In dieser Hausarbeit soll auf Grundlage von christlichen und muslimischen Quellen zunächst die Vorgeschichte dargestellt werden, die die Belagerung Akkons zur Folge hatte. Danach sollen der Beginn und Verlauf der Belagerung geschildert und die erfolglosen Bemühungen, die nur wenig an der Ausgangssituation änderten, dargelegt und schließlich Philipps II. und vor allem Richards I. Anstrengungen um die Eroberung der Stadt gezeigt werden. Letztendlich soll die Frage beantwortet werden, ob erst durch das Eintreffen König Richards I. in Akkon die Wende zugunsten des Kreuzfahrerheers herbeigeführt werden konnte, oder ob die Übergabe der Stadt durch die Muslime nur eine Frage der Zeit war.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. König Richard I. und der Erfolg in Akkon - sein Verdienst oder logische Konsequenz?
2.1 Vorgeschichte
2.2 Der Beginn der Belagerung
2.3 Die Schlacht von Akkon am 4. Oktober 1189 und die doppelte Belagerung
2.4 Die Wende durch das Eintreffen von Philipp II. August und Richard I.
3. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht den Fall der Stadt Akkon während des Dritten Kreuzzugs und analysiert kritisch, inwieweit der militärische Erfolg König Richard I. zuzuschreiben ist oder ob es sich um eine zwangsläufige Konsequenz der langjährigen Belagerung unter muslimischen und christlichen Vorzeichen handelte.
- Kritische Auswertung zeitgenössischer christlicher und muslimischer Quellen.
- Analyse der strategischen Ausgangslage nach der Schlacht von Hattin.
- Untersuchung der Bedeutung der doppelten Belagerung für die Versorgung der Garnison.
- Bewertung des Einflusses der Ankunft der Könige Philipp II. und Richard I. auf den Kriegsverlauf.
- Reflexion über die Rolle von Erschöpfung und Krankheit auf beiden Seiten.
Auszug aus dem Buch
2.4 Die Wende durch das Eintreffen von Philipp II. August und Richard I.
König Philipp II. August von Frankreich kam am 20. April 1191 in Akkon an, Richard I. von England mit 25 Galeeren sieben Wochen später, am 8. Juni. Obwohl Philipp weniger Truppen als erwartet mit sich brachte, hob sich die Stimmung unter den Belagerern, wie Ibn al-Athīr berichtet. Sofort nach Philipps Eintreffen wurde die Belagerung mit größerer Hartnäckigkeit betrieben. Belagerungsgerät wurde wieder instand gesetzt und neue Türme gebaut. Bis zur Eroberung der Stadt wollte man jedoch auf Richard warten.
Richard of Devizes sowie das Itinerarium berichten, wie der englische König mit Freudenfeuern, Trompeten und großem Pomp empfangen wurde. Nach Richards Ankunft machte sich bei Saladin und der Garnison der Stadt die Erkenntnis einer bevorstehenden Niederlage bemerkbar. Auch stellte sich dann die Frage nach einem Führer für das Kreuzfahrerheer. Der König von Frankreich stand im Schatten des englischen Königs und schied aufgrund seiner Zögerlichkeit aus. Die ortsansässigen Fürsten hatten oft unter einem schlechten Ruf zu leiden. So nahm der englische König, der außerdem der Vermögendere der beiden Könige war, das Heft in die Hand und schickte schon kurz nach seinem Eintreffen Gesandte zu Saladin, um Verhandlungen vorzuschlagen. Da das Kreuzfahrerheer nach der nun fast zwei Jahre andauernden Belagerung kriegsmüde war, hoffte er, eine friedliche Lösung zu finden oder eine schnelle militärische Entscheidung herbeizuführen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema ein, skizziert die Quellenlage unter Berücksichtigung christlicher und muslimischer Perspektiven und legt das Forschungsinteresse fest.
2. König Richard I. und der Erfolg in Akkon - sein Verdienst oder logische Konsequenz?: Dieses Kapitel analysiert die chronologische Abfolge der Ereignisse, von der Vorgeschichte nach Hattin bis zur finalen Kapitulation, und bewertet die militärischen Anstrengungen sowie den Einfluss der europäischen Könige.
3. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert, dass der Fall Akkons das Resultat einer langwierigen Erschöpfung der Garnison war und der Anteil Richards I. eher in einer Beschleunigung des ohnehin absehbaren Endes lag.
Schlüsselwörter
Akkon, Dritter Kreuzzug, König Richard I., Philipp II. August, Saladin, Belagerung, Kreuzfahrer, muslimische Quellen, christliche Quellen, militärische Strategie, Garnison, Schlacht von Hattin, Kapitulation, Angevinisches Reich, Orient.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den historischen Erfolg der christlichen Kreuzfahrer bei der Belagerung von Akkon während des Dritten Kreuzzugs.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die militärische Strategie, die Bedeutung der Quellenkritik und der Einfluss der Ankunft europäischer Monarchen auf den Verlauf der Belagerung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob der Erfolg Richard Löwenherz zugeschrieben werden muss oder ob die Aufgabe Akkons eine logische Konsequenz der langen Belagerungsdauer war.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine quellenbasierte historische Analyse durchgeführt, wobei sowohl christliche als auch muslimische zeitgenössische Quellen einander gegenübergestellt werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorgeschichte, den Beginn der Belagerung, die Schlacht vom 4. Oktober 1189 sowie die Wende durch das Eintreffen von Philipp II. und Richard I.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Akkon, Kreuzzug, Richard Löwenherz, Saladin, Belagerungsführung und Quellenrezeption sind entscheidende Begriffe.
Welche Rolle spielte die Versorgungslage für die Garnison?
Die Versorgungslage war entscheidend; da die Kreuzfahrer die Stadt nicht vollständig von der Seeseite abriegeln konnten, blieb die Garnison lange Zeit über das Meer versorgungsfähig.
Wie bewertet der Autor Richards Einfluss auf das Verhandlungsergebnis?
Der Autor schlussfolgert, dass Richard die Ereignisse zwar beschleunigte, der Fall Akkons jedoch durch die zweijährige, zermürbende Belagerung bereits weitgehend vorgezeichnet war.
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- Christian Langer (Author), 2009, König Richard I. und der Erfolg in Akkon - sein Verdienst oder logische Konsequenz?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/142125