Es gibt mittlerweile unzählige Publikationen zur Resilienzförderung. Das Konzept findet außerdem zunehmend breite Anwendung; beispielsweise in den Bereichen Organisationsentwicklung, Gesundheitsprävention, Pädagogik oder auch für Fragestellungen im Zusammenhang mit Ökosystemen, Infrastrukturen oder Kulturforschung.
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Konzept der Resilienz im psychologischen Kontext. Kann Resilienz durch Interventionen zur Stärkung personaler Schutzfaktoren im Erwachsenenalter gefördert werden?
Nach der Einleitung folgt im zweiten Kapitel eine Begriffsbestimmung zum Konzept der Resilienz und ein Überblick über bedeutende Studien zur Resilienzforschung. Die empirischen Befunde werden im dritten Kapitel zusammengefasst und relevante Resilienzfaktoren vorgestellt. Im vierten Kapitel wird auf Forschungsarbeiten zur Wirkungsanalyse von Resilienz fördernden Interventionen eingegangen. Im fünften und letzten Kapitel werden die Ergebnisse zusammengefasst, kritisch beleuchtet und ein Ausblick auf künftige Forschungsinteressen gegeben.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretischer und empirischer Bezugsrahmen
2.1 Begriffsdefinition
2.2 Resilienzforschung und grundlegende Studien
3 Resilienzfaktoren
3.1 Das Schutz- und Risikofaktorenkonzept
3.2 Resilienzmechanismen
3.3 Personale erworbene Resilienzfaktoren
3.3.1 Selbstregulationsfähigkeit
3.3.2 Optimismus
3.3.3 Soziale Unterstützung und Beziehungen
3.3.4 Selbstwirksamkeit
3.3.5 Zukunfts- und Lösungsorientierung
3.3.6 Sinn- und Werteorientierung
4 Wirksamkeit von Resilienzförderung
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept der Resilienz im psychologischen Kontext mit der zentralen Forschungsfrage, ob und wie Resilienz im Erwachsenenalter durch gezielte Interventionen zur Stärkung personaler Schutzfaktoren positiv beeinflusst werden kann.
- Grundlagen der Resilienzforschung und historische Entwicklung
- Analyse von Schutz- und Risikofaktorenkonzepten
- Identifikation und Charakterisierung personaler Resilienzfaktoren
- Evaluation der Wirksamkeit von Resilienzförderungs-Interventionen
Auszug aus dem Buch
3.3.1 Selbstregulationsfähigkeit
Die Selbstregulationsfähigkeit stellt im Resilienzkonzept einen zentralen und übergeordneten Faktor dar. Sie erklärt innerpsychische Prozesse und ermöglicht Einflussnahme auf das konkrete Verhalten. Im Zusammenhang mit Resilienz ist damit auch die Fähigkeit gemeint, willentlich und bewusst auf Emotionen, Kognitionen und Verhalten Einfluss zu nehmen. Dies setzt Wissen und Handlungskompetenz von Techniken voraus, wie solche Prozesse ermöglicht werden können. Dazu zählen beispielsweise, kognitive Flexibilität, Impulskontrolle, Fokussierung, aktives Coping, Kontrollübernahme, das Generieren von positiven Emotionen oder die Akzeptanz negativer Situationen und Emotionen. Selbstwirksamkeit kann durch unterschiedliche Methoden und Techniken trainiert werden. Für kognitive oder achtsamkeitsbasierte, aber auch körperliche Interventionen wie Yoga konnten Studien positive Effekte belegen (Joyce et al., 2018, S. 1; Pandey et al., 2018, S. 570).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert die psychologische Bedeutung von innerer Widerstandskraft angesichts zunehmender Krisen und führt in die Fragestellung zur Resilienzförderung bei Erwachsenen ein.
2 Theoretischer und empirischer Bezugsrahmen: Dieses Kapitel definiert Resilienz als dynamischen Anpassungsprozess und bietet einen Überblick über wegweisende wissenschaftliche Langzeitstudien.
3 Resilienzfaktoren: Hier werden zentrale Schutzfaktoren wie Selbstregulation, Optimismus und Selbstwirksamkeit detailliert vorgestellt und als veränderbare Kompetenzen charakterisiert.
4 Wirksamkeit von Resilienzförderung: Das Kapitel evaluiert den aktuellen Forschungsstand zu Interventionsprogrammen und diskutiert deren Effektivität und Herausforderungen in der Umsetzung.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen, betont das Potenzial der Resilienzförderung für die Gesundheitsprävention und identifiziert den Bedarf für weitere Langzeitstudien.
Schlüsselwörter
Resilienz, Resilienzforschung, Schutzfaktoren, Risikofaktoren, Selbstwirksamkeit, Selbstregulation, Optimismus, Stressbewältigung, Intervention, Gesundheitsförderung, Psychologie, Erwachsenenalter, Anpassungsprozess, Lebensbewältigung, Prävention.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der psychologischen Widerstandsfähigkeit (Resilienz) von Erwachsenen und untersucht, wie personale Schutzfaktoren durch gezielte Interventionen gestärkt werden können.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Schwerpunkte liegen auf theoretischen Grundlagen der Resilienz, der Differenzierung zwischen Risiko- und Schutzfaktoren sowie der wissenschaftlichen Evidenz von Fördermaßnahmen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Arbeit?
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob Resilienz durch Interventionen zur Stärkung personaler Schutzfaktoren im Erwachsenenalter effektiv gefördert werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin oder der Autor für die Arbeit?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse und der Auswertung bestehender Metaanalysen sowie Langzeitstudien basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit primär behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der Konzeptualisierung von Resilienz, einer detaillierten Vorstellung personaler Resilienzfaktoren und der Prüfung der Wirksamkeit verschiedener Interventionsansätze.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?
Zentrale Begriffe sind neben Resilienz insbesondere Selbstwirksamkeit, Selbstregulation, salutogenetische Ansätze, Interventionsforschung und personale Ressourcen.
Wie unterscheidet sich Resilienz in aktuellen Modellen von frühen Konzepten?
Frühe Modelle betrachteten Resilienz oft als stabiles angeborenes Persönlichkeitsmerkmal, während moderne Ansätze sie als einen variablen und dynamischen Entwicklungsprozess begreifen.
Warum ist die Datenlage zur Wirksamkeit von Interventionen laut Arbeit unübersichtlich?
Die Datenlage ist aufgrund einer hohen Heterogenität bei den Studiendesigns, den verwendeten Definitionen von Resilienz sowie den unterschiedlichen eingesetzten Messinstrumenten schwer zu generalisieren.
- Arbeit zitieren
- Brigitte Erhart (Autor:in), 2023, Resilienzforschung und Implikationen zu personalen Schutzfaktoren im Erwachsenenalter, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1417990