Zusammenhänge und Widersprüche von Sklaverei und Freiheit in der politischen Theorie von John Locke


Hausarbeit (Hauptseminar), 2009
32 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Bedeutung der Sklaverei in den Amerikanischen Kolonien
2.1. Ursprünge der Sklaverei auf dem amerikanischen Kontinent
2.2. Betriebswirtschaftliche Zusammenhänge der Sklavenökonomie
2.3. Rassismus - eine Folge der Sklavenwirtschaft?

3. John Locke
3.1. Leben und Werk
3.2. Lockes persönliche Verbindung zur Neuen Welt

4. Zwei Abhandlungen über die Regierung
4.1. Das Naturrecht
4.2. Lockes Begriffe von Freiheit und Sklaverei
4.3. Eigentum
4.4. Widersprüche und offene Fragen in der Theorie von Locke

5. Für und Gegen Sklaverei im Namen der Freiheit
5.1. Argumente und Motive der Gegner der Sklaverei - für die Freiheit
5.2. Argumente und Motive der Sklavereibefürworter - für die Freiheit
5.3. Auflösung von Marx - Lohnarbeit als entwickelte Form der Sklavenarbeit

6. Fazit

7. Literatur

1. Einleitung

„Freiheit“ und „Sklaverei“ sind offensichtlich ein Widerspruch - in zweierlei Hinsicht: Von einem humanistischen Standpunkt aus betrachtet ist Sklaverei ein gewaltsames Herrschaftsverhältnis eines Menschen über einen Anderen, das für den Sklaven maximale Unfreiheit bedeutet. Lediglich der Sklavenbesitzer hat in diesem Verhältnis Freiheit, über den Sklaven Herrschaft auszuüben oder das Verhältnis aufzugeben. Im ökonomischen Kontext entstand ein weiterer Widerspruch mit der Herausbildung einer marktwirtschaftlichen, kapitalistischen Produktionsweise. Zum Ideal des Zusammentreffens vom Eigentümer der Produktionsmittel und dem freien Lohnarbeiter, der in Konkurrenz zu anderen Lohnarbeitern einen Arbeitsvertrag mit einem Arbeitgeber schließt, verhält sich die Sklavenökonomie als ein Relikt aus vorkapitalistischen Zeiten. Sie erweist sich im Vergleich mit der bürgerlichen Gesellschaft materiell und moralisch unterlegen. John Locke, als einer der bedeutendsten angelsächsischen Theoretiker der politischen Philosophie und Entwickler liberaler Ideen, setzte sich in seinem Werk „Two Treaties on Government“ mit grundlegenden Gedanken zum Naturrecht und Freiheit auseinander und formulierte teilweise bis heute gültige Eckpfeiler liberaler Gesellschaften. Andererseits verteidigte er das Institut der Sklaverei sowohl ökonomisch als auch moralisch1 und leistet sich so einige Widersprüche, gemessen an seinen eigenen naturrechtlichen Maßstäben und denen der allgemeinen globalen wirtschaftlichen Entwicklung. Insbesondere auf den ökonomischen Aspekt ging Marx ein Jahrhundert später ausführlich ein und bot eine Lesart von Freiheit an, welche die ökonomischen und moralischen Widersprüche Lockes verdeutlich.

In dieser Hausarbeit werde ich zunächst auf die Bedeutung der Sklavenwirtschaft für die Besiedlung und Entwicklung der amerikanischen Kolonien eingehen um anschließend einen Blick auf John Locke und sein persönliche Engagement in der neuen Welt zu werfen, der sich nicht nur theoretisch, sondern sehr praktisch mit der Sklavenökonomie befasste. Den nächsten Gliederungspunkt widme ich der allgemeinen Betrachtung des Hauptwerks von John Locke die politische Philosophie betreffend, den „Zwei Abhandlungen über die Regierung“. Im darauf folgenden Schritt will ich auf die zentralen „liberalen“ Gedanken von Locke näher eingehen und dabei versuchen, die von ihm gebrauchten Begrifflichkeiten wie „Property“ und „Freedom“ genauer abzugrenzen und auf die enthaltenen Widersprüche einzugehen.

Im Gegensatz zu den meisten europäischen Staaten war die Abschaffung der Sklaverei in der neuen Welt eine langwierige Frage, die nicht im Diskurs, sondern mit Waffengewalt schließlich im Amerikanischen Bürgerkrieg entschieden wurde. In diesem Gliederungspunkt werde ich sowohl auf die Argumente der Befürworter der Sklaverei eingehen, als auch auf die Argumente der Gegner der Sklaverei, um schließlich den Weg der Vereinigten Staaten in die bürgerliche Gesellschaft nachzuvollziehen. In diesem Zusammenhang werde ich mich noch mit Gedanken von Marx befassen. Im ersten Band des „Kapitals“ geht er in seinen letzten beiden Kapiteln auf die ursprüngliche Akkumulation des Kapitals und auf seine Kolonisationstheorie ein, die für das Verständnis der besonderen Entwicklung der Freiheit und der Sklaverei in den USA hilfreich sind und teilweise einen Gegensatz, teilweise eine Weiterentwicklung zu Lockes Argumenten bilden.

Auch heute noch nehmen die Themen „Freiheit“ und „Eigentum“ eine zentrale Rolle im gesellschaftlichen Diskurs ein. Angesichts der aktuellen Wirtschaftskrise tobt eine rege Debatte um die Frage, wie viel Geld nun ein Staat (und letztlich der Bürger als Steuerzahler) aufbringen darf, um Eigentum vor dem Konkurs zu schützen und wie viel Freiheit, im Sinne von Gestaltungsfreiheit durch das Gemeinwesen damit auf der Strecke bleibt. Beim Blick auf die moderne Gesellschaft mit ihren „working poor“ kann man sich schon die Frage stellen, ob denn mit dem System der Lohnarbeit tatsächlich der große Wurf an zivilisatorischem Fortschritt im Gegensatz zur Sklavenarbeit gelungen ist. Der Jurist aus den amerikanischen Südstaaten Fitzhugh stellte sich diese Frage schon vor über 150 Jahren und steuerte einige bemerkenswerte Argumente zum Thema Freiheit und Sklaverei bei.2

2. Die Bedeutung der Sklaverei in den Amerikanischen Kolonien

Die Institution der Sklaverei war seit dem Altertum immer wieder in Gesellschaften zu finden. Der Althistoriker Moses Finley macht für eine genauere Betrachtung die Unterscheidung „ Gesellschaften mit Sklaven “ und „ Sklavengesellschaften “ . Letztere definieren sich dadurch, dass Sklavenarbeit nicht eine Wirtschaftsform neben anderen darstelle, sondern der Mittelpunkt einer großbetrieblich organisierten Produktion sei, deren Grundlage die Sklavenarbeit ist.3 Finley betont, dass solche voll ausgeprägten Sklavengesellschaften eher selten vorkamen und nur fünf explizit belegt wurden: in der Antike waren das Griechenland und das Italien der späten Republik und des frühen Prinzipats, in der frühen Neuzeit kann man Brasilien, die Karibischen Inseln und den Südteil Nordamerikas benennen. Alle drei Sklavengesellschaften der Neuzeit gründeten sich ohne gewachsene Strukturen, sondern waren Produkte eines gigantischen „social engineering“4. Abgesehen von den Ureinwohnern, konnten in der unstrukturierten „Neuen Welt“ quasi auf dem Reißbrett wirtschaftliche und gesellschaftliche Projekte geplant und verwirklicht werden. Osterhammel spricht von einem

„ ( … )trostlosen Kombinationsexperiment, bei dem Amerika den Produktionsfaktor Boden, Europa Startkapital und Organisationsmacht und Afrika die Arbeitskr ä fte bereitstellte. Alle vier Ingredienzien vereinigen sich in einer Institution, die sowohl die Produktion wie das gesamte gesellschaftliche Leben dominierte: der Sklavenplantage. “ 5

Während es im Norden Amerikas Gesellschaften mit Sklaven gab, bildeten ab der Mitte des 18. Jahrhunderts die Sklavenplantagen im größten Teil der Südstaaten die originäre Gesellschaftsform, die als despotisch beschrieben werden kann. Die kleine Minderheit von weißen Sklavenbesitzern kommandierte eine rechtlose Bevölkerungsmehrheit von Schwarzen auf der Grundlage von Gewaltandrohung und Gewaltanwendung. Während die Tabak- und Zuckerrohrplantagen in Südamerika und auf den Karibischen Inseln den europäischen Kolonialmächten schon im 17. und 18. Jahrhundert satte Gewinne abwarfen, begann das goldene Zeitalter der Sklaverei in den Südstaaten der USA erst, als die europäische Frühindustrialisierung große Nachfrage nach Baumwolle erzeugte, also ab dem späten 18. bis ins 19. Jahrhundert. So wurden zwischen 1810 und 1860 in jeder Dekade über 100 000 Sklaven in die Regionen South Carolina, Georgia, Mississippi und Alabama verbracht.6

Ergänzt um effiziente technische Erfindungen wie die „Cotton Gin“7 steigerte sich die Baumwollproduktion der Südstaaten von 180 000 Ballen im Jahre 1810 auf 4 Millionen Ballen im Jahre 1860.8 Zu dieser Zeit lebten in den Staaten, wo Sklaverei noch erlaubt war rund 4 Millionen Sklaven, was etwa einem Drittel der Bevölkerung in diesen Gebieten entsprach.9

Die amerikanische Plantagenwirtschaft hatte ihre Hochzeit während der europäischen Spätaufklärung, also zu einer Zeit, in der der Liberalismus seine Blütezeit hatte und dennoch zerbrach sie nicht an ihren offensichtlichen moralischen Widersprüchen. Mit der Unabhängigkeitsrevolution 1776 machten sich die USA auch von der Sklavenpolitik der europäischen Mächte unabhängig. Während das Britische Parlament schon seit 1789 über die Abolition debattierte10, 1807 den Sklavenhandel verbot, anschließend 1833 die Sklavenbefreiung beschloss und 1848 die Sklaverei im Französischen Herrschaftsbereich abgeschafft wurde, endete die amerikanische Sklaverei erst im Jahr 186511 mit dem Zusammenbruch der Südstaatenkonföderation unter kriegerisch-revolutionären Umständen.

2.1. Ursprünge der Sklaverei auf dem amerikanischen Kontinent

Die Sklavenwirtschaft auf dem amerikanischen Kontinent war ein totaler Neuanfang. Es gab hinsichtlich der Sklavengesellschaft in den europäischen Heimatländern kein Vorbild. Wohl gab es Gesellschaften mit Sklaven, allerdings keine Sklavengesellschaften, wie sie auf dem Amerikanischen Kontinent verwirklicht werden sollten. Nachdem Frankreich sich mit dem Ende des Ancien Régimes auch von der Einrichtung staatlicher Galeerensklaven verabschiedete und Schottland Ende des 18. Jahrhunderts seine Bergarbeiter aus sklavenähnlichen Verhältnissen entlassen hatte, verschwanden auch die offensichtlichen Widersprüche zu den neu aufkommenden liberalen Ideen der Epoche. Erklärungsbedürftig ist nun jedoch das Paradoxon, dass „ gerade die ostatlantischen L ä nder in denen die Entwicklung, Rechtssicherheit und staatsb ü rgerlichen Freiheiten am weitesten fortgeschritten waren, am Westatlantik die dr ü ckendsten Zwangssysteme errichteten.“12

Osterhammel führt als Grund nun ein sich gegenseitiges Aufschaukeln von Angebot und Nachfrage aufgrund der wachsenden Luxusbedürfnisse (Zucker und Tabak) der Bevölkerung in Europa an. Ich halte dieses Argument für eine Beschönigung der Tatsache, dass es um das Geschäfte machen ging, mit der Aussicht auf hohe Profite für das sich zu dieser Zeit generierende Kapital. Außerdem machte erst die Plantagenwirtschaft13 Güter wie Zucker einer größeren Bevölkerungsschicht zugänglich und erzeugte damit die Nachfrage. Was auch immer der Grund für die Etablierung der Plantagenwirtschaft war, so hat das für den Verlauf und die Notwendigkeiten des Projekts der nordamerikanischen Sklavengesellschaft keinen Einfluss. Die europäischen Siedler nahmen riesige Ländereien in Besitz und brauchten nun Arbeitskräfte für dessen Bewirtschaftung. Mit der Errichtung der Plantagenwirtschaft war der Zweck der Bewirtschaftung dieser Länderein eindeutig nicht auf eine Subsistenzwirtschaft als Farmer angelegt, sondern sollte dem europäischen Kapital als Anlageform dienen.14 Dass die vorkolonialen Ureinwohner als Arbeitskräfte nicht in Frage kamen hatte zwei Gründe. Zum einen starb ein großer Teil dieser Menschen durch den Mikrobenschock15, den die Einwanderer mit eingeschleppten Erregern aus Europa verursacht hatten und die restlichen Ureinwohner erwiesen sich weder als besonders motiviert, noch konnten sie effektiv kontrolliert werden. Zum anderen war ein Ergebnis der spanischen Debatten des 16. Jahrhunderts über die Behandlung der amerikanischen Indios der Beschluss16, dass die autochthonen Bewohner der Kolonien nicht versklavt werden sollten.17 Eine groß angelegte Versklavung der weißen europäischen Unterschicht kam aus kulturellen Gründen in der Neuzeit nicht mehr in Frage. Theoretisch wäre ein System von Zwangsarbeit von Sträflingen oder anderen Bevölkerungsgruppen der Unterschicht möglich gewesen, doch liberale Ideen von Freiheit und Eigentum waren in den europäischen Gesellschaften schon weit verbreitet und widersprachen einem solchen Vorgehen. Ein Anwerben von freien Arbeitern aus der weißen Unterschicht gestaltete sich schwierig: Freiwillig wollten sich weder europäische noch afrikanische Arbeiter den mörderischen Bedingungen der Plantagenwirtschaft stellen und wenn diese doch den Schritt in die neue Welt gewagt hatten, dann gab es genug Land oder Nachfrage nach Arbeitskraft um sich selbst eine Existenz aufzubauen. Zeitweilig existierte die „Indentur“, eine Form der Armutsmigration, bei der ein Arbeiter für die freie Schiffspassage nach Amerika sich für einige Jahre Plantagenarbeit verpflichtete. Dieses System stellte sich aber als kompliziert und teuer heraus und war schließlich auch abhängig von den wirtschaftlichen Konjunkturen in Europa, so dass mal mehr und mal weniger weiße Arbeiter angeworben werden konnten.18

Die Lösung des „Problems“ des Arbeitskräftemangels waren schließlich die Sklaven aus Afrika. Durch den transsaharischen Sklavenhandel waren Afrikaner als Arbeitskräfte vor allem in den Mittelmeeranrainern Europas schon bekannt und geschätzt. Außerdem lagen Europa und Afrika nicht nur geografisch, sondern auch epidemiologisch eng beieinander, was eine deutlich geringere Sterblichkeitsrate durch Krankheiten durch den Kontakt mit Europäern bedeutete. Darüber hinaus gab es ein großes Angebot an Afrikanischen Sklaven, was durch die europäische Nachfrage seinerseits wieder intensiviert19 wurde. Je nach Quelle wird die Gesamtsumme des transatlantischen Sklavenhandels auf ca. 9 -12 Millionen Sklaven geschätzt. Hier muss noch die Zahl der bei der Überfahrt ums Leben gekommenen Sklaven addiert werden, die auf ca. 1.5 Millionen Afrikaner geschätzt wird.20

Am Anfang des 17. Jahrhundert gab es z.B. in Barbados, Virginia und South Carolina die Vertragsarbeiter und die afrikanischen Sklaven parallel in den gleichen Plantagen. Dass es schließlich um 1640 einen konsequenten Übergang zur Nutzung der afrikanischen Sklaven gab, erklärt Kenneth Morgan nicht mit den unterschiedlichen Anschaffungs- und Unterhaltskosten der Sklaven, denn die Anschaffung eines Sklaven wahr keineswegs billig, sondern mit den geringeren Kosten für die Zwangsausübung über sie.21

2.2. Betriebswirtschaftliche Zusammenhänge der Sklavenökonomie

Damit Sklaverei als Arbeitsform überhaupt durchgesetzt werden konnte, mussten zwei Bedingungen gegeben sein. Erstens musste eine profitable Produktion auf Sklavenarbeiterbasis möglich sein, also einfache Arbeit ohne spezielle Fertigkeiten, so dass eine materielle Interessiertheit des Sklaven am Ergebnis seiner Arbeit nicht notwendig war.

[...]


1 Zumindest erwähnt er die Sklaverei in seinen Schriften als Institution und kritisiert sie nicht, was einer Anerkennung der Institution gleichkommt.

2 Fitzhugh, George (1857). Cannibals all! or Slaves without Masters. Richmont, V.A.

3 Finley, Moses I. (1980). Ancient Slavery and Modern Ideology. London. S. 9

4 Osterhammel, Jürgen (2000). Sklaverei und die Zivilisation des Westens, München, S. 29.

5 Ebd. S. 29.

6 Meissner, Jochen/Mücke, Ulrich/Weber, Klaus (2008). Schwarzes Amerika: Eine Geschichte der Sklaverei. Bonn: Bundeszentrale für Politische Bildung, S. 45.

7 Eine kleine handbetriebene Maschine, die Samen und Fasern der Baumwolle trennte.

8 Kolchin, Peter (1993). American Slavery: 1619 - 1877. New York: Hill and Wang , S. 95.

9 Meissner, Jochen/Mücke, Ulrich/Weber, Klaus (2008). Schwarzes Amerika: Eine Geschichte der Sklaverei. Bonn: Bundeszentrale für Politische Bildung, S. 46.

10 Kenneth, Morgan (2007). Slavery and the British Empire. From Africa to America. Oxford: University Press, S. 161 f.

11 Dass sich so mancher nicht gleich mit der Abschaffung der Sklaverei anfreunden konnte, zeigt sich z.B. an der Tatsache, dass der 14. Zusatzartikel, mit der die Abschaffung der Sklaverei in der Verfassung verankert wurde, vom Staat Mississippi erst im Jahr 1995 ratifiziert wurde.

12 Osterhammel, Jürgen (2000). Sklaverei und die Zivilisation des Westens. München, S. 39.

13 Mit Plantage ist ein Großbetrieb gemeint, auf dem oft mehrere hundert Arbeiter in stark durchstrukturierten Prozessen landwirtschaftliche Produkte für den Export erzeugen und veredeln.

14 In die meisten Plantagen waren „absent owners“ die Regel, die oft in Südengland die Erträge ihrer amerikanischen Unternehmungen genossen.

15 Manche Autoren sprechen von einer Reduzierung der Bevölkerung Südamerikas von 35 Millionen Menschen um 1500 auf nur noch 4 Millionen Menschen bis 1640. vgl. Meissner, Jochen/Mücke, Ulrich/Weber, Klaus (2008). Schwarzes Amerika: Eine Geschichte der Sklaverei. Bonn: Bundeszentrale für Politische Bildung, S. 18

16 Der spanische Hofchronist Juan Gines de Sepúlveda betrachtete die amerikanischen Ureinwohner als von Natur aus servile und barbarische Menschen, den Spaniern unterlegen und zu Sklaven geschaffen. Es setzten sich schließlich katholische Geistliche durch, wie z.B. der Dominikaner Bischof Bartolomé de Las Casas. Er trat für die Rechte der Indianer ein, die unter den spanischen Konquistadoren zu leiden hatten. Las Casas verurteilte jede Gewaltanwendung selbst bei Zurückweisung der Missionare. Im Gegensatz zu privaten Siedlern hielten sich die Kolonialregierungen überwiegend an diese Maßgabe.

17 Vgl. Osterhammel, Jürgen (2000). Sklaverei und die Zivilisation des Westens. München, S. 41.

18 Vgl. Osterhammel, Jürgen (2000). Sklaverei und die Zivilisation des Westens. München, S. 42.

19 Hier verbirgt sich der gar nicht so harmlose Mechanismus von Angebot und Nachfrage, der zu zahlreichen Kriegen auf dem afrikanischen Kontinent erst geführt hat und damit weitere unzählige Opfer als Kollateralschäden des Sklavenhandels zu berücksichtigen sind.

20 Meissner, Jochen/Mücke, Ulrich/Weber, Klaus (2008). Schwarzes Amerika: Eine Geschichte der Sklaverei. Bonn: Bundeszentrale für Politische Bildung, S. 47.

21 Morgan, Kenneth (2007). Slavery and the British Empire. From Africa to America. Oxford: University Press, S. 27.

Ende der Leseprobe aus 32 Seiten

Details

Titel
Zusammenhänge und Widersprüche von Sklaverei und Freiheit in der politischen Theorie von John Locke
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg  (Institut für Politikwissenschaft)
Veranstaltung
American political Thoughts
Note
1,3
Autor
Jahr
2009
Seiten
32
Katalognummer
V141987
ISBN (eBook)
9783640496051
ISBN (Buch)
9783640495986
Dateigröße
567 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Politische Theorie, John Locke, Geschichte der Skalverei, Abolition
Arbeit zitieren
Christian Schroth (Autor), 2009, Zusammenhänge und Widersprüche von Sklaverei und Freiheit in der politischen Theorie von John Locke, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/141987

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Zusammenhänge und Widersprüche von Sklaverei und Freiheit in der politischen Theorie von John Locke


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden