In den letzten Jahren hat sich eine rasante Veränderung der Wirtschaft vollzogen. Aufgrund des durch die Globalisierung zunehmenden Wettbewerbs, besteht ein harter Kampf zwischen den Unternehmen. Ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess, sowie eine schnelle Anpassung an sich wechselnde Marktbedingungen, erweisen sich als unerlässlich.
Um konkurrenzfähig bleiben zu können ist es wichtig, dass die Defizite traditioneller Methoden durch neue unternehmerische Fähigkeiten ausgeglichen werden. Die bisher angewandten Praktiken müssen einer Weiter- bzw. einer Neuentwicklung unterworfen werden.
Ein Verfahren der neuen Produktionstechnologien ist das Kanban-System, welches ein flexibleres und kundenorientierteres Arbeiten ermöglicht. Dieses soll in der vorliegenden Arbeit unter dem Aspekt des Kostenmanagements beleuchtet werden. Das Kostenmanagement seinerseits ist in der Lage den Fragestellungen und Problemen der Kostenrechnung, die sich in den letzten Jahren stark verändert haben, gerecht zu werden.
In dieser Arbeit wird zunächst das Kostenmanagement näher erläutert. Anschließend erfolgt die Vorstellung der neuen Produktionstechnologien. Im Folgenden wird auf die Entwicklung des Kanban-Systems eingegangen. Nach der Darstellung der Grundzüge der Kanban-Methode geht die Verfasserin auf Kanban-Größen und Kennzahlen ein. Es folgt die kritische Untersuchung der Vor- und Nachteile des Systems sowie die Beleuchtung der Kostenauswirkungen durch Kanban. Am Ende wird in der Schlussbetrachtung das Fazit aus den zuvor erarbeiteten Punkten gezogen.
Inhaltsverzeichnis
1 EINFÜHRUNG
2 DAS KOSTENMANAGEMENT
2.1 VON DER KOSTENRECHNUNG ZUM KOSTENMANAGEMENT
2.1.1 Kritik an Vollkosten- und Teilkostenrechnung
2.1.2 Veränderte Anforderungen an die Kostenrechnung
2.2 ABGRENZUNG DES KOSTENMANAGEMENTS
2.3 GESTALTUNGSFORDERUNGEN AN DAS KOSTENMANAGEMENT
2.4 MANAGEMENT ZUR KOSTENBEEINFLUSSUNG
2.4.1 Kostenniveau-Management
2.4.2 Kostenverlauf-Management
2.4.3 Kostenstruktur-Management
2.5 INSTRUMENTE DES KOSTENMANAGEMENTS
2.5.1 Fixkostenmanagement
2.5.2 Prozesskostenrechnung
2.5.3 Target Costing
2.5.4 Product Life Costing
2.5.5 Benchmarking
3 NEUE PRODUKTIONSTECHNOLOGIEN
3.1 BEGRIFFLICHE ABGRENZUNG DER NEUEN PRODUKTIONSTECHNOLOGIEN
3.2 DEFINITION UND CHANCEN VON CIM, JIT UND TQM
4 ENTWICKLUNG DES KANBAN-SYSTEMS
4.1 SCHWACHSTELLEN TRADITIONELLER SYSTEME
4.2 LÖSUNGSANSÄTZE
4.3 BEGRIFFSDEFINITION KANBAN
4.4 ENTSTEHUNG VON KANBAN
5 GRUNDZÜGE DER KANBAN-METHODE
5.1 ZIELE UND CHANCEN VON KANBAN
5.1.1 Sozialziele
5.1.2 Zeitziele
5.1.3 Kostenziele
5.2 VORAUSSETZUNGEN FÜR DEN EINSATZ VON KANBAN
5.3 KANBAN-ARTEN
5.4 GRUNDSÄTZE VON KANBAN
5.5 KANBAN-REGELN
5.6 HILFSMITTEL DES KANBANS
5.7 PROZESSABLAUF
5.8 ELEKTRONISCHES KANBAN
6 KANBAN-GRÖßEN UND KENNZAHLEN
6.1 DEFINITION UND BERECHNUNG VON KANBAN-GRÖßEN
6.2 RELEVANTE KENNZAHLEN
7 KRITISCHE BETRACHTUNG DES KANBAN-SYSTEMS
7.1 VORTEILE UND VERBESSERUNGEN DURCH DAS KANBAN-SYSTEM
7.2 GRENZEN UND GEFAHREN VON KANBAN
7.3 NACHTEILE UND PROBLEME AUFGRUND DER KANBAN-EINFÜHRUNG
8 KOSTENAUSWIRKUNGEN DES KANBAN-SYSTEMS
8.1 POSITIVE AUSWIRKUNGEN AUF DIE KOSTEN
8.2 NEGATIVE KOSTENFOLGEN VON KANBAN
9 ABSCHLUSSBETRACHTUNG
Zielsetzung und zentrale Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Einführung eines Kanban-Systems als integralen Bestandteil eines modernen Kostenmanagements. Das primäre Ziel ist es aufzuzeigen, wie durch dieses Produktionssteuerungskonzept Flexibilität, Kundenorientierung und Wirtschaftlichkeit gesteigert werden können, während gleichzeitig traditionelle Schwachstellen in der Produktionsplanung kompensiert werden.
- Grundlagen des Kostenmanagements und aktuelle Herausforderungen
- Integration von Kanban in neue Produktionstechnologien
- Analyse der Kanban-Methode, ihrer Regeln und Hilfsmittel
- Kritische Betrachtung der Vorteile, Grenzen und negativen Kosteneffekte
- Bestimmung von Kanban-Größen und relevanten Kennzahlen
Auszug aus dem Buch
4.3 Begriffsdefinition Kanban
Kanban ist ein Planungs- und Steuerungssystem mit dem Ziel von niedrigen Beständen und erhöhter Lieferbereitschaft. Ausgelieferte Teilmengen werden visualisiert, wodurch eine Überwachung des Produktionsablaufs ermöglicht wird. Kanban steuert den Teilenachschub nach dem Holprinzip und lässt eine bestandsarme Produktion bei gleichzeitiger Verkürzung der Verschwendungszeiten zu. Schwachstellen werden sichtbar und tragen zur dauerhaften Ursachenbeseitigung bei. Es handelt sich um ein einfaches und transparentes Steuerungssystem, bei dem die Mitarbeiter eigenverantwortlich und selbständig handeln. Das Ideenpotential der Arbeitnehmer wird erschlossen und die Motivation sowie die Identifikation steigen. Durch das Holprinzip werden Fertigung bzw. Transport nur dann angestoßen, wenn tatsächlich ein Bedarf existiert.
Aufgrund der Bedarfsdeckung aus Pufferlagern wird der nachfolgende Produktionsschritt durch das Erreichen des Mindestbestandes ausgelöst. Der Nachschub erfolgt in kleinen Mengen und bei kurzen Durchlaufzeiten. Die Kanban-Karte (Kanban = Laufkarte) stellt den Transport- bzw. Fertigungsauftrag dar.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINFÜHRUNG: Diese Einleitung skizziert das wirtschaftliche Umfeld und begründet die Relevanz des Kanban-Systems als Antwort auf Defizite traditioneller Produktionsmethoden.
2 DAS KOSTENMANAGEMENT: Dieses Kapitel erläutert den Wandel von der klassischen Kostenrechnung zum modernen Kostenmanagement und stellt zentrale Instrumente wie Target Costing und Benchmarking vor.
3 NEUE PRODUKTIONSTECHNOLOGIEN: Es wird die Rolle neuer Technologien wie CIM, JIT und TQM definiert, die als Basis für eine flexible und kundenorientierte Fertigung dienen.
4 ENTWICKLUNG DES KANBAN-SYSTEMS: Dieses Kapitel analysiert die Schwachstellen traditioneller Push-Systeme und leitet daraus die Entstehung sowie die begriffliche Definition des Kanban-Systems ab.
5 GRUNDZÜGE DER KANBAN-METHODE: Hier werden Ziele, Voraussetzungen und spezifische Regeln der Kanban-Methode erläutert, inklusive der verschiedenen Arten von Kanban-Karten und deren Steuerung.
6 KANBAN-GRÖßEN UND KENNZAHLEN: Dieses Kapitel widmet sich der mathematischen Berechnung von Kanban-Größen (z.B. optimale Losgröße) und definiert Kennzahlen zur Erfolgsmessung.
7 KRITISCHE BETRACHTUNG DES KANBAN-SYSTEMS: Es erfolgt eine differenzierte Analyse der Stärken sowie der operativen Gefahren und Nachteile, die bei der Einführung dieses Systems auftreten können.
8 KOSTENAUSWIRKUNGEN DES KANBAN-SYSTEMS: Dieser Abschnitt beleuchtet detailliert die positiven Effekte auf die Kosten (z.B. Senkung von Umlaufbeständen) sowie negative Kostenfolgen (z.B. Rüstkosten).
9 ABSCHLUSSBETRACHTUNG: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass Kanban nur bei konsequenter Anpassung an die individuellen Unternehmensbedürfnisse erfolgreich ist.
Schlüsselwörter
Kanban, Kostenmanagement, Produktionssteuerung, Just-in-time, Pufferlager, Lean Production, Materialfluss, Losgrößen, Prozessoptimierung, Rüstzeiten, Bestandsmanagement, Effizienz, Unternehmensprozesse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Implementierung des Kanban-Systems als Werkzeug zur Produktionssteuerung und dessen Auswirkungen auf das Kostenmanagement in Industriebetrieben.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Felder sind die Schwachstellenanalyse traditioneller PPS-Systeme, die Grundlagen des Kostenmanagements sowie die detaillierte Beschreibung der Kanban-Methodik.
Was ist das primäre Ziel der Studie?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie Kanban dazu beiträgt, Kosten zu senken, Durchlaufzeiten zu verkürzen und die Flexibilität im Produktionsprozess unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu erhöhen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Arbeit verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch Literaturrecherche, der Analyse von Produktionssteuerungskonzepten sowie einer kritischen Bewertung von deren Kosten- und Nutzenaspekten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Kanban-Hilfsmittel, die mathematische Herleitung von Kanban-Größen sowie die detaillierte Diskussion der Vor- und Nachteile des Systems.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Kanban, Kostenmanagement, Produktionssteuerung, Just-in-time, Lean Production und Prozessoptimierung beschreiben den Inhalt am präzisesten.
Warum kann ein Kanban-System die Kosten für den Lieferanten beeinflussen?
Durch die Verlagerung der Lagerhaltung auf die Zulieferer sowie die Forderung nach hoher Lieferfrequenz können bei den Zulieferern zusätzliche Anforderungen an Flexibilität und Logistik entstehen, was deren Transportkosten beeinflussen kann.
Was unterscheidet das japanische Kanban-Modell von der Anwendung in europäischen Ländern?
Unterschiede liegen vor allem in der Arbeitskultur, dem Umgang mit Überstunden, der räumlichen Distanz zu Zulieferern und den gewerkschaftlichen Rahmenbedingungen, die eine Anpassung des Modells erforderlich machen.
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- Britta Holzmüller (Author), 2003, Einführung eines Kanban-Systems als Teil des Kostenmanagements, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/14212