„Bericht über Hattington“ von Walter Jens - didaktische Aufbereitung eines Textes


Hausarbeit, 2009

11 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Fachdidaktische Vorüberlegungen
1. Allgemeine Überlegungen
2. Inhaltliche Besonderheiten
3. Methodische Überlegungen

II. Unterrichtsverlaufsplanung
1. Einführungsphase
2. Erarbeitungsphase in Einzelarbeit und Unterrichtsgespräch
3. Gemeinsames Durchlesen und Erarbeitung in der Gruppe
4. Erste Hausaufgabe und Besprechung
5. Handelt es sich um einen Bericht?
6. Abschlussaufgabe in Partnerarbeit oder als Hausaufgabe

III. Literatur
1.Quelle

I. Fachdidaktische Vorüberlegungen

1. Allgemeine Überlegungen

Welchen Prosatext wähle ich aus? Ich habe mich für den Text „Bericht über Hattington“ von Walter Jens entschieden, einem der bekanntesten Tübinger Professoren, und habe mir die elfte Klasse des G9-Zuges als Zielgruppe überlegt.

Was ist mein Ziel, wo möchte ich die Schüler der elften Klasse mithilfe dieses Textes hinbringen? Welche Kompetenzen setze ich voraus bzw. welche Kompetenzen möchte ich fördern? Zunächst einmal habe ich den Text ausgewählt, weil er mich auch als Ethikstudentin inhaltlich angesprochen hat, vor allem im Bezug auf die Schuldfrage in der Geschichte. Der Text hat eine religiöse Komponente, da die Schuldfrage natürlich eines der zentralsten Themen in der Bibel ist. Die Schuldfrage ist aber gleichzeitig auch, unabhängig von Glaube und Religion, eines der wichtigsten Themen des menschlichen Daseins. Der Schöpfungsgeschichte nach, trägt jeder Mensch die Erbsünde auf seinen Schultern, fest verbunden mit dem Sündenfall.

Wie viele Unterrichtsstunden sollen zur Aufbereitung des Textes zur Verfügung stehen? Mindestens ca. sechs Schulstunden, also ungefähr eine Woche.

2. Inhaltliche Besonderheiten

Der Text wirkt wie ein Spiegel, der dem Leser vorgehalten wird und ihm ein Stück weit klarmacht, dass die Bewohner der Stadt sich nicht anders verhalten haben, als man selbst sich mit großer Wahrscheinlichkeit in einer derartigen Situation verhalten hätte. Der Autor gibt zu verstehen, dass es sich in seinem Fall zwar um einen konkreten Sachverhalt handelt, der sich an einem bestimmten Ort abspielt, in dem eben diese Sachverhalte geschehen, gibt aber gleichzeitig zu verstehen, dass sich die Ereignisse genauso gut irgendwo anders auf der Welt abgespielt haben könnten. Der Text ist ein äußerst humanistisches Werk, das einem die menschlichen Abgründe deutlich vor Augen führt und er geht eigentlich sogar meiner Meinung nach soweit zu behaupten, dass sich in Ausnahmezuständen zeigt, dass so etwas wie menschliche Vernunft gar nicht existiert, sondern dass es sich bei dem Menschen um eine Bestie nach Hobbes handelt, die nur darum besorgt ist, ihr eigenes Überleben zu sichern. Vor allem dadurch bekräftigt, dass sogar jegliche Staatsmacht den Einfluss verliert und sich außer Stande sieht, so etwas wie Ordnung überhaupt wiederherzustellen. Die Geschehnisse schaukeln sich im Verlauf der Geschichte immer weiter hoch, bis sie ihren absoluten Höhepunkt im Kampf Aller gegen Aller finden und zum Ende der Erzählung hin sogar der Reverend der Gemeinde von seiner Kanzel aus alle Bürger dazu aufruft, „den Mörder und seine Helfershelfer zu jagen“ (S. 2, Z. 16). Selbst die göttliche Macht scheint im Angesicht des Grauens ihren Einfluss verloren zu haben. Desweiteren könnte man in dem Verhalten von Madison und Hope eine Art Schuldeingeständnis unterstellen, weil sie sich nach Kundgebung des Ausbruchs sofort aus der Stadt begibt und er nachts den geladenen Revolver neben sich liegen hat. Auch wenn beide der Überzeugung waren, durch ihre Anzeige gegen Hattington, auf diese hin er gefasst wurde, nur ihre Bürgerpflicht getan zu haben. Es geht im Text, bei dem es sich um eine Parabel handelt, um das Bewusstwerden der eigenen Verantwortung, sich selbst, aber vor allem auch der Gesellschaft gegenüber, egal um welche Art von Gesellschaftsform es sich handelt, da sich die Geschichte schließlich auch genauso gut irgendwo anders hätte abgespielt haben können. Ein Zeichen für Schuldeingeständnis ist auch der Fakt, dass die Bewohner aus Knox wegziehen, als die Leiche von Hattington gefunden wird. Keiner kann dem anderen mehr vertrauen und sie sehen nur in der Flucht noch einen Ausweg für sich. Besonders auffällg ist außerdem, dass nach Auffinden der Leiche von keinen weiteren Verbrechen die Rede ist, obwohl der wahre Täter wahrscheinlich noch unter ihnen haust.

3. Methodische Überlegungen

Didaktischer Schwerpunkt muss im Deutschunterricht natürlich zunächst einmal auf dem Verständnis des literarischen Textes liegen. Um den Inhalt und vielleicht auch ein bisschen das Ziel des Textes zu erfassen, werden die Schüler verschiedene Möglichkeiten der Erarbeitung anwenden. Bei der Einführungsphase soll es sich um ein Lehrer-Schüler-Gespräch handeln. Der Lehrer zeigt eine Folie und die Schüler sollen sich etwas zu dieser Folie überlegen. Besonders wichtig ist mir dabei, dass die Schüler eine gewisse Zeit bekommen, in der sie sich Gedanken machen können, die Möglichkeit da ist, sich auf das Gesehene einzulassen. Die Eindrücke sollen sie dann auch schriftlich festhalten. Auf keinen Fall darf zu viel vorweggenommen werden. In Schritt zwei soll die Interpretation dieses Bildes vorgenommen werden, bevor zum ersten Mal ein Teil der Textstelle ausgeteilt wird.

[...]

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
„Bericht über Hattington“ von Walter Jens - didaktische Aufbereitung eines Textes
Hochschule
Eberhard-Karls-Universität Tübingen
Note
1,0
Autor
Jahr
2009
Seiten
11
Katalognummer
V141804
ISBN (eBook)
9783640514045
ISBN (Buch)
9783640511853
Dateigröße
395 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Hattington, Fachdidaktik, Walter Jens, Parabel, Bericht, Deutschunterricht
Arbeit zitieren
Melanie Müller (Autor), 2009, „Bericht über Hattington“ von Walter Jens - didaktische Aufbereitung eines Textes, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/141804

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