Ziel dieser Hausarbeit ist es, zu diskutieren, ob der sunnitischen Islam in seiner orthodoxen Form mit den heutigen Forderungen der westlichen Gesellschaft zu vereinbaren ist und ob der Versuch moderner, emanzipatorischer Reformen durch Muslime gelingen kann.
Bekannte Muslime wie der Islamwissenschaftler Mouhanad Khorchide, die deutsche Rechtsanwältin und Frauenrechtsbewegerin Seyran Ates und die aus Marokko stammende Publizistin Sineb El Masrar kämpfen für eine moderne Islamreform, die Hand in Hand mit dem deutschen Grundgesetz und somit westlichen Anschauung von Moral und Politik des 21. Jahrhunderts geht.
Doch ist dies wirklich möglich? Lässt sich der Islam mit Normen und Werten der heutigen, westlichen Gesellschaft vereinbaren und ein modernes Verständnis seiner eigenen Religion aufgreifen?
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Der Qur´an
1.1 Aufbau
1.2 Botschaft
2. Muhammad
2.1 Leben
2.2 Muhammad als der letzte Prophet
3. Islam und Islamreform
3.1 Normen und Werte im Islam
3.1.2 Das Menschenbild
3.2 Normen und Werte in der westlicher Gesellschaft
3.2.1 Das Menschenbild
3.3 Islamreform heute
3.4 Kritik
4. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Vereinbarkeit der ursprünglichen, orthodoxen Lehren des Islam mit den gesellschaftlichen Normen und Werten der modernen westlichen Welt. Dabei wird insbesondere der Frage nachgegangen, ob eine liberale Islamreform auf Basis des Koran und der islamischen Tradition theologisch realisierbar ist oder ob solche Bestrebungen den Kern der Religion verfehlen.
- Grundlagen des Koran und der Prophetie Muhammads
- Gegenüberstellung islamischer und westlicher Menschenbilder
- Analyse aktueller Reformbestrebungen innerhalb des Islam
- Kritische Auseinandersetzung mit der Vereinbarkeit von islamischer Dogmatik und säkularer Moderne
- Rezeption von Islamkritik und liberalen Reformansätzen
Auszug aus dem Buch
2.1 Leben
Die Biografie des Propheten wurde erst sehr viel später in vollständiger Form von islamischen Gelehrten aufgeschrieben (ungefähr 200 Jahre nach dem Tod des Propheten). Als allgemein anerkannte Sammlung, gilt die des arabischen Imams Ibn Ishaq (gestorben 768). Diese ist allerdings nur „in der Bearbeitung des Ibn Hisham (gest. 834) und in Auszügen in dem Chronikwerk des Tabari (gest. 923) erhalten.“
Geboren wurde Muhammad um das Jahr 571 n.Chr. in Mekka. Als Zentrum seines Umfelds galt die altarabische Kaaba, zu der tausende damalige Pilger aus aller Welt gingen, um den arabischen Gott, Allah und seine untergeordneten Götter (Götzen) zu verehren. Statuen aus Stein und Holz veranschaulichten die altarabischen Götzen, die in der würfelförmigen Kaaba , das später das „Haus Allahs“ wurde, ihren Platz fanden. Nach der Überlieferung Ibn ´Abbas verkündeten die Engel Muhammads Geburt laut und leise. Der Erzengel Gabriel kam mit der Freudenbotschaft, daraufhin bebte der Thron Allahs. Die Huris (Paradiesjungfrauen) traten aus ihren Schlössern und verbreiteten einen wohlriechenden Duft dabei.
Als er schon sehr früh verwaiste, zog er zu seinem Onkel. Er arbeitete hauptsächlich als Hirte in seiner Jugend, um zum Familienunterhalt beizutragen. Als junger Mann trat er dann „als Kameltreiber in den Dienst der begüterten Kaufmannswitwe Khadidja.“ Sie machte ihm nach dem Sie Gefallen an Ihm fand, einen Heiratsantrag und unterstütze ihn in seinen Prophetentum bis zu ihrem Tod. Mit ihr hatte Muhammad 2 früh verstorbene Söhne und vier Töchter.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Entstehung und Verbreitung des Islam sowie die aktuelle Debatte um seine Rolle in der westlichen Gesellschaft und die Integrationsproblematik.
1. Der Qur´an: Dieses Kapitel beschreibt den Qur´an als das zentrale, unverfälschte Wort Gottes im Islam, geht auf seinen Aufbau ein und erläutert seine Rolle als letzte Offenbarung.
2. Muhammad: Dieser Abschnitt behandelt die Lebensgeschichte des Propheten sowie seine Bedeutung als „Siegel der Propheten“ und maßgebliches Vorbild für alle Gläubigen.
3. Islam und Islamreform: Das Kapitel vergleicht islamische Normen und Werte mit westlichen Prinzipien, analysiert das jeweilige Menschenbild und diskutiert die Herausforderungen einer modernen Islamreform.
4. Schluss: Das Schlusskapitel resümiert, dass Reformversuche häufig im Widerspruch zu orthodoxen Lehren stehen und eine echte, theologisch fundierte Reform auf erhebliche Widerstände stößt.
Schlüsselwörter
Islam, Qur´an, Prophet Muhammad, Islamreform, Menschenbild, Westliche Gesellschaft, Grundgesetz, Theokratie, Integration, Offenbarung, Religionswissenschaft, Scharia, Liberalismus, Religion, Tradition
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die theoretischen und praktischen Herausforderungen, den Islam in einem westlichen gesellschaftlichen Kontext zu reformieren, ohne dabei den theologischen Kern der Religion zu verlieren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Rolle des Koran als ewiges Wort Gottes, das Wirken Muhammads, der Vergleich westlicher und islamischer Werte hinsichtlich des Menschenbildes sowie die aktuelle Debatte um liberale Islamreformen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Vereinbarkeit der ursprünglichen Botschaften des Islam mit den Anforderungen einer säkularen, demokratischen Gesellschaft sowie die Grenzen und Möglichkeiten aktueller Reformansätze kritisch zu vergleichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, bei der primäre islamische Quellen wie der Koran und Hadithe sowie wissenschaftliche Sekundärliteratur herangezogen wurden, um die Thematik philologisch und religionswissenschaftlich zu kontextualisieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Auseinandersetzung mit der heiligen Schrift und der Biografie des Propheten, einen Vergleich des Verständnisses von Menschenwürde und Rechten in Islam und Westen sowie eine Analyse der Kritik an modernen "Neureformern".
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Islam, Qur´an, Prophet Muhammad, Islamreform, Menschenbild, Integration und Theokratie sind maßgebliche Begriffe, unter denen die Arbeit die aktuelle religionspolitische Debatte einordnet.
Welche Rolle spielt das Grundgesetz in der Argumentation?
Das Grundgesetz dient als Referenzrahmen für die westlichen Normen und Werte, mit denen die islamischen Lehren im Vergleichsabschnitt der Arbeit kontrastiert werden.
Wie bewertet der Autor die Erfolgschancen einer liberalen Islamreform?
Der Autor zeigt sich skeptisch und argumentiert, dass liberale Reformansätze oft daran scheitern, dass sie die orthodoxe Exegese und den Anspruch der Unveränderlichkeit des Korans missachten oder verfälschen.
- Arbeit zitieren
- Cornelia Hartung (Autor:in), 2021, Der Islam als ewiges Wort Gottes. Glaube zwischen Offenbarung und Reform, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1420940