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Jürgen Habermas, Charles Taylor und die deutsche Zuwanderungspolitik

Title: Jürgen Habermas, Charles Taylor und die deutsche Zuwanderungspolitik

Term Paper , 2003 , 40 Pages , Grade: 1

Autor:in: Katharina Bläsing (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
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Zu Beginn dieser Arbeit möchte ich daher Taylors Politik der Anerkennung in ihren Grundzügen beschreiben, mit einem Schwerpunkt auf den zwei unterschiedlichen Möglichkeiten, die er in einem liberalen Staat für den Umgang mit Minderheiten sieht. Davon ausgehend möchte ich Habermas` Analyse und Kritik dieses Konzepts erläutern, um dann seine Beschreibung von Anerkennungskämpfen und seine Lösungsvorschläge aufzugreifen. Der vierte Teil enthält eine kurze Betrachtung der Immigrationspolitik in der Bundesrepublik, in der ich überprüfe, inwieweit die Prämissen Habermas` zum Umgang mit Forderungen nach Anerkennung umgesetzt werden. Als letztes folgen schließlich eine Zusammenfassung meiner Erkenntnisse und ein Ausblick auf die mögliche Fortsetzung der Multikulturalismus-Debatte.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 CHARLES TAYLOR: POLITIK DER ANERKENNUNG

2.1 INHALTLICHE ZUSAMMENFASSUNG UND VORAUSSETZUNGEN

2.2 DER ZUSAMMENHANG VON ANERKENNUNG UND IDENTITÄT

2.3 POLITIK DES UNIVERSALISMUS UND POLITIK DER DIFFERENZ

2.3.1 Menschenbild

2.3.2 Ziele

2.3.3 Die Politik der allgemeinen Menschenwürde

2.3.4 Modelle liberaler Gesellschaften

2.4 GLEICHWERTIGKEIT VON KULTUREN

3 HABERMAS` KRITIK AN CHARLES TAYLOR POLITIK DER ANERKENNUNG IN DEM KOMMENTAR „ANERKENNUNGSKÄMPFE IM DEMOKRATISCHEN RECHTSSTAAT

3.1 DER ÜBERFLÜSSIGE LIBERALISMUS 2

3.2 ANERKENNUNGSKÄMPFE: PHÄNOMENE UND ANALYSEEBENEN

3.2.1 Feminismus

3.2.2 Kulturelle und ethnische Minderheiten

3.2.3 Nationalistische Bewegungen von nationalen Minderheiten

3.2.4 Eurozentrismus

3.2.5 Level of Analysis

3.3 DIE NEUTRALITÄT DES RECHTSSTAATS

3.3.1 Die Bedeutung der Sozialstruktur

3.3.2 Die Problematik nationaler Selbstbestimmung

3.3.3 Möglichkeiten friedlicher Koexistenz

3.4 KOEXISTENZ VS. ARTENSCHUTZ VON KULTUREN

3.5 GRENZEN DER LIBERALEN TOLERANZ

3.5.1 Die zwei Ebenen der Integration

3.5.2 Zusammenhang zwischen den Integrationsebenen und politischer Kultur

4 DIE IMMIGRATIONSPOLITIK DER BRD

4.1 DIE ENTWICKLUNG DER EINWANDERUNG IN DIE BRD SEIT 1945

4.1.1 Flüchtlinge und Vertriebene aus den ehemaligen Ostgebieten sowie der SBZ

4.1.2 “Gastarbeiter“

4.1.3 Zuzug von Familienangehörigen ausländischer Arbeitnehmer und steigende Asylbewerberzahlen

4.1.4 Aussiedler

4.2 DER UMGANG DER BRD MIT IMMIGRANTEN UND ASYLSUCHENDEN

4.3 ZUGANGSBEDINGUNGEN

4.3.1 Assimilation

4.3.2 Anrecht auf Migration

4.4 DER ASYLKOMPROMISS VON 1993

4.5 FAZIT

5 SCHLUSS

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsverhältnis zwischen dem kommunitaristischen Ansatz von Charles Taylor zur Anerkennung kultureller Identitäten und der liberalen Kritik von Jürgen Habermas. Ziel ist es, die philosophischen Grundlagen beider Positionen zu beleuchten, deren Relevanz für den demokratischen Rechtsstaat zu prüfen und die daraus resultierenden Konsequenzen für die Immigrations- und Integrationspolitik der Bundesrepublik Deutschland kritisch zu hinterfragen.

  • Grundzüge von Charles Taylors Politik der Anerkennung
  • Habermas' Kritik an der Politik der Differenz und Plädoyer für den Liberalismus
  • Analyse von Anerkennungskämpfen und der Neutralität des Rechtsstaats
  • Entwicklung der Einwanderung in die Bundesrepublik Deutschland
  • Kritische Bewertung des Asylkompromisses von 1993

Auszug aus dem Buch

Die Neutralität des Rechtsstaats

Von dieser Ebene aus gelangt Habermas wieder zur „voraussetzungsreichen Architektonik des Rechtsstaats“ (ebd. S. 164) und greift die „Frage der ethischen Neutralität von Rechtsordnung und Politik“ (ebd. S. 164) erneut auf. Nach einer kurzen Definition dessen, was er unter „ethisch“ versteht, geht er auf die kommunitaristische Prämisse des neutralen Staates ein und erläutert, weshalb er diese für falsch hält.

Das Modell von Liberalismus 1 fordert einen Staat, der „jenseits der Gewährleistung der privaten Freiheit wie der persönlichen Wohlfahrt und Sicherheit keine kollektiven Ziele verfolgen“ (ebd. S. 165) darf. Als Gegenmodell hierzu erwartet der Liberalismus 2, dass der Staat „diese Grundrechte zwar im Allgemeinen gewährleistet, sich aber darüber hinaus auch für das Überleben und die Förderung einer bestimmten Nation, Kultur oder Religion bzw. einer begrenzten Anzahl von Nationen, Kulturen und Religionen einsetzt.“ (ebd. S. 165). Diese Entwürfe des Umgangs mit kultureller Neutralität sind grundlegend für Kommunitaristen wie Charles Taylor und Michael Walzer; unter der Annahme, dass es durchaus zu Kollisionen beider Modelle kommen kann bzw. muss, lassen sie dem Bürger auch die Freiheit, sich gegebenenfalls für den Vorrang der individuellen Rechte zu entscheiden. Als Argument für diese Theorie erkennt Habermas an, dass die liberale Theorie der Rechte zwar tatsächlich den absoluten Vorrang der Grundrechte vor kollektiven Rechten und Ansprüchen fordert; das reicht aber seiner Meinung nach nicht aus, um die kommunitaristische These vom kulturell und ethisch „farbenblinden“ Staat aufrechtzuerhalten, geschweige denn eine Korrektur dessen fordern zu können.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Die Einleitung definiert das Thema des Multikulturalismus und führt in die theoretische Auseinandersetzung zwischen Charles Taylor und Jürgen Habermas ein.

2 CHARLES TAYLOR: POLITIK DER ANERKENNUNG: Dieses Kapitel erläutert Taylors Theorie der Anerkennung, den Zusammenhang mit der Identitätsbildung und die Abgrenzung zwischen Politik des Universalismus und Politik der Differenz.

3 HABERMAS` KRITIK AN CHARLES TAYLOR POLITIK DER ANERKENNUNG IN DEM KOMMENTAR „ANERKENNUNGSKÄMPFE IM DEMOKRATISCHEN RECHTSSTAAT: Habermas analysiert Taylors Position und argumentiert für die Stärke des liberalen Rechtsstaats, wobei er Anerkennungskämpfe als Prozesse zur Durchsetzung kollektiver Identitäten im Rahmen des Rechtssystems betrachtet.

4 DIE IMMIGRATIONSPOLITIK DER BRD: Dieser Abschnitt bietet einen historischen Überblick der Einwanderung in die Bundesrepublik und untersucht die Anwendbarkeit der philosophischen Ansätze auf die reale Migrationspolitik, insbesondere den Asylkompromiss.

5 SCHLUSS: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit, Deutschland als Einwanderungsland anzuerkennen, um das nationale Selbstverständnis zu modernisieren.

Schlüsselwörter

Multikulturalismus, Politik der Anerkennung, Jürgen Habermas, Charles Taylor, Liberalismus, Identität, Rechtsstaat, Anerkennungskämpfe, Immigrationspolitik, BRD, Integration, Asylkompromiss, Differenz, Universalismus, Rechtsphilosophie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der theoretischen Debatte über Multikulturalismus und Anerkennung sowie deren Auswirkungen auf die politische Praxis, insbesondere in Deutschland.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die philosophischen Konzepte von Charles Taylor und Jürgen Habermas zur Anerkennung kollektiver Identitäten sowie die historische und aktuelle Migrationspolitik der Bundesrepublik.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die philosophischen Positionen Taylors und Habermas' zu vergleichen und zu untersuchen, inwiefern diese für eine gerechte Immigrationspolitik in einem demokratischen Rechtsstaat fruchtbar gemacht werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine politisch-philosophische Literaturanalyse, die zentrale Texte der Debatte auswertet und auf die reale politische Situation der BRD anwendet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Taylorschen Politik der Anerkennung, die kritische Auseinandersetzung durch Habermas sowie die Anwendung dieser Theorien auf die Immigrationsgeschichte und -politik Deutschlands.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Multikulturalismus, Anerkennungskämpfe, liberaler Rechtsstaat, Identität und staatsbürgerliches Selbstverständnis.

Warum hält Habermas den „Liberalismus 2“ von Taylor für überflüssig?

Habermas argumentiert, dass ein konsequent umgesetztes System grundrechtlicher Individualrechte bereits ausreicht, um die Integrität von Minderheiten zu schützen, ohne dass ein spezieller „Liberalismus 2“ notwendig wäre.

Welche Bedeutung misst Habermas dem deutschen Selbstverständnis bei?

Er fordert einen Wandel vom ethnischen zum staatsbürgerlichen Selbstverständnis, damit Deutschland als Einwanderungsland den aktuellen gesellschaftlichen Realitäten gerecht werden kann.

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Details

Title
Jürgen Habermas, Charles Taylor und die deutsche Zuwanderungspolitik
College
LMU Munich  (Geschwister-Scholl Institut für Politische Wissenschaft)
Course
Jürgen Habermas: Ausgewählte Texte
Grade
1
Author
Katharina Bläsing (Author)
Publication Year
2003
Pages
40
Catalog Number
V14177
ISBN (eBook)
9783638196468
ISBN (Book)
9783640612215
Language
German
Tags
Jürgen Habermas Charles Taylor Zuwanderungspolitik Jürgen Habermas Ausgewählte Texte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katharina Bläsing (Author), 2003, Jürgen Habermas, Charles Taylor und die deutsche Zuwanderungspolitik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/14177
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