Die vorliegende Bachelorarbeit beschäftigt sich mit der Thematik der Suizidalität bei jungen Erwachsenen im Alter zwischen 18 und 35 Jahren während des zweiten Lockdowns im Rahmen der Covid-19-Pandemie. Mehrere Studien belegten bereits die Zunahme der Suizidalitätsquote während des zweiten Lockdowns unter jungen Erwachsenen.
Im Rahmen dieser Bachelorarbeit sollen die Gründe für den Anstieg der Suizidalität unter den jungen Erwachsenen während des Lockdowns untersucht, analysiert und herausgefiltert werden. Hierbei wurden nicht nur diejenigen in Betracht gezogen, die während des zweiten Lockdowns eine Suizidalität entwickelten, sondern auch jene, die bereits vor dem zweiten Lockdown durch Anzeichen von suizidalen Tendenzen gekennzeichnet waren, diese sich aber durch den zweiten Lockdown noch verstärkten. Das Kernziel dieser Bachelorarbeit ist darauf ausgerichtet, zu erforschen, inwiefern Suizidpräventionsmaßnahmen während des zweiten Lockdowns zum Einsatz kamen und in Betracht gezogen wurden.
Im Rahmen der Bachelorarbeit wurden semistrukturiert leitfadengestützte Interviews mit 6 Personen geführt, welche während des zweiten Lockdowns suizidale Tendenzen aufzeigten oder diese durch den Lockdown verstärkt wurden. Für die Auswertung wurde die Inhaltsanalyse nach Mayring herangezogen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Begriffsdefinition
2.1 Suizidalität
2.2 Suizidgedanken
2.3 Suizidversuch
2.4 Suizid
2.5 Symptome und Risikofaktoren
2.6 Suizidpräventionsmaßnahmen in Deutschland
3 Die Covid-Pandemie
3.1 Verlauf der Pandemie
3.1.2 Der zweite Lockdown
3.1.3 Soziale Umstände während der Coronapandemie und deren Auswirkungen
3.2 Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf die mentale Gesundheit
3.3 Suizidalität im Kontext der Covid-19-Pandemie
3.4 Präventionsmaßnahmen während des zweiten Lockdowns
3.5 Ableitung der Forschungsfrage
4 Empirischer Teil
4.1 Methodisches Vorgehen
4.2 Probandenfindung
4.3 Durchführung der Interviews
4.4 Datenauswertung
4.5 Ergebnisse
4.5.1 Ergebnisse aus den leitfadengestützten Interviews
4.5.2 Beantwortung der Forschungsfrage
4.6 Limitation des Forschungsdesigns
5 Diskussion
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Gründe für den Anstieg der Suizidalität bei jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 35 Jahren in Deutschland während des zweiten Lockdowns der Covid-19-Pandemie, um auf Basis dieser Erkenntnisse Ansatzpunkte für Suizidpräventionsmaßnahmen abzuleiten.
- Analyse suizidaler Tendenzen junger Erwachsener in der Pandemie
- Einfluss von Lockdown-Bedingungen auf die mentale Gesundheit
- Evaluation bestehender Suizidpräventionsangebote während der Krise
- Identifikation von Faktoren, die suizidale Gedanken begünstigen oder verstärken
Auszug aus dem Buch
2.1 Suizidalität
Der Terminus „Suizidalität“ umfasst das gesamte Spektrum des suizidalen Erlebens und Verhaltens, und zwar von den Suizidgedanken bis zum Suizid. Er fungiert als Überbegriff und beschreibt das "Panorama der Suizidalität " (Teismann, T. et al., 2021, S.9). In der Fachliteratur existieren keine standardisierte, international verwendete Benennung und Klassifizierung von suizidalen Gedanken und Verhaltensweisen (Teismann, T. & Dorrmann W., 2021, S.3). Unter Suizidalität versteht man im Wesentlichen ein breites Spektrum an Suizidgedanken und -verhalten, die alle Phasen von nicht konkreten Selbstmordgedanken bis hin zur Durchführung eines Suizidversuches umfassen (Wewetzer C., Quaschner K., 2019, S.1). Suizidalität ist unter anderem auch bei Menschen mit schweren psychischen Störungen, wie Schizophrenie, Alkohol- und Drogenmissbrauch oder Depressionen, beobachtbar (RKI, 2020). Suizidalität ist allerdings keine Krankheit an sich, sondern gehört zur menschlichen Erfahrung (D. Althaus & U. Hegerl, 2009, S.125) sowie zum menschlichen Geschehen und Erleben (Schneider B. et al., 2021, S.17). Es darf nicht übersehen werden, dass auch ein beträchtlicher Anteil an Menschen, die nicht psychiatrisch erkrankt sind, im Laufe ihres Lebens flüchtige Todeswünsche und Suizidgedanken hegen (D. Althaus & U. Hegerl, 2009, S.125). Suizidgedanken erklären kognitiv-affektive Zustände, währenddessen das suizidale Verhalten die Handlung darstellt (Teismann, T. et al., 2021, S.10) siehe Abbildung 1.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Problemstellung und Relevanz des Suizids in der Gesellschaft und im Kontext der Pandemie werden dargelegt.
2 Begriffsdefinition: Zentrale Begriffe wie Suizidalität, Suizidgedanken und Risikofaktoren werden theoretisch fundiert definiert.
3 Die Covid-Pandemie: Fokus liegt auf dem zeitlichen Verlauf der Pandemie, den Lockdowns und den Auswirkungen auf die soziale und mentale Gesundheit.
4 Empirischer Teil: Die qualitative methodische Vorgehensweise, die Auswahl der Probanden und die Auswertung der Experteninterviews werden beschrieben.
5 Diskussion: Die Ergebnisse werden kritisch reflektiert und in den Kontext der Forschungsfrage gesetzt.
6 Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse und einem Ausblick auf zukünftige Präventionsstrategien.
Schlüsselwörter
Suizidalität, Covid-19-Pandemie, zweiter Lockdown 2020, Suizidprävention, junge Erwachsene, psychische Gesundheit, Suizidgedanken, qualitative Inhaltsanalyse, soziale Isolation, Krisenintervention, mentale Belastung, Lockdown-Auswirkungen.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das übergeordnete Ziel der Arbeit?
Die Arbeit analysiert die Faktoren, die während des zweiten Lockdowns der Covid-19-Pandemie den Anstieg suizidaler Tendenzen bei jungen Erwachsenen begünstigten.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Themen umfassen die psychischen Auswirkungen der Pandemie, die Spezifik der Suizidprävention und die Lebensumstände junger Menschen während der Isolation.
Welche Forschungsfrage steht im Zentrum?
Es wird untersucht, welche Faktoren die Suizidalität bei jungen Erwachsenen (18-35 Jahre) während des Lockdowns verstärkt oder begünstigt haben und wie präventive Maßnahmen genutzt wurden.
Welche wissenschaftliche Methode wurde angewandt?
Die Autorin führte semistrukturierte leitfadengestützte Interviews mit sechs Probanden und wertete diese mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring aus.
Welche inhaltlichen Schwerpunkte liegen im Hauptteil?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Definitionen, die Beschreibung der Pandemie-Situation, die empirische Datenerhebung und die anschließende Ergebnissanalyse.
Was sind die charakteristischen Schlüsselwörter?
Zu den Kernbegriffen zählen Suizidalität, Covid-19-Pandemie, zweiter Lockdown, junge Erwachsene und psychische Gesundheit.
Welche Rolle spielt die soziale Isolation für die befragten Probanden?
Die Isolation wird in den Interviews häufig als wesentlicher Belastungsfaktor genannt, der existenzielle Ängste und Depressivität bei den Teilnehmenden verstärkt hat.
Zu welchem Ergebnis kommt die Autorin bezüglich der Prävention?
Viele Betroffene hatten kein Wissen über bestehende Präventionsangebote. Daraus leitet die Autorin die Notwendigkeit für intensivere Aufklärung und niedrigschwellige Beratungsangebote in Krisenzeiten ab.
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- Ayda Koc (Author), 2023, Gründe für den Anstieg der Suizidalität von jungen Erwachsenen in Deutschland während des zweiten Lockdowns 2020 der Covid-19 Pandemie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1420676