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Auditive und visuelle Halluzinationen

Title: Auditive und visuelle Halluzinationen

Term Paper , 2009 , 25 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Bachelor of Science Said Giancoli (Author)

Psychology - Clinical Psychology, Psychopathology, Prevention
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Summary Excerpt Details

In der vorliegenden Arbeit soll zunächst der Begriff der Halluzination näher definiert und von ähnlichen Phänomenen abgegrenzt werden. Die epidemiologische
Betrachtung zeigt, dass auditive Halluzinationen am häufigsten und visuelle Halluzinationen nach Körperhalluzinationen am dritthäufigsten vorkommen. Diese können sowohl aufgrund psychischer und organischer Erkrankungen aller Art
auftreten sowie bei gesunden Menschen u.a. in extremen Lebenssituationen. Zu den zugrunde liegenden Mechanismen werden verschiedene neuropsychologische
und -kognitive Erklärungsmodelle diskutiert. Es scheinen sich dabei insbesondere
Modelle durchgesetzt zu haben, bei denen ein Defizit angenommen wird, welches darin besteht, dass intern generierte Sprache, Gedanken oder Bilder als von außen kommend erlebt werden. Neurophysiologisch wurden auditive Halluzinationen
überwiegend im Zusammenhang mit Schizophrenie und visuelle Halluzinationen vornehmlich beim Charles-Bonnet-Syndrom oder nach Hirnläsionen untersucht.
Dabeizeigt sich, dass diese Halluzinationen tendenziell mit den Hirnarealen zusammenhängen, die für dieVerarbeitung von Informationen des jeweiligen Sinnesgebiets verantwortlich sind.

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Inhaltsverzeichnis

1 Begriffsbestimmung

2 Epidemiologie und Bedingungen

3 Neuropsychologische und -kognitive Modelle

3.1 Perceptual-Release Theorie

3.2 Gestörte Diskursplanung

3.3 Theorie des Defizits beim Realitymonitoring

3.3 Theorie des Defizits beim Selbstmonitoring

4 Neurophysiologische Befunde

4.1 Befunde zu auditiven Halluzinationen

4.2 Befunde zu visuellen Halluzinationen

5 Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die neuropsychologischen und neurophysiologischen Grundlagen von auditiven und visuellen Halluzinationen. Ziel ist es, den Begriff einzuordnen, epidemiologische Hintergründe zu beleuchten und aktuelle kognitive Erklärungsmodelle sowie bildgebende Befunde kritisch gegenüberzustellen, um ein besseres Verständnis der zugrunde liegenden Mechanismen zu ermöglichen.

  • Definition und Abgrenzung von Halluzinationen
  • Epidemiologische Verbreitung bei psychischen Erkrankungen und Gesunden
  • Neuropsychologische Modelle (z.B. Selbstmonitoring, Realitymonitoring)
  • Neurophysiologische Korrelate auditiver und visueller Halluzinationen
  • Kritische Analyse bisheriger Forschungsansätze

Auszug aus dem Buch

3.3 Theorie des Defizits beim Realitymonitoring

Den Begriff „Realitymonitoring“ übernahm Bentall (1990) von Johnson und Ray (1981). Dieser Terminus bezieht sich auf die Fähigkeit von Personen, zwischen Erinnerungen von realen und vorgestellten Ereignissen zu unterscheiden. Bentall (1990) analysierte mehrere Einzeltheorien, wozu auch die bereits genannten gehören und sieht Halluzinationen aufgrund ihrer Komplexität und den verschiedenen Erscheinungsformen als eine Kombination mehrerer Faktoren an.

Dabei identifiziert er zwei zugrunde liegende Faktoren, welche den einzelnen Theorien gemein sind. Alle Theorien postulieren, dass Personen, die halluzinieren, intern generierte mentale Ereignisse als real klassifizieren und dazu neigen, die Quelle ihrer Perzeptionen nach außen hin zu attribuieren. Dieser Fehler wird in der Literatur auch häufig als „attribution bias“ bezeichnet. Seine Annahmen basieren darauf, dass Menschen über unterschiedlich ausgeprägte metakognitive Fähigkeiten verfügen, die ihnen dabei helfen, die Quelle eines Ereignisses zu identifizieren. Diese Fähigkeit wird von ihm als Realitydiscrimination bezeichnet und ist bei Halluzinierenden gestört.

Bentall (1990) diskutiert in diesem Kontext auch Imagery Theorien, nach denen Halluzinationen bei Personen mit besonders lebhaften Vorstellungen entstehen, die ein Defizit beim Realitymonitoring haben.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Begriffsbestimmung: Dieses Kapitel definiert Halluzinationen fachsprachlich und grenzt sie von verwandten Phänomenen wie Pseudohalluzinationen oder mentalen Vorstellungen ab.

2 Epidemiologie und Bedingungen: Hier werden die Auftretenshäufigkeiten von Halluzinationen bei psychischen Erkrankungen, insbesondere Schizophrenie, sowie bei gesunden Probanden analysiert.

3 Neuropsychologische und -kognitive Modelle: Das Kapitel diskutiert theoretische Erklärungsmodelle wie die Perceptual-Release Theorie, die gestörte Diskursplanung sowie Konzepte zum Reality- und Selbstmonitoring.

4 Neurophysiologische Befunde: Dieser Abschnitt wertet bildgebende Studien und elektrophysiologische Daten aus, um die neuronalen Korrelate bei auditiven und visuellen Halluzinationen zu verorten.

5 Resümee: Das Abschlusskapitel fasst die Ergebnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf notwendige zukünftige Forschungsansätze zur Verbesserung von Diagnose und Therapie.

Schlüsselwörter

Halluzinationen, Neuropsychologie, Schizophrenie, Realitymonitoring, Selbstmonitoring, auditive Halluzinationen, visuelle Halluzinationen, bildgebende Verfahren, Charles-Bonnet-Syndrom, innere Sprache, Kortex, Neurophysiologie, Psychopathologie, Wahrnehmung, Attributionsfehler

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die wissenschaftliche Untersuchung von auditiven und visuellen Halluzinationen aus neuropsychologischer und neurophysiologischer Perspektive.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Fokus stehen die Definition des Begriffs, die epidemiologischen Hintergründe, kognitive Erklärungsmodelle sowie die bildgebende Lokalisation der Phänomene im Gehirn.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist eine fundierte Übersicht über den aktuellen Forschungsstand zu geben, um zu verstehen, warum und wie Halluzinationen entstehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Analyse und Zusammenführung relevanter neuropsychologischer Literatur und empirischer Studien basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Darstellung neuropsychologischer Modelle sowie eine detaillierte Zusammenstellung neurophysiologischer Befunde bei auditiv und visuell Halluzinierenden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlagworte sind Halluzinationen, Schizophrenie, Selbstmonitoring, bildgebende Verfahren und kognitive Neuropsychologie.

Was besagt die Theorie des Defizits beim Selbstmonitoring?

Sie postuliert, dass Betroffene Schwierigkeiten haben, intern generierte Gedanken als eigene Prozesse zu erkennen, weshalb diese fälschlicherweise als von außen kommend wahrgenommen werden.

Welche Rolle spielt das Charles-Bonnet-Syndrom in dieser Arbeit?

Es dient als zentrales Beispiel für das Auftreten visueller Halluzinationen, die bei Patienten mit Schädigungen des visuellen Systems ohne psychiatrische Vorerkrankung auftreten können.

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Details

Title
Auditive und visuelle Halluzinationen
College
RWTH Aachen University  (Lehr- und Forschungsgebiet Neuropsychologie an der Neurologischen Klinik der RWTH Aachen )
Course
Neuropsychologie IV: Visuelle und auditive Verarbeitung
Grade
1,0
Author
Bachelor of Science Said Giancoli (Author)
Publication Year
2009
Pages
25
Catalog Number
V142086
ISBN (eBook)
9783640498178
ISBN (Book)
9783640497829
Language
German
Tags
Halluzinationen Visuelle und auditive Verarbeitung Epidemiologie Begriffsbestimmung Neuropsychologische und -kognitive Modelle Perceptual-Release Theorie Gestörte Diskursplanung Realitymonitoring Selbstmonitoring LSD Lysergsäurediethylamid Körperhalluzinationen Charles-Bonnet-Syndrom Schizophrenie olfaktorischen Halluzinationen hypnopomp cerebralen Aktivierung hypnagogische Halluzinationen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Bachelor of Science Said Giancoli (Author), 2009, Auditive und visuelle Halluzinationen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/142086
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