunikation im Internet, die Darstellung von Gefühlen mittels technischer und sprachlicher Mittel sowie die Analyse der Dynamik in Online-Gemeinschaften.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Autorin untersucht, welche schriftsprachlichen Mittel einen Streit auslösen können, wie es zu Eskalationen kommt und welche Mechanismen zur Deeskalation beitragen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine exemplarische, sprachwissenschaftliche Analyse eines umfangreichen Forenthreads, ergänzt durch eine statistische Auswertung der verwendeten Stilmittel.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der Beschreibung der untersuchten Community und der detaillierten Analyse eines Forenthreads, unterteilt in verschiedene Episoden, um den Verlauf und die emotionale Stimmung der Diskussion nachzuvollziehen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Netzkommunikation, Emotionalität, Diskussionsstrang, Online-Gemeinschaften, Emoticons, Diskursanalyse und computervermittelte Kommunikation.

Wie unterscheidet sich der Streit im Internet von der "face to face"-Kommunikation?

Der Hauptunterschied liegt im Fehlen von nonverbalen Signalen wie Mimik und Gestik sowie in der Anonymität, die die Hemmschwelle senkt und ein einfacheres Zurückziehen aus der Interaktion ermöglicht.

Warum wurde die "Brigitte-Community" als Untersuchungsgegenstand gewählt?

Die Brigitte-Community wurde aufgrund ihrer hohen Diskussionsdichte und der expressiven emotionalen Kommunikationsführung ihrer Mitglieder als repräsentativ für eine lebhafte Online-Gemeinschaft ausgewählt.

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Details

Title
Zum Ausdruck von Emotionalität in der interaktiven Schriftlichkeit
Subtitle
Eine exemplarische Analyse eines Forenthreads
College
University of Wuppertal
Grade
2,0
Author
Petra Hahn (M.A.) (Author)
Publication Year
2008
Pages
461
Catalog Number
V141773
ISBN (eBook)
9783640687695
ISBN (Book)
9783640687800
Language
German
Tags
Ausdruck Emotionalität Schriftlichkeit Eine Analyse Forenthreads
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Petra Hahn (M.A.) (Author), 2008, Zum Ausdruck von Emotionalität in der interaktiven Schriftlichkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/141773
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