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Wozu dienen Wahlen in autokratischen Regimen? Ein Ländervergleich zwischen Ägypten und Belarus

Titre: Wozu dienen Wahlen in autokratischen Regimen? Ein Ländervergleich zwischen Ägypten und Belarus

Thèse de Bachelor , 2023 , 28 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Jana Breimaier (Auteur)

Politique - Généralités sur la politique internationale
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Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die Funktionen von Wahlen in hegemonischen Wahlautokratien zu analysieren und zu verstehen. Dabei stehen zwei repräsentative Beispiele im Fokus: Ägypten und Belarus. Beide Länder praktizieren hegemonische Wahlen, jedoch weisen sie signifikante Unterschiede auf, die eine kritische Analyse der Wahlfunktionen ermöglichen.

Die Forschungsfrage, die dieser Arbeit zugrunde liegt, lautet: Wie tragen Wahlen zur Stabilität von hegemonischen Wahlautokratien bei, und welche spezifischen Funktionen erfüllen sie in diesen Regimen? Die Literatur belegt, dass die Bedeutung von Wahlen in Autokratien über eine simple demokratische Fassade hinausgeht. Wahlen können die Stabilität des Regimes stärken, ohne dabei demokratische Prinzipien zu erfüllen. Dieses Phänomen wird als "electoral authoritarianism" bezeichnet.

Um die Forschungsfrage zu beantworten, erfolgt ein systematischer Ländervergleich zwischen Ägypten und Belarus. Beide Autokratien weisen hegemonische Merkmale auf, jedoch unterscheiden sie sich in ihrer geografischen Lage, historischen Entwicklung, Dauer des Bestehens und anderen systemischen Eigenschaften. Der Vergleich erfolgt auf Grundlage des "most different systems design", was eine kritische Prüfung der bestehenden Theorien ermöglicht.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Die Frage der Wahlen in Autokratien

2 Die Funktionen von Wahlen in Autokratien in der Literatur

2.1 Zum Funktionsbegriff

2.2 Elitenkooptation

2.3 Oppositionskooptation

2.4 Informationssammlung

2.5 Legitimation

3 Ländervergleich: Ägypten

3.1 Politisches System Ägyptens

3.2 Elitenkooptation Ägypten

3.2.1 Auswahlproblem

3.2.2 Verpflichtungs- und Kontrollprobleme

3.2.3 Klientelistische Inklusion

3.3 Oppositionskooptation

3.4 Informationssammlung

3.5 Legitimation Ägypten

4 Ländervergleich: Belarus

4.1 Politisches System Belarus

4.2 Elitenkooptation

4.2.1 Auswahlproblem

4.2.2 Verpflichtungs- und Kontrollprobleme

4.2.3 Inklusion des Elektorats

4.3 Oppositionskooptation

4.4 Informationsfunktion

4.5 Legitimation

4.6 Andere Funktionen:

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die stabilisierende Rolle von Wahlen in autokratischen Regimen und geht der zentralen Forschungsfrage nach, wozu Wahlen in Diktaturen dienen, wenn sie keine demokratischen Standards erfüllen. Durch einen theoriegeleiteten Vergleich zwischen Ägypten und Belarus analysiert die Autorin, wie autoritäre Herrschaft durch spezifische Wahlfunktionen wie Kooptation, Informationsgewinnung und Legitimation aufrechterhalten wird.

  • Funktionen von Wahlen in autokratischen Systemen
  • Vergleichende Analyse der Regimes von Ägypten und Belarus
  • Elitenkooptation und Machtstabilisierung
  • Umgang mit Opposition und Repressionsstrategien
  • Bedeutung von Legitimation durch prozedurale Wahlen

Auszug aus dem Buch

1.1 Die Frage der Wahlen in Autokratien

Immer mehr Autokratien halten Wahlen ab (vgl. Schedler 2002: 36; Gandhi und Lust-Okar 2009: 404; Clark et al. 2017: 372). Dies gilt vor allem für Regime, die von Parteien regiert werden (vgl. Geddes et al. 2018: 137). In der dritten Welle der Autokratieforschung nahm in der Politikwissenschaft die Beschäftigung mit der Rolle von Wahlen in Autokratischen Regime zu. Zuvor ging man davon aus, Wahlen seien entweder bloße demokratische Fassade oder ein erster Schritt in Richtung Demokratisierung (vgl. Clark et al. 2017: 373). Beides stellte sich in jüngerer Forschung als unzutreffend heraus (vgl. ebd.). Im Zuge der erhöhten Beschäftigung mit Wahlen zeigte sich, dass sie tatsächlich die Stabilität eines Regimes erhöhen können (vgl. Gandhi und Przeworski 2007: 1280).

Viele sehen dieses Phänomen als neue Form der Diktatur an, den sogenannten electoral authoritarianism (vgl. Diamond 2002: 26; Schedler 2002: 36; Miller 2017: 19). Andere sehen es als ein Merkmal, das in jeglicher Form der Autokratie Platz finden kann und je nach Vor- und Nachteilen für den Regimeherrscher eingesetzt wird (vgl. Clark et al. 2017: 373). Doch wie genau können Wahlen zur Regimestabilität beitragen? Wozu dienen sie in Autokratischen Regime, in denen sie keine echten demokratischen Funktionen erfüllen?

Um diese Forschungsfrage zu beantworten, führe ich einen theoriegeleiteten Vergleich zweier sogenannter hegemonischer Wahlautokratien durch. Diktaturen, die Wahlen abhalten, werden in der Literatur, die sie als eigener Regimetyp klassifiziert, in hegemonische und kompetitive Systeme unterschieden. Wahlen in hegemonischen Regime haben bedeutend weniger Einfluss auf die „Auswahl des politischen Führungspersonals“ (Stykow 2013: 246). Die Partei oder die Unterstützer des Herrschers gewinnen stets mit äußerst hohen Stimmanteilen (vgl. Diamond 2002: 31f; Clark et al. 2017: 373). Der Herrscher ist also unbesiegbar, während das Wahlergebnis in kompetitiven Wahldiktaturen einer tatsächlichen Unsicherheit unterliegt (vgl. Schedler 2002: 47) und zuvor echter, kompetitiver Wettbewerb stattfindet (vgl. Diamond 2002: 31; Howard und Roessler 2006: 367).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die zunehmende Relevanz von Wahlen in autokratischen Systemen und definiert das Forschungsziel, mittels eines Ländervergleichs zwischen Ägypten und Belarus die stabilisierenden Funktionen solcher Wahlen zu untersuchen.

2 Die Funktionen von Wahlen in Autokratien in der Literatur: Das Kapitel systematisierte theoretische Ansätze zu Wahlfunktionen in autokratischen Regimen, insbesondere im Hinblick auf Eliten- und Oppositionskooptation, Informationssammlung sowie Legitimationsstrategien.

3 Ländervergleich: Ägypten: Hier wird untersucht, wie Ägypten als Militärauktokratie Wahlen zur Absicherung der Herrschaft verwendet, wobei Fokus auf der Verankerung des Militärs und der Unterdrückung von Opposition liegt.

4 Ländervergleich: Belarus: Dieses Kapitel analysiert das personalistische Regime in Belarus, das durch ein eng kontrolliertes Netzwerk und spezifische Legitimationsmodelle Wahlen zur Machtstabilisierung einsetzt.

5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, bestätigt, dass Wahlfunktionen je nach Kontext wie Militärherrschaft oder personalistischer Autokratie variieren, und diskutiert die Bedeutung von Repression und externer Abhängigkeit.

Schlüsselwörter

Wahlautokratie, Autokratieforschung, Ägypten, Belarus, Elitenkooptation, Repression, Machterhalt, Politische Stabilität, Legitimation, Informationssammlung, Wahlsystem, Regimestabilität, Opposition, Militärherrschaft, Authoritarianism

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Funktion von Wahlen in autokratischen Regimen und untersucht, warum autoritäre Herrscher Wahlen abhalten, obwohl diese keine demokratischen Kriterien erfüllen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind der Machterhalt durch Kooptation, die Steuerung politischer Eliten, die Repression der Opposition sowie der gezielte Aufbau von Legitimität durch prozedurale Wahlen.

Was ist das primäre Ziel der Studie?

Das primäre Ziel ist es, in einem theoriegeleiteten Vergleich zwischen Ägypten und Belarus aufzuzeigen, wie und warum Wahlen zur Stabilität von Autokratien beitragen können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin verwendet eine systematische Literaturanalyse sowie ein "most different systems design", um die Funktionsweisen von Wahlen in unterschiedlich strukturierten Autokratien zu vergleichen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die politischen Systeme von Ägypten und Belarus, untersucht spezifische Mechanismen wie die Elitenkooptation und Oppositionsunterdrückung und bewertet die jeweilige Legitimationsstrategie.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie "Wahlautokratie", "Elitenkooptation", "Repression" und "Regimestabilität" aus.

Wie unterscheidet sich die Rolle des Militärs in Ägypten von der Situation in Belarus?

In Ägypten sichert das Militärnetzwerk als Institution die Herrschaft und Kontrollfunktion, während in Belarus ein personalistisches, auf Lukašenka zentriertes Pyramidennetzwerk die Machtvertikale festigt.

Warum ist die Legitimation durch Wahlen in Ägypten nach Ansicht der Autorin besonders wichtig?

Da das aktuelle Regime in Ägypten aus einem Militärputsch hervorging, waren Wahlen essenziell, um einen Anschein von prozeduraler Legitimität zu schaffen und weiterhin internationale Unterstützung zu sichern.

Welche Bedeutung haben "Shadow Election Observation groups"?

Diese Gruppen werden in Ägypten eingesetzt, um internationale Wahlergebnisse positiv zu kommentieren und so den Eindruck zu erwecken, die Wahlen würden demokratischen Standards entsprechen.

Welche Rolle spielt die Zivilgesellschaft in Belarus im Vergleich zu Ägypten?

Das belarussische Regime kooptierte die Zivilgesellschaft lange durch apolitische Freiheiten und wirtschaftliche Stabilität, während das ägyptische Regime primär auf eine umfassende Militarisierung und Repression setzt.

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Résumé des informations

Titre
Wozu dienen Wahlen in autokratischen Regimen? Ein Ländervergleich zwischen Ägypten und Belarus
Université
University of Stuttgart  (Institut für Sozialwissenschaften)
Note
1,3
Auteur
Jana Breimaier (Auteur)
Année de publication
2023
Pages
28
N° de catalogue
V1419252
ISBN (PDF)
9783346971586
ISBN (Livre)
9783346971593
Langue
allemand
mots-clé
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Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Jana Breimaier (Auteur), 2023, Wozu dienen Wahlen in autokratischen Regimen? Ein Ländervergleich zwischen Ägypten und Belarus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1419252
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Extrait de  28  pages
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