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Wer waren die Profiteure der Rentenreform 2000?

Zur Themenkarriere von Berufsunfähigkeit und Erwerbsunfähigkeit

Titel: Wer waren die Profiteure der Rentenreform 2000?

Hausarbeit , 2009 , 23 Seiten , Note: 3,0

Autor:in: Christian Niesz (Autor:in)

Soziologie - Politik, Majoritäten, Minoritäten
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Arbeit zur „Themenkarriere von Berufsunfähigkeit und Erwerbsunfähigkeit“ widmet sich den Wirkungszusammenhängen, die zur Ausgestaltung der Rentenreform 2000 und damit zur Abschaffung des Begriffs der Berufsunfähigkeit geführt haben. Das besondere Augenmerk liegt dabei auf der Reform der Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit. An diesem Beispiel wird herausarbeiten, welche Ursachen zur „Rentenreform 2001“ geführt haben, ferner werden die grundlegenden Unterschiede zwischen dem Rentenreformgesetz 1957 (auch RRG 1957) und der Rentenreform 2001 sowie die mit dem jüngsten Rentenreformgesetzen einhergehenden wesentlichen Veränderungen in der Rentenrechtslage verdeutlicht.

Diese Untersuchung wird exemplarisch am Begriff der „Berufsunfähigkeit“ durchgeführt, an dessen Beispiel der Wandel in der Rentengesetzgebung verdeutlichen wird - von dessen umfassender Einführung in das Recht der Arbeiter- und Angestelltenversicherung 1957 bis hin zu dessen Abschaffung durch die Rentenreform 2000. Ferner werden die Folgen der Ersetzung des Begriffs der Berufsunfähigkeitsrente durch die Einführung des Terminus der Erwerbsminderungsrente, mit der gleichzeitig ein Wechsel hin zu einer Einstufung der Betroffenen nach deren „Restleistungsvermögen“ einher ging, aufgezeigt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Zu Arbeitsunfähigkeit, Berufunfähigkeit und Erwerbsunfähigkeit

2.1 Zum Begriff der Arbeitsunfähigkeit

2.2 Zum Begriff der Berufsunfähigkeit

2.3 Zum Begriff der Erwerbsunfähigkeit

3 Rentenbestände und Sozialbudget 1972 bis 1999

4 Zur Neuordnung der gesetzlichen Rentenversicherung im Jahre 1957

5 Das RRG 1999

6 Die Rentenreform 2000

6.1 Die Reform der Erwerbsminderungsrenten

6.2 Die grundlegendsten Änderungen im Überblick

7 Zusammenfassung und Schlussfolgerung

7.1 Die Profiteure der Rentenreform 2000

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die sozialpolitischen Wirkungszusammenhänge der Rentenreform 2000 und deren Konsequenzen für die gesetzliche Alterssicherung. Im Fokus steht die Abschaffung des Begriffs der Berufsunfähigkeit und die Einführung der Erwerbsminderungsrente, um zu klären, welche Akteure von dieser Reform profitiert haben und welche Gruppen benachteiligt wurden.

  • Wandel in der Rentengesetzgebung von 1957 bis 2000
  • Definitionen und Abgrenzung von Arbeits-, Berufs- und Erwerbsunfähigkeit
  • Analyse der Rentenbestände und der Finanzierbarkeit des Sozialbudgets
  • Untersuchung der strukturellen Auswirkungen der Rentenreform 2000
  • Identifikation der Profiteure der Reform im Kontext von Politik und Wirtschaft

Auszug aus dem Buch

Die Reform der Erwerbsminderungsrenten

Die grundlegendste und einschneidenste Neuerung der Rentenreform 2000 lag jedoch in der Neuregelung des Bereichs der Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit, genauer in der Abschaffung der Berufsunfähigkeitsrente. Mit Inkrafttreten der Änderung wird die Unterscheidung zwischen Berufs- und Erwerbsunfähigkeit aufgegeben. An deren Stelle trat die Erwerbsminderungsrente. Primärer Zweck der Erwerbsminderungsrenten der gesetzlichen Rentenversicherung war nach Köhler-Rama der finanzielle Ausgleich für Einkommenseinbußen „als Folge einer gesundheitsbedingten (nicht altersbedingten) Leistungsminderung“ (Köhler-Rama 2003: 28).

Vor diesem Hintergrund wurde die Auslagerung des Berufsunfähigkeitsrisikos von den meisten Experten seit Jahren gefordert und es bestand diesbezüglich ein großer Konsens, da die Berufsunfähigkeitsversicherung lediglich spezielle Berufsgruppen absicherte, was jedoch dem Gleichheitsgrundsatz widersprach. Außerdem schütze sie nicht Einkommen, sondern Status („Prestigerente“), was wiederum grundlegend der eigentlichen Funktion der Invalidenrente widersprach. Nicht zuletzt brachte die Festsetzung der Berufsunfähigkeitsrente große verwaltungsmäßige Probleme mit sich - so die Hauptkritikpunkte an der Berufsunfähigkeitsrente (Köhler-Rama 2003: 33). Für den Wegfall der BU-Rente sprach nach Ansicht von Kamprad insbesondere auch, dass sich der allgemeine Arbeitsmarkt zugunsten qualifizierter Personen entwickeln werde, und daher die statussichernde BU-Rente immer weniger notwendig, und immer weniger zu rechtfertigen sei (Köhler-Rama 2003: 33).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Arbeit erläutert die Beweggründe für die Rentenreform 2000 und definiert das Ziel, die Auswirkungen der Abschaffung des Begriffs der Berufsunfähigkeit zu analysieren.

2 Zu Arbeitsunfähigkeit, Berufunfähigkeit und Erwerbsunfähigkeit: In diesem Kapitel werden die drei zentralen Begrifflichkeiten in ihrer rechtlichen und praktischen Bedeutung differenziert voneinander abgegrenzt.

3 Rentenbestände und Sozialbudget 1972 bis 1999: Das Kapitel belegt den Anstieg der Rentenempfänger und die wachsende finanzielle Belastung des Sozialbudgets im betrachteten Zeitraum.

4 Zur Neuordnung der gesetzlichen Rentenversicherung im Jahre 1957: Hier wird der historische Ausgangspunkt der Rentenversicherung beleuchtet, insbesondere die Einführung des Umlageverfahrens und des Generationsvertrags.

5 Das RRG 1999: Es wird auf die Vorläufer der Rentenreform 2000 eingegangen, wobei insbesondere die Kritik am bestehenden Rentensystem und die politische Diskussion über Reformmodelle im Mittelpunkt stehen.

6 Die Rentenreform 2000: Dieses Kapitel analysiert die konkreten Umsetzungen der Reform, insbesondere die Einführung der Erwerbsminderungsrente und die damit verbundenen Änderungen des Rentenanspruchs.

7 Zusammenfassung und Schlussfolgerung: Die Arbeit schließt mit einer kritischen Bewertung der Rentenreform 2000, die als eine Entlastung des Bundeshaushalts auf Kosten der jüngeren Generation und der Versicherten eingeordnet wird.

Schlüsselwörter

Rentenreform 2000, Berufsunfähigkeit, Erwerbsminderungsrente, Rentenversicherung, Sozialbudget, Altersvorsorge, Generationenvertrag, Rentenpolitik, Arbeitsmarktlage, Restleistungsvermögen, Rot-Grüne Koalition, Privatisierung, Invalidität, Rentenanspruch, Lohnnebenkosten

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Hausarbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die rentenpolitischen Veränderungen in Deutschland um das Jahr 2000, mit besonderem Fokus auf die Abschaffung des Begriffs der Berufsunfähigkeit.

Welche zentralen Themenfelder behandelt der Autor?

Die Arbeit behandelt die Entwicklung der gesetzlichen Rentenversicherung, die ökonomischen Zwänge des Sozialstaats sowie die politischen Reformbemühungen der rot-grünen Regierung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, herauszuarbeiten, welche Akteure von der Reform profitiert haben und für welche Bevölkerungsgruppen die Änderungen eine Verschlechterung darstellten.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewendet?

Der Autor führt eine Literatur- und Sekundärdatenanalyse durch, um den Wandel der Rentengesetzgebung und die Auswirkungen auf die Versicherten nachzuvollziehen.

Was wird im Hauptteil detailliert beleuchtet?

Der Hauptteil befasst sich mit der historischen Entwicklung seit 1957, den Rentenbeständen der 90er Jahre und den spezifischen Änderungen durch die Rentenreform 2000.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Zu den zentralen Begriffen gehören Rentenreform 2000, Erwerbsminderungsrente, soziale Alterssicherung, Generationengerechtigkeit und die Auswirkungen auf das Sozialbudget.

Warum wurde die Berufsunfähigkeitsrente im Rahmen der Reform abgeschafft?

Die Abschaffung sollte den Zugang zu Rentenleistungen erschweren und die Kostenbelastung des Systems reduzieren, indem das Restleistungsvermögen stärker in den Vordergrund rückte.

Welche Rolle spielt die Finanzwirtschaft bei der Reformbetrachtung?

Die Finanz- und Versicherungswirtschaft wird als einer der Hauptprofiteure genannt, da durch die Absenkung der staatlichen Rentenleistungen ein wachsender Bedarf an privaten Zusatzversicherungen entstand.

Wie bewertet der Autor die Auswirkungen der Reform für jüngere Generationen?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die Reform für jüngere Versicherte primär mit Nachteilen und einer dauerhaften Absenkung des Versorgungsniveaus verbunden ist.

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Details

Titel
Wer waren die Profiteure der Rentenreform 2000?
Untertitel
Zur Themenkarriere von Berufsunfähigkeit und Erwerbsunfähigkeit
Hochschule
Georg-August-Universität Göttingen  (Sozialwissenschaftliche Fakultät, Institut für Soziologie)
Veranstaltung
Wer macht Sozialpolitik in Deutschland? Akteure in politischen Entscheidungen über den Sozialstaat
Note
3,0
Autor
Christian Niesz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
23
Katalognummer
V142026
ISBN (eBook)
9783640497492
ISBN (Buch)
9783640497775
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Soziologie Sozialpolitik Rente Erwerbsunfähigkeit Arbeitsunfähigkeit RRG Reform Erwerbsminderungsrente Politik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Christian Niesz (Autor:in), 2009, Wer waren die Profiteure der Rentenreform 2000?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/142026
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  23  Seiten
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