Die vorliegende Proseminararbeit befasst sich mit der Urkunde MGH DO II 147 und zeigt, wie Otto II. versuchte das Bistum Minden, zusammen mit dem Erzbischof Milo, an sich zu binden.
In der von Otto II. ausgestellten kaiserlichen Urkunde erhält das Bistum Minden die Privilegien Bann-, Münz- und Zollrecht, sowie das Recht eine Fleischbank zu errichten. Im Folgenden werden die Geschehnisse zu der Zeit von Otto II. und der Entstehung der Urkunde hinterfragt. Wieso ist die Urkunde so bedeutend für die Stadt Minden gewesen? Welche Vorteile brachte die Schenkung dem Bistum bzw. Kaiser Otto II.?
Die vorliegende Hausarbeit ist in sechs Teile gegliedert. Im ersten Teil wird die Urkunde vom Lateinischen ins Deutsche übersetzt. Daraufhin werden im zweiten Teil alle Fremdwörter geklärt. Anschließend wird im dritten Teil die Form des Diploms analysiert, darunter zählen die inneren Merkmale der Urkunde (Urkundenaufbau, Datierung und Notar). Im Anschluss daran wird im vierten Teil die Überlieferungsgeschichte erklärt. Im fünften Teil wird der Inhalt der Urkunde wiedergegeben, indem Informationen über die in der Urkunde erwähnten Personen und Orte, genannt werden, außerdem wird der Inhalt der Dispositio beschrieben. Am Schluss des Hauptteils wird die kaiserliche Urkunde in den historischen Kontext eingeordnet und interpretiert.
Darüber hinaus gibt es in der historischen Forschung Diskussionen über den Ausstellungsort, das Datum und die mögliche Verunechtung der Schenkungsurkunde. Diese Theorien werden in der Hausarbeit dargelegt und die Problematiken erörtert. Zusätzlich werden unter anderem mögliche Lösungsansätze vorgeschlagen.
Abschließend erfolgt eine Zusammenfassung der erarbeiteten Ergebnisse.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Übersetzung
3. Begriffsklärung
4. Die inneren Merkmale der Urkunde
4.1 Urkundenaufbau
4.2 Datierung
4.3 Notar
5. Überlieferung
6. Der Inhalt der Urkunde
6.1 Personen
6.2 Orte
6.3 Die Dispositio der Urkunde
7. Einordnung in den historischen Zusammenhang
8. Schluss
Zielsetzung & Themen
Diese Proseminararbeit untersucht das Diplom MGH DO II 147, ausgestellt von Kaiser Otto II. für das Bistum Minden im Jahr 977, um die politische Stärkung und Bindung des Bistums an den Kaiser durch Privilegien sowie die historischen Umstände der Urkundenerstellung zu analysieren.
- Analyse des formellen Aufbaus und der Entstehungsgeschichte der Urkunde.
- Untersuchung der rechtlichen Auswirkungen von Bann-, Münz- und Zollrechten.
- Historische Einordnung und Kontextualisierung im ottonischen Herrschaftssystem.
- Diskussion über den Ausstellungsort und mögliche Verfälschungstheorien der Überlieferung.
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Das Zeitalter des Mittelalters ist von dem römisch-deutschen Kaiser Otto II. geprägt worden. Zu jener Zeit verstärkte und stabilisierte er seine Herrschaft, durch die Gabe von Rechten, Gütern und Schutz an die Bistümer. Als Gegenleistung unterwarfen sich die Bistümer der Herrschaft von Otto II. und blieben ihm gegenüber loyal.
Er hat somit versucht, seine Interessen mit denen der Kirchen in Einklang zu bringen. Die kaiserliche Urkunde MGH DO II 147 ist ein Beispiel für die Stärkung seiner Macht im Reich. Die vorliegende Proseminararbeit befasst sich mit dieser Urkunde MGH DO II 147 und zeigt, wie Otto II. versuchte das Bistum Minden, zusammen mit dem Erzbischof Milo, an sich zu binden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Bedeutung der Urkunde MGH DO II 147 für die Machtstärkung Kaiser Otto II. und skizziert den Aufbau der Untersuchung.
2. Übersetzung: Dieses Kapitel liefert eine vollständige deutsche Übersetzung des lateinischen Originaltextes der Urkunde.
3. Begriffsklärung: Hier werden zentrale Fachbegriffe wie Bannrecht, Dreifaltigkeit, Domkapitel und Präbande definiert.
4. Die inneren Merkmale der Urkunde: Dieser Abschnitt analysiert den Aufbau der Urkunde, die Datierungsmerkmale und die Rolle des Notars FA.
5. Überlieferung: Hier wird der Erhaltungszustand der Urkunde durch Abschriften und die Problematik von Verlusten infolge von Bränden behandelt.
6. Der Inhalt der Urkunde: Kapitel 6 untersucht die genannten Personen, die vermuteten Ausstellungsorte und die Dispositio, also die konkreten rechtlichen Schenkungen.
7. Einordnung in den historischen Zusammenhang: Das Kapitel verknüpft die Urkunde mit der politischen Situation Ottos II. und seinem Bestreben, das Bistum Minden an sein Herrschaftssystem zu binden.
8. Schluss: Das Schlusskapitel fasst die Ergebnisse hinsichtlich der Bedeutung für Stadt und Kaiser zusammen und bewertet die Verfälschungsthesen.
Schlüsselwörter
Otto II., Bistum Minden, MGH DO II 147, Kaiserurkunde, ottonische Zeit, Bannrecht, Münzrecht, Zollrecht, Schenkungsurkunde, Kirchenpolitik, Verfälschung, Diplom, Mittelalter, Bischof Milo, Rechtsgeschichte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die kaiserliche Urkunde MGH DO II 147 von Otto II. für das Bistum Minden aus dem Jahr 977.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Konzession von Privilegien an die Kirche, die ottonische Herrschaftspraxis sowie die wissenschaftliche Untersuchung der Urkundenüberlieferung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die politischen Absichten hinter der Schenkung zu verstehen und das Dokument in seinen zeitgenössischen historischen Kontext einzubetten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf der philologischen Untersuchung einer Urkunde und dem Vergleich mit anderen Überlieferungen basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Behandelt werden der formale Aufbau der Urkunde, die Analyse der Dispositio (die rechtlichen Schenkungen) sowie eine kritische Auseinandersetzung mit der Überlieferungsgeschichte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie ottonisches Kaisertum, Urkundenwesen des Mittelalters, Kirchenpolitik und Rechtsverleihung beschreiben.
Wer war Bischof Milo und warum war er für Otto II. wichtig?
Milo war Bischof von Minden und ein loyaler Stütze des ottonischen Herrschaftssystems, den Otto II. durch die Gewährung spezieller Rechte eng an sich band.
Warum wird über die Echtheit der Urkunde diskutiert?
Die Forschung diskutiert mögliche spätere Zusätze (Interpolationen) im Text, beispielsweise um die Rechte des Domkapitels gegenüber dem Bischof zu stärken.
Welche Rolle spielt die Datierung in der Arbeit?
Die Datierung ist komplex, da verschiedene Zeitrechnungen und geografische Distanzen zwischen den Aufenthaltsorten Ottos II. gegeneinander abgewogen werden müssen.
- Arbeit zitieren
- Artur Barabas (Autor:in), 2015, Das Diplom Kaiser Ottos II. für das Bistum Minden aus dem Jahre 977, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1420443