Segmentberichterstattung

Verknüpfung von externer Rechnungslegung nach IFRS und Controlling


Seminararbeit, 2009

17 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Hintergrund und Zielsetzung der Arbeit

3 Gründe und Ziele der Segmentberichterstattung
3.1 Bestimmung berichtspflichtiger Segmente
3.2 Segmentbewertungen
3.3 Angaben in der Segmentberichterstattung
3.4 Überleitungsrechnungen

4 Der Einfluss des Controllings auf die Segmentberichterstattung

5 Kritische Würdigung des Management Approach in der Segmentberichterstattung

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Das Rechnungswesen ist per Definition „ein System zur quantitativen, vorwiegend mengen- und wertmäßigen Ermittlung, Aufbereitung und Darstellung von wirtschaftlichen Zuständen zu einem bestimmten Zeitpunkt [..] und von wirtschaftlichen Abläufen während eines bestimmten Zeitraums.“[1]

Das Rechnungswesen wird in das interne und externe Rechnungswesen unterteilt. Diese Zweiteilung ist vorwiegend in Deutschland durch die Entwicklung des Rechnungswesens zu finden und hat sich international nicht durchgesetzt.[2]

Das externe Rechnungswesen bildet die Vermögens- und Ertragslage nach außen ab und stellt somit im Gegensatz zum internen Rechnungswesen Informationen des Unternehmens für Interessengruppen, wie z.B. Kapitalgeber, Gläubiger und Analysten, bereit. Zur Abbildung und Aufbereitung dieser Informationen halten sich die Unternehmen an gesetzliche Normen. Das interne Rechnungswesen, hier sinngemäß mit den Begriffen internem Berichtswesen und Controlling verwendet, dient hingegen der unternehmensinternen Steuerung und verfolgt das Ziel der Informationsbereitstellung anhand aufbereiteter Daten zur Planung, Dokumentation und Kontrolle. Die Daten des Controllings dienen in erster Linie der Unterstützung von Managemententscheidungen zur Verfolgung der Geschäftsstrategie. Da das interne Rechnungswesen nicht an gesetzliche Normen gebunden ist, kann die Aufbereitung der Daten auf die Bedürfnisse des Unternehmens zugeschnitten werden.

Diese unterschiedliche Zielsetzung und Verwendung der Daten bringt eine Divergenz des internen und externen Rechnungswesens mit sich und fordert daher eine Vereinheitlichung des internen und externen Rechnungswesens zur Effizienzsteigerung, schnelleren Anpassung an Einflüsse und birgt nicht zuletzt Kosteneinsparungspotential.[3]

2 Hintergrund und Zielsetzung der Arbeit

Wie in der Einführung schon kurz erwähnt, bestehen durch die unterschiedlichen Zielsetzungen des internen und externen Rechnungswesens Unterschiede, die zu Abweichungen innerhalb der beiden Systeme führen. Das externe Rechnungswesen ist in Deutschland seit dessen Entstehung geprägt durch das Vorsichtsprinzip und den Gläubigerschutz.[4] Durch diese Grundsätze spiegeln Bilanzdaten nicht immer die tatsächliche wirtschaftliche Lage des Unternehmens wieder. Nach den internationalen Standards IAS bzw. IFRS, wo das Prinzip der `Fair Presentation´ über allen anderen steht, wird die Darstellung eines entsprechenden Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage realistischer als nach HGB abgegeben.[5] Grundsätzlich unterliegt die Wertermittlung nach den internationalen Standards der Fair-Value Orientierung. Demnach ist eine zeit- und marktnahe Bewertung für die extern darzustellende Vermögenslage möglich und sorgt zunehmend für eine Verein-heitlichung der beiden Rechnungswesensysteme, da ebenso im internen Rechnungswesens eine realistische Darstellung der Vermögenswerte und Schulden angestrebt wird.

Durch die Harmonisierung der beiden Rechnungswesensysteme können Synergieeffekte durch Vereinfachung von Informationssystemen und einer Vereinheitlichung der Reportings an das Top Management erzielt werden. Organisatorisch sollten dann die Bereiche des Controllings und des externen Rechnungswesen stärker zusammengefasst werden. Jedoch wirkt die dynamische Anpassung der internationalen Standards hemmend auf die Harmonisierungs-entwicklung des internen und externen Rechnungswesens, da konsistente Steuerungssysteme des Controllings erforderlich sind und diese mit dem schnellen Wechsel der Standards nicht konform gehen können.[6]

In den nachfolgenden Kapiteln wird eine Verknüpfung des internen Berichtssystems und des externen Rechnungswesens anhand der Segmentberichterstattung dargestellt. Es werden durch unterschiedliche Zielsetzungen der beiden Rechnungswesensysteme Abweichungen und daraus resultierende bilanzpolitische Gestaltungsmöglichkeiten aufgegriffen, aber auch Chancen und Risiken des zugrunde liegenden Ansatz des IFRS 8 genannt und abschließend beurteilt.

3 Gründe und Ziele der Segmentberichterstattung

Der Jahresabschluss stellt ein Instrument dar, bestimmte Interessengruppen mit Informationen zu versorgen. Veröffentlichte Informationen über einzelne, definierte Teilbereiche eines Unternehmens wird unter dem Begriff Segmentbericht subsumiert.

Die Segmentberichterstattung ist ein Bestandteil des Jahresabschlusses und gerade für Bedürfnisse der Investoren eines der wichtigsten Berichtsinstrumente.[7] Die Pflicht zur Aufstellung eines Segmentberichts im Anhang und Konzernanhang besteht für kapitalmarktorientierte Unternehmen und Konzerne. International gilt seit dem 01.01.2009 verpflichtend der IFRS 8, welcher den IAS 14 ablöst und vom US-GAAP Standard SFAS 131 „- bis auf wenige Ausnahmen - nahezu wortgleich übernommen […]“[8] wurde.

In deutschem Recht ist die Aufstellung zur Segmentberichterstattung für börsennotierte Mutterunternehmen im § 297 Abs.1 Satz 2 HGB geregelt, allerdings im DRS 3 konkretisiert dargestellt.

In Anlehnung an den aktuell gültigen Standard IFRS 8 sind Segmente unterscheidbare Teilaktivitäten eines Unternehmens. Die Basis für die Abgrenzung der einzelnen Segmente bildet das interne Berichtssystem des Unternehmens. Die Zielsetzung der Segmentberichterstattung lässt sich im Allgemeinen aus den Informationsbedürfnissen der jeweiligen Adressaten des Abschlusses ableiten. „Ein Unternehmen hat Informationen anzugeben, anhand derer Abschlussadressaten die Art und finanziellen Auswirkungen der von ihm ausgeübten Geschäftstätigkeiten sowie das wirtschaftliche Umfeld, in dem es tätig ist, beurteilen können.“[9] Dem Grundsatz zufolge hat ein Unternehmen für jede Periode, in der eine Gewinn- und Verlustrechnung erstellt wurde, segmentbezogene Informationen zu veröffentlichen, die allgemeine Informationen, Angaben zur Ertrags- und Vermögenslage und Überleitungsrechnungen beinhalten.[10]

Gerade von Unternehmen, welche sich global aufgestellt haben, sind aussagekräftige Berichterstattungen essentiell.[11] Einzelne Geschäftsbereiche, gleich ob geografisch- oder produktorientiert betrachtet, sind unterschiedlichen Umwelteinflüssen und damit verbundenen Risiken, aber auch Chancen, ausgesetzt. Diese sollen den Interessenten des Jahresabschlusses transparent auf der Grundlage des Controllings dargestellt werden und somit eine Beurteilung der wirtschaftlichen Lage des Geschäftszweiges ermöglichen. Des Weiteren ist die besondere Bedeutung der Segmentberichterstattung im Zusammenhang mit der Steigerung des Unternehmenswertes und der Gewährleistung der Wettbewerbsneutralität zu sehen.[12] So ist grundsätzlich ein Vergleich ähnlicher Segmente möglich, insofern die gleichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden angewendet wurden und lässt Rückschlüsse auf die strategischen Entscheidungen des Managements und damit der Wettbewerbsfähigkeit des Gesamtunternehmens zu.[13]

[...]


[1] Coenberg/Fischer/Günther (2007) S.4

[2] Vgl. Wussow (2004) S.25

[3] Müller (2006) S.22 ff

[4] Vgl. Coenenberg (2005) S.45

[5] Vgl. ebenda S.69

[6] Vgl. Sandt (2009) KoR, S. 60

[7] Vgl. Heintges/Urbanczik/Wulbrand (2008) DB, S.2773

[8] ebenda

[9] IFRS 8.20

[10] Vgl. Pellens/Fülbier/Gassen/Sellhorn (2008) S.885

[11] Vgl. Coenberg (2005) S. 841

[12] Vgl. Coenberg (2005) S. 841

[13] Vgl. Grottke/Krammer (2008) KoR, S.671

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Segmentberichterstattung
Untertitel
Verknüpfung von externer Rechnungslegung nach IFRS und Controlling
Hochschule
Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin
Note
1,7
Autor
Jahr
2009
Seiten
17
Katalognummer
V142027
ISBN (eBook)
9783640497508
ISBN (Buch)
9783640497782
Dateigröße
393 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Segmentberichterstattung, Verknüpfung, Rechnungslegung, IFRS, Controlling
Arbeit zitieren
Christiane Schmidt (Autor), 2009, Segmentberichterstattung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/142027

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Titel: Segmentberichterstattung



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