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Griechische Tyrannis. Peisistratos drei Versuche, eine Tyrannenherrschaft über Athen zu erlangen

Title: Griechische Tyrannis. Peisistratos drei Versuche, eine Tyrannenherrschaft über Athen zu erlangen

Term Paper , 2023 , 17 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Sophie Schlüter (Author)

World History - Early and Ancient History
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Summary Excerpt Details

Im Laufe dieser Arbeit soll die Leitfrage "Inwiefern verhalfen Peisistratos' Mittel der Legitimation zur Errichtung seiner drei Tyrannis über Athen?" beantwortet werden. Hierbei soll ebenso erläutert werden, ob er heimlich vorging oder ob er sein Handeln öffentlich demonstrierte, um als Tyrann in Athen 'Fuß zu fassen'. Daher ist das Ziel dieser Arbeit herauszufinden, wie Peisistratos trotz zweier Niederlagen die Herrschaft erlangen konnte und welche Mittel er für seine Legitimation nutzte.

Die Unzufriedenheit der Bevölkerung, Rivalitäten zwischen Aristokraten und soziale und wirtschaftliche Missstände waren in der Archaik an der Tagesordnung und stellten begünstigende Faktoren für die Errichtung einer Tyrannis dar. Tyrannen erlangten dabei keinesfalls, wie es bei den Königen üblich war, durch legitime und gesetzeskonforme Mittel die Macht, sondern griffen auf Gewalt und Listen zur Etablierung ihrer Tyrannis zurück. Exemplarisch war dafür die Unterstützung von Söldnern oder eine geschickte Selbstinszenierung vor dem Volk. Peisistratos bemühte sich drei Mal die Macht über Athen zu ergreifen, was ihm bei seinem letzten Versuch durch die Hilfe von Söldnern und Unterstützern gelang. Durch sein mehrmaliges Bestreben und die unterschiedlichen Arten, um seine Tyrannis durchzusetzen, bietet Peisistratos den idealen Untersuchungsgegenstand meiner Leitfrage.

Um die Fragestellung zu beantworten, bilden Herodot und Aristoteles meine Quellengrundlage, da beide die drei Tyrannenherrschaften des Peisistratos beschrieben. Thukydides äußerte sich lediglich zum Ende der Tyrannis von Peisistratos über ihn und widmete sich anschließend eher seinen Söhnen, weshalb dieser für die Hausarbeit nicht von großer Relevanz ist. Auch in der modernen Forschung stellen Aristoteles und Herodot die Hauptquellen für die Tyrannis von Peisistratos dar, jedoch wurden hierbei auch einige Schilderungen kritisch beleuchtet. Besonders in Bezug auf die drei Gruppierungen, welche sich laut Aristoteles durch lokale und verfassungspolitische Merkmale unterschieden, wird von einem Anachronismus gesprochen. Daher ist es für diese Leitfrage von besonderer Bedeutsamkeit die Quellen kritisch zu hinterfragen und mithilfe der modernen Literatur ein Urteil zu entwickeln. Diese Arbeit wird zuerst das Wesen der Tyrannis ausführlich beschreiben, um die Merkmale und Besonderheiten dieser herauszufinden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Begriffsbeschreibung Tyrannis

3 Ausgangslage in Athen

3.1 Krise der archaischen Zeit

3.2 Der Reformer Solon

4 Peisistratos drei Versuche, die Tyrannenherrschaft zu erlangen

5 Selbstinszenierung und Keulenträger

6 Legitimation durch die Stadtgöttin Athene

7 Beteiligung von auswärtigen Söldnern und Unterstützern

8 Resümee

9 Bibliographie

9.1 Quellenverzeichnis

9.2 Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Legitimationsstrategien des Peisistratos bei seinen drei Anläufen, eine Tyrannenherrschaft über Athen zu etablieren, und analysiert hierbei die Rolle von Inszenierung, List und externer Unterstützung.

  • Die Entstehung und Definition der antiken Tyrannis
  • Soziale und wirtschaftliche Krisenphänomene im archaischen Athen
  • Die Rolle der solonischen Reformen als Ausgangslage
  • Strategische Selbstinszenierung und der Einsatz von Leibgarden
  • Religiöse Legitimation durch die Göttin Athene
  • Militärische Machtausübung durch Söldnertruppen

Auszug aus dem Buch

5 Selbstinszenierung und Keulenträger

In den „Historien“ von Herodot erlangte Peisistratos schon vor seiner Geburt durch ein Wunder, welches sein Vater Hippokrates in Olympia passierte, Prestige. Chilon aus Sparta deutete dieses Wunder von Hippokrates und sprach die Warnung aus, dass er kein Kind kriegen sollte und falls er einen Sohn bekommt, sollte er diesen verstoßen. Hippokrates schenkte dieser Orakeldeutung jedoch keine Beachtung und zog Peisistratos auf. Somit sorgte der Orakelspruch von Olympia schon vor seiner Geburt für seine Bekanntheit. Einen guten Ruf verschaffte sich Peisistratos in den Sechzigern des 6. Jahrhunderts v. Chr. als erfolgreicher Feldherr durch die Eroberung von Nisaia im Krieg gegen Megara. Sowohl Aristoteles als auch Herodot schilderten die militärischen Erfolge, durch welche er bei den Athenern Ansehen erhielt. Das wundersame Ereignis vor der Geburt von Peisistratos und die Orakeldeutung waren lediglich von Herodot berichtet worden und sollten kritisch betrachtet werden. Ob dieses Wunder in Wirklichkeit so geschehen war, wie es Herodot schilderte, ist für diese Erarbeitung irrelevant, da Peisistratos durch diese Inszenierung an Bekanntheit gewann, ohne finanzielle Mittel einzusetzen. Somit legitimierte sich Peisistratos durch die Erzählung von dem Wunder aus Olympia und seiner Leistung bei militärischen Eingriffen bei den Athenern.

Laut Herodot und Aristoteles hatten sich in Athen drei konkurrierende Anführer mit einer lokalen Anhängerschaft gebildet. Megakles führte die Küstenbewohner (Paralioi) an, Lykurgos war der Führer der Bewohner der Ebene (Pediakoi) und Peisistratos galt als Oberhaupt von dem Volk aus den Bergen (Diakrioi). Diese Gruppierungen, welche durch unterschiedliche verfassungspolitische Merkmale von Aristoteles charakterisiert wurden, führten in der modernen Forschung zu Skepsis. Es wird angenommen, dass sich diese Anhängerschaften weder in ihrer sozialen noch in den lokalen Aspekten sonderlich voneinander unterschieden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in die Thematik der Tyrannis sowie Darlegung der Fragestellung zur Legitimation des Peisistratos unter Rückgriff auf antike Quellengrundlagen.

2 Begriffsbeschreibung Tyrannis: Analyse des Begriffs der Tyrannis als informelle, oft als illegitim wahrgenommene Herrschaftsform unter Einbeziehung antiker Denker.

3 Ausgangslage in Athen: Untersuchung der sozialen und wirtschaftlichen Instabilitäten der Archaik sowie der Bemühungen Solons, diese durch Reformen zu entschärfen.

4 Peisistratos drei Versuche, die Tyrannenherrschaft zu erlangen: Historischer Überblick über die instabile Machtsituation in Athen, die den Aufstieg des Peisistratos begünstigte.

5 Selbstinszenierung und Keulenträger: Analyse von Peisistratos' Strategien zur Erlangung einer Leibgarde durch List und Inszenierung eigener kriegerischer Verdienste.

6 Legitimation durch die Stadtgöttin Athene: Untersuchung der rituellen und propagandistischen Instrumentalisierung der Stadtgöttin zur Sicherung der Machtstellung.

7 Beteiligung von auswärtigen Söldnern und Unterstützern: Darstellung des Einsatzes finanzieller Mittel, Plünderungen und auswärtiger Militärhilfe zur finalen Machtübernahme.

8 Resümee: Zusammenfassende Betrachtung der angewandten Legitimationsmittel, die den Erfolg und die Dauerhaftigkeit der Tyrannis des Peisistratos sicherten.

Schlüsselwörter

Peisistratos, Tyrannis, Athen, Legitimation, Solon, Archaik, Leibgarde, Keulenträger, Athene, Söldner, Selbstinszenierung, Polis, Aristokratie, Machtübernahme, Antike

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht, mit welchen Mitteln Peisistratos es schaffte, sich gegenüber konkurrierenden Aristokraten durchzusetzen und seine Herrschaft über Athen trotz zwischenzeitlicher Niederlagen zu legitimieren.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die archaische Krise Athens, die gesellschaftlichen Strukturen, die Rolle der antiken Quellen (Herodot, Aristoteles) sowie die Psychologie politischer Machtlegitimation in der griechischen Antike.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die spezifischen Strategien – von List und Täuschung bis hin zur religiösen Inszenierung – zu entschlüsseln, die Peisistratos den Weg zur Etablierung seiner drei Tyrannenherrschaften ebneten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Analyse basiert auf einer kritischen Auswertung antiker Hauptquellen (Herodot, Ps.-Aristoteles) in Kombination mit moderner althistorischer Forschungsliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die drei Phasen der Machtübernahme, die Rolle lokaler Gruppierungen, die Taktik der "Keulenträger" und die systematische Nutzung religiöser Symbole und militärischer Ressourcen.

Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich am besten unter Begriffe wie Peisistratiden, antike Machtpolitik, politische Legitimation, athenische Verfassungsgeschichte und historische Propaganda fassen.

Wie wichtig war die "Athene-Inszenierung" für den Erfolg des Peisistratos?

Deren Bedeutung war zentral, da sie Peisistratos als von der Stadtgöttin persönlich autorisierten Herrscher darstellte und somit eine Form der sakralen Legitimation bot, die über rein politische Argumente hinausging.

Warum spielt der Einsatz von Söldnern eine so große Rolle für die dritte Tyrannis?

Die Söldner waren entscheidend, da Peisistratos nach gescheiterten Versuchen durch die bloße Unterstützung lokaler Anhänger militärisch gegen Athen vorgehen musste, wofür er durch externe Unterstützung und Goldvorkommen die nötigen Mittel erwarb.

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Details

Title
Griechische Tyrannis. Peisistratos drei Versuche, eine Tyrannenherrschaft über Athen zu erlangen
College
University of Potsdam  (Alte Geschichte)
Course
Proseminar Griechische Tyrannis
Grade
1,0
Author
Sophie Schlüter (Author)
Publication Year
2023
Pages
17
Catalog Number
V1418698
ISBN (PDF)
9783346972453
ISBN (Book)
9783346972460
Language
German
Tags
Tyrannis Herrschaftssicherung Peisistratos Aristoteles Herodot Antikes Griechenland Athen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sophie Schlüter (Author), 2023, Griechische Tyrannis. Peisistratos drei Versuche, eine Tyrannenherrschaft über Athen zu erlangen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1418698
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