Die vorliegende Hausarbeit setzt sich im Allgemeinen mit der Thematisierung des Themas Nationalsozialismus in der Grundschule auseinander. Daher wird zu Beginn der Arbeit die Frage aufgegriffen, inwiefern das Thema überhaupt grundschulgerecht ist. Im Hinblick darauf, befasst sich die Hausarbeit ebenfalls mit dem frühen historischen Lernen in der Grundschule. Im Laufe der Arbeit steht insbesondere die Relevanz der Thematisierung und die Einführung in die Themen Nationalsozialismus und Holocaust im Fokus.
Mein Interesse über dieses Thema zu schreiben entstand insbesondere aus der Tatsache, dass die Themen Nationalsozialismus und Holocaust weder zu den curricularen Bestimmungen noch zu den Kulturministerkonferenzempfehlungen gehören. Darüber hinaus ist der Holocaust kein einfaches historisches Thema, sondern aufgrund seiner Wirkungsgeschichte bis zum heutigen Tag ein Thema, welches die deutsche Gesellschaft enorm prägt.
Das Thema der Hausarbeit ist von hoher Relevanz, da die Frage der Thematisierung solcher historischer Ereignisse oftmals viel diskutiert wird. Im Laufe der Hausarbeit wird verdeutlicht, inwiefern es relevant ist, jungen Schülerinnen und Schülern eine Übersicht über die Entstehungszusammenhänge der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft zu geben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Historisches Lernen im Grundschulunterricht
3. Nationalsozialismus – ein grundschulgerechtes Thema
3.1 Die Relevanz der Thematisierung
3.2 Problematik
3.3 Einführung in das Thema
4. Verknüpfung mit dem historischen Lernen
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Relevanz und Umsetzbarkeit der Thematisierung des Nationalsozialismus im Grundschulunterricht vor dem Hintergrund des frühen historischen Lernens.
- Methodische Grundlagen des historischen Lernens in der Grundschule
- Notwendigkeit der pädagogischen Auseinandersetzung mit NS-Geschichte
- Auseinandersetzung mit entwicklungspsychologischen Problematiken
- Strategien für eine altersgerechte Einführung des Themas
- Verknüpfung von Geschichtsbewusstsein und moralischer Orientierung
Auszug aus dem Buch
3.2 Problematik
Natürlich erweist sich das Einbringen des Themas Nationalsozialismus und Holocaust als problematisch, da es mit anhaltender Aggression verbunden ist. Ein Hindernis bei der Konfrontation mit dem Holocaust ist die Wahrnehmung. Es ist besonders für jüngere Kinder schwierig Dinge oder Ereignisse, ohne eine vorherige Erfahrung gemacht zu haben, zu begreifen. Besonders die verheerende Geschehnisse der Vergangenheit sind mit den heutigen Lebensumständen der Kinder nicht zu vergleichen. Somit bringt die Thematisierung ein großes Hindernis mit sich. Wird einem Kind über den Holocaust erzählt, so wird dem Kind nur eine weitere Geschichte erzählt. Die Aufgabe befindet sich also darin, dass der Denkprozess des Kindes angestoßen und seine emotionale Entwicklung angepasst werden soll. Eine weitere Schwierigkeit bei der Vermittlung, ist die kaum ausgebildete zeitliche Orientierung im chronischen Sinne. Neben der Verdrängung bei schwierigen Themen, wird auch der Abwehrmechanismus bei der Thematisierung angetroffen.
Eine weitere Problematik, welche das Thema mit sich bringt, sind Rollenspiele zu der historischen Situation. Es ist nicht möglich diese Zustände, wie zum Beispiel Situationen im Ghetto oder im Lager, auch nur annähernd zu simulieren. Ebenso ist ein weiteres Problem, dass viele Erwachsene der Ansicht sind und die Befürchtung haben, dass dieses spezielle Thema zu überfordernd, zu früh, nicht nötig, Angst machend und verstörend sein könnte. Deshalb ist die richtige Einführung in dieses schwierige Thema von hoher Relevanz.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik ein und begründet das Interesse an der Behandlung von Nationalsozialismus und Holocaust bereits in der Grundschule.
2. Historisches Lernen im Grundschulunterricht: Dieses Kapitel definiert das historische Lernen als notwendigen Bestandteil der Grundschulbildung zur Förderung des Geschichtsbewusstseins.
3. Nationalsozialismus – ein grundschulgerechtes Thema: Dieser Abschnitt erörtert die inhaltliche Relevanz, die pädagogischen sowie entwicklungspsychologischen Hürden und zeigt Ansätze zur Einführung auf.
4. Verknüpfung mit dem historischen Lernen: Es wird analysiert, wie die Thematisierung des Nationalsozialismus konkret mit den Methoden und Zielen des historischen Lernens in der Praxis verbunden werden kann.
5. Fazit: Die Arbeit schließt mit dem Ergebnis, dass eine bedachte Thematisierung des Nationalsozialismus ab dem vierten Schuljahr sinnvoll und zur moralischen Orientierung notwendig ist.
Schlüsselwörter
Nationalsozialismus, Grundschule, historisches Lernen, Geschichtsbewusstsein, Holocaust, Sachunterricht, Vermittlung, Identifikationsfiguren, Zeitzeugen, moralische Orientierung, Kinderliteratur, pädagogische Herausforderungen, Vermittlungskompetenz, Zeitgeschichte, Erinnerungskultur
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, ob und wie der Nationalsozialismus und der Holocaust als Themen im Grundschulunterricht behandelt werden können.
Welche Themenfelder sind zentral?
Zentrale Felder sind die pädagogische Relevanz, die Herausforderungen durch das Alter der Kinder, die Vermittlungsmethodik und die Förderung des historischen Bewusstseins.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu klären, unter welchen Bedingungen die Thematisierung des Nationalsozialismus in der Grundschule altersgerecht und sinnvoll erfolgen kann.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Hausarbeit, die auf einer Literaturanalyse zu geschichtsdidaktischen Ansätzen basiert.
Was wird im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?
Der Hauptteil analysiert, warum das Thema grundschulgerecht ist, welche psychologischen Probleme bestehen und wie man durch Medien und Erzählungen einen kindgemäßen Zugang findet.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind historisches Lernen, Grundschuldidaktik, NS-Zeit, moralische Orientierung und kindgerechte Vermittlung von Geschichte.
Warum wird der vierte Jahrgang als unterste Grenze empfohlen?
Aufgrund der komplexen emotionalen Belastung und der benötigten fortgeschrittenen narrativen Kompetenz wird empfohlen, das Thema nicht vor dem 4. Schuljahr einzuführen.
Warum sind Rollenspiele zur Simulation von NS-Szenarien problematisch?
Der Autor argumentiert, dass extreme historische Zustände wie Lager oder Ghettos einerseits nicht authentisch simulierbar sind und andererseits die jungen Kinder emotional überfordern könnten.
- Arbeit zitieren
- Angelika Gerweg (Autor:in), 2021, Die Thematisierung des Nationalsozialismus in der Grundschule. Im Hinblick auf das frühe historische Lernen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1421332