Das Ziel der Arbeit ist es herauszufinden, inwieweit KMU die Gesundheit Ihrer Beschäftigten erhält, fördert und in welchen gesundheitsrelevanten Themenfeldern noch Potentiale bestehen.
Eine Gesundheitsförderung in Kleinst-, Klein und mittleren Betrieben ist, entgegen der Vorstellung der meisten Führungskräfte, mehr als nur Angebote von Präventionskursen. Es ist eine Einbindung eines gesamten Unternehmens und aller Arbeitsprozesse und Arbeitsstrukturen, aller Führungskräfte und Beschäftigten in gesundheitsförderliche und Gesundheitsressourcen aufbauende und erhaltende Maßnahmen. In Hinblick auf die steigenden Krankenstände, dem demografischen Wandel, dem stetig wachsenden Leistungsdruck, Fachkräftemangel und den sich ändernden Belastungsfaktoren macht ein betriebliches Gesundheitsmanagement auch bei KMUs durchaus Sinn.
Die Herausforderung für KMU ist es in gesundheitsrelevanten Themenfeldern ein Handlungsbedarf aufzudecken, zu analysieren, über BGF zu informieren und in Folge dessen geeignete Maßnahmen zu implementieren, um die Gesundheit der Beschäftigten zu fördern. Problematisch ist hierbei, dass gerade diese Betriebe oftmals nicht die Möglichkeiten der BGF kennen und oder nicht über die finanziellen Mittel verfügen, eine Gesundheitsförderung für alle Mitarbeiter im Arbeitsalltag einzusetzen.
Um die Schwachstellen der BGF in KMUs herauszufinden, wurde jeweils ein betrieblicher Experte (Unternehmensleitungen, Personalabteilung oder deren Vertreter) aus fünfzehn unterschiedlichen Unternehmen schriftlich befragt. Im Mittelpunkt der Befragung standen folgende Themen:
- Verständnis eines gesunden Unternehmens;
- Gesunde Arbeitsbedingungen;
- Gesunde Führung;
- Gesundes Miteinander (Unternehmenskultur) und;
- Gesundes Verhalten.
Anhand von Literaturrecherche und der Befragung von Unternehmen mittels eines Fragebogens sollen die Themenfelder herausgearbeitet werden, welche bisher noch am geringsten angestrebt wurden und in der Hoffnung die Unternehmensleitungen, Personalabteilung für diese Themen zu sensibilisieren.
Inhaltsverzeichnis der Bachelor-Thesis
1 EINLEITUNG UND PROBLEMSTELLUNG
2 ZIELSETZUNG
3 GEGENWÄRTIGER KENNTNISSTAND
3.1 Begriffsdefinitionen
3.1.1 Kleinst-, Klein- und mittelständische Unternehmen
3.1.2 Betriebliche Gesundheitsförderung
3.1.3 Interventionen
3.1.4 Gesundheit
3.2 Führung, Unternehmenskultur und Gesundheit
3.3 Arbeit und Gesundheit
4 METHODIK
4.1 Allgemeine Informationen zum Studiendesign Evaluation
4.2 Beschreibung der Stichprobe
4.3 Untersuchungsdurchführung
4.4 Auffälligkeiten während der Befragung
5 ERGEBNISSE
5.1 Fragebogenergebnisse
5.2 Deskriptive Statistik
6 DISKUSSION
7 ZUSAMMENFASSUNG
Zielsetzung & Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Potenziale und den bestehenden Handlungsbedarf im Bereich der betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) in Kleinst-, Klein- und mittelständischen Unternehmen (KMU), um Unternehmensleitungen für dieses gesundheitsrelevante Thema zu sensibilisieren.
- Analyse des aktuellen Kenntnisstands zur betrieblichen Gesundheitsförderung in KMU
- Identifikation gesundheitsrelevanter Handlungsfelder durch eine schriftliche Expertenbefragung
- Untersuchung von Zusammenhängen zwischen Unternehmenskultur, Führung und Mitarbeitergesundheit
- Darstellung deskriptiver Ergebnisse zu Präventionspotenzialen in verschiedenen Branchen
Auszug aus dem Buch
1 Einleitung und Problemstellung
Arthur Schopenhauer (Philosoph) sagte einst: „Gesundheit ist nicht alles. Aber ohne Gesundheit ist alles nichts“. Tatsächlich herrscht seit einigen Jahren in Deutschland ein ausgeprägtes Gesundheitsbewusstsein. So sind die Gesundheitsausgaben auf insgesamt 441 Milliarden Euro im Jahr 2020 für ihre Gesundheit gestiegen (vgl. Abb. 1). Damit ergeben sich Gesundheitsausgaben pro Kopf mit einem Wert von über 5 000 Euro (Statistisches Bundesamt [Destatis], 2022).
Der größte Ausgabenträger im Gesundheitswesen war die gesetzliche Krankenversicherung mit 54,8% was umgerechnet 241,5 Milliarden Euro ausmachen. Dies Ausgaben stiegen zum Vorjahr um 3,6% und werden es immer weiter tun, da der Gesundheitsgedanke in der Gesellschaft eine immer höhere Priorität einnimmt. Nicht zu vergessen ist hierbei der Einfluss der Corona-Pandemie, um die es aber in dieser Arbeit nicht gehen soll, sondern um die Gesundheit am Arbeitsplatz und vor allem die Gesundheitsförderung, die ein jedes Unternehmen implementieren kann und auch sollte. Viele Studien haben sich bereits mit möglichen Belastungen am Arbeitsplatz beschäftigt, wobei harte/physikalische (Ergonomie, Lärm, Licht etc.) und weiche/nicht direkt sichtbare (Stress, Über-/ Unterforderung, Mobbing etc.) Ursachen aufgedeckt wurden. Dadurch ergeben sich physische (Unfälle, Rückenschmerzen, Herzbeschwerden etc.) und psychische (Burnout, Motivationslosigkeit, Unwohlsein etc.) Folgebeschwerden (Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) & Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), (2006).
Die Gesundheit von Mitarbeitern steht bei Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) im Vordergrund. Zwar gibt es in diesem Zusammenhang bereits zahlreiche gute Beispiele für erfolgreiche Projekte in allen Betriebsgrößen, doch insbesondere in Kleinst-, Klein- und mittleren Unternehmen (KMU) sind die Aktivitäten diesbezüglich deutlich zurückhaltender als in Großbetrieben. Dabei kann jedes Unternehmen mit einfachen Mitteln die Gesundheit seiner Beschäftigten fördern und für den Unternehmenserfolg nutzen. Im Rahmen der vorliegenden Arbeit soll daher der Frage nachgegangen werden, in welchen gesundheitsrelevanten Themenfeldern derzeit für KMU ein Handlungsbedarf besteht, um die Gesundheit der Beschäftigten zu fördern.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG UND PROBLEMSTELLUNG: Einführung in die Relevanz von Gesundheitsförderung und Abgrenzung der Problematik spezifisch für KMU.
2 ZIELSETZUNG: Definition der Forschungsziele und Beschreibung des gewählten methodischen Ansatzes mittels Expertenbefragung.
3 GEGENWÄRTIGER KENNTNISSTAND: Theoretische Fundierung durch Begriffsdefinitionen sowie Analyse der Zusammenhänge von Führung, Unternehmenskultur und Gesundheit.
4 METHODIK: Darstellung des Studiendesigns, der Stichprobenbeschreibung sowie der Durchführung und Auffälligkeiten während der Untersuchung.
5 ERGEBNISSE: Präsentation der erhobenen Daten aus dem Fragebogenblock in tabellarischer und deskriptiver Form.
6 DISKUSSION: Kritische Reflexion der Ergebnisse und Bedeutung der betrieblichen Gesundheitsförderung als langfristige Aufgabe für Unternehmen.
7 ZUSAMMENFASSUNG: Fazit der Arbeit mit Ausblick auf die Notwendigkeit von BGF-Modellen zur nachhaltigen Gesundheitsförderung.
Schlüsselwörter
Betriebliche Gesundheitsförderung, BGF, KMU, Kleinstunternehmen, Gesundheit, Arbeitswelt, Unternehmenskultur, Arbeitsschutz, Prävention, Gesundheitsmanagement, Gesundheitsbewusstsein, Expertenbefragung, Partizipative Gesundheitsforschung, Salutogenese, Gesundheitskompetenz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelor-Thesis grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Potenziale und den notwendigen Handlungsbedarf der betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) innerhalb von kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU).
Welche sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf der Unternehmensstrategie, dem Arbeitsumfeld, der Organisation, der Führung sowie der Unternehmenskultur und dem Verhalten der Beschäftigten.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es zu ermitteln, wie KMU die Gesundheit ihrer Mitarbeiter fördern und in welchen spezifischen Bereichen noch ungenutzte Potenziale für Gesundheitsmaßnahmen bestehen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wurde eine schriftliche Expertenbefragung (basierend auf dem Modell "Offensive Mittelstand") in 15 unterschiedlichen Unternehmen durchgeführt, die als partizipative Gesundheitsforschung angelegt ist.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Kenntnisstand mit Definitionen, die methodische Vorgehensweise, eine detaillierte Ergebnisauswertung mittels deskriptiver Statistik und eine Diskussion der Resultate.
Welche Charakteristika definieren diese Arbeit?
Die Arbeit zeichnet sich durch einen stark praxisorientierten Fokus, die Differenzierung nach KMU-Kriterien und die Analyse der Verbindung zwischen Unternehmensefolg und Mitarbeitergesundheit aus.
Welche Rolle spielt die Unternehmenskultur für die Gesundheit laut der Autorin?
Die Autorin betont, dass die Unternehmenskultur die entscheidende Voraussetzung für den Erfolg von Gesundheitsmaßnahmen ist und durch die Führungsebene aktiv gelebt werden muss.
Wie bewertet die Arbeit den Handlungsbedarf bei Suchtprävention in den befragten KMU?
Die Auswertung zeigt, dass bei der Suchtprävention und -hilfe ein signifikanter Handlungsbedarf besteht, da viele Unternehmen hier dringendes Verbesserungspotenzial aufweisen.
- Quote paper
- Franziska Merath (Author), 2022, Gesundheit in Kleinstunternehmen, kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Eine Befragung zu Potentialen betrieblicher Gesundheitsförderung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1420415