Konvergenz der Medien

Änderung unseres Medienverhaltens durch Web 2.0


Seminararbeit, 2008
15 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Vorbetrachtungen
1.1 Einleitung
1.2 Medienkonvergenz - Definition und grundsätzliche Betrachtung
1.3 Kategorien der Medienkonvergenz

2. Änderung des Medienverhaltens
2.1 Charakterisierung unter zeitlichen Aspekten
2.2 Charakterisierung unter motivationalen und situativen Aspekten
2.3 Exemplarische Betrachtung - TV und Internet

3. Kritische Betrachtung zukünftiger Entwicklungen

4. Zusammenfassung

Literatur

1. Vorbetrachtungen

1.1 Einleitung

„One thing is certain about the media: there is always something new”1 - eine Aussage, der man trotz ihrer Einfachheit einerseits, und der Unsicherheit über die Entwicklungen der Zukunft andererseits, wohl kaum widersprechen kann. Doch wie steht es um eine Erscheinung, deren Einzug in die Freizeit- als auch Arbeitswelt bereits während der letzten zehn Jahren kontrovers diskutiert wurde, die Konvergenz der Medien?

Im Folgenden sollen, aufbauend auf einer Definition, zunächst verschiedene Herangehensweisen an das Phänomen der Medienkonvergenz dargestellt und anschließend eine Kategorisierung dieses multidimensionalen Konstrukts aufgezeigt werden. In einem nächsten Schritt wird das Medienverhalten der heutigen Zeit allgemein, sowie insbesondere unter dem Gesichtspunkt des Web 2.0 mittels der Aspekte Zeit und Zweck der Mediennutzung charakterisiert. Abschließend sollen anhand einer exemplarischen Betrachtung der Medien TV und Internet der hierbei vorherrschende Stand der Konvergenz erörtert, jedoch auch zukünftige Entwicklungen kritisch beleuchtet werden.

1.2 Medienkonvergenz - Definition und grundsätzliche Betrachtung

Zunächst stellt sich die Frage, was unter „Konvergenz der Medien“ überhaupt verstanden wird. Allgemein umschreibt der Begriff Konvergenz eine Annähe- rung oder gar eine Übereinstimmung2, im vorliegenden Fall eben zweier oder mehrerer Medien. Hinsichtlich der Medien, gemeinhin als Kommunikationsmittel verstanden, unterscheidet man im Wesentlichen zwischen Lese-, Hör- und Bildmedien, den sogenannten klassischen Medien, und dem Internet als im Rahmen dieser Arbeit fokussiertes neues Medium. Die Medienkonvergenz, die insbesondere seit 1998 kontinuierlich an Aufmerksamkeit gewann, allerdings bereits 1983 von de Sola Pool unter dem Begriff der „convergence of modes“3 angedacht wurde, lässt sich unter zwei verschiedenen Gesichtspunkten betrachten: als Konzept und als Prozess.

Erstere Herangehensweise stützt sich grundlegend auf das Prinzip der Media- morphose gemäß Fidler (1997). Dieses besagt, dass einerseits neue Medien in Abhängigkeit der bereits bestehenden Medien entstehen, andererseits jedoch die Medien älteren Datums beim Aufkommen neuerer sich ebenfalls weiterent- wickeln und anpassen. Fidler sieht dabei die Konvergenz als eine der wichtigs- ten, wenn nicht sogar eine unabdingbare Grundlage für eine solche wechselsei- tige Transformation an. Allerdings ist in diesem konzeptionellen Rahmen eine vollkommene Verschmelzung zweier Medien, wie in der oben genannten Definition mit „Übereinstimmung“ impliziert wird, nur dahingehen vorgesehen, dass sich neue Einheiten bilden. Es bestehen also - zumindest mittelfristig - beide Medien weiterhin fort und entwickeln sich und darüber hinaus ist die Möglichkeit gegeben, dass ein neues Medium, das aber eben nicht mit einem der ursprünglichen Medien gleichzusetzen ist, entsteht.

Setzt man den Fokus auf den Prozess der Medienkonvergenz, so lassen sich vor allem drei elementare Prozesse identifizieren. Als jene, die die Rahmenbe- dingungen gelegt haben, sind technologische Prozesse zu nennen. Diese wurden maßgeblich durch die Digitalisierung vorangetrieben. Des Weiteren haben soziale Prozesse, vor allem basierend auf dem Wandel der Bedürfnisse der Konsumenten, Einfluss auf das Konvergieren der Medien. Auf diese Aspek- te wird im weiteren Verlauf dieser Arbeit noch näher eingegangen werden. Als dritte Art sind schließlich laut Erdal (2007) kulturelle Prozesse im Rahmen der Medienkonvergenz zu beobachten. Zwar handelt es sich hierbei grundsätzlich um ein globales Phänomen, jedoch sind beispielsweise auf Länderbasis verschiedene rechtliche Bedingungen für die Medienkonvergenz auszuma- chen.

1.3 Kategorien der Medienkonvergenz

Nicht zu verwechseln mit der vorangegangenen Untersuchung der Medienkon- vergenz als Ganzes unter verschiedenen Blickwinkeln, ist eine Betrachtungs- weise, die die Konvergenz als das Konvergieren verschiedener Teilelemente versteht. Hierbei lässt sich zunächst die Konvergenz der Inhalte anführen, sei es nun innerhalb eines Mediums, etwa zweier TV-Sender, oder zwischen zwei verschiedenen Medien wie beisspielsweise einer TV-Sendung und der dazuge- hörigen Internetseite. Als eine essentielle Errungenschaft, die diesen Medien- grenzen überschreitenden Fluss von Inhalten gewährt, ist wiederum die Digitali- sierung zu nennen. Eng damit verbunden ist auch das von Moon (2001) ange- führte Konvergieren der Form oder der Technik. Des Weiteren sind im Rahmen der Medienkonvergenz Veränderungen auf ökonomischer Ebene zu bedenken, beispielsweise institutioneller Art in Form von vertikaler Integration. Derartige Aspekte werden jedoch im Weiteren Verlauf dieser Arbeit nicht näher diskutiert, da der Schwerpunkt auf dem letztendlichen Medienverhalten, sprich der Kun- denperspektive, liegen soll.

2. Änderung des Medienverhaltens

2.1 Charakterisierung unter zeitlichen Aspekten

Laut Ullrich & Wenger (o.J.) gilt es immer mehr Lebensbereiche zu organisieren und zu koordinieren, weshalb die zur Verfügung stehende Zeit zunehmend rückläufig ist. Betrachtet man allerdings die wirklich mit Medien verbrachte Zeit, so lässt sich hierbei ein gegenläufiger Trend feststellen, denn diese stieg in den letzten Jahren kontinuierlich an. In Zahlen lässt sich diese oftmals als „Mediati- sierung des Alltags“4 proklamierte Entwicklung daran festmachen, dass im Jahr 2005 über alle Altersklassen hinweg eine durchschnittliche Mediennutzung von zehn Stunden pro Tag verzeichnet wurde. Dies entspricht einem Anstieg um ca. 18% gegenüber dem Jahr 20005. Die durchschnittliche Tagesnutzungsdauer von Personen ab 14 Jahren hinsichtlich der wichtigsten Medien lässt sich Abb. 01 entnehmen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 01; Quelle: Müller, 2007, S.7.

Wie zu erkennen ist, ist im Zeitablauf das durchschnittliche Zeitbudget für TV als klassisches Bildmedium, sowie für Radio als klassisches Hörmedium, relativ konstant geblieben. Innerhalb der in Abb. 01 nicht aufgeführten Lesemedien fand eine Verschiebung vom Medium Zeitung hin zum vermehrten Lesen von Büchern und Zeitschriften statt.

Der wohl intuitiv erwartete Boom des Internets lässt sich anhand Abb.01 nur mäßig erkennen. So hat sich das Medienzeitbudget für das Internet in den Jahren 2001 bis 2006 zwar in etwa verdoppelt, allerdings scheint es dennoch weit unter TV und Radio zu liegen. Dass es trotzdem als ein Gewinnermedium im Kampf um die Mediennutzungsdauer bezeichnet werden kann, insbesondere mit dem ab ca. 2004 rasant zunehmenden Angebot an Web 2.0-Anwendungen, zeigt eine Betrachtung unterschiedlicher nach Alter aufgegliederter Bevölke- rungsgruppen. Insbesondere die jüngere Generation wird von Diensten wie Instant Messaging - laut der JIM- Studie 20066 die häufigste Internetaktivität überhaupt - angezogen und folglich steigt die von dieser Gruppe aufgewendete Zeit in absoluten als auch relativen Werten erheblich an. Im Jahr 2007 verbrachten Jugendliche im Alter von 16 bis 25 laut Bearne (2007) ganze 42% ihres Medienzeitbudgets auf das Internet, wodurch die klassischen Medien TV mit 29%, Radio mit 17% und Zeitung mit 11% weit abgeschlagen wurden.

[...]


1 Flack, 2005, S. 74.

2 Der Brockhaus multimedial 2005.

3 Jenkins, 2006; in: Erdal, 2007, S. 52.

4 Ullrich & Wenger, o.J., S. 2.

5 Vgl. Riddler & Engel, 2005, S. 447.

6 Jährlich vom Medienpädagogischen Forschungsbund Südwest durchgeführte Studie

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Konvergenz der Medien
Untertitel
Änderung unseres Medienverhaltens durch Web 2.0
Hochschule
Zeppelin University Friedrichshafen
Veranstaltung
Wirtschaftsinformatik
Note
1,3
Autor
Jahr
2008
Seiten
15
Katalognummer
V142068
ISBN (eBook)
9783640498628
ISBN (Buch)
9783640498444
Dateigröße
434 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Konvergenz, Medien, Web 2.0, Internet, Medienzeitbudget, TV, Trend
Arbeit zitieren
Isabella Aberle (Autor), 2008, Konvergenz der Medien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/142068

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Titel: Konvergenz der Medien


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