Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Pedagogy - School System, Educational and School Politics

Ganztagsschule und soziale Bildungsungleichheit. Schulformen und Ziele des Schulsystems

Title: Ganztagsschule und soziale Bildungsungleichheit. Schulformen und Ziele des Schulsystems

Term Paper , 2018 , 16 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Anonym (Author)

Pedagogy - School System, Educational and School Politics
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Die Arbeit versucht die Frage zu beantworten, ob das Konzept der Ganztagsschule für mehr Chancengleichheit sorgt. Dafür wird zunächst die soziale Ungleichheit und die daraus resultierende Bildungsungleichheit definiert und im Folgenden mit den Erklärungsansätzen von Bourdieu und Bourdon erklärt und begründet. Anschließend erläutere ich das Konzept der Ganztagsschulen und die unterschiedlichen Formen, in denen die Schulformen erscheinen und welche Ziele das Schulsystem verfolgt. Abschließend ziehe ich ein Fazit darüber, ob sich durch die Bedingungen der Ganztagsbeschulung eine Verringerung der Bildungsungleichheit beobachten lässt.

Ganztagsschulen sorgen immer wieder für bildungspolitische Diskussionen und sind viel umstritten. Die Vorstellung der Ganztagsschule bringt immer noch negativ behaftete Konnotationen hervor, die mit Freizeit- und Familieneinschränkung einhergeht. Besonders in Deutschland ist diese Ansicht noch stark in den Köpfen verankert, wobei das Modell der Ganztagsschule in anderen europäischen Ländern als selbstverständlich gilt.

Die Schulen in Frankreich übernehmen einen Großteil an Bildungs- und Erziehungsaufgaben, wie sie bei Halbtagsschulen kaum möglich wären. Mittlerweile werden die Vorteile dieses Schulkonzepts erkannt, was nicht zuletzt an den schlechten Ergebnissen der 2001 veröffentlichten PISA-Studien liegt. Durch die Studie wurde erkannt, dass ein großer Bedarf an Bildungs- und Fördermöglichkeiten besteht, da das Bildungsniveau der Schüler einfach zu niedrig ausgeprägt scheint. Die Reaktion auf die Ergebnisse war unter anderem der Ausbau der Ganztagsschulen, da man herausfand, dass ein Großteil der Defizite von Chancenungleichheit bei Kindern der unterschiedlichen sozialen und lokalen Herkunft zuzuschreiben ist. Durch den Ausbau und die dadurch erweiterten schulischen Rahmenbedingungen erhoffte man sich die stärkere Förderung besonders schwacher, aber auch für besonders starke Schüler. Außerdem sollten die veränderten Lebenssituationen der modernen Familien und die Unterschiedlichkeit des sozioökonomischen Status der Familien aufgefangen und angeglichen werden. Das Konzept beeinflusst das Leben und die Freizeitgestaltung der Schüler insofern, dass das Einkommen oder die Herkunft der Eltern immer weniger Auswirkungen auf die Eingliederung in die Gesellschaft hat. Trotz teilweise weiterbestehender Kritik hat sich das Konzept der Ganztagsschule flächendeckend durchgesetzt, und die Anzahl der Schulen wächst.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Soziale Ungleichheit

2.1 Bildungsungleichheit

3 Ungleichheiten der Bildungschancen in Deutschland

3.1 Erklärungsansätze Bourdieu

3.1.1 Habitus und Bildungsungleichheit

3.2 Erklärungsansatz nach Boudon

4 Ganztagsschule

4.1 Definition

4.2 Ziele der Ganztagsschule

5 Verringerung der Bildungsungleichheit durch die Ganztagsschule

6 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial von Ganztagsschulen, soziale Bildungsungleichheit in Deutschland abzubauen. Dabei wird analysiert, inwiefern das Modell der Ganztagsschule dazu beitragen kann, schichtspezifische Startnachteile auszugleichen und durch gezielte Förderung sowie erweiterte schulische Rahmenbedingungen mehr Chancengerechtigkeit für Schülerinnen und Schüler zu schaffen.

  • Theoretische Fundierung sozialer Ungleichheit und Bildungsungleichheit
  • Analyse bildungssoziologischer Erklärungsansätze nach Bourdieu und Boudon
  • Begriffsdefinition und Zielsetzung des Ganztagsschulmodells
  • Bewertung des Einflusses der Ganztagsbeschulung auf die Chancengleichheit

Auszug aus dem Buch

3.1 Erklärungsansätze Bourdieu

Pierre Bourdieus Habitus-Theorie ist nur ein Erklärungsansatz, um sich die Entwicklung der Ungleichheiten des Bildungssystems zu erklären. Sie ist jedoch eine der bekanntesten und wird im Folgenden kurz erläutert.

Pierre Bourdieu unterscheidet in einer Gesellschaft drei existierende soziale Klassen, die sich wie folgt einordnen und klassifizieren lassen: die obere Klasse, die Mittelklasse und die untere Klasse. Die obere Klasse ist bemüht, sich von den unteren Klassen abzugrenzen. Die mittlere Klasse orientiert sich stark an der oberen Klasse und strebt den Aufstieg oder zumindest die Anpassung an diese an. Die untere Klasse ist allein um ihre Existenz bemüht (vgl. Baumgart 2008:199ff). Die einzelnen Klassen können nicht als strikt voneinander getrennte Gruppen angesehen werden. Sie leben nach Bourdieu in einem organisierten sozialen Raum miteinander, in dem sie in Beziehungen agieren und so voneinander abhängig sind (vgl. ebd.: 208f). Der Habitus beschreibt das gewohnte Verhalten eines Individuums in seiner angepassten Umgebung und ist eng mit den moralischen Einstellungen und Werten eines Menschen verbunden (vgl. Precht&Burkard 1999: 223f). Der Habitus befähigt Menschen, sich entsprechend ihrer Gesellschaft in bestimmten Situationen zu verhalten und zu reagieren. Dieses Verhalten ist der Klassenzugehörigkeit entsprechend angepasst, und daher entwickeln sich verschiedene Habitusformationen, die sich in unterschiedliche Lebensstile äußern.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Beschreibt die bildungspolitische Relevanz von Ganztagsschulen und stellt die Fragestellung zur Wirksamkeit dieses Konzepts bei der Reduktion von Bildungsungleichheit vor.

2 Soziale Ungleichheit: Definiert das Konzept der sozialen Ungleichheit als strukturierte Unterschiede in der Gesellschaft und beleuchtet deren Auswirkungen auf die Verteilung von Ressourcen.

2.1 Bildungsungleichheit: Erläutert den Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungschancen sowie das Ziel der Chancengleichheit im Bildungssystem.

3 Ungleichheiten der Bildungschancen in Deutschland: Setzt die soziale Bildungsungleichheit in den Kontext der PISA-Studien und identifiziert die Schule als zentralen Ort für die soziale Reproduktion.

3.1 Erklärungsansätze Bourdieu: Analysiert Bourdieus Habitus-Theorie und dessen Bedeutung für die Entstehung klassenspezifischer Verhaltensweisen und Bildungsunterschiede.

3.1.1 Habitus und Bildungsungleichheit: Vertieft die theoretische Analyse durch das Konzept des Familienhabitus und die verschiedenen Kapitalsorten nach Bourdieu.

3.2 Erklärungsansatz nach Boudon: Untersucht die primären und sekundären Effekte der sozialen Herkunft als entscheidende Faktoren für individuelle Bildungsentscheidungen.

4 Ganztagsschule: Skizziert die historische Entwicklung und die verschiedenen Modellformen der Ganztagsschule in Deutschland.

4.1 Definition: Erläutert die begriffliche Vielfalt und die formalen Kriterien einer Ganztagsschule nach der Kultusministerkonferenz.

4.2 Ziele der Ganztagsschule: Benennt zentrale Ziele wie individuelle Förderung, den Abbau von Bildungsungleichheiten und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

5 Verringerung der Bildungsungleichheit durch die Ganztagsschule: Diskutiert, inwiefern das Ganztagsangebot konkrete Fördermöglichkeiten bietet, um soziale Disparitäten auszugleichen.

6 Fazit: Fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet kritisch, ob und unter welchen Bedingungen die Ganztagsschule zu mehr Chancengleichheit beitragen kann.

Schlüsselwörter

Soziale Ungleichheit, Bildungsungleichheit, Ganztagsschule, Habitus, Bourdieu, Boudon, Chancengleichheit, Soziale Herkunft, Kulturelle Mobilität, Kapital, Bildungserfolg, Ressourcen, Chancengerechtheit, Sozialisation, Pädagogik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit thematisiert die soziale Bildungsungleichheit in Deutschland und untersucht, ob das Modell der Ganztagsschule ein geeignetes Instrument darstellt, um diese Ungleichheiten abzubauen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Themenfelder umfassen die soziologischen Grundlagen sozialer Ungleichheit, Theorien zur Bildungsreproduktion (Habitus, Kapitaltheorie, Primäre/Sekundäre Effekte) sowie die Konzeption, Ziele und Wirkungsweisen von Ganztagsschulen.

Welches Ziel verfolgt die Forschungsfrage der Arbeit?

Ziel ist es zu erklären, ob durch die spezifischen Bedingungen der Ganztagsbeschulung eine Verringerung der bildungsbezogenen Chancenungleichheit erreicht werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Die Untersuchung basiert auf einer theoretischen Stützung durch bildungssoziologische Erklärungsansätze (Bourdieu/Boudon) und einer kritischen Auseinandersetzung mit wissenschaftlicher Fachliteratur sowie bildungspolitischen Diskursen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Mechanismen sozialer Ungleichheit, definiert das Modell der Ganztagsschule und bewertet deren Wirksamkeit anhand von Förderprogrammen wie Hausaufgabenbetreuung, Sprachkursen und sozialer Integration.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Bildungsungleichheit, Habitus, soziales Kapital, Chancengleichheit und Ganztagsschule charakterisieren.

Was unterscheidet primäre von sekundären Effekten nach Boudon?

Primäre Effekte betreffen die kognitive Leistungsfähigkeit und soziale Vererbung zu Hause, während sekundäre Effekte die bewussten Bildungsentscheidungen basierend auf einer Kosten-Nutzen-Abwägung der Familien beschreiben.

Wie beeinflusst der "Familienhabitus" den Bildungserfolg eines Kindes?

Nach Bourdieu verinnerlichen Kinder unbewusst die Erfahrungen und Werte ihres Herkunftsmilieus, was dazu führt, dass sich schulische Anforderungen oft an den Mustern der oberen Klassen orientieren, wodurch Kinder aus ressourcenärmeren Schichten benachteiligt werden.

Warum ist das Fazit der Arbeit kritisch gegenüber einer flächendeckenden Ganztagsschulpflicht?

Der Autor argumentiert, dass eine Ganztagsschule zwar Chancen bietet, jedoch aufgrund potenzieller psychischer Belastungen und erhöhtem Stress für Kinder der Besuch dieser Schulform eine individuelle Entscheidung bleiben sollte.

Excerpt out of 16 pages  - scroll top

Details

Title
Ganztagsschule und soziale Bildungsungleichheit. Schulformen und Ziele des Schulsystems
College
University of Hildesheim
Course
Bildung und Ungleichheit
Grade
1,7
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2018
Pages
16
Catalog Number
V1420078
ISBN (PDF)
9783346999627
ISBN (Book)
9783346999634
Language
German
Tags
Soziale Ungleichheit Bildungschancen Habitus Bildungsungleicheit Bildungsungleichheit Ganztag Ganztagsmodelle Ganztagsschule Bourdon Bourdieu
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2018, Ganztagsschule und soziale Bildungsungleichheit. Schulformen und Ziele des Schulsystems, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1420078
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  16  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint