Der vorliegende Praktikumsbericht beschreibt die schulische Praktikumserfahrung während der Lehramtsausbildung. Die Arbeit präsentiert einen strukturierten Überblick über die Vorbereitung, Umsetzung und Reflexion einer geplanten Unterrichtsstunde. Der erste Abschnitt enthält allgemeine Angaben zum Unterrichtsversuch, gefolgt von einer Einordnung der Stunde in die gesamte Unterrichtseinheit.
Die Lernvoraussetzungsanalyse betrachtet sozial-situative und anthropologische Aspekte, um einen fundierten Einblick in die Voraussetzungen der Lerngruppe zu geben. Intentionale Entscheidungen, thematische Überlegungen sowie sach- und didaktische Analysen werden im Detail erläutert.
Methodische und mediale Entscheidungen werden eingehend behandelt, bevor ein detaillierter Verlaufsplan für die ausgewählte Unterrichtsstunde präsentiert wird. Die Reflexion schließt die Arbeit ab, wobei Aufgaben zur vertieften Analyse der Planung und Durchführung vorgestellt werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Allgemeine Angaben zum geplanten Unterrichtsversuch
2. Stellung der Stunde in der Unterrichtseinheit
3. Lernvoraussetzungsanalyse
3.1 Sozial-situative Voraussetzungen
3.2 Anthropologische Voraussetzungen
4. Intentionale Entscheidungen
5. Thematische Entscheidungen
5.1 Sachanalyse
5.2 Didaktische Analyse
6. Methodische und mediale Entscheidungen
7. Verlaufsplan der ausgewählten Unterrichtsstunde
8. Reflexion
8.1 Aufgabe 1:
8.2 Aufgabe 2:
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, ein schulpraktisches Unterrichtskonzept für den Deutschunterricht der 9. Jahrgangsstufe auf Basis des Modells der „Murmelbahn“ bzw. des „Rutschbahnenmodells“ zur Wortartenbestimmung zu entwickeln und zu reflektieren. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, wie Schülerinnen und Schüler durch die Anwendung grammatischer Proben und die Berücksichtigung von Kontextgebundenheit eine eigenständige Systematisierung von Wortarten erlangen können, wobei der Fokus insbesondere auf der Verknüpfung von morphologischen, syntaktischen und textuellen Kriterien liegt.
- Systematische Wortartenbestimmung mittels des Rutschbahnenmodells
- Differenzierung zwischen flektierbaren und nicht-flektierbaren Wortarten
- Syntaktische Gebundenheit und Kontextabhängigkeit von Wortarten
- Unterrichtsgestaltung im hybriden Modell (Präsenz- und Distanzlernen)
- Einsatz digitaler Medien zur Lernunterstützung im Deutschunterricht
Auszug aus dem Buch
5.1 Sachanalyse
Wortarten sind eine zur Klassifikation von Wörtern geeignete Kategorie. Sie stellen dahingehend grammatische Klassen dar, was bedeutet, dass eine Wortart durch ihre Distribution abgegrenzt ist. Dies schließt jedoch nicht aus, dass die jeweiligen Wörter eine semantische Basis haben, welche allerdings kein ausreichendes Kriterium liefert, um über die Zugehörigkeit eines Wortes zu einer Wortart zu entscheiden (vgl. Lehmann 2005, S. 3). Daher bedarf es der Erarbeitung einer Systematik zur Wortartenbestimmung. Das dahinterstehende Prinzip sieht dabei so aus, dass für die Zuordnung eines Wortes zu einer Wortart Fragen innerhalb einer Fragekette bejaht oder verneint werden müssen, sodass es zu einer Differenzierung kommt. Die dabei gestellten Fragen gehen mit grammatischen Proben (bspw. Tempus-Probe, Steigerungsprobe, Pluralprobe, Ersatzprobe etc.) einher, sodass die Bejahung einer Frage verdeutlicht, dass die jeweilige Probe möglich ist, bei einer Verneinung ist sie dies nicht. Wird eine Fragekette beendet, bedeutet dies die jeweilige Zuordnung des Wortes zu einer Wortart. Diese Systematisierung kann insbesondere anhand einer Murmelbahn veranschaulicht werden. Hierbei steht die Murmel sinnbildlich für das jeweilige Wort, welches am Anfang in die Murmelbahn hineinfällt. Bei jeder möglichen Abzweigung wird eine Eigenschaft erfragt. Abhängig von der Erfüllung oder Nicht-Erfüllung der Eigenschaft rollt die „Wort-Murmel“ in die rechte oder linke Bahn. Das Ende bildet ein Zielbecken, welches mit einem sogenannten „Wortartenetikett“ beschriftet ist. Von besonderer Bedeutung ist hierbei die Einhaltung der Reihenfolge, sodass nicht von einer mittleren oder unteren Position gestartet werden kann (vgl. Imo 2016, S. 26). Den Anfang der Murmelbahn stellt das morphologische Kriterium zur Bestimmung von Wortarten dar, nämlich die Zuweisung des jeweiligen Wortes in eine flektierbare oder nicht-flektierbare Wortart. Flektierbarkeit meint hierbei die Veränderbarkeit während die Nicht-Flektierbarkeit demgegenüber die Nicht-Abwandlung eines Wortes meint (vgl. Rothstein 2012, S. 4).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Allgemeine Angaben zum geplanten Unterrichtsversuch: Auflistung der Rahmenbedingungen für die geplante Unterrichtsstunde, wie Schulform, Klassenstufe, Fach, Thema, Datum und Uhrzeit.
2. Stellung der Stunde in der Unterrichtseinheit: Einordnung der Unterrichtsstunde in die zehnstündige Einheit „Lyrik – Gedichtewerkstatt“ anhand einer tabellarischen Übersicht.
3. Lernvoraussetzungsanalyse: Darstellung der sozial-situativen Gegebenheiten durch Pandemie und Wechselmodell sowie der anthropologischen Voraussetzungen bezüglich des Leistungsstands und des Arbeitsverhaltens.
4. Intentionale Entscheidungen: Festlegung des Grobziels der Unterrichtsstunde sowie Ausformulierung kognitiver, affektiver und methodischer Feinziele für die Schülerinnen und Schüler.
5. Thematische Entscheidungen: Theoretische Auseinandersetzung mit der Wortartenklassifikation (Sachanalyse) und Begründung der Relevanz des Lerngegenstands gemäß Bildungsstandards und Kerncurriculum (Didaktische Analyse).
6. Methodische und mediale Entscheidungen: Erläuterung der Gestaltung von Präsenz- und Distanzlernen unter Nutzung digitaler Plattformen und die Planung der inhaltlichen Phasen der Stunde.
7. Verlaufsplan der ausgewählten Unterrichtsstunde: Detaillierte tabellarische Darstellung des zeitlichen und inhaltlichen Ablaufs der Stunde, inklusive Phasen, Handlungsschritten, Methodik und Medien.
8. Reflexion: Kritische Auseinandersetzung mit der Durchführung der geplanten Stunde sowie Reflexion über erlebte Situationen im Praktikum als Anlass für das weitere Studium.
Schlüsselwörter
Deutschunterricht, Wortarten, Rutschbahnenmodell, Systematisierung, Grammatische Proben, Flektierbarkeit, Syntaktische Gebundenheit, Sprachbewusstsein, Unterrichtsplanung, Schulpraktikum, Digitales Lernen, Klassensituation, Heterogenität, Sprachdidaktik, Reflexion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit dokumentiert einen Unterrichtsversuch im Fach Deutsch während eines Allgemeinen Schulpraktikums, in dem die Wortartenbestimmung mithilfe eines Rutschbahnenmodells thematisiert wird.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Neben der zentralen Wortartenklassifikation behandelt die Arbeit die Förderung der analytischen Kompetenz von Schülern durch grammatische Proben sowie die Herausforderungen moderner Unterrichtsgestaltung im Wechselmodell.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, den Schülern durch ein systematisches Modell (Rutschbahn) zu ermöglichen, Wortarten eigenständig zu identifizieren und dabei auch syntaktische und textuelle Zusammenhänge zu verstehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird ein lerntheoretisch fundiertes Vorgehen gewählt, das auf der Anwendung grammatischer Proben (wie Ersatz-, Tempus- oder Pluralprobe) aufbaut, um Wörter systematisch in Wortarten einzuordnen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst sowohl die theoretische Sach- und didaktische Analyse der Wortartenbestimmung als auch die detaillierte Planung und methodische Gestaltung der Unterrichtsstunde sowie die anschließende Reflexion.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie Wortarten, Rutschbahnenmodell, Sprachdidaktik, grammatische Proben und schulpraktische Reflexion aus.
Welche technische Herausforderung trat während der Unterrichtsstunde auf?
Während der Stunde kam es zu Problemen mit dem Zusammenspiel von Microsoft Teams und der OneNote-Software zur Visualisierung, was zu Verzögerungen führte und eine kurzfristige Umorganisation erforderte.
Wie wird mit der Heterogenität der Klasse umgegangen?
Die Arbeit setzt auf Differenzierung durch verpflichtende Basisaufgaben für alle und zusätzliche Bonusaufgaben für schnellere Schüler, um unterschiedlichen Leistungsständen gerecht zu werden.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2020, Bericht über das allgemeine Schulpraktikum. Planung, Durchführung und Reflexion einer Unterrichtsstunde (9. Klasse Deutsch, Mittel- und Realschule), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1418359