Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, woher die Motivation und Antrieb vieler Menschen kommt, sich ehrenamtlich zu engagieren. Außerdem wird betrachtet, wie solche freiwilligen Tätigkeiten aussehen können.
Mehr als jeder vierte Deutsche ist in seiner Freizeit in gemeinnützigen Organisationen aktiv. Besonders im Sport sticht die Bereitschaft zu ehrenamtlicher Arbeit hervor. In keinem anderen Bereich engagieren sich so viele Menschen freiwillig, wie in dem Sport-Sektor.
Im Fußballsport allein sind über eine Million Bürgerinnen und Bürger ehrenamtlich als Vorstandsvorsitzende, Physiotherapeuten oder Übungsleiter*innen aktiv.
Die Daten zeigen, dass sich 2014 43,6% der deutschen Bevölkerung ab 14 Jahren freiwillig engagierten, was einer Gesamtzahl von 30,9 Millionen Menschen entspricht. Diese Zahl ist in den letzten 15 Jahren um fast 10% gestiegen. Der größte Anteil an freiwilligem Engagement ist in den Bereichen Sport und Bewegung mit 16,3% verzeichnet, gefolgt von Schule oder Kindergarten mit 9,1% und Kultur und Musik mit 9%.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Theoretische Grundlagen
Definition Ehrenamt
Das System der sozialen Arbeit im organisierten Sport
Tätigkeitsfelder
Motive und Anreize für ehrenamtliche Tätigkeiten
Anforderungen an ehrenamtliche Tätigkeiten
Ehrenamt und persönliche Erwartungen
Gründe für die Aufnahme ehrenamtlicher Tätigkeiten
Kosten-Nutzen Theorie
Rational-Choice-Theorie
Weitere Studien
Vereinsvorteile durch ehrenamtliche Tätigkeiten
Problemstellung des Ehrenamts und weiterführende Gedanken
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Motivationsstrukturen und Anreizsysteme für ehrenamtliche Tätigkeiten im Sport-Sektor, um Möglichkeiten zur Entgegenwirkung einer wahrgenommenen Krise des Ehrenamts aufzuzeigen.
- Grundlagen des Ehrenamts und Abgrenzung zu anderen Engagementformen
- Analyse von Anforderungen und Erwartungen an ehrenamtliche Tätige
- Empirische und theoretische Ansätze zur Rekrutierung und Bindung von Ehrenamtlichen
- Kosten-Nutzen-Betrachtungen und Rational-Choice-Modelle im Sportumfeld
- Strategien zur Professionalisierung und Steigerung der Attraktivität des Ehrenamts
Auszug aus dem Buch
Rational-Choice-Theorie
Flatau (2009, S.262) und Emrich et al. (2012, S. 101) haben die ersten Rational-Choice-Modelle entwickelt, um die Entscheidung für ein ehrenamtliches Engagement in einem Sportverein zu erklären (Flatau, Rohkohl, 2017, S. 101).
Die Rational-Choice-Theorie geht davon aus, dass Menschen aus verschiedenen Handlungsoptionen nach einer Abwägung von Kosten und Nutzen rational auswählen. In Bezug auf ehrenamtliches Engagement werden egoistische Präferenzen angenommen, um zu zeigen, dass Nutzenorientierung und ehrenamtliches Engagement nicht im Widerspruch stehen und keine implizite Altruismusannahme benötigt wird. Auszeichnungen, die im Rahmen des ehrenamtlichen Engagements verliehen werden könnten, stellen einen extrinsischen Anreiz dar (Flatau, 2009, S.262).
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Einführung in die Bedeutung und Verbreitung des ehrenamtlichen Engagements im Sportsektor sowie Formulierung des Untersuchungsinteresses.
Theoretische Grundlagen: Erläuterung der Begrifflichkeiten, des Systems der sozialen Arbeit im Sport sowie der Tätigkeitsfelder innerhalb von Vereinen.
Motive und Anreize für ehrenamtliche Tätigkeiten: Detaillierte Untersuchung von Anforderungen, Erwartungen und theoretischen Modellen zur Erklärung der Motivation und Rekrutierung.
Problemstellung des Ehrenamts und weiterführende Gedanken: Diskussion der Krise des Ehrenamts infolge gesellschaftlichen Wandels und Zusammenfassung der Erkenntnisse für zukünftige Entwicklungen.
Schlüsselwörter
Ehrenamt, Sportverein, Freiwilliges Engagement, Motivation, Anreizsysteme, Rational-Choice-Theorie, Kosten-Nutzen-Analyse, Rekrutierung, Vereinsmanagement, Freiwilligensurvey, Sportorganisation, Altruismus, Professionalisierung, Bindungsdauer, Vereinsmitgliedschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Situation des Ehrenamts im organisierten Sport in Deutschland, insbesondere mit den Beweggründen für eine ehrenamtliche Tätigkeit.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition des Ehrenamts, dem Anforderungsprofil für Freiwillige, theoretischen Motivationsmodellen und der Analyse der aktuellen Krise dieser Engagementform.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Beweggründe Ehrenamtlicher zu verstehen und aufzuzeigen, durch welche Anreize und Strukturen eine nachhaltige Bindung an den Sportverein erreicht werden kann.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer fundierten Literaturrecherche und der Auswertung bestehender empirischer Studien (wie dem Freiwilligensurvey) basiert.
Was ist Gegenstand des Hauptteils?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Einordnungen, die Darstellung von Anforderungsprofilen sowie die Analyse ökonomischer Theorien wie Kosten-Nutzen-Ansätze und die Rational-Choice-Theorie.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Freiwilliges Engagement, Motivationsforschung, Vereinsmanagement und ehrenamtliche Tätigkeitsfelder geprägt.
Welche Rolle spielt der demografische Wandel für das Ehrenamt?
Der Wandel führt zu einem Mangel an jungen potenziellen Ehrenamtlichen und einer insgesamt alternden Mitgliedschaft, was die Aufrechterhaltung der Vereinsstrukturen erschwert.
Wie könnten Sportvereine der Krise des Ehrenamts begegnen?
Die Autoren schlagen flexible Arbeitsmodelle, gezielte Anerkennungssysteme sowie eine Entlastung der Ehrenamtlichen von bürokratischen Aufgaben vor.
- Citation du texte
- Anonym (Auteur), 2023, Ehrenamt im organisierten Sport. Welche Anreize gibt es für ehrenamtliche Tätigkeiten?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1420114