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Der Islam im malaiischen Südthailand: unterschiedliche Konzepte und Akteure

Titel: Der Islam im malaiischen Südthailand: unterschiedliche Konzepte und Akteure

Hausarbeit , 2009 , 16 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Jan Andrejkovits (Autor:in)

Südasienkunde, Südostasienkunde
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In den südlichen Grenzprovinzen Thailands zu Malaysia bilden malaiische Moslems eine Bevölkerungsmehrheit, die in einem konfliktreichen Verhältnis zu den herrschenden buddhistischen Thais lebt. Der Islam, die Sprache Yawi und traditionelle Regeln, adat genannt, sind Grundelemente der Identität dieser Malaien, welche in Rückbesinnung auf historische Wurzeln eigener Unabhängigkeit ihre Ethnizität gegen die nationalistische Assimilierungspolitik des thailändischen Staates schützen und bewahren. Da die Herrschaftspolitik der Thais bisher sehr wechselhaft und oftmals wenig tolerant war, sowie von starken kolonialen und nationalistischen Zügen geprägt wurde, hat sich im Gegensatz dazu eine stark islamisch geprägte Identität bei den Malaien in Südthailand herausgebildet. Diese begegnet dem buddhistischen Nationalismus der Thais mit anhaltendem Widerstand. Was den Charakter des Islam dieser Malaien kennzeichnet, wie er entstanden ist und von verschiedenen konkurrierenden islamischen Strömungen und Akteuren beeinflusst wurde und wird, bis hin zu seiner teilweisen Radikalisierung durch den Islamismus des 20. Jahrhunderts, kommt in den folgenden Kapiteln zum Ausdruck.
In Kapitel zwei wird die Grundstruktur des Islam erläutert, seine religiöse Basis, wie sie von allen Moslems der Welt anerkannt und im Alltag genutzt wird. Sie bildet das verbindende, einheitliche Element einer imaginären islamischen Gemeinschaft, der ummah. Besonderheiten der islamischen Entwicklung werden in Kapitel drei für die malaiische Halbinsel erklärt, und es wird ihr Einfluss auf die Geschichte dieser Region skizziert. Der Islam in den malaiischen Grenzprovinzen Südthailands Yala, Narathiwat, Pattani und Satun, seine traditionelle Rolle im historischen Sultanat Patani, sowie seine unterschiedlichen Darstellungsformen durch verschiedene Akteure, werden in Kapitel vier beschrieben.
Die weltweite Islamisierung im 20. Jahrhundert hatte große Auswirkungen auf die malaiischen Moslems, auch in Südthailand. Unterschiedliche islamische Konzepte und Akteure spalten seitdem deren Gemeinschaft. Islamische Identitätswahrung, gegen Herausforderungen westlicher Moderne, gegen Verfall von traditionellen Werten und Zerfall von Familienstrukturen, sowie gegen die koloniale Hegemonialpolitik der Thai, ist ein zentrales Thema für die Malaien in ihrem Kampf um Gleichberechtigung und Selbstbestimmung in Thailand.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Grundelemente der islamischen Religion

3. Der Islam auf der malaiischen Halbinsel

3.1. Die Entwicklung des Islam

3.2. Der Islam der Malaien

4. Der Islam im malaiischen Südthailand

4.1. Das Sultanat Patani

4.2. Die Islamisierung im 20. Jahrhundert

4.3. Unterschiedliche Konzepte und Akteure

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Entwicklung und die heutige Bedeutung des Islam bei den malaiischen Moslems im Süden Thailands. Dabei wird analysiert, wie historische Identitätsbildung, religiöse Traditionen und moderne islamische Reformbewegungen in einem spannungsgeladenen politischen Umfeld miteinander interagieren und zur Herausbildung eines spezifischen malaiischen Selbstverständnisses beigetragen haben.

  • Historische Wurzeln des Sultanats Patani als Identitätskern
  • Die Rolle des traditionellen Islam und des Adat-Rechts
  • Einfluss moderner islamischer Reformbewegungen im 20. Jahrhundert
  • Konfliktlinien zwischen lokalen Akteuren und staatlicher Assimilierungspolitik
  • Der Islam als Symbol für Widerstand, Gleichberechtigung und Selbstbestimmung

Auszug aus dem Buch

4.1. Das Sultanat Patani

Jedes Volk erinnert sich gerne an eine ruhmreiche Geschichte, darin findet es einen wichtigen Teil seiner Identität. Diese Geschichte wird oftmals mythisch glorifiziert und dient in schwierigen Zeiten als einigendes motivierendes Symbol. Für die Malaien in den südlichen Grenzregionen Thailands ist das vor allem die Rückbesinnung auf das Sultanat Patani.

Nachdem Rajah Sri Wangsa seinen Königssitz aus dem Landesinneren der malaiischen Halbinsel an die Küste nach Kampung Pak Tani am Kerisik Fluss verlegte, wandelte sich der Name seines kleinen Reiches von Kota Mahligai in Pak Tani, arabisch Patani genannt. Rajah Indra, der Sohn des verstorbenen Rajah Sri Wangsa, konvertierte 1457 zum Islam. In der Folgezeit wuchs die Bedeutung Patanis als Handelsplatz. Portugiesen, siamesische Thais, Chinesen, Japaner sowie später Holländer und Engländer errichteten dort Niederlassungen und Lagerhäuser für ihren Seehandel. Im 17. Jahrhundert hatte Patani seine Blütezeit, danach nahm seine Bedeutung wieder ab.

Stets war Patani der Einflussnahme angrenzender Mächte ausgesetzt, stand bis zur Eroberung von Malakka durch die Portugiesen unter dessen Oberhoheit und war in wechselvoller Geschichte den Begehrlichkeiten Siams ausgesetzt. Patani war zeitweilig gezwungen, als Vasall an Siam Tribut zu leisten. Anfang des 17. Jahrhunderts gelang es, vier siamesische Invasionsversuche zurückzuschlagen, und erst 1784 besiegten siamesische Truppen die Armee des Sultans von Patani endgültig.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung umreißt den Konflikt der malaiischen Moslems im Süden Thailands und definiert den Islam, die Sprache Yawi und das Adat-Recht als zentrale Identitätselemente im Widerstand gegen Assimilierung.

2. Die Grundelemente der islamischen Religion: Dieses Kapitel erläutert die dogmatischen Grundlagen des Islam, die Bedeutung des Korans sowie die fünf Säulen des Islam als weltverbindende religiöse Basis.

3. Der Islam auf der malaiischen Halbinsel: Hier wird die historische Ausbreitung des Islam in Südostasien sowie die Verschmelzung islamischer Lehren mit lokalen hinduistisch-buddhistischen Traditionen beschrieben.

4. Der Islam im malaiischen Südthailand: Dieses Kapitel analysiert die spezifische historische Entwicklung im Raum Patani und untersucht, wie konkurrierende islamische Strömungen die heutige Gesellschaft prägen.

5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass der Islam trotz interner Spaltungen ein einigendes Symbol für den Kampf um kulturelle Wahrung, Mitbestimmung und politische Autonomie der malaiischen Moslems in Thailand bleibt.

Schlüsselwörter

Islam, Südthailand, Malaien, Sultanat Patani, Identität, Widerstand, Assimilierungspolitik, Reformismus, Wahhabismus, Tradition, Religion, Autonomie, Ummah, Adat, Politische Akteure

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Rolle des Islam als identitätsstiftendes Merkmal für die malaiische Bevölkerung in den südlichen Grenzprovinzen Thailands und dessen politischer Bedeutung im Kontext historischer und aktueller Konflikte.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zu den Schwerpunkten zählen die historische Genese des Sultanats Patani, die Entwicklung unterschiedlicher islamischer Auslegungen durch Reformbewegungen sowie der Widerstand gegen die staatliche thailändische Politik.

Welches ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie unterschiedliche islamische Konzepte und Akteure die Identität der Malaien in Südthailand beeinflussen und warum der Islam als Symbol der Selbstbestimmung gegen den thailändischen Staat fungiert.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse, unter anderem unter Einbeziehung der Feldforschungen von Duncan McCargo, um die komplexe historische und religiöse Situation in Südthailand darzustellen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der allgemeinen islamischen Grundelemente, die Geschichte der Verbreitung des Islam auf der malaiischen Halbinsel und die spezifische, stark politisierte Ausprägung des Islam in den südthailändischen Provinzen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Zentrale Begriffe sind Identität, Islam, Widerstand, Sultanat Patani, Reformismus, Südthailand, Malaien, Autonomie und politische Partizipation.

Welchen Einfluss hatten islamische Reformbewegungen auf die traditionelle Gemeinschaft in Südthailand?

Die Reformbewegungen führten zu einer Spaltung zwischen Traditionalisten (Kaum Tua) und Reformern (Kaum Muda), was die bestehende Gemeinschaft herausforderte und die religiöse Debatte nachhaltig beeinflusste.

Warum spielt das Sultanat Patani eine so bedeutende Rolle für die Identität der heutigen Bewohner?

Das Sultanat dient als mythischer und historischer Referenzpunkt, der in Zeiten politischer Unterdrückung als einigendes Symbol für die Rückbesinnung auf eine unabhängige malaiische Identität und Kultur dient.

Wie korrumpierten sich einige der neuen muslimischen Führungspersönlichkeiten laut dem Autor?

Der Autor führt an, dass einige Anführer aufgrund von Karrierestreben und der materiellen Ausnutzung ihrer politischen Ämter in der thailändischen Bürokratie bei weiten Teilen der Bevölkerung an Glaubwürdigkeit verloren haben.

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Details

Titel
Der Islam im malaiischen Südthailand: unterschiedliche Konzepte und Akteure
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin  (Regionalwissenschaften Afrika / Asien)
Veranstaltung
Seminar Krisenregion Südthailand
Note
1,7
Autor
Jan Andrejkovits (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
16
Katalognummer
V141787
ISBN (eBook)
9783640495825
ISBN (Buch)
9783640495665
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Islam Konflikt Südthailand Malaien Patani Pattani Identität Kultur Religion
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jan Andrejkovits (Autor:in), 2009, Der Islam im malaiischen Südthailand: unterschiedliche Konzepte und Akteure, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/141787
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Leseprobe aus  16  Seiten
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