Einen Teil des Bachelorstudienganges für das Lehramtsstudium am Berufskolleg (BA BK 2009) bilden die Praxisphasen. Eine davon ist das Orientierungspraktikum, mit der sich diese Hausarbeit beschäftigen wird.
In diesem vierwöchigen Praktikum erhält der Studierende die Möglichkeit einen Einblick in den Schulalltag zu bekommen und vollzieht den Perspektivenwechsel vom Schüler zum Lehrer. Nachdem ich mich bei diversen Schulen beworben hatte und zu einigen Vorstellungsgesprächen eingeladen wurde, entschied ich mich dafür, mein Praktikum an dem "XY" vom 06.09 bis zum 04.10.2016 zu absolvieren. Dort wurde ich bereits von dem Ausbildungskoordinatoren und Lehrer L. im Umgang mit den schulinternen Werkzeugen (wie dem Stundenplaner) eingewiesen und werde von ihm über meinen Praktikumszeitraum betreut.
Da ich mir bereits einen vorläufigen Stundenplan am Tag der Vorstellung erstellen konnte, muss ich an meinem ersten offiziellen Praktikumstag nur noch mit den entsprechenden Lehrern Rücksprache halten, ob ein Unterrichtsbesuch bei Ihnen erwünscht, sinnvoll und vor allem über die 4 Wochen möglich ist. Meinen vorherigen Überlegungen nach, bin ich nämlich zu dem Entschluss gekommen, dass eine kontinuierliche Beobachtung der gleichen Unterrichtsstunden eine bessere Einschätzung und Beurteilung meiner Untersuchungsfrage ermöglichen wird.
Meine Leitfrage zum Praktikum entstand aus einem Mix von persönlichen Erfahrungen als Schüler, wie auch aus dem theoretischen Wissen, dass mir immer wieder in Vorlesungen, Seminaren und der Fachliteratur begegnet ist. In wie fern muss der Lehrer seine Kommunikation anpassen, um bei den unterschiedlichen Klassen eine bessere Ansprache zu gewährleisten? Um diese Frage zu klären, werde ich das Konzept des forschenden Lernens anwenden und werde mich unter anderem auf die Auswertung meiner Beobachtungsbögen stützen.
Zum Schluss werde ich dann nochmal ein Fazit bezüglich meiner Beobachtungen und der von mir gesteckten, persönlichen Ziele ziehen.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Individuelle Ziele für das Praktikum
Forschendes Lernen
Die Forschungsfrage
Lehrpersönlichkeit
Methodenauswahl: Beobachtungsbogen
Methodenauswahl: Befragung
Beschreibung und Auseinandersetzung
Analyse
Fazit
Reflexion und Auswertung der persönlichen Ziele
Fazit zum Praktikum
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit dokumentiert die Erfahrungen eines Orientierungspraktikums an einer technischen Schule. Das zentrale Ziel ist es, reflektiert zu prüfen, wie eine angepasste Kommunikation des Lehrers die Lernatmosphäre und die Vermittlung von Lehrinhalten in unterschiedlichen Klassen beeinflusst.
- Berufliche Sozialisation und der Perspektivenwechsel vom Schüler zum Lehrer.
- Analyse des "forschenden Lernens" anhand strukturierter Beobachtungsbögen.
- Untersuchung der Lehrerpersönlichkeit und ihrer Auswirkungen auf das Klassenmanagement.
- Kontrastierung von Lehrstilen in unterschiedlichen Fachbereichen (Religion vs. Bautechnik).
- Reflexion über die professionelle Kommunikation und das Beziehungsmanagement im Unterricht.
Auszug aus dem Buch
Methodenauswahl: Beobachtungsbogen
Bei der Beobachtung handelt es sich um eine Lernmethode, die jeder Mensch vom Beginn seiner Geburt praktiziert, die sich aber auch in wissenschaftlicher Hinsicht auf eine lange Tradition stützt. Anders als die alltägliche Methode soll die wissenschaftliche Variante jedoch systematisch und intersubjektiv nachvollziehbar und prüfbar sein. Ihre Hauptaufgabe ist „... das systematische Erfassen, Festhalten und Deuten sinnlich wahrnehmbaren Verhaltens zum Zeitpunkt seines Geschehens.“ Jedoch gibt es bestimmte Bedingungen, die dieser Prozess erfüllen muss damit sich keine Fehler durch eine Fehlwahrnehmung oder Erinnerungstrugschluss einschleichen. Daher ist es wichtig, die Beobachtungen zu verschriftlichen und die darin vorkommenden Objekte sowie die selbstbestimmten wie auch fremdbestimmten Faktoren zu definieren. Des weiteren lässt sich die Art der Studie in Merkmale wie strukturiert/ unstrukturiert, teilnehmend/ nicht teilnehmend, offen/ verdeckt und natürlich/ unnatürlich unterscheiden.
In meinem Fall handelt es sich um eine strukturierte, offene, natürliche und größtenteils nicht teilnehmende Beobachtung. Meine Untersuchungen halte ich während des Unterrichts auf einem von mir erstellten Beobachtungsbogen fest, der so gestaltet ist, dass ich viele Informationen durch das Ankreuzen von Feldern schnell eintragen kann, ohne den Unterricht aus den Augen zu verlieren. Zusätzlich gibt es verschiedene Bereiche in denen ich Besonderheiten frei verschriftlichen kann. In der ersten Woche wurde der Beobachtungsbogen täglich von mir überarbeitet und die neu geschaffenen Bereiche aus meinem Gedächtnis gefüllt. Der entstandene Beobachtungsbogen befindet sich im Anhang und ist mit den Durchschnittswerten ausgefüllt.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Vorstellung des Orientierungspraktikums im Rahmen des Lehramtsstudiums am Berufskolleg und Einführung in die Leitfrage sowie die methodische Ausrichtung.
Individuelle Ziele für das Praktikum: Erörterung der persönlichen Ansprüche an das Praktikum, insbesondere hinsichtlich des Umgangs mit Schülern, der Leistungsbeurteilung und der Flexibilität in Unterrichtssituationen.
Forschendes Lernen: Einführung in das Konzept des forschenden Lernens, um gezielt eigene Beobachtungen in Lehr-Lern-Situationen wissenschaftlich einzuordnen.
Die Forschungsfrage: Konkretisierung der zentralen Untersuchungsfrage: "In wie fern muss der Lehrer seine Kommunikation anpassen, um bei den unterschiedlichen Klassen eine bessere Ansprache zu gewährleisten?"
Lehrpersönlichkeit: Reflexion über die notwendigen Kompetenzen einer Lehrkraft, unterteilt in fachliche, didaktische, soziale und personale Kompetenzen.
Methodenauswahl: Beobachtungsbogen: Beschreibung der Methode der strukturierten, offenen und größtenteils nicht teilnehmenden Beobachtung als primäres Forschungsinstrument.
Methodenauswahl: Befragung: Erläuterung des ergänzenden Einsatzes von Lehrerbefragungen zur Gewinnung einer tiefergehenden Perspektive, die über rein sichtbares Verhalten hinausgeht.
Beschreibung und Auseinandersetzung: Detaillierte Darstellung des Schulalltags unter Berücksichtigung zweier unterschiedlicher Lehrkräfte und deren individueller Kommunikationsstile.
Analyse: Bewertung der beobachteten Unterrichtssituationen anhand offizieller Merkmale für "guten Unterricht" nach Hilbert Meyer.
Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage mit dem Ergebnis, dass authentische Kommunikation die Lernmotivation der Schüler maßgeblich positiv beeinflusst.
Reflexion und Auswertung der persönlichen Ziele: Rückblick auf die im Vorfeld gesteckten Lernziele und Evaluation des persönlichen Erkenntnisgewinns durch das Praktikum.
Fazit zum Praktikum: Abschließende Betrachtung des Praktikums als wichtige erste Praxiserfahrung für den weiteren Verlauf des Lehramtsstudiums.
Schlüsselwörter
Orientierungspraktikum, Lehramtsstudium, Berufskolleg, Forschendes Lernen, Unterrichtsbeobachtung, Lehrerpersönlichkeit, Kommunikationsanpassung, Classroom Management, Unterrichtsqualität, Leistungsbeurteilung, Pädagogische Reflexion, Lernatmosphäre, Didaktische Reduktion, Lehrer-Schüler-Interaktion, Schulpraxis.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit dient der Dokumentation und Reflexion eines vierwöchigen Orientierungspraktikums an einer technischen Schule, in dem die Autorin erste pädagogische Erfahrungen im Schulalltag sammelt.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zu den Schwerpunkten zählen die professionelle Lehrerpersönlichkeit, das Classroom Management, die Anwendung von Methoden des forschenden Lernens sowie die Bedeutung von Kommunikation für den Lernerfolg.
Was ist die zentrale Forschungsfrage?
Die Arbeit untersucht, inwiefern eine gezielte Anpassung der Kommunikation durch die Lehrkraft notwendig ist, um in didaktisch und sozial heterogenen Klassen eine optimale Ansprache und Motivation der Schüler zu erreichen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Zur Datenerhebung werden vornehmliche eine strukturierte, nicht teilnehmende Unterrichtsbeobachtung mittels selbst entwickelter Beobachtungsbögen sowie ergänzende Lehrerinterviews genutzt.
Was steht im Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil konzentriert sich auf die direkte Beobachtung von Unterrichtspraktiken. Hierbei wird analysiert, wie zwei unterschiedliche Lehrpesönlichkeiten ihr Kommunikationsverhalten zur Bewältigung von Unterrichtssituationen einsetzen.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Forschendes Lernen, Qualität von Unterricht, Lehrer-Schüler-Beziehung und pädagogische Professionalisierung gekennzeichnet.
Wie unterscheidet sich die Ansprache in den beobachteten Fachbereichen?
Die Beobachtungen zeigen, dass im Religionsunterricht vermehrt auf moderative Kommunikation und Meinungsaustausch gesetzt wird, während im fachpraktischen Unterricht (Bautechnik) ein ironischer, direkt-kumpelhafter Ton zur Führung der Schülerschaft eingesetzt wird.
Was ist das zentrale Fazit der Analyse?
Das Fazit lautet, dass Kommunikation nur dann einen echten Mehrwert für den Lernprozess bietet, wenn die Authentizität der Lehrkraft gewahrt bleibt, da inkonsequentes Verhalten sonst die Akzeptanz und Lernbereitschaft mindert.
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- Anonym (Autor:in), 2016, Praktikumsbericht zum Orientierungspraktikum an einer technischen Schule, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1420436