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Zwischen Schutz und Kontrolle. Ressourcenorientierte Handlungsstrategien für Fachkräfte Sozialer Arbeit in Eltern-Kind-Einrichtungen mit an Borderline-Persönlichkeitsstörungen erkrankten Eltern

Title: Zwischen Schutz und Kontrolle. Ressourcenorientierte Handlungsstrategien für Fachkräfte Sozialer Arbeit in Eltern-Kind-Einrichtungen mit an Borderline-Persönlichkeitsstörungen erkrankten Eltern

Bachelor Thesis , 2023 , 63 Pages

Autor:in: Nele-Marie Schrader (Author)

Social Work
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Diese Bachelorarbeit widmet sich der komplexen Thematik der Lebenssituation von Elternteilen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) und deren Kinder im Kontext gemeinsamer Wohnformen nach §19 SGB VIII. Diese Einrichtungen spielen eine entscheidende Rolle in der sozialpädagogischen Praxis, insbesondere im Hinblick auf die steigende Zahl von Anfragen bezüglich psychischer Erkrankungen und dem Schutz des Kindeswohls.

Im ersten Abschnitt werden die grundlegenden Merkmale der BPS beleuchtet, einschließlich der Diagnosekriterien und der Auswirkungen auf das tägliche Leben der Betroffenen. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf den Herausforderungen, denen Elternteile mit BPS gegenüberstehen, sowie den möglichen Auswirkungen auf die Eltern-Kind-Bindung. Diese Analyse bildet die Basis für das Verständnis der spezifischen Bedürfnisse dieser Zielgruppe.

Im zweiten Abschnitt wird die Rolle von psychisch erkrankten Eltern als Risikogruppe für Kindeswohlgefährdungen beleuchtet. Gleichzeitig werden Konzepte der Resilienz in der kindlichen Entwicklung eingeführt, um mögliche Schutzfaktoren zu identifizieren. Die Zusammenfassung dieses Abschnitts legt den Grundstein für die anschließende Untersuchung des Arbeitsfelds der gemeinsamen Wohnform nach §19 SGB VIII.

Im dritten Abschnitt erfolgt eine eingehende Analyse der gesetzlichen Grundlagen, Zielgruppen, institutionellen und Personalressourcen sowie Netzwerke und Kooperationen im Rahmen dieser Leistungsangebote. Ein tiefgehendes Verständnis dieser Strukturen ist essenziell für die Ableitung von praxisrelevanten Handlungsempfehlungen.

Der vierte Abschnitt widmet sich schließlich konkreten Handlungsempfehlungen und möglichen Herausforderungen, die sich bei der Umsetzung des Schutzauftrags durch Fachkräfte sozialer Arbeit ergeben können. Hierbei stehen die Ressourcenstärkung der Eltern, die Förderung der Resilienz der Kinder und der angemessene Umgang mit Schutz- und Kontrollaufgaben im Fokus.

Abschließend werden in einem umfassenden Diskussions- und Fazitteil die erarbeiteten Erkenntnisse zusammengeführt. Dabei liegt der Fokus auf der Beantwortung der Leitfrage, welche Faktoren Fachkräften Sozialer Arbeit einen angemessenen Umgang mit dem Schutzauftrag in Eltern-Kind-Einrichtungen ermöglichen, insbesondere im Hinblick auf die Belastbarkeit von Elternteilen mit BPS.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Lebenssituation von Elternteilen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung und ihren Kindern

2.1 Die Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS)

2.1.1 Diagnosekriterien und Symptome einer BPS

2.1.2 Auswirkungen der BPS auf das alltägliche Leben der Betroffenen

2.2 Auswirkungen der Borderline-Persönlichkeitsstörung auf die Elternschaft

2.2.1 Herausforderungen und Belastungen für Elternteile mit BPS

2.2.2 Auswirkungen auf die Eltern-Kind-Bindung

2.3 Psychisch erkrankte Eltern als Risikogruppe für Kindeswohlgefährdungen

2.4 Resilienz als Schutzfaktor in der kindlichen Entwicklung

2.4.1 Resilienzforschung

2.4.2 Schutzfaktoren

2.4.3 Risiko- und Belastungsfaktoren

2.4.4 Das Salutogenesekonzept

2.5 Zusammenfassende Betrachtung

3. Das Arbeitsfeld der gemeinsamen Wohnform für Eltern und Kinder nach §19 SGB VIII

3.1 Gesetzliche Grundlagen und Schutzauftrag des Leistungsangebots

3.2 Zielgruppe des Leistungsangebots

3.3 Institutionelle Ressourcen

3.4 Personalressourcen

3.5 Netzwerk und Kooperationen

4. Handlungsempfehlungen und mögliche Herausforderungen zur Umsetzung des Schutzauftrages durch Fachkräfte sozialer Arbeit

4.1 Eltern-Kind-Einrichtungen als Ort der Ressourcenstärkung

4.2 Individuelle Unterstützung und Zielsetzung für Eltern mit BPS

4.3 Individuelle Förderung für Kinder von Eltern mit BPS

4.4 Umgang mit dem Schutzauftrag in Krisensituationen

5. Diskussion und Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, welche Faktoren es Fachkräften in Eltern-Kind-Einrichtungen ermöglichen, einen angemessenen Umgang mit der Belastbarkeit von Elternteilen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) zu finden und dabei den Schutzauftrag zu erfüllen.

  • Lebenssituation von Eltern mit BPS und deren Kindern
  • Resilienzförderung und Schutzfaktoren in der Entwicklung
  • Rahmenbedingungen und Hilfsangebote in Einrichtungen nach §19 SGB VIII
  • Ressourcenorientierte Arbeitsmodelle und Krisenintervention

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Diagnosekriterien und Symptome einer BPS

Die BPS ist eine der komplexesten und schwer zu diagnostizierenden psychischen Erkrankungen, welche durch ein Muster von Instabilität in zwischenmenschlichen Beziehungen, einem negativen Selbstbild und ausgeprägter Impulsivität gekennzeichnet ist. Sie ist die am weitesten verbreitete Persönlichkeitsstörung (vgl. Lawson 2018 S.11f.). Der Begriff "Borderline" leitet sich aus dem Englischen ab und kann mit "Grenze" übersetzt werden. Damit wird angedeutet, dass sich die betroffenen Personen auf der Grenze zwischen gesundem und krankhaftem Verhalten befinden (vgl. ebd.). Der Begriff borderline wurde erstmals in den 1970er Jahren durch die Arbeit von Otto F. Kernberg geprägt, der die BPS als eigenständige Klassifikation definierte und psychodynamische Theorien sowie mögliche Behandlungskonzepte für Betroffene entwickelte (vgl. Kernberg et.al. 2004, S.219f.). Nach dem ICD-10 und dem DSM-V wird die BPS durch verschiedene Unterkategorien definiert. Dazu gehören destruktive Beziehungsmuster sowie die Idealisierung, Entwertung, Spaltung und Projektion durch Betroffene mit BPS (vgl. Sendera, 2016a, S.21ff.). Oft werden bei der Definition der BPS traumatisierende Beschreibungen wie Depressivität, Aggression, Unberechenbarkeit, Misstrauen und manipulatives Verhalten verwendet (vgl. Kernberg, 2017, S.12f.). Sendera weist jedoch darauf hin, dass diese Stigmatisierungen nicht auf die aktuelle Zeit übertragbar sind. Neben diesen negativ zugeschriebenen Verhaltensweisen zeigen Betroffene einer BPS eine Vielzahl an positiven zugeschriebenen Charaktereigenschaften bspw.: Offenheit, Leidenschaft, Gerechtigkeitssinn und ein gutes Gespür für zwischenmenschliche emotionale Prozesse (vgl. Sendera, 2016a, S.20f.). Köhler-Saretzki (2021) stellt fest, dass Personen mit BPS oft deutlich abweichende Verhaltensmuster in sozialen Situationen und persönlichen Beziehungen zeigen können. Sie können unvorhersehbar zwischen positiven und negativen Stimmungen wechseln, was sie in ihrem Handeln und ihrer Erziehung für Kinder schwer einschätzbar macht (vgl. S.270f.).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung der Relevanz des Themas im Kontext von Eltern-Kind-Einrichtungen und Formulierung der zentralen Forschungsfrage.

2. Die Lebenssituation von Elternteilen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung und ihren Kindern: Analyse der Krankheitsbilder, deren Auswirkungen auf die Elternschaft sowie theoretische Ansätze zur Resilienzstärkung.

3. Das Arbeitsfeld der gemeinsamen Wohnform für Eltern und Kinder nach §19 SGB VIII: Darstellung der gesetzlichen Grundlagen, der Zielgruppe sowie der strukturellen und personellen Ressourcen in Wohneinrichtungen.

4. Handlungsempfehlungen und mögliche Herausforderungen zur Umsetzung des Schutzauftrages durch Fachkräfte sozialer Arbeit: Ableitung konkreter Unterstützungsmöglichkeiten für Eltern und Kinder in Krisensituationen.

5. Diskussion und Fazit: Zusammenführung der Ergebnisse und Identifikation des weiteren Forschungsbedarfs.

Schlüsselwörter

Borderline-Persönlichkeitsstörung, BPS, Eltern-Kind-Einrichtung, Kindeswohlgefährdung, Resilienz, Schutzauftrag, Elternschaft, Psychische Erkrankung, Sozialpädagogik, Ressourcenorientierung, Bindungstheorie, Kinderschutz, Krisenintervention, §19 SGB VIII.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Herausforderung, wie Fachkräfte in speziellen Wohnformen für Eltern und Kinder mit einer diagnostizierten Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) umgehen können, um das Kindeswohl zu sichern.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die BPS-Symptomatik, die Auswirkungen auf die Eltern-Kind-Beziehung, das Konzept der Resilienz sowie die rechtlichen und fachlichen Anforderungen an stationäre Jugendeinrichtungen.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die zentrale Frage lautet: Welche Faktoren ermöglichen Fachkräften sozialer Arbeit in Bezug auf die Ressourcen der Einrichtung und die Belastbarkeit der Betroffenen einen angemessenen Umgang mit dem Schutzauftrag?

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es handelt sich um eine literaturgestützte Arbeit, die auf der Analyse von Fachliteratur, Studien und gesetzlichen Grundlagen basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil beleuchtet die Lebenssituation von Betroffenen, erläutert das Arbeitsfeld der Wohneinrichtungen nach §19 SGB VIII und entwickelt handlungsorientierte Empfehlungen für die Praxis.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Borderline-Persönlichkeitsstörung, Kindeswohlgefährdung, Resilienz, Schutzauftrag und Eltern-Kind-Bindung charakterisiert.

Welche Rolle spielt das Salutogenesekonzept für betroffene Eltern?

Das Konzept hilft dabei, Stressfaktoren durch eine stärkere Kohärenz (Verstehbarkeit, Handhabbarkeit, Bedeutsamkeit) besser zu bewältigen und Strategien zur Aufrechterhaltung der psychischen Gesundheit zu entwickeln.

Warum ist die Unterscheidung zwischen Risiko- und Schutzfaktoren so wichtig?

Die Identifikation dieser Faktoren erlaubt es Fachkräften, gezielte Unterstützungsprogramme anzubieten, die statt nur Defizite zu betrachten, die individuellen Stärken der Kinder und Eltern fördern.

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Details

Title
Zwischen Schutz und Kontrolle. Ressourcenorientierte Handlungsstrategien für Fachkräfte Sozialer Arbeit in Eltern-Kind-Einrichtungen mit an Borderline-Persönlichkeitsstörungen erkrankten Eltern
College
Cologne University of Applied Sciences  (Fakultät für Angewandte Sozialwissenschaften)
Author
Nele-Marie Schrader (Author)
Publication Year
2023
Pages
63
Catalog Number
V1420442
ISBN (PDF)
9783346975195
ISBN (Book)
9783346975201
Language
German
Tags
Borderline Borderline-Persönlichkeitsstörung Kindeswohl schutzauftrag kinderschutz mutter-Kind-Einrichtung eltern-Kind-Einrichtung Ressourcenförderung Resilience
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nele-Marie Schrader (Author), 2023, Zwischen Schutz und Kontrolle. Ressourcenorientierte Handlungsstrategien für Fachkräfte Sozialer Arbeit in Eltern-Kind-Einrichtungen mit an Borderline-Persönlichkeitsstörungen erkrankten Eltern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1420442
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