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Gegner der Hexenverfolgung im 15. bis 17. Jahrhundert. Die Argumentationen gegen den Hexenwahn

Titel: Gegner der Hexenverfolgung im 15. bis 17. Jahrhundert. Die Argumentationen gegen den Hexenwahn

Seminararbeit , 2021 , 15 Seiten

Autor:in: Patrik Mörtl (Autor:in)

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Ursachen für die Hexenverfolgung und das Phänomen der Hexenverfolgung selbst sind allgemein bekannt. Diese Arbeit zielt jedoch darauf ab, die entgegengesetzte Perspektive zu beleuchten, nämlich diejenige, die die Gründe gegen die Hexenverfolgung darlegt. Es zeigt sich, dass die Gegner der Hexenprozesse in ihrer Argumentation uneinheitlich und die von ihnen aufgegriffenen Themen äußerst vielschichtig sind.

Es werden die Standpunkte von Inquisitionsgegnern wie Agrippa von Nettesheim, Friedrich Spee und Christian Thomasius analysiert und verglichen. Die Herausforderung besteht darin, die Argumentation in den theologischen, juristischen, naturwissenschaftlichen und medizinischen Kontext der damaligen Zeit zu verstehen. Was für uns heutzutage als logisches oder selbstverständliches Wissen und Handeln angesehen wird, wurde im behandelten Zeitraum anders interpretiert.

Hierbei ist wichtig zu betonen, dass die Gegner der Inquisition, indem sie sich gegen die vorherrschenden Überzeugungen stellten, einer existenziellen Bedrohung ausgesetzt sahen. Ihre kritische Haltung gegenüber den Hexenverfolgungen kann im Kontext ihrer Zeit als durchaus fortschrittlich gesehen werden, jedoch waren diese Personen klar in der Unterzahl und konnten Hexenprozesse nur im geringen Ausmaß beeinflussen oder gar verhindern. Gleichwohl wurde das Vorgehen hinterfragt und die Grausamkeit wurde angeklagt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung und Ausgangslage

Die Hexen und der Teufel versus Gott

Der Mensch und das Wetter rational ausgelegt, sowie Bibelauslegungen

Hexenprozess und Folter

Menschliche Aspekte: Missgunst und Gier; Hexen als Närrinnen

Schluss und Resümee

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die vielschichtigen Argumentationstechniken historischer Kritiker der Hexenverfolgung in der frühen Neuzeit, um aufzuzeigen, mit welchen rationalen, theologischen und juristischen Begründungen sie sich gegen den damaligen Hexenwahn und die Anwendung der Folter stellten.

  • Analyse theologischer und philosophischer Gegenargumente zum Hexenglauben
  • Untersuchung der Kritik an juristischen Verfahrensweisen und der Folterpraxis
  • Gegenüberstellung von Hexenverfolgung und rationalem Naturverständnis
  • Beleuchtung der Rolle von Humanisten und Gelehrten (z.B. Weyer, Spee, Thomasius)
  • Hinterfragung der sozioökonomischen Motive hinter den Verfolgungswellen

Auszug aus dem Buch

Hexenprozess und Folter

Eine häufige Kritik der Gegner der Hexenverfolgung, bezieht sich auf die Tortur selbst, denen sich angebliche Hexen ausgesetzt sahen. Sie wurden gefoltert, und dabei Geständnisse erzwungen. Im Folgenden werden die genauen Argumente dazu beschrieben.

Christian Thomasius veröffentlichte 1701 die Schrift „de Crimine Magiae“, worin er auf den corpus-delicti Grundsatz verwies. Deshalb waren alle Hexenprozesse durchwegs rechtswidrig. In der Zeit nach Thomasius wurde dieses Argument dann zum unabdingbaren Baustein in dem juristischen Gebot der Geschichte des Strafrechts. In der frühen Neuzeit verstand man unter Corpus Delicti äußere Anzeichen einer Straftat. Vor allem Beweisstücke sind damit gemeint, die das Delikt in Verbindung zum Täter / zur Täterin bringen, und dieser / diese so überführt werden konnte.

So viel zur Rechtslage, die gegen die Folter spricht, doch auch die Folter an sich wurde zuhauf angegriffen, da durch sie ebenso viele Unschuldige verurteilt wurden. „Zentraler Kritikpunkt war bei vielen Autoren, die so argumentierten, der exzessive, unkontrollierte dazu häufig genug auch sadistische und grausame Einsatz der Tortur in der Absicht, Geständnisse zu erzwingen, die freiwillig nicht gegeben wurden.“

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung und Ausgangslage: Dieses Kapitel erläutert die komplexe Ausgangslage der Hexenverfolgung und führt die zentralen Akteure ein, die sich aus theologischer und juristischer Sicht gegen diese Prozesse stellten.

Die Hexen und der Teufel versus Gott: Hier werden unterschiedliche Auffassungen zum Wirken des Teufels und Gottes diskutiert, wobei prominente Denker die Macht des Teufels im Vergleich zur göttlichen Allmacht relativieren.

Der Mensch und das Wetter rational ausgelegt, sowie Bibelauslegungen: Dieses Kapitel widmet sich der natürlichen Erklärung von Wetterphänomenen und hinterfragt anhand biblischer Exegese die Rechtfertigungsgrundlagen der Hexenverfolgung.

Hexenprozess und Folter: Diese Sektion kritisiert die juristische Praxis der Tortur und plädiert mit Verweis auf den Corpus-Delicti-Grundsatz für rechtsstaatliche Standards in Gerichtsverfahren.

Menschliche Aspekte: Missgunst und Gier; Hexen als Närrinnen: Hier wird der Fokus auf die psychologischen und sozialen Triebfedern der Verfolge gelegt, wie etwa Habsucht, Neid und die Annahme geistiger Verwirrung bei den Angeklagten.

Schluss und Resümee: Das Schlusskapitel fasst die Wirksamkeit der aufgeklärten Kritik zusammen und bilanziert den historischen Beitrag der Gegner des Hexenwahns im Kontext eines sich wandelnden Rechtsverständnisses.

Schlüsselwörter

Hexenverfolgung, Hexenprozess, Folter, Rechtsgeschichte, Aufklärung, Theologie, Naturverständnis, Johann Weyer, Friedrich Spee, Christian Thomasius, Korpus Delikt, Aberglaube, Inquisition, Hexenwahn, Humanismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den Argumenten und Strategien jener intellektuellen Wegbereiter der Aufklärung, die sich im 16. bis 18. Jahrhundert mutig gegen die Hexenprozesse und die grausame Folterpraxis stellten.

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Publikation?

Die Arbeit gliedert sich in die Themenfelder Theologie, juristische Beweislehre, medizinisches Verständnis von psychischen Abnormitäten und die soziologischen Hintergründe, wie Gier und Missgunst, die den Hexenwahn befeuerten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel der Arbeit ist es, die heterogenen Argumentationslinien der Hexengegner historisch nachzuvollziehen und zu vergleichen, um aufzuzeigen, wie diese Denker das gängige Weltbild ihrer Zeit durch Vernunft herausforderten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Methode der Literaturanalyse, indem sie zeitgenössische Traktate und Schriften führender Kritiker wie Weyer, Spee und Thomasius vergleicht und in den historischen Kontext der frühen Neuzeit einbettet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Widerlegung des Teufelsglaubens, die natürliche Erklärung von Wetterphänomenen, die rechtliche Unzulässigkeit der Folter sowie die soziale Kritik an den Motiven der Hexenverfolger.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Hexenprozess, Folter, Aufklärung, Rechtsstaatlichkeit, Aberglaube und Humanismus charakterisiert.

Warum galt das Werk von Christian Thomasius als so bedeutend für die Rechtsgeschichte?

Thomasius verwies auf den massiven Missbrauch und die mangelnde Beweisgrundlage, indem er den Corpus-Delicti-Grundsatz im Kontext der Hexenprozesse einführte, was zur Delegitimierung der repressiven Strafpraxis beitrug.

Wie begründete Johann Weyer seine Ablehnung des Hexenglaubens aus medizinischer Sicht?

Weyer interpretierte die vorgeblichen Hexen eher als psychisch kranke oder melancholische Personen, die keiner Bestrafung, sondern einer medizinischen und seelsorgerischen Betreuung bedurften.

Welche Rolle spielte die Bibelkritik bei Agrippa von Nettesheim?

Agrippa von Nettesheim nutzte seine hebräischen Sprachkenntnisse, um Fehlübersetzungen zentraler Bibelstellen aufzudecken, die von Verfolgern als scheinheilige Rechtfertigung für die Verbrennung vermeintlicher Giftmischerinnen genutzt wurden.

Inwiefern beeinflusste die "Cautio Criminalis" die Debatte?

Friedrich Spee nutzte in der „Cautio Criminalis“ eine provokante Argumentation, um die Absurdität der Folter und die Unmöglichkeit eines fairen Prozesses unter diesen Bedingungen offenzulegen, was den Druck auf die Justiz zur Reformierung der Verfahren erhöhte.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Gegner der Hexenverfolgung im 15. bis 17. Jahrhundert. Die Argumentationen gegen den Hexenwahn
Veranstaltung
Einführung in das Studium der Neueren Geschichte
Autor
Patrik Mörtl (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
15
Katalognummer
V1419226
ISBN (PDF)
9783346972514
ISBN (Buch)
9783346972521
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Neuzeit Hexen Hexenverfolgung Teufel Satan Hexenverbrennung Gegner der Hexenverfolgung Agrippa von Nettesheim Hexenprozess Zauberer Geschichte Geschichte der Hexen Folter
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Patrik Mörtl (Autor:in), 2021, Gegner der Hexenverfolgung im 15. bis 17. Jahrhundert. Die Argumentationen gegen den Hexenwahn, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1419226
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Leseprobe aus  15  Seiten
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