Welche Ansätze der Digitalisierung im Controlling gibt es und wie sind diese auf den ÖPNV übertragbar? Welche Chancen und Risiken bringt die Digitalisierung für im ÖPNV tätige Unternehmen mit sich und was kann das Controlling dazu beitragen? Diese Forschungsfragen bilden den Hauptpart der Arbeit und werden in deren Verlauf tiefgreifender analysiert und beschrieben.
Bevor die vorliegende Ausarbeitung sich im Detail mit den Aufgabengebieten des Controllings bei der Digitalisierung im ÖPNV befasst werden zunächst grundlegende Begriffe definiert. Beginnend mit einer grundsätzlichen Erläuterung über die Digitalisierung im Allgemeinen erstreckt sich der Grundlagenteil dieser Arbeit über eine grundsätzliche Abgrenzung des ÖPNV, des Aufzeigens von allgemeinen Digitalisierungsansätzen im ÖPNV sowie dem Definieren der Funktionen und den Aufgaben des Controllings im Zuge der Digitalisierung, bevor schließlich mit der Abgrenzung der Begriffe Analyse und Synthese und dem methodischen Vorgehen der Thesis der Grundlagenteil abgeschlossen wird. Anschließend beginnt die Arbeit den Hauptteil mit den grundlegenden Aufgaben des Controllings im ÖPNV, um darauf aufbauend wichtige Aufgaben des Controllings im Zuge der Digitalisierung des ÖPNV im Detail zu betrachten. Anknüpfend daran werden verschiedene Digitalisierungsformen des ÖPNV analysiert und dabei weitere bestehende und kommende Aufgaben des Controllings im ÖPNV erörtert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung & Problemstellung
2. Grundlagen
2.1 Die Digitalisierung
2.2 ÖPNV
2.2.1 Begriffsabgrenzung
2.2.2 Digitalisierungsansätze im ÖPNV
2.3 Controlling
2.3.1 Grundlagen des Controllings
2.3.2 Aufgabengebiete des Controllings bei der Digitalisierung
2.4 Analyse und Synthese
2.5 Methodisches Vorgehen
3. Aufgabengebiete des Controllings im ÖPNV
3.1 Grundlagen des Controllings im ÖPNV
3.2 Aufgaben des Controllings im Zuge der Digitalisierung des ÖPNV
3.2.1 Digitale Berichterstattung
3.2.2 Datenbasierte Prozessoptimierung
3.2.3 Künstliche Intelligenz im digitalen Kundenservice
4. Digitalisierungsformen des ÖPNV
4.1 Aufgaben des Controllings bei On-Demand-Angeboten
4.2 Aufgaben des Controllings bei der Entwicklung des autonomen Fahrens im ÖPNV
4.3 Aufgaben des Controllings bei der intelligenten Verkehrsteuerung
4.4 Aufgaben des Controllings bei Shared-Mobility-Angeboten
4.5 Aufgaben des Controllings für die Zukunft der Haltestelle
5. Die Balanced Scorecard als Steuerungsinstrument des digitalen Controllings
6. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Masterarbeit ist die detaillierte Analyse des aktuellen Standes der Aufgabengebiete des Controllings im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) unter spezifischer Berücksichtigung digitaler Aspekte. Es soll untersucht werden, wie sich klassische Controllingaufgaben durch die Digitalisierung wandeln, welche neuen Anforderungen entstehen und wie das Controlling diese Veränderungsprozesse aktiv unterstützen kann.
- Rolle der Digitalisierung beim Wandel des ÖPNV
- Übertragbarkeit von Digitalisierungsansätzen auf das Controlling
- Methoden zur datenbasierten Steuerung und Prozessoptimierung
- Einsatz von Künstlicher Intelligenz und Advanced Analytics
- Integration von Nachhaltigkeitszielen in das Controlling
Auszug aus dem Buch
3.2.2 Datenbasierte Prozessoptimierung
Um die rasante Zunahme an Datenmengen zu bewältigen braucht es auch im ÖPNV digitale Technologieansätze, um die Daten für die verschiedenen Aufgabengebiete eines Unternehmens im ÖPNV beherrschbar zu machen.
Ein Ansatz für die Praxis der Verkehrsunternehmen stellt unter anderem die in der QNV-Unternehmensgruppe eingesetzte Software des Unternehmens TeleMatrik in Österreich dar. Die Software beinhaltet in einem Programm Funktionen von einer smarten Leitzentrale, über Personaldisposition und Lohnabrechnung, Verkehrsplanung, Ticketing und weiteren digitalen Funktionen wie der Möglichkeit der Onlinekommunikation per Messenger mit dem Fahrpersonal. Der Einklang nahezu aller für den täglichen Fahrbetrieb relevanten Daten kann eine Prozessoptimierung entlang der gesamten Wertschöpfungskette eines Verkehrsunternehmens darstellen. Die Datenkette reicht beispielsweise vom Verkehrsplaner, der im Zuge des Sperrungsmanagements Daten zu Fahrwegsperrungen und Umleitungen digital verplant, welche anschließend per Mausklick an die digitalen Bordrechner mit einem integrierten Tablet aller Fahrzeuge im Fahrbetrieb gesendet werden, wo der Fahrer automatisiert die entsprechende Fahrwegänderung in der Echtzeitnavigation angezeigt bekommt.
Die daraus entstehenden Fahrdaten samt GPS-Koordinaten in Echtzeit, Pünktlichkeit an den Haltestellen und die Anzahl zu- und aussteigender Fahrgäste werden wiederum der Fahrdienstleitung über ein smartes ITCS-System (Intermodal Transport Control System) zur Verfügung gestellt, die unter anderem Fahrgästen Auskunft über Verzögerungen geben kann oder der Werkstatt die genaue Position eines Pannenfahrzeugs mitteilt. Der Disposition steht des Weiteren neben der digitalen Dienstplanung eine Messengerfunktion zur Verfügung, mit welcher der Fahrer ad-hoc und digital über etwaige Dienstplanänderungen informiert werden kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung & Problemstellung: Diese Einleitung beleuchtet den Wandel des ÖPNV durch Digitalisierung und Klimawandel und definiert die Problemstellung für das Controlling.
2. Grundlagen: Hier werden zentrale Begriffe wie Digitalisierung, ÖPNV und Controlling definiert, um eine theoretische Basis für die detaillierten Analysen zu schaffen.
3. Aufgabengebiete des Controllings im ÖPNV: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen des Controllings in Verkehrsunternehmen und analysiert, wie digitale Instrumente spezifische Aufgaben verändern.
4. Digitalisierungsformen des ÖPNV: Es werden verschiedene Anwendungsbereiche wie On-Demand-Verkehre, autonomes Fahren und intelligente Verkehrssteuerung auf ihre Bedeutung für das Controlling untersucht.
5. Die Balanced Scorecard als Steuerungsinstrument des digitalen Controllings: Dieses Kapitel beschreibt die Entwicklung eines Steuerungsinstruments für ein fiktives Unternehmen, um digitale Controlling-Aspekte zu integrieren.
6. Fazit und Ausblick: Das Fazit resümiert die Erkenntnisse und diskutiert künftige Herausforderungen sowie die zukünftige Entwicklung des Controllings im ÖPNV.
Schlüsselwörter
ÖPNV, Controlling, Digitalisierung, Prozessoptimierung, Künstliche Intelligenz, On-Demand-Verkehr, Balanced Scorecard, Mobilitätswende, Echtzeitdaten, Datenmanagement, Verkehrsplanung, Reporting, Fahrzeugflotte, Personalcontrolling, Nachhaltigkeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Masterarbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die veränderten Aufgabengebiete des Controllings in Verkehrsunternehmen des öffentlichen Personennahverkehrs unter dem Einfluss der fortschreitenden Digitalisierung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen umfassen Controlling im ÖPNV, digitale Transformation, Prozessautomatisierung, Verkehrssteuerung und die strategische Unternehmensführung durch neue Datenmodelle.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Darstellung des aktuellen Standes der Controlling-Aufgaben bei gleichzeitiger Herausarbeitung von Chancen, Risiken und neuen Instrumenten im Kontext digitaler Mobilitätsformen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und wird ergänzt durch ein strukturiertes Experteninterview mit einem Betriebsleiter eines mittelständischen ÖPNV-Unternehmens.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse grundlegender Controllingaufgaben im ÖPNV, die Auswirkungen der Digitalisierung auf das Reporting und die Prozesssteuerung sowie konkrete Anwendungsformen wie autonomes Fahren und On-Demand-Verkehr.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die inhaltliche Ausrichtung?
Die Arbeit fokussiert auf Controlling, ÖPNV, Digitalisierung, Künstliche Intelligenz (KI), datenbasierte Prozessoptimierung, Balanced Scorecard und moderne Mobilitätskonzepte.
Was ist das Besondere an der Balanced-Scorecard-Anwendung in dieser Arbeit?
Die Autorin/der Autor transferiert die klassischen Perspektiven der Balanced Scorecard auf ein fiktives Unternehmen, um die spezifischen Anforderungen des digitalen Wandels im ÖPNV praxisnah abzubilden.
Warum spielt die VRN Flexline eine so zentrale Rolle im Dokument?
Die VRN Flexline dient als reales Fallbeispiel, um die praktische Anwendung und die Herausforderungen von On-Demand-Verkehren sowie die damit verbundenen Controlling-Anforderungen konkret zu illustrieren.
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- Johannes Wilhelm (Author), 2023, Digitalisierung im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Aufgabengebiete des Controllings, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1417759