Dieser Sammelband beinhaltet zwei Hausarbeiten und eine Bachelorarbeit.
Der erste Text "Genderdiskurs im Fantasyroman "Rubinrot" von Kerstin Gier" beschäftigt sich mit einer genderorientierten Untersuchung des Romans. Zusätzlich geht es um die Forschungsfrage, inwiefern sich genderdiskursive Aspekte in dem Fantasyroman aufzeigen lassen. Den Schwerpunkt dieser Arbeit bildet die Analyse der Figuren und des Plots unter der Berücksichtigung der Kriterien für eine genderorientierte Untersuchung in narrativen Texten. Im Hinblick auf die Figurenanalyse soll es zum einen um die Korrespondenz- und Kontrastrelationen nach Pfister gehen, zum anderen um die Konzeptualisierung von Figuren, welche anhand ausgewählter Charaktere veranschaulicht wird.
Im zweiten Text "Genderstereotypen in der TV-Serie "Empire". Ein neuer Umgang mit Gender?" geht es um die Forschungsfrage, wie Gender in der Serie "Empire" performt wird. Die Autorin geht insbesondere auf die Konzepte von Männlichkeit und Weiblichkeit in solchen Medien ein und erläutert anhand der Serie "Empire", wie die Protagonisten Cookie, Lucious und Jamal Lyon dargestellt werden.
Die Bachelorarbeit "Die Darstellung von Gender und Identität in "Blade Runner" und "Blade Runner 2049"" beschäftigt sich mit der Darstellung von Gender und Identität in den Filmen "Blade Runner" von 1982 und "Blade Runner 2049" von 2017. Folgende Fragen werden beantwortet: Inwiefern haben Genderkonzepte in einer dystopischen Welt eine Bedeutung für die Identität? Beinhalten "Blade Runner" oder "Blade Runner 2049" frauenfeindliche Darstellungen? Um diesen Fragen auf den Grund zu gehen, ist es notwendig zu untersuchen, mit welchen filmischen Mitteln die Bedeutung von Gender konstruiert wird und ob die Darstellungen der Figuren im Film mit den heteronormativen Gendervorstellungen brechen.
Inhaltsverzeichnis
Genderdiskurs im Fantasyroman "Rubinrot“ von Kerstin Gier von Franziska Jarszick
1. Einleitung
2. Handlung des Romans
3. Analyse der Figuren und des Plots unter Berücksichtigung der Kriterien für eine genderorientierte Untersuchung in narrativen Texten
4. Übereinstimmende Darstellung des Genderdiskurses in Film und Roman
5. Fazit
Genderstereotypen in der TV-Serie "Empire" Ein neuer Umgang mit Gender? von Esma Erkmen
1. Einleitung
2. Genderrollen in Serien
3. Empire
4. Fazit
Die Darstellung von Gender und Identität in "Blade Runner" und "Blade Runner 2049" von Anastasia Müller
1. Einleitung
2. Cyborgs und Gender
3. Analyse und Vergleich
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese wissenschaftliche Publikation untersucht die Konstruktion und Darstellung von Gender-Rollen sowie Geschlechteridentitäten in verschiedenen zeitgenössischen narrativen Formaten, darunter der Fantasyroman "Rubinrot", die TV-Serie "Empire" und die Science-Fiction-Klassiker "Blade Runner" und "Blade Runner 2049". Das primäre Ziel ist es zu analysieren, wie fiktionale Charaktere traditionelle Geschlechternormen entweder reproduzieren oder durchbrechen und welchen Einfluss gesellschaftliche Diskurse auf diese Repräsentationen haben.
- Genderdiskurs im Fantasywesen und narrativen Texten
- Dekonstruktion von Geschlechterstereotypen in TV-Serien
- Mensch-Maschinen-Hybride und ihre Bedeutung für die Identitätsbildung
- Einfluss von patriarchalen Strukturen auf die Figurenentwicklung
- Vergleich filmischer Inszenierungen mit literarischen Vorlagen
Auszug aus dem Buch
Die Darstellung von Gender und Identität in "Blade Runner" und "Blade Runner 2049"
Cyborgs sind die Wesen, welche die hierarchisierte Dichotomie Technologie/Mensch innerhalb des Cyberpunk aufbrechen. Laut Donna Haraway sind Cyborgs hybride Kreaturen – sie sind Maschine und Mensch in Einem: "A cyborg is a cybernetic organism, a hybrid of machine and organism, a creature of social reality as well as a creature of fiction." Cyborgs existieren außerdem nicht nur als Fiktion, sondern auch in der sozialen Realität innerhalb gesellschaftlicher Konstrukte und Beziehungen. Haraway benutzt die Cyborg in ihrem Text „A Manifesto for Cyborgs“ als Metapher für eine kollektive weibliche Identität, die es anzustreben gilt. Cyborgs als Mischwesen beleuchten einen wesentlichen Aspekt postmoderner Identität – die Fragmentierung von Subjektivität – wie Haraway weiterhin beschreibt: "The cyborg is a kind of disassembled and reassembled, postmodern collective and personal self." Sowohl weibliche Identität als auch die Cyborg-Identität werden zugleich symbolisch und semiotisch durch soziale Interaktionen und mediale Diskurse produziert, wie reproduziert. Identität ist somit ein interaktionales Produkt; der Körper ein biologisches, oder im Fall der Cyborg: ein technologisches.
Zusammenfassung der Kapitel
Genderdiskurs im Fantasyroman "Rubinrot“ von Kerstin Gier: Diese Arbeit untersucht mittels Figuren- und Plotanalyse, wie der Roman genderdiskursive Aspekte verhandelt und inwieweit die Protagonistin als emanzipiertes Rollenvorbild fungiert.
Genderstereotypen in der TV-Serie "Empire": Es wird analysiert, wie in der Hip-Hop-Serie "Empire" Gender durch die Protagonisten Cookie, Lucious und Jamal performt wird und welche Rolle stereotypisierte Männlichkeit und Weiblichkeit spielen.
Die Darstellung von Gender und Identität in "Blade Runner" und "Blade Runner 2049": Der Beitrag beleuchtet die Rolle von Replikantinnen und Cyborgs als Hybridwesen, die traditionelle binäre Geschlechterrollen dekonstruieren und die philosophischen Fragen nach Menschsein und Identität in einer dystopischen Zukunft aufwerfen.
Schlüsselwörter
Gender Studies, Literaturanalyse, Filmtheorie, Geschlechterrollen, Feminismus, Cyborgs, Identitätskonstruktion, Patriarchat, Replikanten, Repräsentation, Populärkultur, Genderdiskurs, Blade Runner, Rubinrot, Empire.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Sammelband grundsätzlich?
Der Sammelband widmet sich der Analyse von Geschlechterdarstellungen in verschiedenen populärkulturellen Werken, wie dem Fantasyroman "Rubinrot", der Serie "Empire" und den "Blade Runner"-Filmen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit fokussiert sich auf Gender-Performanz, die Konstruktion von Identität in dystopischen und sozialen Kontexten, die Rolle von Geschlechterstereotypen und die Dekonstruktion patriarchaler Strukturen.
Welches wissenschaftliche Ziel verfolgen die Beiträge?
Das Ziel ist, zu untersuchen, inwieweit diese Werke moderne Geschlechterrollen widerspiegeln, verstärken oder aktiv hinterfragen und welche Rolle soziale Diskurse bei ihrer Rezeption spielen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?
Die Autoren nutzen Methoden der Figurenanalyse (u.a. nach Pfister), Ansätze der feministischen Filmtheorie, Gender Studies und die Analyse von Plotmustern, um genderorientierte Schemata aufzudecken.
Was deckt das erste Kapitel über "Rubinrot" ab?
Es wird untersucht, wie Gwendolyn als Protagonistin ein Gegenmodell zum alten Rollenbild des Grafen von Saint Germain bildet und welche genderdiskursiven Aspekte im Plot sowie beim Vergleich von Roman und Film sichtbar werden.
Welche Rolle spielt die Serie "Empire" in der Analyse?
Die Untersuchung konzentriert sich darauf, wie Gender in einer von People of Colour dominierten Hip-Hop-Welt performt wird und ob die Serie mit etablierten männlichen und weiblichen Stereotypen bricht.
Warum sind Cyborgs laut der Autorin Anastasia Müller so wichtig für die Analyse?
Cyborgs bilden als Mischwesen zwischen Mensch und Maschine eine ideale Grundlage, um binäre Geschlechterordnungen aufzubrechen und postmoderne Identitätskonzepte in Frage zu stellen.
Welchen Stellenwert hat die Mutterfigur in den "Blade Runner"-Filmen?
Die Mutterfigur symbolisiert eine Herkunftsgeschichte; ihre Abwesenheit dient als zentraler Motor der Suche der Replikanten nach Identität und Anerkennung ihrer Daseinsberechtigung.
- Arbeit zitieren
- GRIN Verlag (Hrsg.) (Herausgeber:in), Franziska Jarszick (Autor:in), Esma Erkmen (Autor:in), Anastasia Müller (Autor:in), 2023, Gender-Darstellungen in Literatur, Film und Serie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1419052