Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike

Konstantin der Große. Überlegungen zu seiner Religionspolitik und der Konstantinischen Wende

Titel: Konstantin der Große. Überlegungen zu seiner Religionspolitik und der Konstantinischen Wende

Hausarbeit , 2023 , 21 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Fabian Shehu (Autor:in)

Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Ziel dieser Arbeit ist es, das Bild Konstantins als christlichen Kaiser zu hinterfragen und das Lob der christlichen beziehungsweise den Vorwurf der paganen Autoren zu untersuchen, Konstantin habe eine christliche Religionspolitik betrieben. Dazu stehen im Zentrum dieser Untersuchung Konstantins Entscheidungen, die das Christentum und die paganen Kulte betreffen, genauso wie die von ihm erlassenen Gesetze. Gesucht wird eine übergeordnete christentums- und kirchenfreundliche Religionspolitik als gemeinsames Muster seiner Beschlüsse.

Für dieses Vorhaben muss Konstantins Herrschaft historisch eingeordnet werden. Daher widmet sich das folgende Kapitel Diokletian und der Tetrarchie, aus welcher heraus Konstantin seine Alleinherrschaft aufbaute. Daran schließt sich der Kern der Arbeit an, der die Herrschaft Konstantins und seine Entscheidungen und Gesetzte nach religiösen Motiven untersucht. Abschließend wird in den letzten beiden Kapiteln die Leitfrage aufgegriffen, inwieweit Konstantin nun eine christliche Religionspolitik betrieb und ob man sein Vermächtnis wirklich als die Konstantinische Wende bezeichnen kann.

"Konstantin der Große - der erste Christ auf dem römischen Kaiserthron", so lautet die Überschrift eines Artikels der katholischen Kirche anlässlich des 1750-jährigen Geburtstags Konstantins im Jahr 2022. Diese Überschrift zeigt zweierlei. Einerseits wird deutlich, wie untrennbar das Christentum mit Konstantin verbunden ist. Andererseits verdeutlicht es die Bedeutung, die Konstantins Person durch seine rund 31-jährige Regentschaft von 306-337 von der Nachwelt zugeschrieben wird.

Schon von antiken Autoren wird Konstantins Herrschaft als durch und durch christlich gedeutet. Entsprechendes spiegeln auch die Quellen wider. Während christliche Autoren wie der Konstantin-Biograph und Vater der Kirchengeschichte Eusebius von Caesarea ihn durchweg positiv bewerten, einem Urteil, dem sich der ebenfalls christliche Apologet und Rhetoriker Laktanz anschließt, sieht der pagane Historiker Zosimos in Konstantin und seiner Affinität zum Christentum die Ursache für Verfall und Niedergang des Römischen Reiches. Folglich fällt sein Urteil über ihn weniger wohlwollend aus. Trotz dieser diametralen Beurteilungen seiner Herrschaft, sind sich beide Seiten einig, dass Konstantin seine Entscheidungen im Sinne des Christentums und der Kirche getroffen habe.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Diokletian und die Tetrarchie

3. Die Herrschaft Konstantins

3.1 Konstantins ersten Jahre der Herrschaft

3.2 Das Toleranzedikt des Galerius

3.3 Konstantins Alleinherrschaft im Westen des Römischen Reiches

3.4 Konstantins Sieg über Licinius und die Alleinherrschaft

4. Konstantin, die Kirche und die Kulte

5. Die Gesetze Konstantins

6. Konstantins christliche Religionspolitik?

7. Die Konstantinische Wende

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Diese Arbeit untersucht das Bild Konstantins als christlicher Kaiser und hinterfragt kritisch, inwiefern eine gezielte christliche Religionspolitik betrieben wurde oder ob seine Entscheidungen primär machtpolitisch motiviert waren. Dabei wird insbesondere nach einem übergreifenden Muster seiner beschriebenen Handlungen gefragt.

  • Historische Einordnung von Diokletian und der tetrarchischen Herrschaftsstruktur.
  • Analyse der Transformation des Christentums von einer verfolgten Gruppe zu einer offiziell anerkannten Religion.
  • Untersuchung der Rolle Konstantins in innerkirchlichen Konflikten, wie dem Donatistenstreit und dem Arianischen Streit.
  • Auswertung der kaiserlichen Gesetzgebung im Hinblick auf christliche Einflüsse.
  • Kritische Reflexion des Begriffs der Konstantinischen Wende und deren historischer Validität.

Auszug aus dem Buch

3.2 Das Toleranzedikt des Galerius

Am 30. April 311 leitete Galerius eine grundlegende Wende im staatlichen Umgang mit den Christen ein. In einem Edikt, das bei Laktanz überliefert ist, heißt es:

„Denn aus irgendeinem Grunde hatte eben diese Christen ein solcher Eigenwille erfasst und solche Torheit ergriffen, daß sie nicht den Einrichtungen der Alten folgten, die vielleicht ihre eigenen Vorfahren zuerst eingeführt hatten, sondern sich nach eigenem Gutdünken und lieben Gesetze zur Beobachtung schufen und in verschiedenen Gegenden verschiedene Bevölkerungen zu einer Gemeinschaft vereinigten. […] so haben wir geglaubt, unsere bereitwilligste Nachsicht auch auf die Christen ausdehnen zu müssen, so daß sie von neuem Christen sein und ihre Versammlungsstätten wieder herstellen dürfen, jedoch so, daß sie nichts wider die öffentliche Ordnung unternehmen.“

In diesem Edikt, welches als Toleranzedikt des Galerius in die Geschichte einging, gesteht der Augustus des Ostens den Christen zu, wieder Christen sein zu dürfen. Konkret bedeutete dies, dass das Christentum von nun an ein offiziell anerkannter Kult des Römischen Reiches war. Sie hatten damit die gleichen Rechte und Pflichten wie die anderen religiones lictae. Die Kirche fiel damit unter das ius publicum und wurde eine Körperschaft des Öffentlichen Recht, welche beispielsweise nun auch erben und Grundstücke besitzen durfte. Das Toleranzedikt leitete die Reichsweite Ende der Christenverfolgung ein, welche ohnehin im Westen des Reiches nicht mehr aktiv durchgeführt wurde.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung Konstantins als ersten christlichen Kaiser ein und stellt die Forschungsfrage zur Intentionalität seiner Religionspolitik.

2. Diokletian und die Tetrarchie: Dieses Kapitel skizziert das tetrarchische Herrschaftssystem als Antwort auf die Krise des 3. Jahrhunderts und dessen sakrale Legitimationsstrategien.

3. Die Herrschaft Konstantins: Hier werden der Aufstieg Konstantins, die Etablierung seiner Alleinherrschaft sowie die staatliche Anerkennung des Christentums durch das Edikt des Galerius detailliert beleuchtet.

4. Konstantin, die Kirche und die Kulte: Untersucht wird Konstantins Eingreifen in kirchliche Konflikte zur Sicherung der staatlichen und kulturellen Einheit.

5. Die Gesetze Konstantins: Dieses Kapitel analysiert die Gesetzgebung Konstantins auf ihre christliche Prägung und ihre Wirkung auf die gesellschaftlichen Strukturen.

6. Konstantins christliche Religionspolitik?: Eine kritische Zusammenfassung, die bezweifelt, ob von einer gezielten christlichen Religionspolitik bei Konstantin gesprochen werden kann.

7. Die Konstantinische Wende: Das abschließende Kapitel reflektiert die Historizität der Konstantinischen Wende und beurteilt die Bedeutung dieser Epoche unter Berücksichtigung von Diokletians Vorarbeit.

Schlüsselwörter

Konstantin der Große, Tetrarchie, Diokletian, Konstantinische Wende, Christentum, Religionspolitik, Toleranzedikt des Galerius, Kaiseramt, Spätantike, römische Religion, Sol Invictus, Machtpolitik, christliche Kirche, Donatistenstreit, Arianischer Streit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Wirken und die religiöse Einstellung Konstantins des Großen sowie die Frage, ob sein Handeln als gezielte christliche Religionspolitik oder als machtpolitisches Kalkül zu werten ist.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten zählen die Tetrarchie Diokletians, der Aufstieg Konstantins, das Toleranzedikt des Galerius, die Haltung Konstantins zu Kirche und paganen Kulten sowie die Interpretation der "Konstantinischen Wende".

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, das traditionelle Bild Konstantins als christlicher Kaiser zu hinterfragen und zu prüfen, ob sich ein übergeordnetes christliches Muster in seiner Gesetzgebung und Politik nachweisen lässt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin bedient sich der historischen Quellenanalyse, indem sie literarische Zeugnisse der Zeit (z.B. von Laktanz und Eusebius) kritisch neben weitere Quellengattungen wie Münzen und Inschriften stellt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt den Übergang von der tetrarchischen Herrschaft zur Alleinherrschaft Konstantins, seine Rolle als Schlichter in innerkirchlichen Konflikten und die Untersuchung der gesetzlichen Rahmenbedingungen seiner Zeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist insbesondere durch Begriffe wie Konstantinische Wende, Religionspolitik, Sakrale Legitimation und Spätantike geprägt.

Welche Bedeutung hatte das Toleranzedikt des Galerius für die Christen?

Es bedeutete die offizielle Anerkennung als Kult im Römischen Reich und gab den Christen die rechtliche Erlaubnis, wieder ihren Glauben auszuüben und Versammlungsstätten zu unterhalten.

Wie positionierte sich Konstantin zu Sol Invictus?

Konstantin nutzt den Sonnengott Sol Invictus zunächst als zentrales Element seiner Selbstdarstellung und münzgeprägten Legitimationsstrategie, bevor er sich nach 324 zunehmend davon distanzierte.

Kann man von einer christlichen Gesetzgebung bei Konstantin sprechen?

Die Arbeit weist darauf hin, dass eine explizit christliche Prägung in den Gesetzen nur schwer festzustellen ist, da Konstantin in seiner Rolle als Pontifex Maximus eher die Einheit des Staates als die Bevorzugung einer spezifischen Theologie im Blick hatte.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Konstantin der Große. Überlegungen zu seiner Religionspolitik und der Konstantinischen Wende
Hochschule
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg  (Institut für Geschichte)
Note
1,3
Autor
Fabian Shehu (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2023
Seiten
21
Katalognummer
V1420157
ISBN (PDF)
9783346974464
ISBN (Buch)
9783346974471
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Geschichte Altertum Christentum Konstantin Rom Konstantinopel Diokletian Religion Wende Weltgeschichte Antike Religionspolitik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Fabian Shehu (Autor:in), 2023, Konstantin der Große. Überlegungen zu seiner Religionspolitik und der Konstantinischen Wende, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1420157
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  21  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum