Implementierung eines BGM- Konzeptes für das mittelständisches IT-Unternehmen Muster AG hinsichtlich der Ziele, Nutzen und Belastung der Arbeitswelt. Ebenso wird die Vorbereitung eines Strategie-Workshops beschrieben.
Auf Grund eines hohen Leistungsdrucks ergeben sich mehrere vorliegende Hürden der Muster AG. Die Probleme sind mitunter geschuldet durch den herrschenden Druck der Konkurrenz und eine notwendige Beschleunigung der Prozesse. Zudem wird ein hohes Maß an Kreativität abverlangt, welche unter dem bestehenden Leistungsdruck leiden kann.
Verschärft wird die Situation durch einen, möglicherweise daraus resultierenden, hohen Krankheitsstand gepaart mit einem Mangel an Fachkräften. Zudem liegen auftretende Probleme mit Führungskräften vor.
Um das Wachstum der Muster AG dennoch sicherzustellen, werden im Folgenden drei Ziele festgelegt, welche den Unternehmenserfolg unterstützen und die aktuellen Hürden abbauen sollen. Für die genaue Definition der Ziele wird sich der SMART-Formel bedient.
Inhaltsverzeichnis
1 ZIELE UND NUTZEN BGM DER MUSTER AG
1.1 Ziele
1.2 Nutzen
1.2.1 Arbeitgebersicht
1.2.2 Arbeitnehmersicht
2 BELASTUNG IN DER ARBEITSWELT
2.1 Belastungen
2.1.1 Arbeitsplatz
2.1.2 Soziale Beziehungen
2.1.3 Stress
2.2 Belastung und Beanspruchung
2.2.1 Belastung
2.2.2 Beanspruchung
2.2.3 Diskussion
3 STRATEGIE WORKSHOP
3.1 Organisation
3.2 Vorbereitung
4 MODELLE ZUR FRAGEBOGENENTWICKLUNG
4.1 Risikofaktorenmodell
4.2 Transaktionales Stressmodell
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die Notwendigkeit und Umsetzung eines Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) bei der Muster AG, um bei hohem Leistungsdruck die Mitarbeitergesundheit zu fördern und die Unternehmensziele zu sichern. Kern der Arbeit ist die Identifikation von psychischen und physischen Belastungsfaktoren sowie die methodische Erarbeitung eines Strategie-Workshops zur Maßnahmenentwicklung.
- Analyse von Belastungsfaktoren im Großraumbüro
- Unterscheidung von Belastung und Beanspruchung (Rohmert und Rutenfranz)
- Konzeption eines Strategie-Workshops zur Gesundheitsförderung
- Entwicklung eines Fragebogens zur Bedarfsanalyse
- Anwendung wissenschaftlicher Stressmodelle zur Evaluationsgrundlage
Auszug aus dem Buch
2.2 Belastung und Beanspruchung
Ob Belastungen in jedem Fall zu Erkrankungen führen, wird anhand eines Beispiels der Muster AG diskutiert. Hierbei wird sich dem Schema des Belastungs- und Beanspruchungskonzept nach Rohmert und Rutenfranz (1975) bedient. Hierbei wird klar differenziert zwischen einer Belastung und einer Beanspruchung und es wird der Zusammenhang zwischen der Arbeit und der Auswirkung auf die Arbeitnehmer evaluiert. Belastungen beschreiben hierbei alle Einflüsse, welche den Arbeitnehmer sowohl positiv als auch negativ beeinflussen. Beanspruchungen sind die daraus resultierenden Effekte, welche durch intrinsische Faktoren, wie die Arbeitsmotivation aber auch Ressourcen mit beeinflusst werden (Landau, 2014).
2.2.1 Belastung
In der betrachteten Situation erhält ein Mitarbeiter kurz vor seinem geplanten Büroschluss einen Kundenanruf. Dieser ist sehr aufgebracht und verlangt nach einer direkten Lösung, welche ihn zufrieden stellt.
Somit ist das Arbeitsumfeld das Großraumbüro, in welchem der Anruf entgegengenommen wird. Es herrscht eine angespannte Stimmung am Telefon. Da der Mitarbeiter bereits kurz dem Feierabend steht und bereits den ganzen Tag unter enormen Arbeitsdruck steht, ist die Belastung in diesem Moment hoch. Zudem erschweren Umweltgeräusche durch das Großraumbüro die Situation. Auch wenn der Mitarbeiter nicht direkt verantwortlich für das Problem ist, ist der Kunde extrem aufgebracht und ungeduldig gegenüber dem Mitarbeiter, was die Situation verschärft. Zusammenfassend entsteht also durch die Arbeitsumstände, den über den Tag erlebten Leistungsdruck, die sozialen Bedingungen und der durch den Kunden hervorgerufenen Zeitdruck ist eine Belastung für den Mitarbeiter. Da dem Unternehmen die professionelle Kommunikation mit den Kunden wichtig ist, fühlt sich der Mitarbeiter verantwortlich das Problem schnellstmöglich zu lösen und den Kunden zufrieden zu stellen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 ZIELE UND NUTZEN BGM DER MUSTER AG: Dieses Kapitel definiert die strategischen BGM-Ziele der Muster AG mittels der SMART-Formel und identifiziert die Vorteile der Maßnahmen aus Sicht von Arbeitgeber und Arbeitnehmer.
2 BELASTUNG IN DER ARBEITSWELT: Hier werden spezifische Belastungsfaktoren wie Arbeitsplatzbedingungen, soziale Beziehungen und Stress analysiert und das Konzept von Belastung versus Beanspruchung kritisch diskutiert.
3 STRATEGIE WORKSHOP: Das Kapitel erläutert die organisatorische Planung und die einzubeziehenden Interessengruppen für einen Workshop zur Entwicklung eines nachhaltigen BGM-Konzepts.
4 MODELLE ZUR FRAGEBOGENENTWICKLUNG: Es erfolgt eine theoretische Fundierung durch das Risikofaktorenmodell und das transaktionale Stressmodell, die als Basis für die Entwicklung eines Erhebungsinstruments dienen.
Schlüsselwörter
Betriebliches Gesundheitsmanagement, Muster AG, Belastung, Beanspruchung, Leistungsdruck, Gesundheitsförderung, Strategie Workshop, Risikofaktorenmodell, transaktionales Stressmodell, Mitarbeiterzufriedenheit, Fehlzeiten, Arbeitsfähigkeit, Stressbewältigung, Gefährdungsbeurteilung, Großraumbüro.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Implementierung und strategischen Planung eines Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) bei der beispielhaften Muster AG, um gesundheitliche Risiken durch Leistungsdruck zu minimieren.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Schwerpunkte liegen auf der Analyse von Arbeitsbelastungen, der Ableitung von Unternehmenszielen, der Organisation eines Strategie-Workshops und der wissenschaftlichen Modellierung zur Erhebung gesundheitsrelevanter Daten.
Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?
Das Hauptziel ist die Senkung des Krankenstandes, die Steigerung der Leistungsfähigkeit sowie die Verbesserung der Arbeitgeberattraktivität durch gezielte, gesundheitsfördernde Maßnahmen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?
Es werden die SMART-Formel zur Zieldefinition, das Belastungs- und Beanspruchungskonzept nach Rohmert und Rutenfranz sowie das Risikofaktorenmodell und das transaktionale Stressmodell nach Lazarus herangezogen.
Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil behandelt die Identifikation von Belastungsquellen im Büroalltag, die detaillierte Planung eines BGM-Workshops unter Beteiligung aller Interessengruppen und die Entwicklung eines Fragebogens zur Ist-Analyse.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Gesundheitsmanagement, transaktionales Stressmodell, Belastung, Beanspruchung, Mitarbeiterzufriedenheit und psychische Entlastung.
Warum wird im Teil zur Gefährdungsbeurteilung explizit das Großraumbüro thematisiert?
Da die Mitarbeiter der Muster AG in einem Großraumbüro arbeiten, stellen Faktoren wie Lärm, Beleuchtung und Raumklima spezifische Belastungsfaktoren dar, die laut Arbeitsstättenverordnung proaktiv gemanagt werden müssen.
Welche Rolle spielt die Unterscheidung zwischen Belastung und Beanspruchung?
Die Differenzierung ist entscheidend, da dieselbe äußere Belastung bei zwei Individuen aufgrund unterschiedlicher psychischer Voraussetzungen und intrinsischer Motivation zu völlig verschiedenen Beanspruchungsfolgen führen kann.
Warum ist die Einbindung verschiedener Interessengruppen in den Workshop wichtig?
Um ein akzeptiertes und effektives BGM-Konzept zu erstellen, müssen sowohl Führungskräfte für strategische Entscheidungen als auch Betriebsrat und Betriebsarzt für die operative und gesundheitliche Expertise einbezogen werden.
- Arbeit zitieren
- Ann-Cathrin Zarth (Autor:in), 2023, Betriebliches Gesundheitsmanagement-Konzept (BGM) der Muster AG. Belastung in der Arbeitswelt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1420100