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Systemsprenger*innen. Eine kritische Auseinandersetzung mit den Jugendhilfemaßnahmen in sozialen Einrichtungen

Título: Systemsprenger*innen. Eine kritische Auseinandersetzung mit den Jugendhilfemaßnahmen in sozialen Einrichtungen

Tesis (Bachelor) , 2022 , 79 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Leonie Gottsche (Autor)

Trabajo social
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Das Phänomen „Systemsprenger*innen“ ist seit der gleichnamigen Filmveröffentlichung im Jahr 2019 nicht nur im fachlichen, sondern auch im gesellschaftlichen Diskurs sehr umstritten. Das Jugendhilfesystem scheint keine passenden Maßnahmen für die Kinder und Jugendlichen bereitstellen zu können und die Zielgruppe ist von Stigmatisierungsprozessen betroffen. In dieser Arbeit erfolgt eine differenzierte Auseinandersetzung mit dem Begriff, den Charakteristika der heterogenen Zielgruppe und den Denkmustern der Kinder und Jugendlichen. Des Weiteren werden unterschiedliche stationäre Angebote vorgestellt, in welchen „Systemsprenger*innen“ untergebracht werden. Es wird die Wirksamkeit der unterschiedlichen Maßnahmen ermittelt und im Anschluss wird sich mit den inklusiven Perspektiven für die Zielgruppe auseinandergesetzt. Hier werden Anhand eines Expert*innen-Interviews Faktoren herausgearbeitet, welche zu einer Inklusion der Kinder und Jugendlichen in das Hilfesystem und in die Gesellschaft führen können. Des Weiteren werden die Punkte Herausforderungen in der Arbeit, Exklusion und das Systemversagen kritisch diskutiert.

Since the release of the movie “system crasher” in 2019, the eponymous phenomenon has been discussed highly controversial not only in a professional but also in a social discourse. The youth welfare system does not seem to be able to provide suitable measures for the children and young people and the target group is affected by stigmatization. This paper deals with the term, the characteristics of the heterogeneous target group and the thought patterns of the children and youths in a differentiated way. Furthermore, different inpatient services are presented in which "system crasher" are accommodated. The effectiveness of the different measures is determined and then the inclusive perspectives for the target group are dealt with. With the help of an expert interview, factors are worked out that can lead to the inclusion of the children and young people in the help system and in society. Furthermore, the points of challenges in the work, exclusion and system failure are critically discussed.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das Phänomen „Systemsprenger*innen“

2.1 Charakteristika

2.2 Innere Subjektlogiken nach Menno Baumann

3 Kinder- und Jugendhilfemaßnahmen

3.1 Rechtliche Rahmenbedingungen

3.2 Hilfen zur Erziehung

3.2.1 Stationäre Erziehungshilfen

3.2.1.1 Intensivpädagogische Einrichtungen

3.2.1.2 Therapeutische Einrichtungen

3.2.2 Intensive sozialpädagogische Einzelbetreuung

3.3 Effektivität der Jugendhilfemaßnahmen

4 Die Debatte um inklusive Perspektiven für „Systemsprenger*innen“

5 Evaluation der stationären Angebote für „Systemsprenger*innen“

5.1 Methodisches Vorgehen

5.2 Interviewauswertung

5.2.1 Begriffsbezeichnung „Systemsprenger*innen“

5.2.2 Herausforderungen in der Arbeit

5.2.3 Inklusion

5.2.4 Exklusion

5.2.5 Systemversagen

5.3 Diskussion

6 Fazit

Zielsetzung & Forschungsthemen

Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch, in welchem Umfang aktuelle Jugendhilfemaßnahmen in sozialen Einrichtungen zu einer Inklusion von sogenannten „Systemsprenger*innen“ in das Hilfesystem und die Gesellschaft beitragen können. Ziel ist es zu ermitteln, ob und wie Maßnahmen weiterentwickelt werden müssen, um eine soziale Integration dieser Gruppe zu gewährleisten.

  • Analyse des Begriffs und der Charakteristika von „Systemsprenger*innen“
  • Untersuchung der pädagogischen Konzepte stationärer Erziehungshilfen
  • Beurteilung der Wirksamkeit und Effektivität aktueller Jugendhilfemaßnahmen
  • Evaluation von Inklusions- und Exklusionsfaktoren durch Experteninterviews
  • Diskussion von systembedingten Herausforderungen und Versagen im Jugendhilfesystem

Auszug aus dem Buch

Die Debatte um inklusive Perspektiven für „Systemsprenger*innen“

Seit Jahren besteht die Debatte um inklusive Perspektiven für bestimmte Adressat*innen der Sozialen Arbeit. Grenzen der Inklusion werden immer wieder in Bezug auf Personen mit geistiger oder einer schweren Form der Behinderung, sowie Personen mit sehr herausforderndem Verhalten beobachtet. Regeleinrichtungen und Maßnahmen, bzw. Fachkräfte werden von diesen Klient*innen an ihre Grenzen gebracht und können sie nicht mehr (aus)halten. Teilweise sind auch Sondereinrichtungen und spezielle Maßnahmen mit den als besonders behindert oder schwierig etikettierten jungen Menschen überfordert. Hier ergibt sich die Frage, inwiefern das Hilfesystem inklusive, bedarfsgerechte und angemessene Hilfezugänge schaffen kann, ohne die professionellen Akteur*innen der Jugendhilfe und die Mitarbeiter*innen von Regeleinrichtungen zu überlasten (vgl. Kielinger, Dressel & Haar, 2021, S. 191).

Besonders betroffen von diesem Konflikt ist das System Schule. Um Inklusion zu leisten, werden Förder- und E-Schulen in Deutschland geschlossen, um Kinder und Jugendliche mit abweichendem Verhalten und Förderungsbedarf gemeinsam mit allen anderen zu unterrichten (vgl. Baumann, 2019, S. 16). Inwiefern dieser Ansatz aber zu einer wirklichen Inklusion führt, ist fragwürdig. Ja, alle Kinder und Jugendlichen sitzen gemeinsam in einem Klassenraum, aber damit wird nicht automatisch die Inklusion der Adressat*innen mit Behinderung oder normabweichendem Verhalten sichergestellt. Auch dieser Ansatz ist pädagogisch und gesellschaftlich sehr umstritten. „Während im Schulsystem der Widerstand gegen die Inklusion besonders von Kindern mit so genannten Verhaltensstörungen zu wachsen scheint, nehmen auch im gesellschaftlichen Diskurs Tendenzen der Ausgrenzung, des „Wegsperrens“ und der Racheimpulse gegenüber jungen Menschen vor allem mit devianten und gewaltförmigen Verhaltensweisen seit vielen Jahren wieder zu […]“ (Baumann, 2019, S. 17).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der „Systemsprenger*innen“ ein, erläutert die Relevanz des Phänomens und formuliert die Forschungsfrage der Bachelorarbeit.

2 Das Phänomen „Systemsprenger*innen“: Dieses Kapitel definiert den Begriff „Systemsprenger*innen“, beleuchtet die Charakteristika der Zielgruppe und stellt das diagnostische Konzept von Menno Baumann vor.

3 Kinder- und Jugendhilfemaßnahmen: Hier werden die rechtlichen Grundlagen sowie verschiedene stationäre und intensivpädagogische Hilfsangebote der Jugendhilfe detailliert vorgestellt und ihre Effektivität bewertet.

4 Die Debatte um inklusive Perspektiven für „Systemsprenger*innen“: Das Kapitel diskutiert die komplexen Herausforderungen der Inklusion im Bildungs- und Hilfesystem und hinterfragt gesellschaftliche sowie strukturelle Barrieren.

5 Evaluation der stationären Angebote für „Systemsprenger*innen“: Im empirischen Teil werden Experteninterviews ausgewertet, um Faktoren für gelingende Inklusion bzw. Ursachen für Exklusion und Systemversagen in der Praxis zu identifizieren.

6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, beantwortet die Forschungsfrage und gibt einen Ausblick auf notwendige systemische Veränderungen in der Jugendhilfe.

Schlüsselwörter

Systemsprenger*innen, Jugendhilfesystem, Inklusion, Exklusion, Systemversagen, Erziehungshilfe, Stationäre Unterbringung, Soziale Arbeit, Bindungsverhalten, Biografiearbeit, Empowerment, Fallverstehen, Pädagogische Konzepte, Fallanalyse, Fremdunterbringung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit setzt sich kritisch mit der Situation von Kindern und Jugendlichen auseinander, die aufgrund ihres herausfordernden Verhaltens und zahlreicher gescheiterter Maßnahmen im Jugendhilfesystem als „Systemsprenger*innen“ bezeichnet werden.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Fokus stehen die Definition des Begriffs, die Analyse von Hilfemaßnahmen und stationären Einrichtungen, die Debatten um Inklusion in Schule und Gesellschaft sowie die Evaluation der praktischen Arbeit durch Experteninterviews.

Welches primäre Ziel bzw. welche Forschungsfrage verfolgt die Autorin?

Die Forschungsfrage lautet, in welchem Umfang aktuelle Jugendhilfemaßnahmen in sozialen Einrichtungen zu einer Inklusion dieser Zielgruppe in das Hilfesystem und die Gesellschaft führen und wie eine soziale Integration besser gewährleistet werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturrecherche und einer qualitativen Analyse von Experteninterviews mit Leitern stationärer Einrichtungen, die nach der Methode der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet wurden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Subjektlogiken, eine Beschreibung der rechtlichen und pädagogischen Rahmenbedingungen der Jugendhilfe sowie die Auswertung empirisch gewonnener Erkenntnisse zur Arbeitsweise in den Einrichtungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am treffendsten?

Die zentralen Schlagworte sind Inklusion, Exklusion, Systemversagen, Jugendhilfesystem und pädagogische Fallarbeit.

Welchen Stellenwert nimmt das "Systemversagen" in der Arbeit ein?

Das Systemversagen ist ein kritischer Kernpunkt, der durch die Experteninterviews belegt wird: Inflexibilität, personelle Unterbesetzung und mangelnde Vernetzung der beteiligten Akteure werden als wesentliche Hindernisse identifiziert.

Wie bewerten die Experten den Begriff "Systemsprenger*innen"?

Die interviewten Fachkräfte stehen der Bezeichnung skeptisch gegenüber. Sie betrachten sie als stigmatisierend und bevorzugen Begriffe wie „intensivpädagogische Klientel“ oder „herausforderndes Verhalten“.

Welche Rolle spielt die Beziehungsarbeit für den Erfolg der Maßnahmen?

Die Beziehungsarbeit zwischen Betreuer*in und Kind wird als essenzieller, aber kräfteraubender Grundbaustein für jegliche therapeutische Arbeit und spätere Integration identifiziert.

Welches Fazit zieht die Arbeit bezüglich einer Lösung?

Eine Lösung lässt sich nicht pauschalisieren. Erfolg hängt stark von individuellen Faktoren, einer stabilen Beziehungskontinuität, struktureller Haltgebung für Fachkräfte und einer besseren Verzahnung der beteiligten Systeme ab.

Final del extracto de 79 páginas  - subir

Detalles

Título
Systemsprenger*innen. Eine kritische Auseinandersetzung mit den Jugendhilfemaßnahmen in sozialen Einrichtungen
Universidad
Fresenius University of Applied Sciences Munich  (Soziales)
Curso
Soziale Arbeit
Calificación
1,0
Autor
Leonie Gottsche (Autor)
Año de publicación
2022
Páginas
79
No. de catálogo
V1419036
ISBN (PDF)
9783346973191
ISBN (Libro)
9783346973207
Idioma
Alemán
Etiqueta
Systemsprenger*innen Jugendhilfemaßnahmen Soziale Einrichtungen Inklusive Perspektiven Stationäre Angebote
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Leonie Gottsche (Autor), 2022, Systemsprenger*innen. Eine kritische Auseinandersetzung mit den Jugendhilfemaßnahmen in sozialen Einrichtungen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1419036
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