In dieser Masterarbeit soll der Fokus auf die Förderung von leistungsstarken Schülerinnen speziell im Mathematikunterricht liegen. Angesichts der Forderungen der KMK und Mathematikdidaktikern soll herausgefunden werden, welche Erfahrungen und Sichtweisen Lehrkräfte an verschiedenen Schulen zur Förderung von leistungsstarken SchülerInnen aufweisen. Zur Beantwortung dieser Frage wird der Fokus der Arbeit auf drei zentrale Aspekte gelegt, die anhand einer empirischen Untersuchung beantwortet werden: Wie erkennen Lehrkräfte leistungsstarke SchülerInnen im Unterricht? Welche Maßnahmen finden Lehrkräfte an Grundschulen geeignet, um Leistungsstarke zu fördern? Mit welchen Hindernissen und Schwierigkeiten sind Lehrkräfte in der individuellen Förderung leistungsstarker SchülerInnen konfrontiert?
Die Masterarbeit gliedert sich wie folgt. In Kapitel 2 ist der theoretische Hintergrund der Arbeit vorzufinden. Dieser setzt sich aus vier zentralen Aspekten zusammen. Zunächst wird herausgestellt, wie sich mathematische Leistungsstärke bemerkbar macht. Unter Einbeziehung von fachbezogenen Modellen wird auf mathematische Begabung und Expertise eingegangen. Im Anschluss wird der Themenbereich der Diagnostik beleuchtet, in dem Verfahren und Schwierigkeiten hinsichtlich der Diagnostik von mathematischer Begabung erläutert werden. Im Anschluss erfolgt die Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten der Förderung. In diesem Kapitel werden zentrale Fördermaßnahmen für leistungsstarke SchülerInnen dargelegt.
Im letzten Teil des theoretischen Rahmens wird der aktuelle Forschungsstand bezüglich dem Einsatz von Differenzierungsmaßnahmen sowie auf die Herausforderungen näher eingegangen. Dabei werden auch empirische Befunde, die sich mit der Förderung von SchülerInnen in heterogenen Lerngruppen befassen, dargelegt. In Kapitel 3 wird auf den empirischen Teil der Arbeit eingegangen. Zunächst wird die Datenerhebungs- und Datenauswertungsmethoden vorgestellt. In diesem Zuge wird der Interviewleitfaden, die Stichprobe und das Kategoriensystem zur Auswertung der Daten konkretisiert. Die Ergebnisse der Forschung werden in Kapitel 4 präsentiert, bevor abschließend zur Diskussion der Ergebnisse vor dem Hintergrund des theoretischen Rahmens in Kapitel 5 eingegangen wird. In diesem Kapitel wird auch das Fazit und der Ausblick integriert, in der die wichtigsten Ergebnisse zusammenfassend offengelegt und neu ergebene Forschungsfragen erläutert werden.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 THEORETISCHER HINTERGRUND
2.1 MATHEMATISCHE LEISTUNG UND BEGABUNG
2.1.1 MODELL MATHEMATISCHER BEGABUNGSENTWICKLUNG
2.1.2 MODELL ZUR ENTWICKLUNG MATHEMATISCHER EXPERTISE
2.2. DIAGNOSTIK
2.2.1 PROBLEME BEIM ERKENNEN MATHEMATISCHER LEISTUNGSSTÄRKE
2.3 MÖGLICHKEITEN DER FÖRDERUNG
2.3.1 DIFFERENZIERUNGSFORMEN
2.3.2 AKZELERATION UND ENRICHMENT
2.3.3 INKLUSIVE FÖRDERUNG IN REGELKLASSEN
2.3.4 AUFGABENBEISPIELE FÜR LEISTUNGSSTARKE
2.4 FORSCHUNGSSTAND
3 FORSCHUNGSMETHODEN
3. 1 DATENERHEBUNG: PROBLEMZENTRIERTES INTERVIEW (PZI)
3.1.1 INTERVIEWLEITFADEN
3.1.2.DURCHFÜHRUNG DER INTERVIEWS UND STICHPROBENBESCHREIBUNG
3.2 DATENAUSWERTUNG: INHALTLICH STRUKTURIERENDE QUALITATIVE INHALTSANALYSE
4 ERGEBNISSE DER FORSCHUNG
4.1 WISSEN UND ERFAHRUNGEN ZU LEISTUNGSSTARKEN SCHÜLERINNEN
4.2 FÖRDERUNGSMAßNAHMEN FÜR LEISTUNGSSTARKE SCHÜLERINNEN
4.3 HINDERNISSE UND SCHWIERIGKEITEN IN DER UMSETZUNG VON FÖRDERUNGSMAßNAHMEN
5 DISKUSSION DER ERGEBNISSE UND AUSBLICK
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Masterarbeit untersucht die Erfahrungen und Sichtweisen von Lehrkräften im Hinblick auf die Identifikation und individuelle Förderung leistungsstarker Schülerinnen und Schüler im Mathematikunterricht sowie die damit verbundenen Herausforderungen im Schulalltag.
- Identifikation und Diagnostik mathematischer Leistungsstärke
- Methoden der Differenzierung (Binnendifferenzierung, Enrichment, Akzeleration)
- Herausforderungen heterogener Lerngruppen
- Rolle der Lehrkraft und notwendige Rahmenbedingungen
Auszug aus dem Buch
2.2.1 Probleme beim Erkennen mathematischer Leistungsstärke
Die Erfassung von mathematischer Begabung ist auch mit Erschwernissen verbunden. Insbesondere für den Grundschulbereich ergeben sich Problematiken, die in der einschlägigen Literatur wie folgt benannt werden:
x Es können mur bestimmte Potentiale erfasst werden, da das Denken von Kindern an Veranschaulichungen gebunden ist. Hinzukommt, dass die Sprachkompetenz noch nicht ausgebaut ist und sprachliche Defizite die Wiedergabe von Lösungswegen erschweren
x Bestimmte Begabungsmerkmale sind schwer zu messen wie z. B mathematische Sensibilität oder Fantasie
x Persönlichkeitseigenschaftaften wie Interessen sind noch instabil
x Die Begabungsentwicklung basiert auf Spekulation, da der Vorhersagezeitraum bis zur mathematischen Begabungsentfaltung im Jugend- und Erwachsenenalter ziemlich groß ist
x Fachspezifisches Wissen und Können fehlt jüngeren Kindern und entwickeln sich erst mit der Zeit (vgl. Käpnick/ Benölken 2020, S. 271).
Weitere Schwierigkeiten bezogen auf die Lehrperson:
Für die Diagnosetätigkeit brauchen Lehrpersonen gute Fachkenntnisse. Insbesondere in der Grundschule müssen Lehrpersonen fachfremd unterrichten. Durch fehlendes fachliches Hintergrundwissen kann es dazu kommen, dass der Unterricht nicht anregend gestaltet wird und Mathestärken nicht erkannt werden (vgl. Käpnick et al. 2005, S. 27).
Auch bei guten Fachkenntnissen kann es dazu kommen, dass potentiell Leistungsstarke unentdeckt bleiben. Hierzu nennen Käpnick und Benölken folgende Punkte:
x Die Lehrkräfte erkennen begabte SchülerInnen nicht, da sie ihrer Vorstellung von mathematischer Begabung nicht entsprechend. Beispielsweise werden insbesondere gute Rechner als begabt eingestuft
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Förderung leistungsstarker Schülerinnen und Schüler im Mathematikunterricht ein und formuliert die zentrale Forschungsfrage der Arbeit.
2 THEORETISCHER HINTERGRUND: Dieses Kapitel erläutert aktuelle fachdidaktische Modelle zu Begabung und Expertise sowie diagnostische Verfahren und praktische Ansätze der Förderung.
3 FORSCHUNGSMETHODEN: Hier erfolgt die Erläuterung des qualitativen Forschungsansatzes, des problemzentrierten Interviews als Erhebungsmethode und der inhaltlich strukturierenden Inhaltsanalyse als Auswertungsinstrument.
4 ERGEBNISSE DER FORSCHUNG: Dieses Kapitel präsentiert die empirischen Befunde hinsichtlich des Wissens der Lehrkräfte, ihrer angewandten Fördermaßnahmen sowie der wahrgenommenen Hindernisse.
5 DISKUSSION DER ERGEBNISSE UND AUSBLICK: Das Fazit setzt die empirischen Ergebnisse in Bezug zum theoretischen Hintergrund und bietet Perspektiven für schulische Entwicklungen und künftige Forschung.
Schlüsselwörter
Mathematikunterricht, Leistungsstarke Schülerinnen, Individuelle Förderung, Begabungsförderung, Diagnostik, Differenzierung, Problemzentriertes Interview, Inklusion, Heterogenität, Schulpädagogik, Mathematische Expertise, Enrichment, Akzeleration.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Forschungsarbeit grundlegend?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der mathematischen Förderung von als leistungsstark eingestuften Schülerinnen und Schülern im Rahmen des schulischen Mathematikunterrichts.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum der Arbeit?
Zentrale Themen sind die Identifikation mathematischer Begabung, verschiedene Förderstrategien wie Enrichment und Akzeleration sowie die strukturellen Hürden in heterogenen Grundschulklassen.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Es soll untersucht werden, welche Erfahrungen und Sichtweisen Lehrkräfte hinsichtlich der Förderung leistungsstarker Kinder aufweisen und vor welchen Hindernissen sie dabei stehen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde angewandt?
Es wurde ein qualitativer Forschungsansatz gewählt, der auf problemzentrierten Interviews mit Lehrkräften basiert und mittels inhaltlich strukturierender qualitativer Inhaltsanalyse ausgewertet wurde.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zu Begabungsmodellen und Fördermaßnahmen sowie eine empirische Untersuchung, die das Wissen, die Maßnahmen und die Schwierigkeiten von Lehrkräften darlegt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Wichtige Begriffe sind Leistungsstärke, individuelle Förderung, Differenzierung, Heterogenität und diagnostisches Handeln von Lehrkräften.
Wie gehen Lehrkräfte laut der Studie bei der Identifikation von Mathestärken vor?
Die Lehrkräfte nutzen meist informelle Beobachtungen im Unterricht, wie etwa das auffällige Bewältigen von kniffeligen Problemaufgaben, anstatt standardisierte, formelle Diagnoseverfahren anzuwenden.
Welche Rolle spielt die Inklusion für die Förderung Leistungsstarker?
Inklusion wird von den befragten Lehrkräften oft als zusätzliche Belastung wahrgenommen, da die hohe Heterogenität in den Klassen dazu führt, dass die Förderenergie primär auf leistungsschwächere Schüler gelenkt wird.
Wie beurteilen Lehrkräfte den Einsatz von Helfersystemen?
Das Konzept, leistungsstarke Schülerinnen als Experten agieren zu lassen, wird einerseits als förderlich für das Sozialgefüge angesehen, andererseits kritisieren einige Lehrkräfte, dass sich diese Schüler dadurch nicht individuell weiterentwickeln können.
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- Lena Kurt (Author), 2021, Leistungsstarke Schülerinnen und Schüler im Mathematikunterricht. Eine qualitative Untersuchung zu Möglichkeiten der individuellen Förderung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1420215