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Denkmäler als Zeitzeugen. Eine Analyse des Türkenbefreiungsdenkmals im Stephansdom und seine Rolle im Wandel der Erinnerungskultur

Title: Denkmäler als Zeitzeugen. Eine Analyse des Türkenbefreiungsdenkmals im Stephansdom und seine Rolle im Wandel der Erinnerungskultur

Seminar Paper , 2023 , 20 Pages , Grade: 3,0

Autor:in: Pia Wieser (Author)

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Denkmäler sind nicht nur Stein und Geschichte, sondern lebendige Zeugen vergangener Ereignisse. Diese Arbeit wirft einen detaillierten Blick auf das Türkenbefreiungsdenkmal im Stephansdom, welches 1894 eingeweiht wurde, und untersucht seine Entstehungsgeschichte sowie gestalterischen Einflüsse. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt, wie sich die Wahrnehmung von Denkmälern im Laufe der Zeit verändert und insbesondere, wie das Türkenbefreiungsdenkmal als nationale Gedenkstätte das "Türkengedächtnis" geprägt hat. Die Rolle von Dynastie und Kirche bei der Schaffung und Aufstellung des Denkmals wird beleuchtet, um zu verstehen, wie mächtige Institutionen die Erinnerungskultur beeinflussen. Nach der Analyse der Geschichte und Bedeutungsverschiebung des Denkmals werden zeitgemäße Ansätze im Umgang mit Denkmälern, wie die Anbringung von Gedenktafeln, diskutiert. Diese Arbeit betont, dass Geschichte eine kontinuierliche Rolle in der Gegenwart spielt und nicht ausgeblendet werden sollte.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Gedenken an die zweite Türkenbelagerung von Wien

2.1 Entstehung des Türkenbefreiungsdenkmals

2.2 Gestalterische Merkmale

2.3 Wiederaufbau nach 1945

3. Verbindung von Ort und Denkmal

3.1 Kirche, Staat und Denkmal – Zusammenspiel oder Gegner?

3.2 Das Denkmal im Zeichen der Politik

3.3 Künstlerischer vs. Politischer Aspekt

4. Was davon heute noch bleibt

4.1 Veränderung des nationalen „Türkengedächtnisses“

5. Bedeutungsverschiebung von Denkmälern

5.1 Denkmal weg – Erinnerung weg?

5.2 Neubewertung von Denkmälern

6. Conclusio

Zielsetzung & Forschungsthemen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Türkenbefreiungsdenkmal im Wiener Stephansdom als Fallbeispiel für monumentale Erinnerungskultur, um zu analysieren, wie sich die Wahrnehmung und Bedeutung solcher Denkmäler im Laufe der Zeit durch machtpolitische Einflüsse sowie historische Ereignisse gewandelt hat und welche zeitgemäßen Ansätze im Umgang mit kontroversen Denkmälern bestehen.

  • Analyse der Entstehungsgeschichte und ideologischen Verortung des Denkmals.
  • Untersuchung der Wechselwirkung zwischen Kirche, Staat und imperialer Symbolik.
  • Reflektion über die Veränderung des nationalen „Türkengedächtnisses“.
  • Diskussion über Formen des Ikonoklasmus und modernem Umgang mit Denkmäler-Resten.
  • Beurteilung des historischen Erbes im Kontext aktueller gesellschaftlicher Identitätsbildung.

Auszug aus dem Buch

3.1 Kirche, Staat und Denkmal – Zusammenspiel oder Gegner?

Wie bereits angemerkt, war die Entscheidung, welcher Ort sich am besten zur Errichtung einer Gedenkstätte anlässlich der Türkenbefreiung eignet, lange nicht klar. Zuvor kam neben Vorschlägen wie der Votivkirche oder dem Rathaus der Wunsch auf, das Denkmal „allen Augen sichtbar, im hellen Lichte des Tages“22, an einem öffentlichen Platz also, aufzustellen. Letzten Endes war es dennoch der Dom zu St. Stephan, der als Aufstellungsort gewählt wurde. Erklären lässt sich dies unter anderem durch den besonderen Beitrag, den der Dom zur Geschichte der Stadt Wien leistete. Er ist nicht nur Wahrzeichen, sondern auch „Zeuge“22 für die Taten des Volkes. Zudem bildet er die Grabstätte des Helden und Türkensiegers Prinz Eugen von Savoyen und sein Tor war es, durch welches die Befreier Wiens 1683 zogen.23 Selbstverständlich hatte die Kirche bei der Standortwahl auch entsprechend mitzureden und das, obwohl das Projekt von einer staatlichen Stelle initiiert wurde. Hier wird deutlich, wie eng die beiden Instanzen miteinander verwoben waren und wie viel Macht jede Einzelne innehatte. Und besonders weil Kirche und Staat so viel Einfluss hatten, sollte bewusst vermieden werden, dass einzelne Nationalitäten, Personen oder gar parteipolitische Interessen bei der Umsetzung des Denkmals in den Vordergrund gestellt werden.24 Das Gegenteil allerdings war der Fall, was nicht nur an der Standortwahl erkennbar ist, sondern auch an den dargestellten Figuren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz von Denkmälern als Speichermedien kollektiven Erinnerns ein und steckt das Ziel ab, die Entstehung sowie die Bedeutungsverschiebung des Türkenbefreiungsdenkmals im Stephansdom zu untersuchen.

2. Das Gedenken an die zweite Türkenbelagerung von Wien: Das Kapitel erläutert die historische Entstehung des Denkmals, seine gestalterischen Merkmale als neobarockes Monument sowie dessen Teilzerstörung durch den Brand von 1945.

3. Verbindung von Ort und Denkmal: Hier wird das Spannungsfeld zwischen Kirche, Staat und Politik beleuchtet, wobei verdeutlicht wird, wie diese Akteure die Standortwahl und die inhaltliche Gestaltung des Denkmals maßgeblich prägten.

4. Was davon heute noch bleibt: Dieser Abschnitt thematisiert den Wandel des nationalen „Türkengedächtnisses“ und zeigt auf, wie historische Feindbilder in der modernen Identitätsbildung fortbestehen.

5. Bedeutungsverschiebung von Denkmälern: Das Kapitel diskutiert den theoretischen Umgang mit Denkmälern (Ikonoklasmus versus Kontextualisierung) und plädiert für eine kritische Neubewertung statt der reinen Zerstörung.

6. Conclusio: Abschließend wird resümiert, dass Denkmäler trotz ihres Bedeutungsverlustes und kontroverser Historie als wichtige Zeitzeugen erhalten bleiben sollten, sofern man ihnen mit der notwendigen kritischen Distanz begegnet.

Schlüsselwörter

Türkenbefreiungsdenkmal, Stephansdom, Erinnerungskultur, Türkengedächtnis, Monument, Ikonoklasmus, Wiener Identität, Kirche und Staat, Geschichtsbilder, neobarock, Edmund Hellmer, kollektives Gedächtnis, Denkmalpolitik, Zweite Türkenbelagerung, kritische Distanz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Seminararbeit befasst sich mit der Rolle und Bedeutung von monumentalen Denkmälern am Beispiel des Wiener Türkenbefreiungsdenkmals im Stephansdom.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Themenfelder umfassen die Entstehungsgeschichte, das Zusammenspiel von religiöser und staatlicher Macht, die Entwicklung des Türkengedächtnisses sowie den Umgang mit materiellen Zeugnissen der Geschichte nach 1945.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, zu analysieren, welche Assoziationen ein solches Denkmal auslöst und wie sich seine Wahrnehmung über die Zeit verändert hat – insbesondere im Hinblick auf seine Funktion als politisches und ideologisches Instrument.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine kunsthistorische und kulturwissenschaftliche Perspektive, wobei sie Archivrecherchen und Theorien zur Erinnerungskultur (u.a. von Pierre Nora) heranzieht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Entstehung des Denkmals, die Einflussnahme von Kirche und Staat auf die Symbolik sowie aktuelle Diskurse über eine mögliche Neubewertung oder Kontextualisierung solcher historisch kontroverser Monumente.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Denkmalpflege, Erinnerungskultur, Türkenbelagerung, Wiener Stephansdom, nationale Identität und die Instrumentalisierung von Kunst durch politische Machtgefüge.

Warum wurde das Denkmal nach seiner Zerstörung in 1945 nicht einfach entfernt?

Die Arbeit legt dar, dass Denkmäler als materielles Erbe der Vergangenheit einen Wert besitzen und anstatt einer kompletten Zerstörung (Ikonoklasmus) eine Kontextualisierung – hier etwa durch eine ergänzende Gedenktafel – bevorzugt wurde.

Inwiefern hat das Denkmal das österreichische Feindbild beeinflusst?

Das Denkmal hat zur Festigung eines „Türkenfeindbildes“ beigetragen, welches über Generationen in der Identitätsbildung präsent blieb und in adaptierter Form bis in die Gegenwart wirkt.

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Details

Title
Denkmäler als Zeitzeugen. Eine Analyse des Türkenbefreiungsdenkmals im Stephansdom und seine Rolle im Wandel der Erinnerungskultur
College
University of Vienna  (Kunstgeschichte)
Grade
3,0
Author
Pia Wieser (Author)
Publication Year
2023
Pages
20
Catalog Number
V1421507
ISBN (PDF)
9783346977144
ISBN (Book)
9783346977151
Language
German
Tags
Türkenbefreiungsdenkmal Wien Osmanisches Reich 1683 Zweite Türkenbefreiung Stephansdom Türkenschlacht Osmanen Denkmäler Monumente
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Pia Wieser (Author), 2023, Denkmäler als Zeitzeugen. Eine Analyse des Türkenbefreiungsdenkmals im Stephansdom und seine Rolle im Wandel der Erinnerungskultur, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1421507
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