Ausgehend vom Podcast „Oma erzählt vom Krieg“ soll die Verwendung von Zeitzeugen in Podcasts untersucht und mit zwei weiteren Podcasts zum selben Themengebiet analytisch verglichen werden.
Zu Beginn werden der Inhalt und der grobe Aufbau der drei zu vergleichenden Podcasts wiedergegeben. Diese sind „Oma erzählt vom Krieg“, „Die Stimmen der Zeitzeugen“ und „Die Bombardierung Dresdens“. Daraufhin wird eine Einführung in das Themengebiet der Arbeit erfolgen, wobei der Fokus hierbei vor allem auf den Luftangriffen auf Dresden während des Zweiten Weltkriegs und der Oral History liegt, da diese Vorkenntnisse für eine fundierte Bewertung der Podcasts benötigt werden. In einer fachdidaktischen Analyse soll schließlich herausgefunden werden, wie die Podcasts mit Zeitzeugen umgehen und wie die Podcaster die Zeitzeugen unterschiedlich einsetzen. Es wird sowohl auf die dramaturgische Dimension als auch auf die inhaltliche Dimension eingegangen. Zum Schluss erfolgt eine Zusammenfassung der vorangegangenen Analyse und ein Fazit.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Inhalt der zu vergleichenden Podcasts
3. Thematische Einführung
4. Fachdidaktische Analyse
4.1. Dramaturgische Analyse
4.2. Inhaltliche Dimension
5. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert den Einsatz von Zeitzeugenberichten in drei ausgewählten Podcasts zum Thema Zweiter Weltkrieg. Ziel ist es, die dramaturgische und inhaltliche Dimension der Darstellungen kritisch zu untersuchen und zu bewerten, wie die Podcasts zeitgeschichtliche Ereignisse vermitteln und welche Rolle sie im Prozess des historischen Lernens spielen können.
- Vergleichende Analyse der Podcasts "Oma erzählt vom Krieg", "Die Stimmen der Zeitzeugen" und "Die Bombardierung Dresdens".
- Untersuchung der dramaturgischen Gestaltung und Soundscapes zur Erzeugung von Emotionen.
- Evaluation der inhaltlichen Dimension unter Aspekten der historischen Narrativität und Oral History.
- Kritische Reflexion über Authentizität, Quellenkritik und das Überwältigungsverbot in der politischen Bildung.
- Erarbeitung des Potenzials von Podcasts für das historische Lernen und die Geschichtskultur.
Auszug aus dem Buch
Die Atmosphäre in “Oma erzählt vom Krieg”
Die Atmosphäre in “Oma erzählt vom Krieg” ist vor allem durch Karins Erzählstimme geprägt. Sie schafft es, allein durch ihre Erzählung den Hörer zu fesseln und in seinen Bann zu ziehen. Weitere aufregende Klangeffekte benötigt dieser Podcast nicht, denn die Soundeffekte in „Oma erzählt vom Krieg“ zielen nicht darauf ab, dem Hörer Karins Geschichte wie in einem Film auf spannende Art aufzuzwingen, denn sonst hätten die Autoren Sirenengeheul, Flugzeuglärm oder den Schrei der Mutter, als der Vater zu Besuch kam, eingefügt. Der akustische Raum ist viel mehr so gestaltet, dass es sich anhört, als säße der Hörer mit Karin im eigenen Wohnzimmer und lausche ihrer Geschichte und erlebe so alle Emotionen hautnah mit, die sie fühlt. So schafft sie es, ihre Message „Nie wieder Krieg“ deutlich zu machen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz der Zeitzeugenschaft nach 75 Jahren Ende des Zweiten Weltkriegs ein und formuliert die Analyseziele bezüglich der drei gewählten Podcasts.
2. Inhalt der zu vergleichenden Podcasts: Dieses Kapitel gibt einen inhaltlichen Überblick und den groben Aufbau der drei Podcasts wieder, die für die Untersuchung herangezogen werden.
3. Thematische Einführung: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Oral History sowie der historische Kontext der Luftangriffe auf Dresden für eine fundierte Analyse geklärt.
4. Fachdidaktische Analyse: In diesem Hauptteil wird das "Wie" der Podcast-Gestaltung untersucht, unterteilt in die dramaturgische Analyse zur Wirkung auf den Hörer und die inhaltliche Dimension hinsichtlich historischer Narrativität.
5. Schluss: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert über den Nutzen und die methodischen Gefahren des Einsatzes von Zeitzeugenberichten in Podcasts für die schulische und öffentliche Geschichtsbildung.
Schlüsselwörter
Zeitzeugen, Oral History, Podcasts, Zweiter Weltkrieg, Fachdidaktik, Erinnerungskultur, Geschichtsunterricht, Multiperspektivität, Narrativität, Quellenkritik, Bombenkrieg, Erinnerungspolitik, historisches Lernen, Medialität, Zeitzeugenschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie Zeitzeugenberichte in verschiedenen Podcasts technisch und inhaltlich eingesetzt werden, um Geschichte darzustellen und beim Hörer bestimmte Wirkungen zu erzielen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Felder sind die Methoden der Oral History, die dramaturgische Gestaltung von Geschichtspodcasts sowie die geschichtsdidaktische Reflexion über Quellenkritik und historisches Lernen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es herauszufinden, wie die Podcasts mit Zeitzeugen umgehen und wie die Podcaster diese unterschiedlich einsetzen, insbesondere in Bezug auf die Spannung zwischen emotionaler Vermittlung und historischer Sachlichkeit.
Welche wissenschaftliche Methode wird für die Analyse verwendet?
Es wird eine fachdidaktische Analyse durchgeführt, die dramaturgische sowie inhaltlich-narrative Aspekte untersucht und diese gegen die Prinzipien historischen Lernens und das Überwältigungsverbot prüft.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine dramaturgische Analyse der Soundscapes und eine inhaltliche Untersuchung, ob und wie die Podcasts historische Kriterien wie Temporalität, Partialität und Selektivität berücksichtigen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Zentral sind die Begriffe Zeitzeugen, Oral History, Fachdidaktik, Erinnerungskultur und historisches Lernen.
Wie unterscheidet sich "Oma erzählt vom Krieg" in der Machart von den anderen Podcasts?
Der Podcast setzt stark auf eine ungefilterte, emotionale Erzählstimme ohne zusätzliche Geräuscheffekte, wodurch eine intime, wohnzimmerartige Atmosphäre entsteht, die jedoch kaum wissenschaftliche Einordnung bietet.
Welche Funktion hat die Einbeziehung der Experten in "Die Bombardierung Dresdens"?
Die Historiker dienen dazu, die Erzählungen der Zeitzeugin wissenschaftlich einzuordnen, kritische Mythen zu dekonstruieren und eine faktenbasierte historische Grundlage zu schaffen.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2020, Der Einsatz von Zeitzeugen in Podcasts. Luftangriffe auf Dresden während des Zweiten Weltkriegs und Oral History, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1420585