Entwicklung und Struktur im internationalen Tourismus


Studienarbeit, 2007

34 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Begriffliche Grundlagen

3 Die Entwicklung im internationalen Tourismus
3.1 Die Entwicklung der Rahmenbedingungen
3.1.1 Bedürfnissituation
3.1.2 Gesellschaftliche Einflüsse
3.2 Die historische Entwicklung im internationalen Tourismus
3.2.1 Von den Anfängen bis in das 18. Jahrhundert
3.2.2 Der moderne Tourismus im 19. Jahrhundert
3.2.3 Tourismus im 20. und 21. Jahrhundert

4 Wirtschaftsfaktor Tourismus

5 Die Struktur im internationalen Tourismus
5.1 Determinanten und Struktur der Nachfragegruppen
5.1.1 Erholungs- und Freizeittouristen/ Freizeitreisende
5.1.2 Geschäftstouristen
5.1.3 Kurtouristen
5.1.4 Gesundheitsbetonte- und Wellness-Touristen
5.1.5 Privat-Touristen
5.1.6 Die Nichtreisenden
5.2 Determinanten und Struktur der Anbietergruppen
5.2.1 Beherbergungsgewerbe
5.2.2 Transportbetriebe
5.2.3 Reiseveranstalter
5.2.4 Reisemittler

6 Trends und Prognosen für die Zukunft
6.1 Trends auf der touristischen Nachfrageseite
6.2 Trends auf der touristischen Anbieterseite

7 Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abb. 1: Branchensegmentierung nach touristischer Absatzquote (geschätzt)

Abb. 2: eigene Darstellung; Ankünfte/Einnahmen im internat. Tourismus

Abb. 3: eigene Darstellung; Reisezweck aus internat. Sicht

Abb. 4: eigene Darstellung; Verkehrsmittelnutzung im internat. Tourismus

Abb. 5: eigene Darstellung; Passagierzahlen der gr öß ten Flughäfen weltweit

Abb. 6: Die Struktur im Reisemittlermarkt- Anteile an der Anzahl an Büros

Tab. 1:eigene Darstellung; Die umsatzstärksten Reiseveranstalter in Europa

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Die Tourismusbranche gilt als die Zukunftsindustrie des 21. Jahrhunderts. Schätzungen der World-Tourism-Organization (WTO) sagen weltweit über 900 Millionen Reisende bis zum Jahr 2010 voraus. Die Entwicklung zum größten Wirtschaftszweig der Welt mit einem momentanen Bruttosozialprodukt von mehr als zehn Prozent zeigt die Bedeutung der Tourismusbranche (Vgl. Breidenbach 2002, Geleitwort).

Doch wie kam es zu solch einer enormen Entwicklung des Tourismus? Welche Akteure stehen im Mittelpunkt des Geschehens? Mit diesen beiden sowie noch anderen Fragen setzt sich diese Studienarbeit auseinander.

Um zu wissen, was genau hinter den Begriffen rund um den Tourismus steht, werden im zweiten Abschnitt die wichtigsten Schlagwörter definiert. Im nächsten Punkt wird die Entwicklung des Tourismus näher betrachtet. Dabei wird speziell auf die Veränderung der Rahmenbedingungen sowie die historischen Etappen des Tourismus eingegangen.

Der Punkt vier befasst sich mit dem Wirtschaftsfaktor Tourismus und der Frage, welchen Stellenwert dieser in der Weltwirtschaft hat. Im Abschnitt fünf wird die Struktur der Branche in seine Einzelteile zerlegt. Die Nachfragegruppen sowie die verschiedenen Anbieter werden einzeln dargestellt und analysiert. Der sechste Punkt befasst sich mit den Trends und Prognosen für die Zukunft. Auch hier werden Nachfrage- und Anbietertrends getrennt voneinander betrachtet. Eine Zusammenfassung wird im Abschnitt sieben vorgenommen.

2 Begriffliche Grundlagen

Da es sich bei Tourismus um eine relativ weitläufige Thematik handelt, ist es sehr wichtig, dass man den Begriff so genau wie möglich abgrenzt. Dabei kommen einige Fragen auf, die geklärt werden sollten. Was ist Tourismus eigentlich? Was unterscheidet Tourismus von den Begriffen Fremdenverkehr bzw. Reiseverkehr?

Seitdem sich die Wissenschaft mit dem Thema Tourismus beschäftigt, sind verschiedene Versuche gestartet worden, diesen Begriff eindeutig abzugrenzen. Dies erwies sich aber als äußerst schwierig, da das Phänomen „Reisen“ vielerlei Gestalt annehmen kann. (Vgl. Steinecke, 2006 S.12) Das Wort Tourismus stammt vom griechischen Wort „tornos“ , was soviel bedeutet wie zirkelähnliches Werkzeug und kam über das lateinische Wort „tonare“ (runden) sowie das französische Wort „tour“ in die englische und deutsche Sprache. All diese Wörter haben den Begriff der Rundung bzw. der zum Ausgangspunkt zurückkehrenden Wendung gemeinsam. Zusammengefasst kann man also sagen, dass eine Tour eine Reise vom üblichen Wohnort hin zu einem anderen Ort ist. An diesem anderen Ort bleibt man eine gewisse Zeit und kehrt letztendlich wieder zu seinem Ausgangspunkt zurück. Ein Tourist ist also jemand, der solch eine Tour macht (Vgl. Mundt, 2006 S. 2). Aus dem Wort „Tour“ ist nach dem deutsch-französischen Krieg im neuen deutschen Reich „Reise“, „Wanderung“ geworden, einzig die Bezeichnung „Tourist“ hat sich durchgesetzt. Beim Begriff „Reise“ allerdings ist das Wiederzurückkommen undefiniert. Dementsprechend wird auch der Begriff „Reiseverkehr“ definiert: Er umfasst alles Verlassen des eigentlichen bzw. ursprünglichen Wohnortes. Damit gehört der Umzug von einem Ort in einen anderen ebenso dazu wie das Auswandern oder die Flucht“ (s. Mundt, 2006 S. 2).

Der Begriff Fremdenverkehr ist ähnlich dem des Tourismus, mit dem kleinen Unterschied, dass beim Fremdenverkehr der Fremde aus der Unbekannten kommt und nach einer gewissen Zeit wieder als Fremdgebliebener dorthin verschwindet. Tourismus ist eher die Mobilität des Nichtfremden, der aus der eigenen Umwelt kommt und dahin auch wieder verschwindet. Eindeutig ist dies aber auch nicht, da es wieder der Tourist ist, der einen Ort aufsucht und bzw. sich seinem Ort abwendet (Vgl. Mundt, 2006 S. 3).

Mundt (2006, S.3) definiert Tourismus folgendermaßen: „Unter dem Oberbegriff Tourismus fasst man also alle Reisen, unabhängig von ihren Zielen und Zwecken, zusammen, die den zeitweisen Aufenthalt an einem anderen als den Wohnort einschließen und bei denen die Rückfahrt Bestandteil der Reise ist“. Als Vorteil wird allgemein angesehen, dass der Begriff „Tourismus“ in fast allen europäischen Sprachen ebenso Verwendung findet.

Auch der Begriff „Tourist“ wird auf unterschiedliche Weisen abgegrenzt. Die World Tourism Organization definiert ihn wie folgt: „Touristen sind vorübergehende Besucher, die wenigstens eine Nacht und weniger als ein Jahr im Besuchsland verbringen“. Nach der Organization for Economic Cooperation and Development (OECD) versteht man unter Touristen „Personen, die sich mindestens 24 Stunden außerhalb ihres Wohnortes zu beruflichen, vergnüglichen oder anderen Zwecken aufhalten“ (s. Luft 2005, S. 19). Allerdings ist es fragwürdig, die Termini Tourismus und Tourist an die Bedingung einer Übernachtung festzumachen. Bei den heutigen Möglichkeiten, welche zu einer höheren Mobilität beigetragen haben, ergeben sich auch Gelegenheiten, Tagesausflüge in die Ferne zu unternehmen. Diese wären dann zum Teil auch ohne Übernachtung bzw. in weniger als 24 Stunden möglich (Vgl. Luft, 2005, S. 19).

3 Die Entwicklung im internationalen Tourismus

Neben der Festlegung der begrifflichen Grundlagen ist es notwendig die Veränderungen der Rahmenbedingungen sowie die historische Entwicklung des Tourismus näher zu betrachten. Diese beiden Punkte werden im folgenden Abschnitt ausführlich dargestellt.

3.1 Die Entwicklung der Rahmenbedingungen

Der Einfluss der Rahmenbedingungen ist ausschlaggebend für die Entwicklung im Tourismus. Rahmenbedingungen können in verschiedene Kategorien eingeteilt werden. Auf zwei dieser Bereiche wird hier das Hauptaugenmerk gelegt.

3.1.1 Bedürfnissituation

Ganz allgemein kann man sagen, dass für das Reisen individuelle Bedürfnisse verantwortlich sind. „Maslow´s Bedürfnispyramide“ verdeutlicht, dass man das Phänomen Reisen nicht ausschließlich einer einzigen Bedürfnisebene zuschreiben kann, sondern das diese die komplette Entwicklungsstruktur betrifft. So kann z. B. eine Kurreise als eine Art Existenzsicherung angesehen werden, wenn sie zur Wiederherstellung der Gesundheit dient. Religiöse Menschen sehen Wallfahrten bzw. Pilgerreisen als eine Art Grundbedürfnis an, ihren Glauben zu stärken (Vgl. Luft 2005 S. 52).

Gehobene Bedürfnisse können beispielsweise Reisen zu Verwandten oder Bekannten sein, um Kontakte aufrechtzuerhalten und mit vertrauten Personen zu kommunizieren. Zu den Luxusbedürfnissen kann man Urlaubsreisen zählen, obwohl die Bedeutung solch einer Reise auch vom Wohlstand der Personen abhängig ist. Nicht für jedermann bedeutet heutzutage Urlaub auch Luxus, denn die Einen sparen jahrelang für einen teuren Urlaub, für Andere sind mehrere Urlaube im Jahr schon die Normalität (Vgl. Luft 2005, S. 53).

So lassen sich touristische Grundbedürfnisse heutzutage in fünf Gruppen unterteilen (s. Luft 2005, S. 54):

- Bedürfnis nach Erholung/Regeneration
- Bedürfnis nach Abwechselung und Ausgleich
- Bedürfnis nach Befreiung und Bindungen
- Bedürfnis nach Selbsterfahrung/Selbstfindung
- Bedürfnis nach Kommunikation

Durch den Einfluss der jeweiligen sozialen, wirtschaftlichen, ökologischen und politischen Situation, gepaart mit den Marketingaktivitäten der touristischen Anbieter entwickeln sich aus den touristischen Grundbedürfnissen die tatsächlichen Reisemotive sowie Reiseerwartungen (Vgl. Luft 2005, S. 54).

3.1.2 Gesellschaftliche Einflüsse

Zwar wird in Zukunft die Weltbevölkerung weiter zunehmen, aber im Gegensatz zu den Entwicklungsländern werden in einigen Ländern, wie z. B. in Deutschland, die Bevölkerungszahlen zurückgehen. Dies führt in solchen Ländern dazu, dass Nachfragepotentiale geringer werden und die Bevölkerung nach und nach überaltert. Die Folgen sind erhöhte Kosten für Gesundheit und Pflege sowie das Aus für den sogenannten Generationsvertrag der Alterssicherung, welcher dann nicht mehr zu finanzieren ist. Damit steigen die Ausgaben für private Altersvorsorgen und sonstige Absicherungen. Dies hat dann auch auf den Bereich Freizeit und Vergnügen Auswirkungen, da für diese Zwecke weniger Geld zur Verfügung steht (Vgl. Schröder, Widmann, Widmann 2005, S. 9).

Auch ändern sich die bisherigen Haushaltsstrukturen. Kleine kinderlose Haushalte, welche in ihrer Freizeit sehr aktiv und spontan sind, nehmen zu. Dagegen werden Familien mit Kindern immer weniger. Die Konsequenz daraus ist, dass sich die Nachfrage für Familien und Freizeitangebote durch andere Interessen verändert (Vgl. Luft 2005, S. 55).

Andererseits vollzieht sich schon seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein eindeutiger Wandel in Bezug auf Arbeit und Freizeit, denn die Verkürzung der Wochenarbeitszeit, gesetzlich festgelegter Urlaubsanspruch, eine höhere Lebenserwartung bei zeitgleicher Beschränkung der Lebensarbeitszeit sowie steigende Realeinkommen in breiten Bevölkerungsschichten eröffnen neue Möglichkeiten zur individuellen Gestaltung der Freizeit (Vgl. Schröder, Widmann, Widmann 2005, S. 9).

Ein höheres Bildungsniveau bzw. ein höherer Bildungsgrad hat in den letzten dafür gesorgt, dass die Reiseintensität gestiegen ist. Ein direkter Zusammenhang ist eindeutig zu erkennen. Die Spanne zwischen denjenigen, die hohe Einkommen beziehen und denjenigen, die eher niedrige Einkommen erzielen, wird immer größer. Dies hat zur Folge, dass es auch im Tourismus zu Veränderungen kommt. Die Spanne zwischen Billigtourismus und anspruchsvollem Tourismus klafft immer weiter auseinander (Vgl. Luft 2005, S. 55).

Aber nicht nur das Bildungsniveau hat sich verändert, auch die Lebenseinstellung ist eine andere geworden. „Heutzutage arbeitet man, um zu leben und seine Freizeit zu genießen“ (s. Luft 2005, S.55). Dabei werden Begriffe wie Erlebnis, Genießen, Wellness und Wohlbefinden immer wichtiger, speziell für die Akteure im Marketing.

3.2 Die historische Entwicklung im internationalen Tourismus

Warum der heutige Tourismus so zum Phänomen in der Neuzeit geworden ist, zeigt ein historischer Rückblick auf die in den verschiedenen Abschnitten herrschenden politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Verhältnisse. Dabei ist eindeutig zu erkennen, dass die uns heute bekannten Motive teilweise auch schon im Altertum existierten (Vgl. Hafner 1998, S. 17).

3.2.1 Von den Anfängen bis in das 18. Jahrhundert

Wahrscheinlich waren es die Ägypter, die als erstes Volk aus Neugier oder zum Zwecke der Erholung zu Reisen aufbrachen. Archäologen entdeckten an Wänden der ab 2600 v. Chr. gebauten Pyramiden Zeichen Ägyptischer Reisenden. Dass die Ägypter einen Gott für das Reisen festgelegt hatten, zeigt von welch hoher gesellschaftlicher Bedeutung das Reisen in ihrem Land war (Vgl. Luft 2005, S. 59).

Aber auch in der vorchristlichen Zeit Griechenlands fand man erste Anreize für den heutigen Tourismus. Einen großen Einfluss auf den Reiseverkehr im Alten Griechenland hatten die Olympischen Spiele, die seit etwa 770 v. Chr. mit einigen Unterbrechungen alle vier Jahre ausgetragen wurden. Neben einer Vielzahl aktiver Sportler war auch eine große Menge an Zuschauern bereit den Weg zu den Sportveranstaltungen auf sich zu nehmen (Vgl. Bieger 2006, S. 47). Doch auch dem Geografen und Historiker Herodot (480-421 v. Chr.) ist es zu verdanken, dass Bildungs- bzw. Studienreisen unternommen wurden. Dieser war einer der ersten Touristen seines Landes und nutzte nebenbei seine Reisen dazu, um andere Sitten und Bräuche kennenzulernen und als eine Art Reiseberichterstatter zu fungieren (Vgl. Hafner 1998, S. 17). Seine Fahrten in den Mittelmeerraum und entlang des Schwarzen Meeres machten ihn berühmt, speziell durch die Reisen zum Aeskulaptempel in Epidaurus wird er als „Erfinder“ heutiger Kurreisen geführt. Auch von Herodot´s Reisen zum Orakel von Delphi kann man gewiss auf eine Art der heutigen Wallfahrt schließen (Vgl. Luft 2005, S. 59).

Insbesondere im Römischen Reich (753 v. Chr. bis 493 v. Chr.) bekam das Reisen einen regelrechten Aufschwung. So wurde ein kontinentales Straßennetz erbaut, eine Frühform des Zweitwohnungstourismus brach aus. Da in den großen Städten, wie z. B. Rom, durch Überbevölkerung die Lebensverhältnisse mehr und mehr schlechter wurden, nahmen im Sommer viele einen Ortswechsel in landschaftlich attraktivere Gegenden vor. So entstanden Badezentren an mehreren zentralen Orten, wie z. B. St. Moritz, Baden-Baden oder Baden bei Zürich, die viele Touristen aus nah und fern in diese Gebiete lockten.

Nach dem Untergang des Römischen Reiches waren die meisten Straßen kaum mehr nutzbar. Zudem wurden Reisen gefährlicher. Immer weniger Menschen trauten sich, ihre Heimat zum Zwecke der Erholung o. ä. zu verlassen. Dies bedeutete erstmal das Ende des touristischen Reiseverkehrs (Vgl. Hafner 1998, S. 18).

Eine dynamische Reisebewegung startete etwa ab Mitte des 11. Jahrhunderts durch meist zweckorientierte Reisen von Kreuzzüglern, Wallfahrern, Pilgern wie auch Handwerkern und Scholaren. Speziell Pilgerreisen und Wallfahrten prägten bis zur Zeit der Reformation die Reisebewegung. Dass man schon von organisierten Reisen sprechen kann, zeigt die Versorgung der Reisenden mit Unterkünften in Kirchen und Klöstern genauso wie erste Formen von Reiseleitungen am Ort. Reformation und Glaubenskriege bescherten diesen Reisen einen Einbruch. Doch im 17. Jahrhundert entwickelten sich durch den Barock Pilger- und Wallfahrten wieder zu einer Art Massenbewegung (Vgl. Luft 2005, S. 61).

Die Zweckhaftigkeit des Reisens wurde in der Zeit der Aufklärung erheblich gelöst. Nun entstand ab dem 18. Jahrhundert besonders durch junge Adlige ein durchaus intensiver Bildungstourismus mit speziellem Interesse nach Natur und dem einfachen Leben. Aber auch Dichter und Schriftsteller, wie z. B. Johann Wolfgang von Goethe, Gottfried Herder, Jean Paul, beschrieben und lobten mit ihren Reiseerlebnissen andere Länder, genauso wie deren Kulturen und Lebensformen. Dies führte dazu, dass immer mehr Menschen attraktive Regionen innerhalb Deutschlands (u. a. Harz, Thüringer Wald) besuchten. Auch die Reisebedingungen wurden in dieser Zeit wieder besser. Neben Ruhe, Ordnung und Sicherheit durch nun wieder stabile Nationalstaaten, wurde auch die Beschaffenheit der Straßen wieder besser (Vgl. Bieger 2006, S. 48).

3.2.2 Der moderne Tourismus im 19. Jahrhundert

Mit der Industrialisierung ab der Mitte des 18. Jahrhunderts bekam der Tourismus eine entscheidende Veränderung. Durch einen nun steigenden wirtschaftlichen Wohlstand konnte das europäische Verkehrssystem entscheidend verbessert werden. Moderne Passstraßen, Dampfschiffe sowie Eisenbahnen erleichterten das Reisen gewaltig. Vor allem der Eisenbahnverkehr, welcher zu einer kostengünstigen und auch schnellen Variante des Reisens wurde, sprach von da an auch die immer breiter werdenden Volksschichten an (Vgl. Hafner 1998, S. 18). Auch im Bereich der Beherbergung änderte sich einiges. Durch immer größere Touristenzahlen entstanden nun Betriebe, die gegen Entgelt die Touristen empfingen und für deren Aufenthalt sowie Unterkunft sorgten. Vor allem in den Schweizer Fremdenverkehrsgebieten entstanden so die ersten Hotels, da überwiegend Engländer den Wintersport in den Alpen für sich entdeckten. So entstanden regelrechte Hotelimperien für den Adel, das neureiche Bürgertum sowie für ähnlich situierte Gruppen (Vgl. Hafner 1998, S. 18 f.).

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts ging in Deutschland vorrangig die Sommerfische als kennzeichnende Reiseform hervor. Diese wurde auch als Residenztourismus bezeichnet. Es wurde ständig die gleiche Unterkunftsmöglichkeit im immer gleich bleibenden Ort gewählt. Nicht selten kam es bei den eher wohlhabenden Familien vor, dass die so genannte Sommerfrische von Anfang Juni bis in den September hinein andauerte.

Dagegen war es für die Arbeiterschaft zu dieser Zeit unmöglich, am Tourismus überhaupt teilzunehmen. Als maßgebliche Hemmnisse traten daher ein geringer bzw. fehlender Jahresurlaub genauso wie ein zu niedriges Einkommen auf (Vgl. Luft 2005, S. 64).

Mit der Erfindung der Pauschalreisen wurde der Tourismus erst richtig organisiert. Thomas Cook (1802-1892) gründete 1841 sein erstes Reisbüro in England und war somit auch Begründer der Reiseverkehrsbranche. In Deutschland dagegen wurden erst ab 1886 die ersten Reisebüros eröffnet (Vgl. Bieger 2006, S. 50).

[...]

Ende der Leseprobe aus 34 Seiten

Details

Titel
Entwicklung und Struktur im internationalen Tourismus
Hochschule
Fachhochschule Nordhausen
Veranstaltung
Internationale Wirtschaft
Note
1,7
Autor
Jahr
2007
Seiten
34
Katalognummer
V141810
ISBN (eBook)
9783640519064
ISBN (Buch)
9783640520596
Dateigröße
726 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Entwicklung, Struktur, Tourismus
Arbeit zitieren
Dipl. Betriebswirt (FH) Dirk Holzapfel (Autor), 2007, Entwicklung und Struktur im internationalen Tourismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/141810

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