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Himmel und Gesetz. Poetische Betrachtung von Kants' Philosophie

Title: Himmel und Gesetz. Poetische Betrachtung von Kants' Philosophie

Essay , 2023 , 5 Pages

Autor:in: Piero Giordanetti (Author)

Philosophy - Philosophy of the 17th and 18th Centuries
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Der folgende Text fasst zwei Vorträge des Autors zur analytischen Betrachtung poetischer Aussagen aus Kants' Philosophie zusammen.

„Zwei Dinge erfüllen das Gemüth mit immer neuer und zunehmender Bewunderung und Ehrfurcht, je öfter und anhaltender sich das Nachdenken damit beschäftigt: der bestirnte Himmel über mir und das moralische Gesetz in mir. Beide darf ich nicht als in Dunkelheiten verhüllt, oder im Überschwenglichen, außer meinem Gesichtskreise suchen und blos vermuthen; ich sehe sie vor mir und verknüpfe sie unmittelbar mit dem Bewußtsein meiner Existenz”

Dass die berühmteste Stelle der Kantischen Philosophie eine offensichtlich poetische Aussage ist, ist kein Zufall. Kant hat sich mit der Poesie nicht nur in den Träumen, in den Beobachtungen und in der Kritik der Urteilskraft befasst, sondern er hat immer wieder Dichter explizit und auch implizit zitiert und dies auch an systematisch relevanten Stellen. Dass das Bild des bestirnten Himmels der Poesie entnommen wurde, zeigt eine quellengeschichtliche Untersuchung, welche sich zuerst an Autoren wie Horaz, Lukrez, Milton, Montaigne, Pascal, Burke und Rousseau orientiert, um einige Beispiele zu zitieren. Ich werde zu dem dichterischen Ursprung des Beschlusses der Kritik der praktischen Vernunft später zurückkommen. Ich befasse mich zuerst mit der Struktur der Argumentation der berühmten Stelle und mit ihrer systematischen Bedeutung.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Das moralische Gesetz und der bestirnte Himmel - Kant und Milton: Moral und Dichtung

2. Die Dichtung und das Unbewusste

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht den Ursprung und die systematische Bedeutung des berühmten Kantischen Bildes vom „bestirnten Himmel über mir und das moralische Gesetz in mir“. Ziel ist es, nachzuweisen, dass dieses zentrale philosophische Zitat tief in der Dichtung verwurzelt ist und dass Kant durch Autoren wie Milton, Burke und Lukrez beeinflusst wurde, um die affektive Dimension seines Moralsystems zu untermauern.

  • Analyse der hermeneutischen Struktur und systematischen Bedeutung von Kants Doppelbegriff des moralischen Gesetzes und des bestirnten Himmels.
  • Untersuchung der Differenz zwischen sinnlichem und intellektuellem Bewusstsein der Existenz.
  • Quellengeschichtliche Herleitung der Ästhetik des Erhabenen durch Rückgriffe auf Milton und Burke.
  • Die Rolle des Genies und des Unbewussten als Bindeglied zwischen Kunst und Moral.

Auszug aus dem Buch

Das moralische Gesetz und der bestirnte Himmel - Kant und Milton: Moral und Dichtung

„Zwei Dinge erfüllen das Gemüth mit immer neuer und zunehmender Bewunderung und Ehrfurcht, je öfter und anhaltender sich das Nachdenken damit beschäftigt: der bestirnte Himmel über mir und das moralische Gesetz in mir. Beide darf ich nicht als in Dunkelheiten verhüllt, oder im Überschwenglichen, außer meinem Gesichtskreise suchen und blos vermuthen; ich sehe sie vor mir und verknüpfe sie unmittelbar mit dem Bewußtsein meiner Existenz” (AA 5:161 ff.).

Daß die berühmteste Stelle der Kantischen Philosophie eine offensichtlich poetische Aussage ist, ist kein Zufall. Kant hat sich mit der Poesie nicht nur in den Traümen, in den Beobachtungen und in der Kritik der Urteilskraft befaßt, sondern er hat immer wieder Dichter explizit und auch implizit zitiert und dies auch an systematisch relevanten Stellen. Daß das Bild des bestirnten Himmels der Poesie entnommen wurde zeigt eine quellengeschichtliche Untersuchung, welche sich zuerst an Autoren wie Horaz, Lukrez, Milton, Montaigne, Pascal, Burke und Rousseau orientiert, um einige Beispiele zu zitieren. Ich werde zu dem dichterischen Ursprung des Beschlußes der Kritik der praktischen Vernunft später zurückkommen. Ich befasse mich zuerst mit der Struktur der Argumentation der berühmten Stelle und mit ihrer systematischen Bedeutung.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Das moralische Gesetz und der bestirnte Himmel - Kant und Milton: Moral und Dichtung: Der Einstieg analysiert die Struktur der berühmten Kantischen Stelle und untersucht die Verbindung zwischen Bewunderung, Ehrfurcht und der Existenz des Subjekts im Kontrast zur sinnlichen und übersinnlichen Welt.

2. Die Dichtung und das Unbewusste: Dieses Kapitel verknüpft Kants Genie-Begriff und die Theorie der unbewussten Verstandestätigkeit mit der Dichtung, um aufzuzeigen, wie ästhetische Einflüsse aus Werken von Milton und Burke das philosophische Verständnis des Erhabenen und die Vorrangstellung der Moral geprägt haben.

Schlüsselwörter

Immanuel Kant, Moralgesetz, bestirnter Himmel, Kritik der praktischen Vernunft, Erhabenes, Dichtung, Milton, Edmund Burke, Genie-Begriff, Unbewusstes, Ästhetik, Moral, Bewusstsein, Affekt, Philosophiegeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht den Ursprung und die tiefe Verwurzelung der berühmten Kant-Formel vom „bestirnten Himmel“ und dem „moralischen Gesetz“ in der literarischen Tradition.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der philosophischen Ästhetik, der Quellengeschichte bei Dichtern wie Milton und Burke sowie dem Verhältnis von Moral und Natur im Denken Kants.

Was ist das primäre Ziel der Forschung?

Das Ziel ist aufzuzeigen, dass Kants populärstes Zitat keine rein theoretische Schöpfung ist, sondern durch die Auseinandersetzung mit historischer Dichtung eine affektive Tiefe erhält.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird eine quellengeschichtliche Untersuchung mit einer systematischen Analyse der Kantischen Schriften, insbesondere der zweiten Kritik, verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Argumentationsstruktur des Beschlusses zur Kritik der praktischen Vernunft sowie die Reflexion über das Genie und das Unbewusste als Bindeglied zwischen Kunst und Moral.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen zählen das Erhabene, der Dualismus der Vernunft, die Rolle der Einbildungskraft und die Affektivität von Bewunderung und Achtung.

Wie unterscheidet Kant in dieser Arbeit Achtung und Bewunderung?

Achtung ist laut Kant auf Personen und das moralische Gesetz beschränkt, während sich die Bewunderung auf erhabene Naturobjekte oder Sachen beziehen kann.

Welche Rolle spielt John Miltons "Paradise Lost" für das Verständnis Kants?

Miltons Dichtung dient als Beispiel dafür, wie schon vor Kant die Vorrangstellung der Moral gegenüber bloßer physischer Größe erkannt und literarisch verarbeitet wurde.

Weshalb ist für Kant der Begriff des „Unbewussten“ in der Kunst so entscheidend?

Er dient zur Abgrenzung des Genies vom bloßen Handwerker oder Wissenschaftler, da der Dichter die Regeln seiner Kunst hervorbringt, ohne deren Zusammenwirken bewusst steuern zu können.

Kann das Erhabene in der Natur laut Kant unmittelbar zum moralischen Erhabenen führen?

Nein, der Text betont, dass es zwischen der Natur und dem moralisch Erhabenen keine direkte Brücke gibt, was die Trennung der beiden Affekte (Bewunderung und Achtung) begründet.

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Details

Title
Himmel und Gesetz. Poetische Betrachtung von Kants' Philosophie
College
Università degli Studi di Milano
Author
Piero Giordanetti (Author)
Publication Year
2023
Pages
5
Catalog Number
V1420998
ISBN (PDF)
9783346980892
Language
German
Tags
Kant Dichtung Moral
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Piero Giordanetti (Author), 2023, Himmel und Gesetz. Poetische Betrachtung von Kants' Philosophie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1420998
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